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TEST Männerkosmetik Ein schöner Mann


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2012 vom 27.04.2012

Männer und Kosmetik? Ob das zusammengeht, muss jeder selbst entscheiden. Welche Marken allerdings uncool sind, weil sie problematische Inhaltsstoffe enthalten, und mit welchen Mann immerhin das Abenteuer eines Versuchs wagen kann, zeigt unser Test.


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Foto: Hulton Archive/istockphoto.com

Männer ziehen jeden Tag in den Kampf. Glauben Sie nicht? Dann studieren Sie einmal die Wirkaussagen, mit der die Kosmetikindustrie die sogenannte Herrenkosmetik bewirbt. Was die Gestaltung der Verpackung bereits erahnen lässt, wird beim Blick auf die Produkterläuterung zur Gewissheit: „Unbesiegbares Styling selbst in ...

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Männer ziehen jeden Tag in den Kampf. Glauben Sie nicht? Dann studieren Sie einmal die Wirkaussagen, mit der die Kosmetikindustrie die sogenannte Herrenkosmetik bewirbt. Was die Gestaltung der Verpackung bereits erahnen lässt, wird beim Blick auf die Produkterläuterung zur Gewissheit: „Unbesiegbares Styling selbst in extremsten Bedingungen“, heißt es da etwa.

Neben Rasur und Aftershave gehören auch Gesichtscremes für immer mehr Männer zu einer guten Hautpflege. Mehr als 80 Millionen Euro gaben die Deutschen vergangenes Jahr im Bereich Gesichtspflege für Männer aus. Während sich das Gros allerdings täglich rasiert und ein Rasierwasser oder balsam benutzt, cremen laut Umfragen weniger als 20 Prozent täglich. Trotzdem erweitern Unternehmen wie Beiersdorf und L’Oréal ihre Männerlinien stetig um neue Produkte. Aus gutem Grund: Von 2006 bis 2010 ist der Männermarkt jährlich um 4,6 Prozent gewachsen, gibt Beiersdorf auf unsere Nachfrage hin an.

Ein Wachstumsmarkt: Produkte für Männer

Anja Kirig, Autorin der „Männerstudie“ für das Zukunftsinstitut, geht davon aus, dass die Herrenkosmetik auch künftig zu den Wachstumsmärkten zählen wird: „Das Angebot an Männerpflegeprodukten wird sich ähnlich wie bei den Frauen weiter ausdifferenzieren. Die Zahl an speziellen Produkten, zum Beispiel Antifaltencremes, wird stetig wachsen.“ Kirig sieht diesen Trend in einem sich wandelnden Männerbild begründet: „Früher waren die Ansprüche an Männer wesentlich geradliniger. Entsprechend sah die Pflege aus: Seife und Nivea – das war es. Heute sind Männer geradezu gezwungen, sich ständig neu zu erfinden. Es gibt wesentlich mehr Spielraum, auch bei der Wahl der Pflegeprodukte.“ Bleibt die Frage, ob man – wie Kirig – tatsächlich von einer soziokulturellen Entwicklung sprechen will, wenn Männer künftig Antifaltencremes benutzen, die die Hautalterung doch nicht aufhalten können. Wahrscheinlicher ist es doch, dass ihre Verwendung das Resultat eines geschickten Marketings der Kosmetikindustrie ist.

Ob Mann nun zur Kosmetik greift oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wie es aber um die Qualität der Produkte für Männer bestellt ist, haben wir getestet. In den Kategorien Rasiermittel, Aftershaves, Gesichtscremes und Haarstylingprodukte untersuchten die Labore insgesamt 45 Produkte auf problematische Inhaltsstoffe.

Früh übt sich: Trotz Rasierapparat berufen sich viele Männer immer noch auf die klassische Nassrasur.


Foto: Yuri Arcurs/Fotolia.com

Das Testergebnis

Naturkosmetik ist auch for men top: Zwar sind 19 Produkte „sehr gut“ und „gut“, aber mehr als ein Drittel fällt mit „mangelhaft“ und „ungenügend“ durch. Über alle Produktgruppen hinweg schneiden die Naturkosmetikprodukte am besten ab. Während die Auswahl in der Kategorie „Gesichtscremes für Männer“ mit zwei Drittel empfehlenswerter Produkte relativ groß ist, bleibt es schwierig, ein gutes Aftershave zu finden. Wie in früheren Tests führt ein problematischer Duftstoffmix bei den Rasierwässern, aber auch bei Haargelen und Rasiermitteln oftmals zu haarsträubenden Ergebnissen.
Duftstoff e satt. 38 der 45 Produkte enthalten Duftstoffe, die die Hersteller deklarieren müssen. Kritisch sehen wir jene Duftstoffe, die häufig Allergien auslösen. Sie sind in fünf der zehn Aftershaves, in drei Haarstylingprodukten und im L’Occitan Shaving Gel For Men enthalten. In 16 weiteren Produkten stecken Duftstoffe, die eher selten allergische Reaktionen hervorrufen. Sie werden daher von uns zwar benannt, aber nicht abgewertet. Sechs Rasierwässer, die Hälfte der Rasiermittel und vier Stylingprodukte enthalten außerdem künstlichen MoschusDuft und/oder die verwandte Substanz Cashmeran. Diese synthetischen Verbindungen, die die Hersteller unter den Begriffen Parfüm und Aroma angeben dürfen, können sich im Körper anreichern.
Häufig eingesetzt, dabei gehts auch ohne: Mehr als die Hälfte der Produkte enthält PEG/PEGDerivate, drei Rasiermittel und ein Haargel kostet das die Bestnote. Denn die Stoffe, die als Tenside schäumen und Schmutz lösen oder als Emulgatoren Wasser und Fett verbinden, haben einen Haken: Sie machen die Haut durchlässiger für Fremdstoffe.
Zehn Produkte enthalten problematische Konservierungsmittel. So kann etwa der Konservierer DMDM Hydantoin krebsverdächtiges Formaldehyd abspalten. Im Rasierschaum Gillette Fusion, im Haargel Schwarzkopf Got2b Kleber und in der Axe Wild Style Look ReModelling Paste ist dieser Stoff enthalten. Im AvèneRasierschaum kommt die halogenorganische Verbindung Triclosan zum Einsatz, die Allergien auslösen kann und im Verdacht steht, die Resistenz von Bakterien auch gegen Antibiotika zu fördern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht die verbreitete Verwendung von Triclosan in Kosmetika daher kritisch.
Fragwürdiger Sonnenschutz: Einige Cremes und Aftershaves sind mit UVFiltern ausgerüstet. Die Feuchtigkeitspflege Nivea For Men und die Gesichtscreme von The Body Shop sowie fünf Rasierwässer leider auch mit solchen, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Weil Ethyl hexyl Methoxycinnamate und Benzophenone3 aber deklariert werden müssen, kann man sie leicht umgehen.

Mehr zum Thema

Wem Rasierwasser zu beißend ist, der greift lieber zu einem After-Shave-Balm, das weniger Alkohol enthält. Welche Produkte empfehlenswert sind, erfahren Abonnenten kostenlos im Internet unter http://abo. oekotest.de Wenn Sie kein Abonnent sind, können Sie unser ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik & Wellness 2011 unter http://shop.oekotest. de bestellen, darin finden Sie den Test ebenfalls.

ÖKO-TEST rät

• Auch für Männer gilt: Falten und andere (kosmetische) Alterserscheinungen lassen sich nicht wegcremen. Produkte, die so etwas versprechen, können Sie gleich im Regal stehen lassen.
• Ob Rasierschaum oder Aftershave, Gesichtscreme oder Haargel: Greifen Sie zu Naturkosmetikprodukten, sie haben durchgehend am besten abgeschnitten.
• Wenn Sie Probleme mit Allergien haben, dann vermeiden sie am besten parfümierte Produkte. Sie können sich gut und gerne in der Abteilung für Babys und Kinder bedienen: Dort haben Sie eine große Auswahl an parfümfreien Produkten, in unseren ÖKO-TESTs schneidet Kinderkosmetik in der Regel recht gut ab.

Kompakt

Wie Mann sich pflegt 30 Minuten täglich
Frauen und Männer verbringen täglich gleich viel Zeit im Badezimmer. Das hat eine Onlineumfrage des VKE-Kosmetikverbands und dem Marktforschungsunternehmen TNS Infratest ergeben. Sowohl die Hälfte der Männer als auch Frauen benötigen täglich durchschnittlich 15 bis 30 Minuten für ihre Körperpflege. Lediglich vier Prozent der Befragten gaben an, mehr als 60 Minuten pro Tag im Bad zu verbringen. 19 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen brauchen für die tägliche Pflege sogar weniger als 15 Minuten.

Gel oder Wachs?
Wohl dem, der kein Haarstyling nötig hat. Aber auch wenn ein wilder Strubbelkopf wirkt, als wäre Mann gerade aus dem Bett gestiegen, so stecken tatsächlich Arbeit und Zeit hinter dem lässigen Look. Während sich Haargel leichter ins nasse Haar einarbeiten lässt, also prima für den sogenannten Wetlook à la Karl-Theodor zu Guttenberg geeignet ist, kommen Working Wax, Modellingpaste und Formingcreme zum Akzentuieren und Herausarbeiten einzelner Haarsträhnen nach dem Trocknen der Haare zum Einsatz.

Foto: auremar/Fotolia.com

Männerhaut ist anders
Die Haut von Männern ist circa 20 Prozent dicker als die von Frauen und ihr pH-Wert liegt etwas tiefer. Sie besitzt außerdem aktivere Talgdrüsen, ein festeres Bindegewebe und einen höheren Kollagengehalt. Daher altert die Haut von Männern später als bei Frauen, die auftretenden Falten sind allerdings tiefer.