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TEST MASCARA: GUT GETUSCHT


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 31.01.2019

Auch wenn nur wenig Zeit zum Schminken bleibt: Mascara geht immer. Als Ergebnis unseres Tests stehen zahlreiche „sehr gute” und „gute” Wimperntuschen zur Auswahl. Allerdings gibt es auch einige Produkte, die schadstoffbelastet sind. Zwei schwarze Schafe sollten Sie nicht mal in die Nähe Ihrer Augen kommen lassen.


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Foto: Irina Levitskaya/Shutterstock

Die Berliner Band Seeed hat es gesungen: „Deine Augen machen bling bling und alles ist vergessen.” Dieser Satz ist wahr, aber die Frage lautet doch: Hätten die Männer von Seeed das auch gesungen, wenn es keine Mascara gäbe? Wer mit Wimpern klimpern will, also ...

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... bling bling, tuscht Mascara. Sie gilt als das beliebteste Schminkutensil. Ihr Vorteil gegenüber anderen Beauty-Produkten: die starke Alltagstauglichkeit. „Mascara lässt sich schnell und dezent auftragen und schon ein paar Bürstenstriche bringen die Augen so richtig zum Vorschein, ohne dass es unnatürlich wirkt”, sagt Krysta Brown. Für die 32-jährige PR-Beraterin ist „Wimpern-Tuning” am Morgen so wichtig wie der Kaffee, während Lippenstift, Rouge und Nagellack besonderen Anlässen vorbehalten bleiben.


Geht doch! Krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe im Gegensatz zum Test in 2016 kein Thema mehr.


Ähnlich sehen es wohl die meisten deutschen Frauen – das zumindest legen Umfragen der Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs-und Medienanalyse (VuMA) zwischen 2013 und 2017 nahe: Fast die Hälfte der mehr als 20.000 Befragten gab jüngst an, Mascara mindestens einmal täglich zu nutzen. Nimmt man diejenigen hinzu, die mehrmals pro Woche oder drei bis vier Mal im Monat tuschen, erhöht sich die Zahl sogar auf zwei von drei Frauen. Kein anderer Artikel der dekorativen Kosmetik kommt häufiger zum Einsatz. Dabei erfordert die Produktauswahl schon fast ein eigenes Studium: Unzählige Farben und unterschiedlichste Bürstenformen versprechen den passenden Wimpernschlag für jede Situa- tion. Hinzu kommen diverse Produkteigenschaften: „Für mich ist wichtig, dass die Mascara glatt und definiert auf den Wimpern haftet, lange hält, nicht verschmiert oder verklumpt”, sagt Krysta Brown. Denn „Panda-Augen” und „Spinnenbeine” gehen gar nicht und dauerndes Nachschminken ist auch nervig. Verborgen bleibt der US-Amerikanerin hingegen, inwieweit die Produkte mit Schadstoffen belastet sind. Aber dafür gibt es schließlich ÖKO-TEST.

Wir nehmen Mascara regelmäßig unter die Lupe und haben zuletzt 2016 naturzertifizierte und wasserfeste Wimperntuschen geprüft. Insgesamt waren wir recht zufrieden: Die Naturkosmetika, in denen erdölbasierte Stoffe wie Silikonöle und Paraffine verboten sind, erhielten alle Bestnoten. In den wasserfesten Pasten sorgten teils Propylparaben und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) für Notenabzüge, aber auch hier gab es empfehlenswerte Produkte. Dieses Mal haben wir uns nicht auf wasserfeste Mascara beschränkt: Im Blickpunkt standen 20 schwarze Tuschen für voluminöse Wimpern, darunter sieben naturzertifi zierte. Das Ergebnis lässt sich sehen.

Foto: Hekla/Shutterstock

Unterschiedliche Bürsten für unterschiedliche Wimpern. Das sollen sie bewirken:
1) mehr Defi nition
2) mehr Trennschärfe
3) mehr Schwung
4) mehr Länge
5) mehr Feinheit
6) mehr Dichte

Natürlich vorne. Insgesamt zwölf von 20 getesteten Mascaras sind empfehlenswert. Auf ganzer Linie glänzen die sieben zertifi-zierten Naturkosmetika, aber auch fünf konventionelle Produkte überzeugen mit „sehr guten” oder „guten” Noten. Zwei Ausfälle gibt es trotzdem: die PS … Volumising Mascara Instant Volume von Primark und die Douglas Volume Obsession Volumising Mascara.
Na bitte! Zunächst die positive Nachricht: Krebserregende und krebsverdächtige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind kein Thema. Das ist beileibe nicht selbstverständlich, schließlich haben wir in unserem Test Wimperntusche 2016 noch drei Produkte wegen erhöhter Mengen abgewertet. Dieses Mal fanden wir in einigen Masca-ras zwar Spuren der krebsverdächtigen PAK-Verbindung Naphthalin: Die Gehalte sind allerdings so gering, dass aus unserer Sicht kein Gesundheitsrisiko besteht. PAK können etwa in rußhaltigen Farbpigmenten stecken, die neben Wachsen, öligen Filmbildnern und Wasser Hauptbestandteile vieler Wimperntuschen sind.
Schlechter Schutz. Keime lieben Wasser und sammeln sich vor allem in den Mascara-Bürstchen. Um Infektionen vorzubeugen, ist es nötig, die Produkte zu konservieren. Allerdings sind gerade die Augen sehr empfindlich, weshalb Konservierungsmittel in entsprechenden Kosmetika besonders unbedenklich sein müssen. Die PS… Volumising Mascara Instant Volume meistert diesen Spagat nicht: Sie enthält Formaldehyd/-abspalter, obwohl nichts dergleichen deklariert ist. Ob der Hersteller nun selbst Formaldehyd einsetzt, Ausgangsstoffe damit vorkonserviert sind oder sich die problematische Substanz aus einer verwendeten Zutat herausbildet, ist letztlich egal: Bestandteile, die krebsverdächtiges Formaldehyd freisetzen können, haben in Mascara aus Sicht von ÖKOTEST nichts verloren.
Hält länger, aber nicht besser. Auch Propylparaben soll als Konservierer vor Keimen schützen. Es steht aber im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Die Mascaras von Coty und Artdeco handeln sich dafür Notenabzüge ein.
Nicht verschmieren. PEG/PEG-Derivate können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Auch Mascara verschmiert mal, zerbröselt oder landet beim Schminken unfreiwillig auf der Augenpartie. Weil die sechs betroffenen Wimperntuschen normalerweise nur kurzen Hautkontakt haben, werten wir sie in diesem Fall aber lediglich um eine Note ab.
Unnötig. Zwölf Produkte beanstanden wir unter dem Testergebnis Weitere Mängel, weil sie Silikone und/oder synthetische Polymere enthalten. Sie sollen unter anderem dafür sorgen, dass die Pasten auf den Wimpern haften. Nach dem Abschminken geraten die Kunststoffverbindungen aber irgendwann in die Umwelt – und dort bauen sie sich nur schwer ab.

ÖKO-TEST RÄT

► Im Zweifel für den Geldbeutel. Einige der „sehr gut” oder „gut” getesteten Produkte in unserem Test gibt es schon für weniger als vier Euro pro zehn Milliliter: darunter auch zwei naturzertifizierte Mascaras.
► Ruhe bewahren. Durch mehrmaliges, schnelles Eintauchen der Bürste ins Fläschchen können sich Bläschen bilden, die die Mascara verklumpen und austrocknen lassen.
► Rechtzeitig entsorgen: Angebrochene Mascara-Fläschchen spätestens nach sechs Monaten oder bei entsprechender Herstellerangabe auch früher entsorgen, da sich vor allem in den Bürsten häufig Keime sammeln.

MASCARA IM SCHNELLCHECK

Wie funktioniert sie?
Wimpern werden häufi g zur Spitze hin heller und wirken so kürzer als sie sind. Mascara bringt ihre tatsächliche Länge zum Vorschein und lässt sie voller erscheinen. Auch die Augen wirken offener, wenn der untere Wimpernkranz getuscht ist.

Wie trage ich sie auf?
Vor der Anwendung kann eine gelartige Creme auf der Augenpartie helfen, damit die Mascara besser haftet. Dann Bürstchen gegen den Wimpernansatz halten und in langsamen Zick-Zack-Bewegungen von unten nach oben zur Spitze drehen.

Welche Bürste ist die richtige?
Ob beworbene Effekte wirklich nur mit speziellen Bürsten möglich sind, ist strittig. Klar ist aber: Dickere und längere Bürsten eignen sich eher für dichtere Wimpern, solche mit feineren und kürzeren Borsten eher für kurze, schmalere Härchen.

Warum geht Schwarz (fast) immer?
Schwarze Mascara steht im Ruf, mit fast jedem Haar-und Hauttyp zu harmonieren. Nur Menschen mit sehr blasser Haut und sehr hellem Haar sind eventuell mit einem weniger kontrastreichen Braunton besser beraten.

ÖKO-TEST

Christian Ippach, ÖKO-TEST-Redakteur


Foto: Anja Wägele

Bye, bye Mikroplastik! Mascara ohne Silikone ist immer die besser Wahl.

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SO TESTET ÖKO-TEST

Schwarz geht immer – Volumen auch: Wir haben 20 Mascaras mit dickeren Bürsten eingekauft, die Wimpern einen entsprechenden Look verleihen sollen. Natürlich wollten wir wissen, inwieweit die Produkte unbedenklich für die Augenpartie sind. Schließlich gab es in vorangegangenen Tests immer wieder schwarze Schafe. Auf der Schadstoffagenda standen etwa Konservierer wie das problematische Propylparaben, Formaldehyd/-abspalter und allergisierende Duftstoffe. Außerdem ließen wir die Produkte auf giftige Schwermetalle untersuchen und prüften, ob die Hersteller umweltschädigende Silikone und weitere synthetische Polymere einsetzen.

Tägliche Routine: Getuschte Wimpern sind für Krysta Brown Pfl ichtsache. Umso wichtiger, dass die genutzten Mascaras schadstoffarm sind.


Foto: Christian Ippach/ÖKO-TEST