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TEST LED-Lampen: Licht und Schatten


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2016 vom 27.10.2016

Retrofits, also LED-Lampen mit Schraubgewinde, haben die ersten Kinderkrankheiten hinter sich. Ihre Energieersparnis kann sich sehen lassen. Lichtqualität und Helligkeit sind aber noch verbesserungswürdig, wie unser Test zeigt.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 11/2016

Von Zinnsoldaten über edle Kosmetikverpackungen hin zur Produktion von LED-Leuchtmitteln? Das gibt’s. Um immer wieder am Markt zu bestehen, zeigte sich die 1830 als Zinngießerei in Marburg gegründete Firma Seidel wandlungsfähig. Als Aluminium zunehmend Zinn als Werkstoff ablöste, verlagerte der Hersteller sein Geschäft auf medi zinisches Zubehör und später auf Teile edler ...

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... Parfümflakons und anderer Kosmetikverpackungen. Angefangen hat dies 1952 mit der bis heute unveränderten rotgoldenen Kappe für 4711 – Echt Kölnisch Wasser, später belieferte Seidel die Produzenten namhafter Marken wie Chanel, L’Oréal, Estée Lauder und Christian Dior. Auch die Aluminiumgehäuse hochpreisiger Schreibge räte von Lamy und Co. stammen von Seidel aus Marburg. Vorläufiger Schlusspunkt sind Lampen – made in Germany.

Über Jahrzehnte hat sich der Hersteller ein großes Knowhow in der Verarbeitung von Metallen und von Kunststoffen erarbeitet. Seit 2008 bietet das Unternehmen unter der Marke Carus auch einige hauseigene Designprodukte an. Doch wer überleben will, braucht immer neue Geschäftsideen. Dem Geschäftsführer und Inhaber der Firma, Dr. Andreas Ritzenhoff, ist auf der Messe „Light & Building“ in Frankfurt quasi ein Licht aufgegangen. Er hat sich gewundert, warum die angebotenen LED-Lampen mit AluminiumKühlkörpern so schwer waren: „Das können wir besser, das geht auch mit weniger Materialeinsatz“, davon war er überzeugt. So fing er an, sich mit einer für ihn neuen Technologie zu beschäftigen.

Sein Ziel ist eine materialeffiziente Massenfertigung von LED-Leuchtmitteln am Standort Deutschland – aus ökologischen Gründen. „Der internatio nale Schiffsverkehr ist einfach ein super Klimavergifter, der Millionen Tonnen CO2 produziert.“ Eine Umweltsünde ohnegleichen. Mit seinen Argumenten gelang es ihm, 2014 fünf Millionen Euro an öffentlichen Fördergeldern aus dem Umweltinnovationsprogramm zu bekommen. Damit sollten leichtere Lampen mit weniger Aluminium, Zinn, Kupfer soAnzeige wie Kunst- und Klebstoffen produziert werden, die dadurch auch besser zu recyclen wären. Die Firma verwendet nun dünne gefaltete Bleche statt massive Alu-Körper. Dadurch, so Ritzenhoff, lassen sich bis zu 60 Prozent Gewicht und jährlich 260 Tonnen Aluminium einsparen. Weiterer Vorteil: Durch das große Know-how produziere die Firma auch mit wenig Ausschuss. „In chinesischen Firmen landen Millionen Lampen aufgrund von Fehlern im Müll“, kritisiert Ritzenhoff.

ÖKO-TEST rät

• LED-Lampen sind nicht mehr teuer und sparen viel Energie. Doch es gibt Unterschiede. Mit den „guten“ Lampen treffen Sie eine gute Wahl.
• Empfehlenswert sind Lampen mit wenig Elektrosmog. Das gilt vor a llem für solche in Leuchten, denen Sie sehr nahe kommen, wie im Umfeld von Schreibtisch, Essplatz und Bett.
• Eine sehr gute Lichtqualität und vergleichsweise wenig Elektrosmog bietet die Pure-Z-Retro-LED von Biolicht. Allerdings hat sie ihren Preis.

Heute laufen im lichtdurchfluteten Zweitwerk in Fronhausen zwischen Gießen und Marburg auf der einen Seite der riesigen Halle Metall- und Kunststoffteile der Firma Seidel vom Band. Walzen, Pressen und Spritzgießen formen sie, durch Eloxieren erhalten sie eine schöne und beständige Oberfläche. Auf der anderen Seite des Werks hat sich die neue Schwesterfirma Carus etabliert, die die Retrofits vollautomatisch zusammenbaut. Das heißt, Fassung, Kühlkörper und Kunststoffkalotte werden hier hergestellt und zusammen mit der Elektronik montiert. Dabei wird nicht geklebt, sondern nur gesteckt. Und die LED-Chips? Die werden aus Silicon Valley und Korea importiert, räumt Ritzenhoff ein. Die Elektronik komme zur Zeit noch aus der Ukraine, zum Teil auch aus China, wenn der Markt es nicht anders hergebe. „Bestimmte Industriezweige haben in Deutschland keine Chance aufgrund der chinesischen Subventionen“, empört sich Ritzenhoff. Doch man sei auf der Suche nach einem deutschen Anbieter. Die LED-Chips werden jedoch auch jetzt schon in Süddeutschland montiert.

Carus konnte einen großen Abnehmer für die LED-Retrofits gewinnen, sodass täglich 40.000 Lampen vom Band gehen. So schließt sich der Kreis nach rund hundert Jahren: 1912 war Seidel die erste Firma in Marburg, die mit elektrischem Licht arbeitete. Nun stellt sie selbst Lampen her.


LED-Retrofits haben ein Schraubgewinde und ersetzen so die gute alte Glühbirne


LED-Lampen sind mittlerweile ein wichtiger Markt. Nicht jeder Verbraucher leistet sich gleich eine neue LED-Leuchte, also ein Gehäuse mit Leuchtmittel, das speziell für diese neue Technologie entwickelt wurde. Deshalb spielen weiterhin die sogenannten Retrofits mit den herkömmlichen Schraubgewinden der Glühlampen eine große Rolle, die problemlos in die alten Fassungen eingeschraubt werden können. Nach dem Aus für die Glühlampe – 2011 war Schluss mit der gängigen 60-Watt-Birne – wurden zunächst die Energiesparlampen als die Heilsbringer fürs Klima angepriesen. Mittlerweile spielen sie zum Glück keine Rolle mehr, denn sie waren wirklich keine Alternative, wie ÖKO-TEST in eigenen Tests zeigte. LED-Lampen haben im allgemeinen eine höhere Lichtausbeute, eine längere Lebensdauer und können häufiger geschaltet werden, sie werden sofort hell und enthalten kein giftiges Quecksilber. In unserem LED-Lampen-Test von 2011 zeigten etliche Exemplare dann aber doch noch gewaltige Schwächen.

Deshalb wollte ÖKO-TEST wissen, wie gut, hell und haltbar die LED-Retrofits heute sind, vor allem jene, welche unsere 60-Watt-Glühlampe ersetzen können. Wir schickten 20 nicht dimmbare Lampen mit warmweißem Licht in die Labore und unterzogen sie einem aufwendigen monatelangen Praxistest. Drei Lampen – eine mit Baubiologen „nach dem Vorbild der Sonne“ entwickelte und zwei als „made in Germany“ ausgewiesene – haben wir mitgetestet, auch wenn sie als etwas weniger hell deklariert sind.

Das Testergebnis

■.Erhellend, mit einigen Schatten. Die LED-Lampen sind verglichen mit denen im Test 2011 deutlich besser. Keine ist überragend, die meisten sind „gut“ oder „befriedigend“. Denn im Detail gibt es schon Unterschiede zwischen den einzelnen Leuchtmitteln. Die meisten Filamentlampen mit „Leuchtfäden“ überzeugen im Hinblick auf die Lichtausbeute und die Effizienz. Auch der Elektrosmog ist bei allen Produkten nicht mehr ganz so heftig. Drei Modelle verlieren jedoch frühzeitig mehr Helligkeit als eigentlich erlaubt ist.

Helligkeit

■.Zunächst hell … Die Produkte halten weitgehend, was sie versprechen. Das heißt: Sie erreichen – wenn auch teils mit leichten Abstrichen – die angegebene Lumenzahl, die im Labor in der sogenannten Ulbrichtkugel ermittelt wird: Um die 60-Watt-Glühlampe mit rund 710 Lumen zu ersetzen, müssen die Lampen im Neuzustand 806 Lumen bringen, ein recht hoher Wert, da der Gesetzgeber den Helligkeitsverlust im Laufe der Zeit berücksichtigte. ÖKOTEST ließ parallel dazu – wie schon in früheren Tests – eine praxisbezogene Prüfung durchführen, bei der ermittelt wurde, wie viel Licht aus einer Hängeleuchte mit Reflektor auf einer Tischplatte ankommt. Bis auf zwei Ausnahmen waren alle LED-Lampen heller als die 60WattGlühlampe, die sie ersetzen sollen, sogar die Lampen von Carus und Ikea, deren deklarierte Werte das nicht hergeben. Am wenigsten Helligkeit zauberte die Lampe von Biolicht auf die Tischplatte. Mit ihren ausgelobten 600 Lumen ist sie jedoch auch nicht vergleichbar.

Filament versus klassische LED-Retrofit

Die Lampen der neuenFilament-Technologie sehen der Glühlampe mit dem Glühfaden sehr ähnlich. Zahlreiche winzige LED-Chips sind auf einem schmalen Streifen, etwa aus Saphirglas, strangförmig miteinander verkettet und mit einer Fluoreszenzschicht überzogen, um ein möglichst breites Lichtspektrum zu erzeugen. Die bisher üblichen„klassischen“ LED-Retrofits verbergen hinter einer meist matten Kugelkalotte die LED-Chips, die – je nach Hersteller auf unterschiedliche Art und Weise – oberhalb eines größeren Kühlkörpers so angeordnet werden, dass sie nach oben und zur Seite abstrahlen.

… auf Dauer Einbußen. Bei der Hälfte der Lampen nahm die Helligkeit nach 3.000 Stu den nur gering ab. Bei anderen Modellen fiel das Ergebnis schon schlechter aus. Drei Testprodukte waren so schlecht, dass die drei Exemplare jedes Modells im Schnitt mehr als 20 Prozent an Helligkeit verloren. Nach EUVerordnung müssen sie nach 6.000 Stunden noch 80 Prozent bringen. Allerdings prüft die Marktaufsicht nach Auskunft von Holger Dickert, Dezernatsleiter bei der Hessischen Eich direktion in Darmstadt, dazu normgerecht 20 Lampen eines Typs und ermittelt den Durchschnitt: „Insofern ist das Prüf ergebnis von ÖKOTEST ein Anhaltspunkt für einen Verstoß, dem die Marktüberwachung nachgehen wird.“ Im Falle der Light Me Schlaulicht LED Classic 10 W verlor nur ein Exemplar mehr als 20 Prozent an Helligkeit, weshalb wir sie etwas weniger streng abwerten als die Pocolineund die XQLiteLampe. Absolut indiskutabel war die Qualität der Poco line LED-Globe 10 Watt, die im Schnitt 35 Prozent an Helligkeit einbüßte. Keines der drei Muster erfüllte nach dem Prüfzeitraum die angegebene Effizienzklasse. Anders die XQLite LED XQ13169 10 W, bei der die Qualität der einzelnen Lampen extrem schwankte mit Unterschieden von fast 50 Prozent. Das ist kein Qualitätszeichen für ein Produkt und seinen Hersteller. Dass es auch anders geht, zeigten die Flair von Hornbach und die Flector von Hellweg mit extrem stabilen Helligkeitswerten.

Melatoninunterdrückung durch Licht

Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse im Gehirn produziert wird und dafür sorgt, dass wir am Abend müde werden. Und es hat Einfluss auf weitere Prozesse im Körper. Ein Mangel an Melatonin verursacht Probleme beim Einschlafen. Durch bestimmte Wellenlängen des Lichts wird die Melatoninausschüttung gehemmt, vor allem bei kaltem, blauem Licht. Unsere Tester errechneten die Melatoninunterdrückung der warmweiß leuchtenden Lampen, sie lag bei rund 30 Prozent, ähnlich wie bei der Glühlampe. Allerdings ist noch nicht geklärt, wie stark die Melatoninunterdrückung bei verschiedenen Menschen dann wirklich ist und wie sie sich auswirkt. Auf jeden Fall bringt die Unterdrückung den Gesamtablauf durcheinander, davon ist der Schlafmediziner Dr. Dieter Kunz vom St. Hedwig Krankenhaus Berlin überzeugt. „Für empfindliche Menschen kann es ein Problem sein.“ Und nicht nur das Licht der Raumbeleuchtung hemmt die Melatoninausschüttung, sondern auch das meist sehr blaue Licht all der Bildschirme um uns herum, die viele Menschen abends noch vor dem Schlafengehen intensiv nutzen: von Fernsehgeräten, Smartphones und Tablets.

Rundumlicht? Mitnichten. Da können die LED-Retrofits der Glühlampe noch nicht das Wasser reichen, denn sie strahlte nahezu gleichmäßig in alle Richtungen. Bei mandunkel, chen Reflektorleuchten mag das eine weniger große Rolle spielen. In Kugeloder Halbkugelleuchten sind die LED-Retrofits aber nicht in der Lage, das Glas gleichmäßig zu erhellen. Bei Lampen mit Kugelkalotte bleibt die halbe Leuchte mandunkel, der Abstrahlwinkel ist klein. Die Filamentlampen schneiden besser ab, aber sie haben an der Oberseite noch einen deutlichen Schattenbereich. Am besten war in dieser Hinsicht dann doch eine LED-Lampe mit Kugelkalotte von LG Electronics, am schlechtesten schnitt in dieser Prüfung die Osram LED Star Classic A 60 6 Watt ab.

Lichtqualität

Gute bis sehr gute Lichtqualität möglich. Dass eine sehr gute Lichtqualität möglich ist, zeigt die recht teure PureZRetroLED von Biolicht, Spitzenreiter im Testergebnis Licht. Als einzige Lampe im Test hat sie einen Farbwiedergabeindex (auf den Verpackungen abgekürzt Ra beziehungsweise auf Englisch CRI) von über 90, das heißt sie kommt in der Wieder gabe der Farben der Glühlampe (Index zirka 99) und dem natürlichen Licht mit dem Optimalwert 100 am nächsten. Je größer der Farbwiedergabeindex, desto natürlicher und objektiver werden Farben in unserer Umgebung wiedergegeben und desto angenehmer werden sie empfunden. Alle anderen Lampen liegen recht einheitlich bei einem Index knapp über 80, ihre Lichtfarbe ist etwas unnatürlich. Auch diese Hersteller können das meist besser, bieten die bessere Lichtfarbe aus Kostengründen jedoch nicht für Normalverbraucher an. Im Vergleich zu unserem Test 2011 gibt es aber immerhin keine katastrophal schlechten Lampen mehr.
Weniger schmutziges Licht. Auch das Flimmern haben einige Lampenhersteller mittlerweile besser im Griff. Durch die Netzspannung und die Elektronik in den Lampen entstehen disharmonische und hart flimmernde Lichtschwankungen wie stroboskopartige Blitze. Auch wenn unsere Augen sie nicht bewusst wahrnehmen, kommt dieses Pulsieren im Gehirn an. Bei vier Lampen ist der Flimmeranteil nach wie vor sehr ausgeprägt, am deutlichsten bei der Osram LED Star Classic. Bei knapp einem Drittel der Lampen konnten die Hersteller den Anteil auf unter fünf Prozent reduzieren, sie flimmern nur schwach – ein großer Fortschritt im Vergleich zum letzten Test. Auch hier überzeugt die flimmerarme Lampe von Biolicht, die kaum verzerrte Oberwellen aufweist.

Farbwiedergabe

Glüh- und Halogenlampen haben ein ähnlich homogenes Licht wie Tageslicht. Während Energiesparlampen ein natur fremdes, unausgewogenes Farbspektrum mit regelrechten Farbspitzen aufweisen, nähert sich das Spektrum der LED dem Glühlampenlicht an.

So strahlen die verschiedenen Lampen

Die Glühlampe strahlt fast gleichmäßig in alle Richtungen. Die dunkle Stelle am Gewinde wird überstrahlt.

Die klassische LED-Lampe mit Kugelkalotte leuchtet nur etwa eine Halbkugel gut aus.

Die Filamentlampe hat einen vergleichsweise großen Abstrahlwinkel mit einer deutlichen Abschattung an der Oberseite.

Energieeffizienz

Hohe Energieersparnis. Erwartungsgemäß liegt die Stromersparnis im Vergleich zur Glühbirne sehr hoch, das war schließlich der Grund für deren verordnetes Aus. Einige Filamentlampen, die mit weniger Leistung (Watt) auskommen als die Lampen mit herkömmlicher Technik, sparen mehr als 90 Prozent an Strom, selbst wenn man den Helligkeitsrückgang berücksichtigt. Und sogar die schwächelnden Lampen von Poco und XQLite liegen noch bei rund 75 Prozent. In diesem Test bewerten wir erstmals die Lampen im Hinblick auf ihre Lichtausbeute (Lumen pro Watt) im Vergleich. Spitzenreiter sind in diesem Ranking die Filamentlampen, Schlusslichter die Pocoline LED-Globe 10 Watt und die XQLite LED. Einen zusätzlichen Minuspunkt gab es, wenn eine oder mehrere Testexemplare nach 3.000 Stunden die angegebene Effizienzklasse nicht mehr erreichen. Aber auch diese sind immer noch besser als die Glühlampe, das muss man klar sagen. Und keine der Lampen machte im Verlauf des Dauertests die Grätsche.

Elektrosmog

Immer noch Elektrosmog. Bei allen Lampen wurden erhöhte elektrische Felder vor allem im niederfrequenten Bereich gemessen. Dabei handelt es sich – anders als bei der Glühlampe – um disharmonische, steilflan kige und verzerrte Sinuskurven. „Dass die LED immer noch zu viel Elektrosmog verursachen – mehr als an Computern zulässig ist, wäre nicht nötig“, betont der Baubio loge Wolfgang Maes. Bei eini gen Modellen liegen auch die Werte im höherfrequenten Bereich über denen, die die Norm für Computerbildschirme fordert. Dies bezeichnen wir in der Summe als „stark erhöht“. Der Elektrosmog kann nega tive Auswirkungen beispielsweise auf das Nervenund Hormonsystem haben. „Einige Hersteller zeigen, dass es auch besser geht“, urteilt Maes. Die nun getesteten Lampen schneiden immerhin besser ab als vor fünf Jahren, weil die „schmutzigen Oberwellen“ nicht mehr so auffällig sind.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: h = Stunden, lm = Lumen.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 190.
Anmerkungen: 1) Laut Anbieter wird die Marke seit 1. Juni 2016 über ein neues Unternehmen namens Ledvance angeboten. 2) Es handelt sich um einen Doppelpack. 3) Das Produkt wies auch magnetische Wechselfelder auf; im höherfrequenten Bereich (2 bis 400 kHz) liegen sie über dem Grenzwert der TCO-Norm für Bildschirme. 4) Weiterer Mangel: bromierte Flammschutzmittel auf der Pla tine. 5) Weitere Mängel: bromierte Flammschutzmittel auf der Platine und PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt. 6) Weitere Mängel: bromierte Flammschutzmittel auf der Platine und PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 7) Weitere Mängel: bromierte Flammschutzmittel auf der Platine und PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen im Produkt und in der Verpackung. 8) Weitere Mängel: bromierte Flammschutzmittel auf der Pla tine, PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung und ein Sicherheitsproblem unter extremen Bedingungen (Kunststoff kalotte löste sich bei den Testmustern nach dem Dauertest, Elektronik somit zugänglich). 9) Laut Anbieter hat er den Verkauf von LED-Lampen seit dem 1.9.2016 eingestellt. 10) Laut Anbieter wurde das Produkt mittlerweile optimiert, sodass der Verbrauch unter 10 Watt liegt bei gleicher Lumenzahl (806 lm). Dies könnte die Lichtausbeute und das Testergebnis Energieeffizienz verbessern. 11) Laut Anbieter gibt es seit Anfang des Jahres eine neue Version XQ13169.1 mit 9 statt 10 Watt, mit anderen Treibern und LED-Chips, bei gleicher Lichtausbeute. Der Preis dafür beträgt 3,99 Euro. 12) Laut Anbieter ist das Modell bereits ausgelistet, in den Filialen befänden sich nur Restbestände. 13) Laut Anbieter wurde die angegebene Lebensdauer und die Zahl der Ein- und Ausschaltzyklen auf 20.000 Stunden und 50.000 Schaltzyklen angepasst; die Angaben werden in Zukunft auf einem neuen Verpackungsdesign angegeben. 14) Laut Anbieter wird seit Juli ein verändertes Nachfolgeprodukt ausgeliefert, das die Effizienzklasse A++ erfüllt. Die getestete Version sei zur Zeit noch im Handel verfügbar. Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Das Testergebnis Licht setzt sich zu gleichen Teilen aus den Teilergebnissen Helligkeit und Lichtqualität zusammen. Das Teilergebnis Helligkeit setzt sich zu gleichen Teilen aus fünf Einzelbewertungen zusammen: 1. Helligkeit in der Praxis (in einer Hänge leuchte, Mittelwert von drei Lampen) im Vergleich zu einer 60-W-Glühlampe (770 Lux): 100 % und „nicht vergleichbar“ (da bei „nicht vergleichbaren“ Lampen die deklarierte Lumen zahl erfüllt wurde) = sehr gut; 90 bis 100 % = gut; jeweils auf ganze Zahlen kaufmännisch gerundet. 2. Helligkeit im Labor (Ulbrichtkugel) im Vergleich zum Nenn-Lichtstrom einer 60-W-Glühlampe (710 lm, Mittelwert von 3 Lampen): über 100 % oder „nicht vergleichbar“ (da bei „nicht vergleichbaren“ Lampen die deklarierte Lumenzahl erfüllt wurde) = sehr gut; jeweils auf ganze Zahlen kaufmännisch gerundet. 3. Helligkeitsabfall nach 3.000 Stunden Brenndauer (Mittelwert von drei Lampen im Vergleich zum Durchschnittswert im Neuzustand, auf Basis der Lichtstrommessungen Ulbrichtkugel): „minimal“ (unter 1 %) bzw. „gering“ (1 bis 10 %) = sehr gut; „deutlich“ (mehr als 10 bis 15 %) = gut; „stark“ (mehr als 15 bis 20 %) = befriedigend; „sehr stark“ (mehr als 20 %) = mangelhaft. 4. Abweichung zwischen den drei Prüfmustern nach 3.000 Stunden Brenndauer (schlechtester Wert im Vergleich zum besten): „minimal“ (unter 2 %), „kaum“ (2 bis 5 %) bzw. „akzeptabel“ (mehr als 5 bis 10 %) = sehr gut; „relativ hoch“ (mehr als 10 bis 20 %) = gut; „extrem hoch“ (über 40 %) = mangelhaft. 5. Abstrahlwinkel (Halbwertswinkel, Toleranz 3 Grad): „akzeptabel“ (mehr als 240 Grad); „relativ klein“ (180 bis 240 Grad) oder „mit Abschattungen“ (50 bis 75 Grad bei Filamentleuchten) = gut; „klein“ (120 bis unter 180 Grad) = befriedigend; „sehr klein“ (weniger als 120 Grad) = ausreichend. Teilergebnis Lichtqualität: Zur Abwertung um zwei Noten führt: ein „sehr ausgeprägtes“ Flimmern von mehr als 50 bis 90 %. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) eine „etwas unnatürliche“ Farbwiedergabe mit einem Farbwiedergabeindex Ra von 80 bis unter 90 (Angabe auf ganze Zahlen gerundet); b) ein „ausgeprägtes“ Flimmern von mehr als 5 bis 50 %. Ein Produkt, bei dem eine von drei Lampen über 20 % Helligkeitsabfall aufwies, kann im Teilergebnis Helligkeit und im Testergebnis Licht nicht besser als „ausreichend“ sein. Ein Produkt, bei dem mindestens zwei von drei Lampen über 20 % Helligkeitsabfall aufwiesen, kann im Teilergebnis Helligkeit und im Testergebnis Licht nicht besser als „mangelhaft“ sein.
Testergebnis Energieeffizienz: Bewertung der Lichtausbeute (nach 3.000 Stunden Brenndauer, Mittelwert von drei Lampen): über 100 Lumen pro Watt = sehr gut; über 70 bis 100 Lumen pro Watt = gut; über 40 bis 70 Lumen pro Watt = befriedigend. Zur Abwertung um eine Note führt: angegebene Effizienzklasse nach 3.000 Stunden von mindestens einem Testexemplar nicht mehr erfüllt.
Testergebnis Elektrosmog: Zur Abwertung um zwei Noten führen: „stark erhöhte“ elektrische Wechselfelder (Abstand 30 cm) von mehr als 10 bis 100 V/m im niederfrequenten Bereich (von 5 bis 2.000 Hz) und mehr als 1 V/m im höherfrequenten Bereich (von 2 bis 400 kHz). Zur Abwertung um eine Note führen: „erhöhte“ elektrische Wechselfelder (Abstand 30 cm) von mehr als 10 bis 100 V/m im niederfrequenten Bereich (von 5 bis 2.000 Hz). Testergebnis Weitere Mängel: Zur Abwertung um vier Noten führt: eine falsche Angabe zum Glühlampenersatz (~ 60 W), obwohl nur ein Lichtstrom von 600 Lumen deklariert ist. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) angegebener Lumen-Wert schon im Neuzustand im Mittel nicht ganz erreicht (Abweichung weniger als 10 %); b) bromierte Flammschutzmittel auf der Platine; c) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; d) PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen im Produkt; e) ein Sicherheitsproblem unter extremen Bedingungen (Kunststoff kalotte löste sich nach dem Dauertest, dadurch Elektronik zugänglich). Das Gesamturteil setzt sich zusammen aus den Testergebnissen Licht (40 %), Energieeffi- zienz (20 %), Elektrosmog (20 %) und Weitere Mängel (20 %). Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Licht oder das Testergebnis Energieeffizienz. Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de  Suchen  „M1116“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: März – Mai 2016. Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

So haben wir getestet

Der Einkauf

LED-Retrofits mit E27-Gewinde, die eine 60-Watt-Glühlampe ersetzen, warmweiß und nicht dimmbar, standen auf der Einkaufsliste. Unter den 17 Testprodukten finden sich die großen Marken Osram und Philips sowie Eigenmarken der Märkte. Im Gegensatz zur Formenvielfalt im letzten Test gibt es nur noch Lampen mit einer Kugelkalotte beziehungsweise mit der neuen Filament-Technologie. Außerdem testeten wir drei Lampen mit geringerer Helligkeit (600 Lumen), weil sie mit flimmerfreiem Licht oder „made in Germany“ ausgelobt waren.

Licht und Energieeffizienz

Wir ließen drei Muster jedes Produkts fast ein halbes Jahr lang 3.000 Stunden mit An- und Ausschaltphasen brennen, um frühzeitigen Ausfällen und starken Helligkeitsverlusten auf die Spur zu kommen. Wie hell die Lampen leuchten, wurde nicht nur nach der offiziellen Methode in der Ulbrichtkugel gemessen, sondern auch praxisnah in einer Hängeleuchte. Außerdem ermittelten die Tester mit dem Abstrahlwinkel den Bereich, in dem die Lampen zumindest noch die Hälfte an Helligkeit bringen. Wir wollten auch wissen, wie farbtreu und flimmerfrei das Licht ist.

Elektrosmog

Wo Strom fließt, entstehen elektrische und magnetische Felder. Also auch bei Lampen. Bei solchen mit aufwendiger Elektronik sind sie oft stärker als bei Glühlampen. Gemessen wurde, welche Felder an der Lampe entstehen und ob sie einigermaßen „sauber“ sind oder durch Störfrequenzen und Oberwellen verschmutzt. Vergleichsbasis ist das TCO-Prüfsiegel für Computerbildschirme.

In der Ulbrichtkugel wurde die Helligkeit der Lampen nach Norm geprüft.


Die Bewertung

Das A und O für Lampen ist das Licht, weshalb dieses Teilergebnis am stärksten gewichtet wird. Lampen, bei denen die Helligkeit nach 3.000 Stunden so stark abnahm, dass die Werte unter die gesetzlichen Anforderungen rutschten, werden deutlich abgewertet und können am Ende nicht besser als „ausreichend“ beziehungsweise „mangelhaft“ sein. Die Testergebnisse Energieeffizienz, Elektrosmog und Weitere Mängel gehen gleichgewichtet in das Ergebnis ein. Das Gesamturteil kann jedoch nicht besser sein als die Testergebnisse Licht oder Energieeffizienz.


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