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TEST Medizinische Hautpflegeserien: Im Prinzip sinnvoll


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2015 vom 05.06.2015

Verbraucher versprechen sich von medizinischer Hautpflege, dass diese besonders guttut und weniger problematische Inhaltsstoffe als normale Kosmetika enthält. Tatsächlich können die meisten Produkte in unserem Test überzeugen.


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Foto: Choreograph/iStock/Thinkstock

Menschen, die täglich bei der Arbeit mit viel Feuchtigkeit in Kontakt kommen oder die eine Veranlagung haben, Neurodermitis auszubilden, sollten sich tatsächlich besonders pflegen. Ist medizinische Hautpflege die Lösung? Einige Hersteller geben auf der Verpackung einen pH-Wert von 5 oder 5,5 an. Der gilt als hautneutral und soll den natürlichen ...

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... Säuremantel kaum stören. Aber das allein kann die beworbene „Spezialpflege” für „empfindliche und problematische” Haut nicht ausmachen.

Wir fragten bei bekannten Anbietern nach. Beiersdorf zum Beispiel verweist auf Pflegewirkstoffe und darauf, dass die medizinischen Hautpflegeprodukte auch an Probanden mit erkrankter Haut, wie Neurodermitikern, getestet würden. Zudem seien die Formeln auf die verschiedenen Hautbedürfnisse ausgerichtet – etwa „durch den Verzicht auf Parfüm und bestimmte Konservierungsstoffe bei sensibler und gereizter Haut”, teilt der Kosmetikriese mit. Ein Blick auf die von uns gekauften Eucerin-Produkte zeigt allerdings: Beiersdorf verzichtet nicht in allen Cremes, Lotionen und anderen Produkten seiner medizinischen Hautpflegeserie auf Parfüm. Die von uns getesteten Produkte, ausgelobt für „empfindliche” und für „allergiege- stresste” Haut, enthalten alle Parfüm. Ob Duftnoten problematisch sind, hängt von deren Zusammensetzung ab und zeigt sich manchmal erst in einer umfangreichen Labor analyse.


Ob ein Duft problematisch ist, liegt an seiner Zusammensetzung


Foto: Valua Vitaly/iStock/Thinkstock

Und was sagen Dermatologen zu medizinischen Hautpflegeprodukten? „Sie sind im Prinzip sinnvoll, aber es müssen höhere Maßstäbe an die Inhaltsstoffe angelegt werden. Stoffe, die Kontaktallergien auslösen können, also bestimmte Konservierungsmittel oder bestimmte Duftstoffe, sollten nicht enthalten sein.” Denn für Allergien gilt: „Bei vorgeschädigter beziehungsweise nur entzündeter Haut steigt das Sensibilisierungsrisiko an”, warnt Professor Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbunds Dermatologischer Kliniken (IVDK) – eines Netzwerks zu Kontaktallergien. Wir wollten wissen, wie „sanft” die verwendeten Inhaltsstoffe sind und haben aus zehn Hautpflegeserien jeweils drei Produkte gekauft.

Das Testergebnis

Kann sich sehen lassen: Die große Mehrheit der medizinischen Produkte schneidet mit „sehr gut” und „gut” ab. Im Vergleich zu normalen Kosmetika wie konventionellen Körperlotionen (Test im ÖKO-TEST-Magazin 01/2014) und Gesichtscremes (06/2013) sind die medizinischen Hautpflegeprodukte tatsächlich etwas besser, es duften beispielsweiseweniger allergieauslösende Stoffe. Unterm Strich müssen aber vor allem die bekannten Markenunternehmen Nachhilfe nehmen. Die Eucerin pH5 Hautschutz Creme und die Sebamed Creme mit Vitamin E pH 5,5 fallen bei den Inhaltsstoffen vergleichsweise negativ auf und kassieren nur ein „ausreichend”.
Allergisch: Die Numis Med pH 5,5 Hautschutz-Lotion wird mit Methylisothiazolinon konserviert. Und zwar in ganz schönen Mengen. Käufer von medizinischen Hautpflegeserien erwarten, dass sie ihrer Haut etwas Gutes tun. Dass ein Kontaktallergen eingesetzt wird, damit rechnen sie nicht. Bemerkbar macht sich diese Kontaktallergie zum Beispiel durch ein unangenehmes Hautekzem. Nach Kenntnisstand des wissenschaftlichen Beratergremiums der EU (SCCS) ist in Produkten wie Cremes, die auf der Haut bleiben, keine Menge an Methylisothiazolinon bekannt, die man als sicher bezeichnen kann.
Parabene im Visier. Einen weiteren nachgewiesenen Konservierer bewerten wir kritisch: In der Sebamed Lotion pH 5,5 hat das Labor bedenkliche Parabene gefunden. Sie stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Die Europäische Kommission hat deshalb die erlaubten Mengen in Kosmetika weiter beschränkt.
Tatsächlich eingehalten: Die pH-Werte, die die Hersteller auf der Verpackung versprechen, halten die Produkte ein.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: n.u. = nicht untersucht, da sich dieser Parameter durch die Zusammensetzung des Produkts erübrigt.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern fi nden Sie auf Seite 224.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Produkt enthält laut Deklaration Aluminium (Aluminium Starch Octenylsuccinate).
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in der alphabetischen Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoff e führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Methylisothiazolinon; b) PEG/PEG-Derivate in Körperlotionen und Cremes. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) bedenkliche Parabene (hier: Propylparaben); b) PEG/PEG-Derivate in Dusch-und Waschprodukten; c) mehr als 1 Prozent Paraffi ne/apolare Silikonverbindungen und/oder paraffi nähnliche Erdölprodukte in Körperlotionen und Cremes. Unter dem Tester-gebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: ein Umkarton, der kein Glas schützt.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend” oder „ausreichend” ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochene) Wirkung der Produkte nicht überprüft haben. Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein” bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze” der jeweiligen Testmethode.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1506” eingeben.
Bereits veröffentlicht und Stand der Ergebnisse: ÖKO-TEST-Magazin 11/2014. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat. Einkauf der Produkte: Juli 2014; Nachkäufe: Nov. 2014, Jan./April 2015.

ÖKO-TEST rät

■ Auf den Hinweis „medizinische Hautpflege” allein ist kein Verlass. Eine gewisse Orientierung geben zwar die Inhaltsstofflisten auf den Verpackungen. Allerdings kommt eine Reihe problematischer Stoffe nur in aufwendigen Laboranalysen, wie sie ÖKO-TEST in Auftrag gibt, ans Tageslicht.
■ Besonders für Menschen, deren Haut zum Beispiel durch Feucht arbeit belastet ist oder die eine Neigung haben, eine Neurodermitis auszubilden, ist eine sanfte Pflege und häufiges Eincremen empfehlenswert.