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TEST Lippenpflege mit UV-Schutz: Auf aller Munde


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2015 vom 05.06.2015

Starke Sonnenstrahlung oder raues Klima machen der empfindlichen Lippenhaut zu schaffen. Da braucht sie besondere Pflege. Etliche der von uns getesteten Lippenpflegeprodukte enthalten jedoch bedenkliche UV-Filter.


Artikelbild für den Artikel "TEST Lippenpflege mit UV-Schutz: Auf aller Munde" aus der Ausgabe 6/2015 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Emely/picture-alliance/Cultura RM

Als „Sonnenterrasse” sind die Lippen der UV-Strahlung der Sonne besonders ausgesetzt. Zudem sind sie von Haus aus nicht gut geschützt: Sie haben keine Zellen, die Melanin bilden, und sie bilden keine Lichtschwielen: Sie bräunen und verdicken also nicht. Beim Wandern, Sport oder einem längeren Spielplatzbesuch heißt es deshalb: die Lippen mit einer Portion ...

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... Sonnenschutz versorgen, sie werden es uns danken. Meist setzen die Hersteller auf eine Mischung von UV-Filtern, um UVA-und UVB-Schutz zu erreichen. Auf der Liste der in der EU zugelassenen UV-Filter finden sich 27 Substanzen. Ein paar dieser Filter stehen jedoch im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Von einigen chemischen Filtern weiß man das aus Zell-und Tierversuchen. Zudem hat man UV-Filter auch schon in Muttermilch nachgewiesen – die Filtersubstanzen hatten also ihren Weg in den Körper gefunden. Das wissenschaftliche Beratergremium zu Kosmetikfragen der EU, kurz SCCS, sieht bisher allerdings nur bei einem Filter wegen der möglichen hormonellen Wirkung den „Sicherheitsabstand” als zu gering an – somit gilt der Filter als nicht sicher.


Die Risiken von verschluckten Nanoteilchen sind noch unklar


Als mineralischer Schutz steht Titandioxid – oft in Nanogröße eingesetzt – auf der Liste der erlaubten UV-Filter. Manche Anbieter ergänzen damit den chemischen UV-Schutz, vor allem die Naturkosmetik setzt allein auf die physikalischen Filter. Diese sollen die Strahlung schon vor dem Eindringen in die Haut an der Oberfläche reflektieren. Einen kleinen optischen Haken gibt es dabei: Die physikalischen Filter können auch heute noch zu einer weiß schimmernden Schicht auf den Lippen führen.

Die Inhaltsstoffe von Lippenpflegestiften werden jedoch von den Lippen gelutscht und verschluckt. Das gilt für alle UV-Filter. Zu Nanoteilchen erläutert das Bundesinstitut für Risikobewertung: Ob es Risiken über den Magen-Darm-Trakt gibt, sei bislang nicht klar. Speziell mit Titandioxid als UV-Filter in Nanogröße hat sich das wissenschaft liche Beratergremium der EU beschäftigt. Eine akut toxische Auswirkung über die Haut oder durch ungewolltes Verschlucken hält es für unwahrscheinlich. Wir wollten wissen, welche Substanzen die Anbieter auf dem Markt einsetzen, und haben uns 20 Lippenpflege produkte mit UV-Schutz angeschaut.

Das Testergebnis

Durchmischt: Von „sehr gut” bis „ungenügend” ist alles im Test dabei. Gut ein Drittel kann sich sehen lassen, darunter auch die zwei Naturkosmetika.
Fragwürdiger Schutz: In zwölf Produkten haben die Hersteller UV-Filter eingesetzt, für die es aus Versuchen Hinweise gibt, dass sie wie ein Hormon wirken. In Bepanthol Lipstick, Carmex Classic Lippenbalsam, Daylong Ultra Sonnenschutz-Stick, Maybelline Baby Lips und Neutrogena Lippenpflege steckt sogar mindestens ein Filter, der aus Sicht von dänischen und schweizerischen Wissenschaftlern „eine besonders besorgniserregende Substanz für die menschliche Gesundheit” darstellt: Ethylhexyl Methoxycinnamate und Benzophenone-3.
Paraffine: Diese Erdölprodukte finden sich in mehr als der Hälfte der Produkte. Von einigen Paraffinen weiß man, dass sie sich in Leber, Niere und Lymph knoten anreichern können.
Weitere Mängel: Auf neun Produkten fehlen weitere Hinweise zum Sonnenschutz; auf dem Piz Buin-Stift ist nur ein kleiner Hinweis auf Englisch zu finden.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: n. u. = nicht untersucht, weil sich dieser Parameter durch die Zusammensetzung des Produkts erübrigt. Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 224.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 2) Weiterer Mangel: Umkarton ohne weitere Information zum Sonnenschutz. 3) Produkt enthält eine Aluminiumverbindung, der Gehalt ist jedoch gering. 4) Produkt enthält Titandioxid in Nanogröße. 5) Produkt enthält Methylene Bis-Benzotriazolyl Tetramethylbutylphenol in Nanogröße. 6) Produkt enthält den bedenk lichen UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamate. 7) Produkt enthält den bedenklichen UV-Filter Benzophenone-3. 8) Produkt enthält den bedenklichen UV-Filter Octocrylene. 9) Produkt enthält den bedenklichen UV-Filter Homosalate. 10) Laut Anbieter ist das Produkt auch ohne Umkarton erhältlich. 11) Laut Anbieter wurde die Verpackung inzwischen geändert und enthält Hinweise zum Sonnenschutz. 12) Auf dem Piz Buin In Sun Lipstick steht nur ein Hinweis zum Sonnenschutz auf Englisch. Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) die bedenklichen UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamate und/oder Benzophenone-3; b) Par-affine/Erdölprodukte; c) PEG/PEG-Derivate. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) die bedenklichen UV-Filter Octo crylene und/oder Homosalate, falls nicht schon wegen anderer UV-Filter um zwei Noten abgewertet wurde; b) der Farbstoff Tartrazin (CI 19140); c) Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Hydroxycitronellal); b) Silikone, falls nicht schon wegen Paraffine/Erdölprodukte um zwei Noten abgewertet wurde. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) keine ausreichenden Sonnenschutzempfehlungen; c) Umkarton ohne weitere Sonnenschutzhinweise. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend” ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf, dass wir die (vom Hersteller versprochene) Wirkung der Produkte nicht überprüft haben.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1506” eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 5/2015. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat Einkauf der Testprodukte: Januar/Februar 2015.

ÖKO-TEST rät

■ Sie haben eine reichliche Auswahl an empfehlenswerten Produkten; eine sehr gute Lippenpflege bekommen Sie schon für 95 Cent.
■ Die Lippen vor dem Aufenthalt in der Sonne gründlich einschmieren. Da man den Schutz auch mal ablutscht, den Stift besser öfters zücken.
■ Produkte mit rein mineralischen Filtern werben meist auf der Packung damit. In unserem Test steht auf den Stiften, die auf chemische UV-Filter verzichten, „mineralischer Schutz” oder „mit rein mineralischen Filtern”.
■ Um lediglich trockene Lippen zu pflegen, reicht ein herkömmliches Pflegeprodukt ohne UV-Filter. In unserem Test Lippenpflegestifte (ÖKOTEST-Magazin 11/2010) finden Sie Varianten ohne UV-Schutz, darunter acht „sehr gute” Produkte. Erhältlich auf www.oekotest.de

Verwirrende Empfehlung

„Mehrfach, reichlich, im Voraus” – diese Empfehlungen erwarten wir auf den Lippenpflegeprodukten. So mancher Hersteller ist zwar der Meinung, dass man ja kein Sonnenschutzprodukt im eigentlichen Sinn anbietet, sondern ein Lippenpflegeprodukt mit UV-Schutz, auf dem keine Angaben nötig sind. Aus unserer Sicht macht das aber nur in der Theorie einen Unterschied. Denn Kunden, die ein Produkt kaufen, auf dem ein Lichtschutzfaktor ausgelobt ist, erwarten auch einen Sonnenschutz. Aber natürlich reicht die Anwesenheit von Tipps allein nicht aus, auch auf den Inhalt kommt es an: In unserem Test beispielsweise finden wir den Hinweis von Carmex verwirrend „Besonders vor oder nach Sonneneinwirkung (…) auftragen”. Was, bitte schön, hilft denn der ausgelobte Lichtschutzfaktor nach dem Sonnen?