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TEST Medizinische Hautpflegeserien: Dr. Lotion


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2014 vom 24.10.2014

Stoffe, die die Haut reizen oder gar Allergien auslösen, haben nichts in Kosmetika zu suchen – besonders nicht in medizinischer Hautpflege. ÖKO-TEST zeigt, welche Lotionen und Cremes besser im Regal bleiben. Von Svenja Markert


Artikelbild für den Artikel "TEST Medizinische Hautpflegeserien: Dr. Lotion" aus der Ausgabe 11/2014 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Villiers Steyn/©Shutterstock

Vor allem kennt man sie aus der Apotheke. Doch inzwischen ist sie auch in jedem Drogeriemarkt zu Hause: die medizinische Hautpflege. Kunden greifen bei den Produkten zu, da sie davon überzeugt sind, dass sie weniger problematische Inhaltsstoffe enthalten als normale Kosmetika und besonders guttun.

Menschen, die täglich bei der Arbeit mit viel ...

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... Feuchtigkeit in Kontakt kommen oder die eine Veranlagung haben, Neurodermitis auszubilden, sollten sich tatsächlich besonders pflegen. Ist medizinische Hautpflege die Lösung? Was steckt dahinter? Einige Hersteller geben auf der Verpackung einen pH-Wert von 5 oder 5,5 an. Das gilt als hautneutral und soll den natürlichen Säuremantel kaum stören. Aber das allein kann die beworbene „Spezialpflege“ für „empfindliche und problematische“ Haut nicht ausmachen.


Käufer rechnen bei medizinischer Hautpflege bestimmt nicht mit Allergenen


Wir fragen bei bekannten Anbietern nach. Beiersdorf zum Beispiel verweist auf Pflegewirkstoffe und darauf, dass die medizinischen Hautpflegeprodukte auch an Probanden mit erkrankter Haut, wie Neurodermitiker, getestet würden. Zudem seien die Formeln auf die verschiedenen Hautbedürfnisse ausgerichtet – etwa „durch den Verzicht auf Parfüm und bestimmte Konservierungsstoffe bei sensibler und gereizter Haut“, teilt der Kosmetikriese mit. Ein Blick auf die von uns gekauften Eucerin-Produkte zeigt allerdings: Beiersdorf verzichtet nicht in allen Cremes, Lotionen und Co seiner medizinischen Hautpflegeserie auf Parfüm. Die von uns getesteten Produkte, ausgelobt für „empfindliche“ und für „allergie- gestresste“ Haut, enthalten alle Parfüm. Ob Duftnoten problematisch sind, hängt von der Zusammensetzung ab und zeigt sich manchmal erst in einer umfangreichen Laboranalyse.

Und was sagen Dermatologen zu medizinischen Hautpflegeprodukten? „Sie sind im Prinzip sinnvoll. Aber es müssen höhere Maßstäbe an die Inhaltsstoffe angelegt werden. Stoffe, die Kontaktallergien auslösen können, also bestimmte Konservierungsmittel oder bestimmte Duftstoffe, sollten nicht enthalten sein.“ Denn für Allergien gilt: „Bei vorgeschädigter beziehungsweise nur entzündeter Haut steigt das Sensibilisierungsrisiko an“, warnt Professor Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbund Dermatologischer Klini- ken (IVDK), ein Netzwerk zu Kontaktallergien.

Wir wollten wissen, wie „sanft“ die verwendeten Inhaltsstoffe sind und haben aus zehn Hautpflegeserien jeweils drei Produkte gekauft.

ÖKO-TEST rät

• U nser Test zeigt: Auf den Hinweis „medizinische Hautpflege“ allein ist kein Verlass. Eine gewisse Orientierung geben zwar die Inhaltsstofflisten auf der Verpackung. Allerdings kommen eine Reihe problematischer Stoffe nur in aufwendigen Laboranalysen, wie sie ÖKO-TEST in Auftrag gibt, ans Tageslicht.
• B esonders für Menschen, deren Haut zum Beispiel durch Feuchtarbeit belastet ist oder die eine Neigung haben, eine Neurodermitis auszubilden, ist eine sanfte Pflege und häufiges Eincremen empfehlenswert.

Das Testergebnis

Kann sich sehen lassen, aber die Produkte der großen Hersteller schwächeln. Die große Mehrheit der medizinischen Produkte schneidet mit „sehr gut“ und „gut“ ab. Im Vergleich zu normalen Kosmetika wie konventionellen Körperlotionen (Test in 01/2014) und Gesichtscremes (06/2013) sind die medizinischen Hautpflegeprodukte tatsächlich etwas besser, es duften beispielsweise weniger allergieauslösende Stoffe. Unterm Strich müssen aber vor allem die bekannten Markenunternehmen Nachhilfe nehmen. Zwei der drei getesteten Eucerin-Produkte und die Sebamed Creme mit Vitamin E pH 5,5 fallen bei den Inhaltsstoffen besonders negativ auf und kassieren ein „ausreichend“.
Allergisch . In zwei Lotionen und einer Handcreme stecken Stoffe, die besonders oft Allergien hervorrufen. So sehen wir den Einsatz von Lyral in der Eucerin pH5 Lotion kritisch. Lyral ist ein Duftstoff, auf den vergleichsweise viele Menschen allergisch reagieren. Die EU-Kommission hat Anfang des Jahres konkrete Schritte unternommen, ihn in Kosmetika zu verbieten. Die Isana med Handcreme von Rossmann und die Numis Med ph 5,5 Hautschutz-Lotion wiederum werden mit Methylisothiazolinon konserviert. Und zwar in ganz schönen Mengen. Käufer von medizinischen Hautpflegeserien erwarten, dass sie ihrer Haut etwas Gutes tun. Dass ein Kontaktallergen eingesetzt wird, damit rechnen sie nicht. Bemerkbar macht sich diese Kontaktallergie zum Beispiel durch ein unangenehmes Hautekzem. Nach Kenntnisstand des wissenschaftlichen Beratergremiums der EU (SCCS) ist in Produkten, die auf der Haut bleiben, wie
Cremes, keine Menge an Methylisothiazolinon bekannt, die man als sicher bezeichnen kann.
Parabene im Visier . Einen weiteren nachgewiesenen Konservierer bewerten wir kritisch: In der Eucerin pH5 Lotion und der Sebamed Lotion pH 5,5 findet das Labor bedenkliche Parabene. Sie stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Die europäische Kommission hat deshalb die erlaubten Mengen in Kosmetika weiter beschränkt (siehe S. 58).
Tatsächlich eingehalten: Die pH-Werte, die die Hersteller auf der Verpackung versprechen, halten sie auch ein.

So reagierten die Hersteller

Beiersdorf teilt uns mit, man habe die Rezeptur der Lotion geändert. Sie enthalte jetzt kein Lyral und keine bedenklichen Parabene mehr.
▀.→Rossmann hat nach eigener Aussage auch die Rezeptur seiner Handcreme umgestellt und verzichtet auf Methylisothiazolinon.

So haben wir getestet

Den allergenen Duftstoffen auf der Spur: Analyse mittels Gaschromatografie.


Foto: Labor

Der Einkauf

Wir haben Serien von medizinischen Hautpflegeprodukten getestet, unsere Einkäufer haben deshalb jeweils drei bestimmte Produkte einer Marke gekauft: Körperlotionen, Waschlotionen beziehungsweise Duschgele sowie Pflegecremes, darunter auch Hand- und Gesichtcremes. Insgesamt zehn Serien sind im Test: Apotheken- und Eigenmarken, aus dem Drogeriemarkt sowie eine Naturkosmetikserie.

Die Inhaltsstoffe

Duften in der Hautpflege Stoffe, die Allergien auslösen können? Ein von uns beauftragtes Labor hat die parfümierten Hautpflegeprodukte einer umfangreichen Duftanalyse unterzogen. Außerdem wollten wir wissen, ob die Hersteller kritische Konservierungsstoffe einsetzen. Ist auf der Verpackung ein bestimmter pH-Wert angegeben, haben wir untersuchen lassen, ob die Produkte diesen auch erreichen.

Die Bewertung

Von einer medizinischen Hautpflege erwarten die Käufer, dass sie ohne reizende Inhaltsstoffe auskommt – auch dass keine Allergene drinstecken. Deshalb bewertet ÖKO-TEST medizinische Hautpflegeprodukte teilweise strenger als konventionelle Kosmetika.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: n. u. = nicht untersucht, weil sich dieser Parameter durch die Zusammensetzung des Produkts erübrigt.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf S. 156.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Die geänderte Rezeptur ohne Parabene und Lyral ist am geänderten Namen Eucerin pH5 Hautschutz Lotion erkennbar. 3) Der Anbieter hat nach eigenen Angaben inzwischen die Verpackung und den Namen geändert. 4) Laut Rossmann enthält die Handcreme ab der Chargennummer 423269 kein Methylisothiazolinon. 5) Produkt enthält laut Deklaration Aluminium (Aluminium Starch Octenylsuccinate).
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in der alphabetischen Reihenfolge aufgeführt . Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Methylisothiazolinon; b) PEG/ PEG-Derivate in Körperlotionen und Cremes. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) bedenkliche Parabene (hier: Propylparaben); b) PEG/PEG-Derivate in Dusch- und Waschprodukten; c) mehr als 1 Prozent Paraffine/apolare Silikonverbindungen und/oder paraffinähnliche Erdölprodukte in Körperlotionen und Cremes; d) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Lyral). Unter den Testergebnissen Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: ein Umkarton, der kein Glas schützt.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochene) Wirkung der Produkte nicht überprüft haben.
Testmethode undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oektotest.de → Suchen → „M1411“ eingeben.
Einkauf der Produkte: Juli 2014.

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