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TEST Lebensmittel aus dem Supermarkt: Prost Mahlzeit!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2014 vom 27.06.2014

Das Lebensmittelangebot in konventionellen und Bio-Supermärkten ist groß, doch wie steht es um die Qualität? Unser Test zeigt: Kein Laden konnte rundum überzeugen. Schlecht schnitt vor allem der Kaffee von Rewe, Real und Dennree ab. Von Birgit Hinsch


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Foto: Everett Collection/©Shutterstock

Wer Lebensmittel einkaufen will, hat die Qual der Wahl. Nicht nur am Regal selbst, sondern bereits bei der Wahl der Einkaufsstätte. Soll es ein Supermarkt sein, dann wird man am häufigsten auf die Nummern eins und zwei des Lebensmittelhandels, Edeka und Rewe, treffen. Wer auch Kleidung oder Sport artikel sucht, ist ...

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... vermutlich in einem SBWarenhaus, etwa Real oder Kaufland, am besten aufgehoben. Wer hingegen beim Einkauf vor allem auf BioLebensmittel achtet, den führt der Weg wahrscheinlich zu Alnatura oder in einen Denn’s Biomarkt – den umsatzstärksten Märkten im BioSegment.

Die Frage ist: Wie unterscheiden sich die einzelnen Läden? Gibt es beispielsweise Unterschiede in Sachen Qualität? Das wollten wir genauer wissen und fragten daher die Anbieter, wie sie es mit der Qualität von Eigenmarkenprodukten halten, nach welchen Kriterien sie Lieferanten auswählen und welche Anforderungen diese zu erfüllen haben.

Das grundsätzliche Vorgehen unterscheidet sich zunächst wenig. Soll etwa ein neues Eigenmarkenprodukt entwickelt werden, dann geschieht dies in der Regel nach einem klar definierten Prozess. Den Anfang macht eine detaillierte Beschreibung der Produkteigenschaften, etwa wie das Produkt zusammengesetzt sein soll, welche Rohstoffe und Herstellungsverfahren in Betracht kommen und wie die Verpackung und das Verpackungsdesign aussehen sollen. In diesen Prozess fließen auch Kundenwünsche mit ein, betont Kaufland. Parallel dazu beginnt die Auswahl eines geeigneten Lieferanten. Sofern möglich, wird dabei auf bewährte Produzenten zurückgegriffen. Neulieferanten müssen branchenübliche Qualitätszertifikate vorlegen und über ausreichende Produktionskapazitäten verfügen. Im BioBereich sind gültige BioZertifikate Pflicht. Zusätzliche Zertifizierungen durch einen der bekannten BioVerbände werden ebenfalls gern gesehen, so die Antworten von Alnatura und Dennree.


Wie unterscheiden sich die einzelnen Supermärkte voneinander?


Unabhängig davon müssen Lieferanten oft noch weitere Qualitätsanforderungen erfüllen. Diese gehen zum Teil über gesetz liche Vorgaben hinaus oder definieren Lücken, die noch keiner Regelung unterliegen. So fordert etwa Edeka von seinen Lieferanten, dass kein Mineralöl aus den Verpackungen in die Lebensmittel übergehen darf. Festgeschrieben sei auch die Einhaltung von ÖKOTESTKriterien. Real weist als zusätzliches Element auf die Einhaltung von Nachhaltigkeitsregeln hin, während Kaufland die gemeinsame Umsetzung neuer Entwicklungen mit den Lieferanten als besonders wichtig erachtet.

Einig sind sich alle, dass der Geschmack der eigenen Produkte höchste Priorität genießt. Entsprechend viel wird dafür investiert, etwa im Rahmen von regelmäßigen internen Verkostungen – auch im Vergleich zu Konkurrenzprodukten. Für Alnatura sind „schlanke“ Rezepturen wichtig, also Produkte mit möglichst wenigen Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffen. Alle Handelshäuser betonen die Wichtigkeit von Qualitätskontrollen. Dennree etwa nimmt schon mal die Produktionsanlagen eines neuen Lieferanten in Augenschein, bevor es zum Vertragsabschluss kommt. Edeka stellt klar, im Vorfeld sämtliche Einzelzutaten neuer Produkte zu dokumentieren und im Labor analysieren zu lassen. Sind die Produkte erst einmal im Handel, folgen regelmäßige risikoorientierte Überprüfungen. Abweichungen oder Fehler müssen dabei nicht automatisch zum Aus für die Lieferanten führen, so die übereinstimmende Auskunft. Entscheidend sei die gemeinsame Suche nach Lösungen und der Aufbau vertrauensvoller, langjähriger Partnerschaften. Die Beendigung einer Handelsbeziehung sei dann das letzte Mittel.

ÖKO-TEST rät

• Egal ob Sie bei Rewe, Edeka, Real oder Kaufland einkaufen: Große Unterschiede bei der Qualität und den Preisen gibt es nicht.

• Auch Produkte der Bio-Supermärkte Alnatura und Dennree sind nicht ohne Mängel. Lediglich die Bio-Milch ist uneingeschränkt zu empfehlen.

• Ganz schlecht steht es um die Produktionsbedingungen des Kaffees. Auf der sicheren Seite ist man nur mit Produkten, die das Fairtrade-Label tragen.

Hört sich alles gut an, aber wird es in der Praxis auch umgesetzt? Das ließen wir an fünf ausgewählten Produktgruppen prüfen: Kaffee, Milch, Reis, Tiefkühlpizza und Sojaprodukte. Da es die für den Test ausgewählten Produkte nicht in allen Märkten zu kaufen gab, sind Kaufland und Real jeweils mit weniger Produkten vertreten. Die jeweiligen Eigenmarken wurden aufwendigen Labortests unterzogen. Bei Kaffee und Milch fragten wir auch nach Produktionsbedingungen.

ZusammenDie Verbraucher wollen gute und sichere Produkte. Zum Teil könnte die Qualität in den Supermärkten besser sein.


Foto: imago/Jochen Tack

Das Testergebnis

Rundum überzeugen konnte kein Supermarkt. „Sehr gute“ Noten gab es nur für einzelne Produkte von Edeka, Dennree, Alnatura und Kaufland. Für schlechte Ergebnisse sorgte vor allem Kaffee. Hier kommt kein Laden über ein „ausreichend“ hinaus. Betrachtet man, wie die Märkte durchschnittlich abschneiden, dann gibt es alles in allem kaum Unterschiede. Vorn liegt zwar Alnatura mit einer Durchschnittsnote von 2,4. Es folgen Edeka und Dennree jeweils mit einer 2,6 und Rewe mit der Note 3,0. Die verhältnismäßig schlechte Qualität der BioSupermärkte mag enttäuschen – schließlich erwartet der Verbraucher von Bioware am ehesten, dass sie keine Schadstoffe enthält. Andererseits widersprechen die von uns kritisierten Mängel auch nicht den Richtlinien des BioAnbaus.
Kaffee enthält zu viel Acrylamid. In vier von fünf untersuchten Kaffees steckt zu viel Acrylamid. Im Dennree KräftigAromatischer Kaffee liegt der Gehalt sogar über dem geltenden EURichtwert von 450 Mikrogramm pro Kilogramm (μg/kg). Dieser ist für uns jedoch nicht der Maßstab unserer Bewertung. Wir orientieren uns vielmehr wie bisher an dem niedrigeren deutschen Signalwert von 280 μg/kg, der zuletzt 2010 im Rahmen einer Minimierungsstrategie festgelegt wurde. Acrylamid steht unter Krebsverdacht; da sollte der höhere EUWert nicht dazu führen, in den Bemühungen um niedrigere Belastungen nachzulassen und sich allein auf die Einhaltung gesetz licher Regelungen zurückzuziehen. Auch die Marken von Alnatura, Real und Rewe wiesen für unsere Maßstäbe noch zu viel Acrylamid auf.
Kaffeeproduktion meistens unfair. Vor allem die konventionellen Kaffees müssen als unfair eingestuft werden. Punktabzug gab es beispielsweise für den Einkauf des Rohkaffees zu Weltmarktpreisen, wie bei Real und Edeka üblich. Grund: Der Weltmarktpreis für Kaffee kann schwanken, was zu geringeren Einkommen der Kaffeebauern führen kann. Nicht überzeugt haben uns in diesem Zusammen hang auch die Angaben von Dennree, wonach die Produzenten zum Weltmarktpreis einen Bio-Zuschlag erhalten würden. Dieser wird jedoch als Ausgleich für den teureren Bio-Anbau benötigt. Zu Mindestlöhnen und Arbeitsbedingungen teilte Dennree immerhin mit, dass die im Testprodukt verarbeiteten Kaffeebohnen aus Uganda und Honduras unter Fairtrade-Bedingungen erzeugt wurde. Konkrete Belege reichte Dennree aber nicht ein. Noch weniger konkret waren die Angaben von Real zu diesem Aspekt. So seien die Lieferanten zwar verpflichtet, die internationalen Kernarbeitsnormen einzuhalten. Aber ob sich dies bis zur Kaffeeplantage fortsetze, dazu fehlen Informationen und Belege. Ausführlicher informierte allein Alnatura. So ließ sich anhand von Zertifikaten der Fairtrade-Organisation FLO und von Naturland nachvollziehen, dass auf den relevanten Plantagen in Peru und Indien faire Arbeits- und Lohnbedingungen ausgeübt und überprüft werden. Nicht belegen wollte Alnatura allerdings Angaben zu erhöhten Zahlungen für den Rohkaffee. Keinerlei Angaben machte Rewe – ein Bemühen um Transparenz sieht anders aus.

Foto: imago/Rüdiger Wölk

Milchtüten ohne Kühe: Die Supermärkte haben reagiert – noch besser wäre, mehr Weidegang und Grünfutter zu fordern.


Foto: imago/Gerhard Leber

Arsen im Reis. Die Reispflanze reichert Arsen an – das sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Trotzdem sind fünf von sechs Proben belastet. In Reis findet sich vor allem anorganisches Arsen, das als krebserregend eingestuft ist.
Konventionelle Milch mit Genfutter erzeugt. Auch wenn Kühe mittlerweile von den Packungen verschwunden sind – sie geben immer noch die Milch. Besser als den koventionellen Kühen geht es eindeutig den Bio-Milchkühen, denn die höheren Gehalte an Omega- 3-Fettsäuren in ihrer Milch deuten auf Weidegang und/ oder eine reichliche Grünfütterung hin. Gentechnisch veränderte Futterpflanzen sind bei Bio zudem verboten. Das gegenteilige Bild zeigt sich bei der Milch von Real, Kaufland, Rewe und Edeka: wenig grünfuttertypische Fettsäuren und keine vertragliche Verpflichtung der Milchbauern, auf Gen-Technik im Futter zu verzichten.
Mineralöl in der Edeka-Pizza: In der Gut & Günstig Steinofen Pizza Champigon fand das beauftragte Labor einen leicht erhöhten Gehalt an Mineralöl. Die besonders bedenklichen aromatischen Kohlenwasserstoffe waren glücklicherweise nicht nachweisbar, weshalb der Pizzakarton als Ursache ausscheidet. Wahrscheinlicher ist eine Verunreinigung durch aromatenfreie Schmieröle oder Trennfette aus der Produktion. So könnte es zum Beispiel beim Ausstanzen des Pizzateigs zu einem Übergang von Mineralöl gekommen sein.
Vegetarisch bedeutet nicht gleichzeitig gesund. Nicht nur Salamipizza, auch Spinat- und Champignonpizzen können zu salzig sein. So stellte das Labor in fünf Produkten mehr als drei Gramm pro Pizza fest. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung sollten es jedoch nicht mehr als sechs Gramm pro Tag sein – da sind mehr als drei Gramm in einer einzigen Mahlzeit einfach zu viel. In der Rewe Beste Wahl Spinat Pizza Classica stecken mit 834 kcal pro Stück zudem zu viele Kalorien, ausgehend vom tatsächlichen Gewicht der Pizza.
Gen-Technik auf dem Vormarsch – auch in Bio-Tofu. Dreimal wurde Erbgut der gentechnisch veränderten Soja bohnensorte Roundup Ready festgestellt. Einzige Ausnahme: der Edeka Bio Tofu natur. Dabei stammen die Sojabohnen der betroffenen Produkte den Anbietern zufolge aus Österreich, wo der Anbau von Genpflanzen jedoch verboten ist. Die Reaktionen sind eher abwehrend: So wertet Alnatura das Ergebnis als „schwach positiven Befund“, der keinen Rückschluss auf Roundup-Ready-Soja zuließe. Rewe verweist auf unvermeidbare, zufällige Verunreinigungen durch allgemeine Umwelteinflüsse.

So reagierten die Hersteller

■ Edeka teilte mit, dass die Rohwaren der Gut & Günstig Steinofen Pizza Champigon nochmals gesondert auf Mineralöl untersucht würden, um den Ursachen der Verunreinigung auf den Grund zu gehen. Eine gute Idee, schließlich soll der Lieferant mineralölfrei produzieren.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Für den Test ließen wir in allen sechs Einkaufsstätten Kaffee, Reis, Milch, Tiefkühlpizza und Sojaprodukte einkaufen. Ausgewählt wurden, soweit vorhanden, die jeweils preisgünstigsten Eigenmarken. Die Pizza sollte vegetarisch sein, wobei vorzugsweise nach Spinatpizza geschaut wurde. Bei den Sojaprodukten beschränkte sich der Testeinkauf auf unverarbeiteten Natur tofu. Dieser war nur bei Alnatura, Dennree, Edeka und Rewe jeweils in Bio-Qualität erhältlich.

Die Inhaltsstoffe
Die Untersuchungen erfolgten produktspezifisch. So wurde Milch auf Keimgehalte und Sensorik überprüft. Hinzu kamen Analysen der Fettsäurenzusammensetzung. Bei den Pizzen wurde untersucht, ob die Spinat- und Käsemengen den auf den Packungen angegebenen Anteilen entsprechen und wie hoch der Salzgehalt ist. Reis und Kaffee ließen wir gezielt auf Schadstoffe testen, wobei der Fokus bei Reis auf dem giftigen Halbmetall Arsen lag und Kaffee schwerpunktmäßig auf das Krebsgift Acry lamid untersucht wurde. Sojaprodukte ließen wir zudem auf gentechnisch veränderte Bestandteile prüfen.

Sonstige Parameter
Beim Kaffee interessierte uns darüber hinaus, ob er unter fairen Bedingungen produziert worden ist. Indikatoren dafür sind die Zahlung eines garantierten Mindestpreises für den Kaffee, Mindestlöhne für Plantagenarbeiter und die Einhaltung grundlegender internationaler Arbeitsnormen auf den Plantagen. Für die Angaben der Firmen waren Nachweise vorzulegen. In Bezug auf die Milch fragten wir, ob den Milcherzeugern der Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel explizit verboten ist.

Sieht die zubereitete Pizza so aus wie abgebildet? Meistens passte es ganz gut – Ausreißer ist die Spinatpizza von Real.


Fotos (2): Labor

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 156.
Anmerkungen: 1) Sonstige Mängel: geringe sensorische Mängel (Aussehen: viele, unterschiedlich große Fettklumpen bei Untersuchung gegen Ende MHD; Geschmack der Fettteilchen: alt und pappig). Laut Anbieter sind die Fettklumpen typisch für diese Milch und das sichtbare Zeichen dafür, dass keine Homogenisierung stattgefunden hat. 2) Laut Anbietergutachten wurden in einem chargengleichen Rückstellmuster 290 μg/kg Acrylamid festgestellt. Das von uns beauftragte Labor ermittelte einen Gehalt von 511 μg/kg. 3) Sonstige Mängel: Mängel Futtermittel (grünfuttertypische Fettsäuren niedrig; keine vertragliche Verpflichtung der Milcherzeuger, gentechnikfreies Futter einzusetzen). 4) Sonstige Mängel: Die Backzeit ist für ein zufriedenstellendes Backergebnis laut Zubereitungstest im Labor mit 18 Minuten deutlich länger als angegeben (10 bis 13 Minuten). Laut Anbieter haben Überprüfungen des Herstellers bei Einhaltung der deklarierten Backzeit einwandfreie Backergebnisse ergeben. 5) Laut Anbietergutachten enthielt ein chargengleiches Rückstellmuster 240 μg/kg Acrylamid. Das von uns beauftragte Labor ermittelte einen Gehalt von 315 μg/kg. 6) Laut Anbieter ist die Milch teilhomogenisiert. Das bedeutet, dass bei niedriegem Druck nur die größeren Fettkügelchen zerschlagen werden, wodurch das Aufrahmen nicht ganz verhindert, jedoch verzögert wird. Eine gesetzliche Pflicht zur Kennzeichnung einer Homogenisierung bzw. Nichthomogenisierung besteht nicht. 7) Sonstige Mängel: Produktion und Transparenz teilweise unfair (Zahlung über Fairtrade-Niveau (Indien) bzw. über Weltmarkt- preis plus Zuschläge (Peru), aber nicht belegt; Vorfinanzierung möglich, aber nicht belegt. 8) Sonstige Mängel: Produktion und Transparenz überwiegend unfair (kein garantierter Mindestpreis, Vorfinanzierung nur auf ausdrückliche Nachfrage der Kooperative, Zahlung eines Mindestlohns/Einhaltung der ILO-Normen nicht belegt). 9) Sonstige Mängel: Produktion und Transparenz unfair (kein garantierter Mindestpreis; keine Vorfinanzierung; kein Mindestlohn/ keine verpflichtende Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen; kein Verbot hochgiftiger Pestizide bzw. keine Angaben zu diesen Kriterien und/oder keine Nachweise vorgelegt). 10) Laut Anbietergutachten wurde in mehreren chargengleichen Rückstellmustern kein Mineralöl nachgewiesen.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um vier Noten: ein „stark erhöhter“ Acrylamidgehalt über dem seit 2011 für Kaffee geltenden EU-Richtwert von 450 μg/kg. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein „erhöhter“ Acrylamidgehalt über dem 2010 für Röstkaffee festgelegten deutschen Signalwert von 280 μg/kg; b) ein Gehalt an anorganischem Arsen von mehr als 100 bis 200 μg/kg (in der Tabelle „erhöht“); c) der Nachweis von gentechnisch veränderten Bestandteilen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Gehalt an anorganischem Arsen von mehr als 50 bis 100 μg/ kg (in der Tabelle „leicht erhöht“); b) ein erhöhter Salzgehalt von mehr als 3 g pro Portion, bezogen auf das im Labor bestimmte, tatsächliche Gewicht einer Pizza; c) ein Gehalt an der Mineralölfraktion MOSH C17 bis C20 von mehr als 0,5 bis 2 mg/kg (in der Tabelle „Mineralöl leicht erhöht“; d) ein deklarierter Energiegehalt von mehr als 800 kcal pro Portion, bezogen auf das im Labor bestimmte tatsächliche Gewicht einer Pizza. Unter dem Testergebnis Sonstige Mängel führt zur Abwertung um fünf Noten: „Produktion und Transparenz unfair“ (keines von vier Kriterien erfüllt: a) für den verwendeten Kaffee wird kein oder nur teilweise ein garantierter Mindestpreis bezahlt; b) eine Vorfinanzierung ist nur teilweise oder nicht möglich; c) mindestens einer der beiden Parameter 1. Plantagenarbeiter erhalten Mindestlohn, 2. ILO-Kernarbeitsnormen verpflichtend ist nur teilweise oder nicht erfüllt; d) der Einsatz von Agrochemikalien der WHO-Kategorien 1A und 1B (hochgiftige Pestizide) auf Kaffeeplantagen ist nur teilweise oder nicht verboten. Die Kriterien gelten auch dann als nicht erfüllt, wenn der Anbieter keine Nachweise vorgelegt oder überhaupt keine Angaben gemacht hat. Zur Abwertung um vier Noten führt: „Produktion und Transparenz überwiegend unfair“ (drei von vier Kriterien– siehe oben – nicht erfüllt). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) „Produktion und Tranzparenz teilweise unfair“ (zwei von vier Kriterien – siehe oben – sind erfüllt); b) ein zu niedriger Gehalt an grünfuttertypischen Omega- 3-Fettsäuren von weniger als 0,8 g/100 g Milchfett und/oder die fehlende vertragliche Verpflichtung der Milch erzeuger zum Einsatz von gentechnikfreien Futtermitteln. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) die nach Packungsangaben zubereitete Pizza weicht im Aussehen deutlich von der Packungsabbildung ab; b) ungenaue Zubereitungshinweise zum Aufbacken von Pizza (benötigte Backzeit war im Labortest deutlich länger als angegeben); c) geringe sensorische Mängel einer nicht homogenisierten Milch. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Sonstige Mängel, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten, wobei ein Kaffee, der ein „ungenügendes“ Testergebnis Sonstige Mängel erhält („Produktion und Transparenz unfair“) grundsätzlich nicht besser als „ausreichend“ sein kann. Ein
Testergebnis Sonstige Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de  Suchen  „M1407“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: April 2014.

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Kaffee bei Kaufland

Selbstverständlich führt auch Kaufland Kaffee als Eigenmarke im Sortiment. Auch ihn haben wir ins Labor geschickt. Die Ergebnisse reichen wir nach – so bald als möglich online unter www. oekotest.de – und sonst in der kommenden Ausgabe 8/2014. Darin finden Sie auch alle Ergebnisse zu Lebensmitteln der Discounter.