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TEST LED-Lampen: Licht und Schatten


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 4/2017 vom 06.04.2017

Retrofits, also LED-Lampen mit Schraubgewinde, haben die ersten Kinderkrankheiten hinter sich. Ihre Energieersparnis kann sich sehen lassen. Lichtqualität und Helligkeit sind aber noch verbesserungswürdig, wie unser Test zeigt.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen, Ausgabe 4/2017

Von Zinnsoldaten über edle Kosmetikverpackungen hin zur Produktion von LED-Leuchtmitteln? Das gibt’s. Um immer wieder am Markt zu bestehen, zeigte sich die 1830 als Zinngießerei in Marburg gegründete Firma Seidel wandlungsfähig. Als Aluminium zunehmend Zinn als Werkstoff ablöste, verlagerte der Hersteller sein Geschäft auf medizinisches Zubehör und später unter anderem auf Teile ...

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... edler Parfümflakons und anderer Kosmetikverpackungen. Vorläufiger Schlusspunkt sind Lampen – made in Germany.

Dem Geschäftsführer und Inhaber der Firma, Dr. Andreas Ritzenhoff, ist auf der Messe Light & Building in Frankfurt quasi ein Licht aufgegangen. Er hat sich gewundert, warum die angebotenen LED-Lampen mit Aluminiumkühlkörpern so schwer waren: „Das können wir besser, das geht auch mit weniger Materialeinsatz“ – davon war er überzeugt. So fing er an, sich mit einer für ihn neuen Technologie zu beschäftigen.

Sein Ziel ist eine materialeffiziente Massenfertigung von LED-Leuchtmitteln am Standort Deutschland – aus ökologischen Gründen. „Der internationale Schiffsverkehr ist einfach ein super Klimavergifter, der Millionen Tonnen CO2 produziert.“ Die Firma verwendet nun dünne gefaltete Bleche statt massive Alukörper. Dadurch, so Ritzenhoff, lassen sich bis zu 60 Prozent Gewicht und jährlich 260 Tonnen Aluminium einsparen.


LED-Retrofits haben ein Schraubgewinde und ersetzen so die gute alte Glühbirne


LED-Lampen sind mittlerweile ein wichtiger Markt. Nicht jeder Verbraucher leistet sich gleich eine neue LED-Leuchte, also ein Gehäuse mit Leuchtmittel, das speziell für diese neue Technologie entwickelt wurde. Deshalb spielen weiterhin die sogenannten Retrofits mit herkömmlichen Schraubgewinden von Glühlampen eine große Rolle, die problemlos in die alten Fassungen eingeschraubt werden können. Nach dem Aus für die Glühlampe – 2011 war Schluss mit der gängigen 60-Watt-Birne – wurden zunächst die Energiesparlampen als Heilsbringer fürs Klima angepriesen. Mittlerweile spielen sie zum Glück keine Rolle mehr, denn sie waren wirklich keine Alternative, wie ÖKO-TEST in eigenen Tests zeigte.

LED-Lampen haben im Allgemeinen eine höhere Lichtausbeute, eine längere Lebensdauer und können häufiger geschaltet werden. Sie werden sofort hell und enthalten kein giftiges Quecksilber. In unserem LED-Lampen-Test von 2011 zeigten aber etliche Exemplare dann doch noch gewaltige Schwächen.

Deshalb wollte ÖKO-TEST wissen, wie gut, hell und haltbar die LED-Retrofits heute sind – vor allem jene, die unsere 60-Watt-Glühlampe ersetzen können. Wir schickten 20 nicht dimmbare Lampen mit warmweißem Licht in die Labore und unterzogen sie einem aufwendigen monatelangen Praxistest. Drei Lampen – eine mit Baubiologen „nach dem Vorbild der Sonne“ entwickelte und zwei als „made in Germany“ ausgewiesene – haben wir mitgetestet, auch wenn sie als etwas weniger hell deklariert sind.

ÖKO-TEST rät

■.LED-Lampen sind nicht mehr teuer und sparen viel Energie. Doch es gibt Unterschiede. Mit den „guten“ Lampen treffen Sie eine gute Wahl.
■.Empfehlenswert sind Lampen mit wenig Elektrosmog. Das gilt vor allem für solche in Leuchten, denen Sie sehr nahe kommen, wie im Umfeld von Schreibtisch, Essplatz und Bett.
■.Eine sehr gute Lichtqualität und vergleichsweise wenig Elektrosmog bietet die Pure-Z-Retro-LED von Biolicht. Allerdings hat sie ihren Preis.

Das Testergebnis

Erhellend, mit einigen Schatten . Die LED-Lampen sind verglichen mit denen im Test 2011 deutlich besser. Keine ist überragend, die meisten sind „gut“ oder „befriedigend“. Denn im Detail gibt es schon Unterschiede zwischen den einzelnen Leuchtmitteln. Die meisten Filamentlampen mit „Leuchtfäden“ überzeugen im Hinblick auf die Lichtausbeute und die Effizienz. Auch der Elektrosmog ist bei allen Produkten nicht mehr ganz so heftig. Drei Modelle verlieren jedoch frühzeitig mehr Helligkeit, als eigentlich erlaubt ist.

Helligkeit

Zunächst hell … Die Produkte halten weitgehend, was sie versprechen. Das heißt: Sie erreichen – wenn auch teils mit leichten Abstrichen – die angegebene Lumenzahl, die im Labor in der sogenannten Ulbrichtkugel ermittelt wird: Um die 60-Watt-Glühlampe mit rund 710 Lumen zu ersetzen, müssen die Lampen im Neuzustand 806 Lumen bringen – ein recht hoher Wert, da der Gesetzgeber den Helligkeitsverlust im Laufe der Zeit berücksichtigte. ÖKO-TEST ließ parallel dazu, wie schon in früheren Tests, eine praxisbezogene Prüfung durchführen, bei der ermittelt wurde, wie viel Licht aus einer Hängeleuchte mit Reflektor auf einer Tischplatte ankommt. Bis auf zwei Ausnahmen waren alle LED-Lampen heller als die 60-Watt-Glühlampe, die sie ersetzen sollen – sogar die Lampen von Carus und Ikea, deren deklarierte Werte das nicht hergeben. Am wenigsten Helligkeit zauberte die Lampe von Biolicht auf die Tischplatte. Mit ihren ausgelobten 600 Lumen ist sie jedoch auch nicht vergleichbar.
.… auf Dauer Einbußen . Bei der Hälfte der Lampen nahm die Helligkeit nach 3.000 Stunden nur gering ab. Bei anderen Modellen fiel das Ergebnis schon schlechter aus. Drei Testprodukte waren so schlecht, dass die drei Exemplare jedes Modells im Schnitt mehr als 20 Prozent an Helligkeit verloren. Nach EUVerordnung müssen sie nach 6.000 Stunden noch 80 Prozent bringen. Allerdings prüft die Marktaufsicht nach Auskunft von Holger Dickert, Dezernatsleiter bei der Hessischen Eichdirektion in Darmstadt, dazu normgerecht 20 Lampen eines Typs und ermittelt den Durchschnitt: „Insofern ist das Prüfergebnis von ÖKO-TEST ein Anhaltspunkt für einen Verstoß, dem die Marktüberwachung nachgehen wird.“ Im Falle der Light Me Schlaulicht LED Classic 10 W verlor nur ein Exemplar mehr als 20 Prozent an Helligkeit, weshalb wir sie etwas weniger streng abwerten als die Pocoline- und die XQ-Lite-Lampe. Absolut indiskutabel war die Qualität der Pocoline LED-Globe 10 Watt, die im Schnitt 35 Prozent an Helligkeit einbüßte. Keines der drei Muster erfüllte nach dem Prüfzeitraum die angegebene Effizienzklasse. Anders die XQLite LED XQ13169 10 W, bei der die Qualität der einzelnen Lampen mit Unterschieden von fast 50 Prozent extrem schwankte. Das ist kein Qualitätszeichen für ein Produkt und seinen Hersteller. Dass es auch anders geht, zeigten die Flair von Hornbach und die Flector von Hellweg mit extrem stabilen Helligkeitswerten.

Foto: themacx/iStock

Filament versus klassische LED-Retrofit

Die Lampen der neuenFilamenttechnologie sehen der Glühlampe mit dem Glühfaden sehr ähnlich. Zahlreiche winzige LED-Chips sind auf einem schmalen Streifen, etwa aus Saphirglas, strangförmig miteinander verkettet und mit einer Fluoreszenzschicht überzogen, um ein möglichst breites Lichtspektrum zu erzeugen. Die bisher üblichen„klassischen“ LED-Retrofits verbergen hinter einer meist matten Kugelkalotte die LED-Chips, die je nach Hersteller auf unterschiedliche Art und Weise oberhalb eines größeren Kühlkörpers so angeordnet werden, dass sie nach oben und zur Seite abstrahlen.

Foto: ajt/Shutterstock

Foto: Carus

Rundumlicht? Mitnichten . Da können die LED-Retrofits der Glühlampe noch nicht das Wasser reichen, denn sie strahlte nahezu gleichmäßig in alle Richtungen. Bei manchen Reflektorleuchten mag das eine weniger große Rolle spielen. In Kugeloder Halbkugel leuchten sind die LED-Retrofits aber nicht in der Lage, das Glas gleichmäßig zu erhellen. Bei Lampen mit Kugelkalotte bleibt die halbe Leuchte dunkel, der Abstrahlwinkel ist klein. Die Filamentlampen schneiden besser ab, aber sie haben an der Oberseite noch einen deutlichen Schattenbereich. Am besten war in dieser Hinsicht dann doch eine LEDLampe mit Kugelkalotte von LG Electronics, am schlechtesten schnitt in dieser Prüfung die Osram LED Star Classic A 60 6 Watt ab.

Melatoninunterdrückung durch Licht

Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse im Gehirn produziert wird und dafür sorgt, dass wir am Abend müde werden. Und es hat Einfluss auf weitere Prozesse im Körper. Ein Mangel an Melatonin verursacht Probleme beim Einschlafen. Durch bestimmte Wellenlängen des Lichts wird die Melatoninausschüttung gehemmt, vor allem bei kaltem, blauem Licht. Unsere Tester errechneten die Melatoninunterdrückung der warmweiß leuchtenden Lampen, sie lag bei rund 30 Prozent – ähnlich wie bei der Glühlampe. Allerdings ist noch nicht geklärt, wie stark die Melatoninunterdrückung bei verschiedenen Menschen tatsächlich ist und wie sie sich auswirkt. Auf jeden Fall bringt die Unterdrückung den Gesamtablauf durcheinander, wovon der Schlafmediziner Dr. Dieter Kunz vom St.-Hedwig-Krankenhaus Berlin überzeugt ist: „Für empfindliche Menschen kann es ein Problem sein.“ Und nicht nur das Licht der Raumbeleuchtung hemmt die Melatonin ausschüttung, sondern auch das meist sehr blaue Licht all der Bildschirme um uns herum, die viele Menschen abends noch vor dem Schlafengehen intensiv nutzen: von Fernsehgeräten, Smartphones und Tablets.

Foto: Pavel L Photo and Video/Shutterstock

Lichtqualität

Gute bis sehr gute Lichtqualität möglich . Dass eine sehr gute Lichtqualität möglich ist, zeigt die recht teure PureZRetroLED von Biolicht – Spitzenreiter im Testergebnis Licht. Als einzige Lampe im Test hat sie einen Farbwiedergabeindex (auf den Verpackungen abgekürzt Ra oder auf Englisch CRI) von über 90, das heißt, sie kommt in der Wiedergabe der Farben der Glühlampe (Index circa 99) und dem natürlichen Licht mit dem Optimalwert 100 am nächsten. Je größer der Farbwiedergabeindex, desto natürlicher und objektiver werden Farben in unserer Umgebung wiedergegeben und desto angenehmer werden sie empfunden. Alle anderen Lampen liegen recht einheitlich bei einem Index knapp über 80; ihre Lichtfarbe ist etwas un natürlich. Auch diese Hersteller können das meist besser, bieten die bessere Lichtfarbe aus Kostengründen jedoch nicht für Normalverbraucher an. Im Vergleich zu unserem Test 2011 gibt es aber immerhin keine katastrophal schlechten Lampen mehr.
Weniger schmutziges Licht . Auch das Flimmern haben einige Lampenhersteller mittlerweile besser im Griff. Durch die Netzspannung und die Elektronik in den Lampen entstehen disharmonische und hart flimmernde Lichtschwankungen wie stroboskopartige Blitze. Auch wenn unsere Augen sie nicht bewusst wahrnehmen, kommt dieses Pulsieren im Gehirn an. Bei vier Lampen ist der Flimmeranteil nach wie vor sehr ausgeprägt, am deutlichsten bei der Osram LED Star Classic. Bei knapp einem Drittel der Lampen konnten die Hersteller den Anteil auf unter fünf Prozent reduzieren, sie flimmern nur schwach – ein großer Fortschritt im Vergleich zum letzten Test. Auch hier überzeugt die flimmerarme Lampe von Biolicht, die kaum verzerrte Oberwellen aufweist.

Energieeffizienz

Hohe Energieersparnis . Erwartungsgemäß liegt die Stromersparnis im Vergleich zur Glühbirne sehr hoch, das war schließlich der Grund für deren verordnetes Aus. Einige Filamentlampen, die mit weniger Leistung (Watt) auskommen als die Lampen mit herkömmlicher Technik, sparen mehr als 90 Prozent an Strom, selbst wenn man den Helligkeitsrückgang berücksichtigt. Und sogar die schwächelnden Lampen von Poco und XQLite liegen noch bei rund 75 Prozent.

In diesem Test bewerten wir erstmals die Lampen im Hinblick auf ihre Lichtausbeute (Lumen pro Watt) im Vergleich. Spitzenreiter sind in diesem Ranking die Filamentlampen, Schlusslichter die Pocoline LED-Globe 10 Watt und die XQLite LED. Einen zusätzlichen Minuspunkt gab es, wenn eine oder mehrere Testexemplare nach 3.000 Stunden die angegebene Effizienzklasse nicht mehr erreichen. Aber auch diese sind immer noch besser als die Glühlampe – das muss man klar sagen. Und keine der Lampen machte im Verlauf des Dauertests die Grätsche.

Elektrosmog

Immer noch Elektrosmog . Bei allen Lampen wurden erhöhte elektrische Felder vor allem im niederfrequenten Bereich gemessen. Dabei handelt es sich, anders als bei der Glühlampe, um disharmonische, steilflankige und verzerrte Sinuskurven. „Dass die LEDs immer noch zu viel Elektrosmog verursachen, mehr als an Computern zulässig ist, wäre nicht nötig“, betont der Baubiologe Wolfgang Maes. Bei einigen Modellen liegen auch die Werte im höherfrequenten Bereich über denen, die die Norm für Computerbildschirme fordert. Dies bezeichnen wir in der Summe als „stark erhöht“. Der Elektrosmog kann negative Auswirkungen, beispielsweise auf das Nervenund Hormonsystem, haben. „Einige Hersteller zeigen, dass es auch besser geht“, urteilt Maes. Die nun getesteten Lampen schneiden immerhin besser als vor fünf Jahren ab, weil die „schmutzigen“ Oberwellen nicht mehr so auffällig sind.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: h = Stunden, lm = Lumen.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 142.
Anmerkungen: 1) Laut Anbieter wird die Marke seit 1. Juni 2016 über ein neues Unternehmen namens Ledvance angeboten.2) Es handelt sich um einen Doppelpack.3) Das Produkt wies auch magnetische Wechselfelder auf; im höherfrequenten Bereich (2 bis 400 kHz) liegen sie über dem Grenzwert der TCO-Norm für Bildschirme.4) Weiterer Mangel: bromierte Flammschutzmittel auf der Platine.5) Weitere Mängel: bromierte Flammschutzmittel auf der Platine und PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt.6) Weitere Mängel: bromierte Flammschutzmittel auf der Platine und PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.7) Weitere Mängel: bromierte Flammschutzmittel auf der Platine und PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen im Produkt und in der Verpackung.8) Weitere Mängel: bromierte Flammschutzmittel auf der Platine, PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung und ein Sicherheitsproblem unter extremen Bedingungen (Kunststoff kalotte löste sich bei den Testmustern nach dem Dauertest, Elektronik somit zugänglich).9) Laut Anbieter hat er den Verkauf von LED-Lampen seit dem 1. September 2016 eingestellt. Das getestete Produkt war im Februar 2017 noch im Handel erhältlich.10) Laut Anbieter wurde das Produkt optimiert, sodass der Verbrauch unter zehn Watt liegt bei gleicher Lumenzahl (806 lm). Das von uns getestete Produkt trägt die Auslobung „10 W“ sowie einen Aufkleber „Neu/New version 8,5 W, 9 kWh/1.000 h“. Im Februar 2017 fanden sich im Handel außerdem Produkte mit ähnlicher Verpackung und dem Aufdruck „9,5 W“ sowie solche mit dem Aufdruck „8,5 W“ (ohne Aufkleber).11) Laut Anbieter gibt es seit Anfang 2016 eine neue Version XQ13169.1 mit neun statt zehn Watt, mit anderen Treibern und LED-Chips, bei gleicher Lichtausbeute. Der Preis dafür beträgt 3,99 Euro. Die getestete Version war im Februar 2017 noch im Handel erhältlich.12) Laut Anbieter ist das Modell ausgelistet.13) Laut Anbieter wurde die angegebene Lebensdauer und die Zahl der Ein- und Ausschaltzyklen auf 20.000 Stunden und 50.000 Schaltzyklen angepasst; die Angaben werden in Zukunft auf einem neuen Verpackungsdesign angegeben.14) Laut Anbieter wird seit Juli 2016 ein verändertes Nachfolgeprodukt ausgeliefert, das die Effizienzklasse A++ erfüllt. Die getestete Version war im Februar 2017 noch im Handel verfügbar.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Das Testergebnis Licht setzt sich zu gleichen Teilen aus den Teilergebnissen Helligkeit und Lichtqualität zusammen. Das Teilergebnis Helligkeit setzt sich zu gleichen Teilen aus fünf Einzelbewertungen zusammen: 1. Helligkeit in der Praxis (in einer Hängeleuchte, Mittelwert von drei Lampen) im Vergleich zu einer 60-W-Glühlampe (770 Lux): 100 % und „nicht vergleichbar“ (da bei „nicht vergleichbaren“ Lampen die deklarierte Lumenzahl erfüllt wurde) = sehr gut; 90 bis 100 % = gut; jeweils auf ganze Zahlen kaufmännisch gerundet. 2. Helligkeit im Labor (Ulbrichtkugel) im Vergleich zum Nennlichtstrom einer 60-WGlühlampe (710 lm, Mittelwert von drei Lampen): über 100 % oder „nicht vergleichbar“ (da bei „nicht vergleichbaren“ Lampen die deklarierte Lumenzahl erfüllt wurde) = sehr gut; jeweils auf ganze Zahlen kaufmännisch gerundet. 3. Helligkeitsabfall nach 3.000 Stunden Brenndauer (Mittelwert von drei Lampen im Vergleich zum Durchschnittswert im Neuzustand, auf Basis der Lichtstrommessungen Ulbrichtkugel): „minimal“ (unter 1 %) bzw. „gering“ (1 bis 10 %) = sehr gut; „deutlich“ (mehr als 10 bis 15 %) = gut; „stark“ (mehr als 15 bis 20 %) = befriedigend; „sehr stark“ (mehr als 20 %) = mangelhaft. 4. Abweichung zwischen den drei Prüfmustern nach 3.000 Stunden Brenndauer (schlechtester Wert im Vergleich zum besten): „minimal“ (unter 2 %), „kaum“ (2 bis 5 %) bzw. „akzeptabel“ (mehr als 5 bis 10 %) = sehr gut; „relativ hoch“ (mehr als 10 bis 20 %) = gut; „extrem hoch“ (über 40 %) = mangelhaft. 5. Abstrahlwinkel (Halbwertswinkel, Toleranz drei Grad): „akzeptabel“ (mehr als 240 Grad); „relativ klein“ (180 bis 240 Grad) oder „mit Abschattungen“ (50 bis 75 Grad bei Filamentleuchten) = gut; „klein“ (120 bis unter 180 Grad) = befriedigend; „sehr klein“ (weniger als 120 Grad) = ausreichend. Teilergebnis Lichtqualität: Zur Abwertung um zwei Noten führt: ein „sehr ausgeprägtes“ Flimmern von mehr als 50 bis 90 %. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) eine „etwas unnatürliche“ Farbwiedergabe mit einem Farbwiedergabeindex Ra von 80 bis unter 90 (Angabe auf ganze Zahlen gerundet); b) ein „ausgeprägtes“ Flimmern von mehr als 5 bis 50 %. Ein Produkt, bei dem eine von drei Lampen über 20 % Helligkeitsabfall aufwies, kann im Teilergebnis Helligkeit und im Testergebnis Licht nicht besser als „ausreichend“ sein. Ein Produkt, bei dem mindestens zwei von drei Lampen über 20 % Helligkeitsabfall aufwiesen, kann im Teilergebnis Helligkeit und im Testergebnis Licht nicht besser als „mangelhaft“ sein. Testergebnis Energieeffizienz: Bewertung der Lichtausbeute (nach 3.000 Stunden Brenndauer, Mittelwert von drei Lampen): über 100 Lumen pro Watt = sehr gut; über 70 bis 100 Lumen pro Watt = gut; über 40 bis 70 Lumen pro Watt = befriedigend. Zur Abwertung um eine Note führt: angegebene Effizienzklasse nach 3.000 Stunden von mindestens einem Testexemplar nicht mehr erfüllt.
Testergebnis Elektrosmog: Zur Abwertung um zwei Noten führen: „stark erhöhte“ elektrische Wechselfelder (Abstand 30 cm) von mehr als 10 bis 100 V/m im niederfrequenten Bereich (von 5 bis 2.000 Hz) und mehr als 1 V/m im höherfrequenten Bereich (von 2 bis 400 kHz). Zur Abwertung um eine Note führen: „erhöhte“ elektrische Wechselfelder (Abstand 30 cm) von mehr als 10 bis 100 V/m im niederfrequenten Bereich (von 5 bis 2.000 Hz). Testergebnis Weitere Mängel: Zur Abwertung um vier Noten führt: eine falsche Angabe zum Glühlampenersatz (~60 W), obwohl nur ein Lichtstrom von 600 Lumen deklariert ist. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) angegebener Lumenwert schon im Neuzustand im Mittel nicht ganz erreicht (Abweichung weniger als 10 %); b) bromierte Flammschutzmittel auf der Platine; c) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; d) PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen im Produkt; e) ein Sicherheitsproblem unter extremen Bedingungen (Kunststoff kalotte löste sich nach dem Dauertest, dadurch Elektronik zugänglich). Das Gesamturteil setzt sich zusammen aus den Testergebnissen Licht (40 %), Energieeffizienz (20 %), Elektrosmog (20 %) und Weitere Mängel (20 %). Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Licht oder das Testergebnis Energieeffizienz.Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1704“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 11/2016. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.


Foto: BlackJack3D/iStock