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TEST MENSTRUATIONSTASSEN: Regelgerecht


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 24.03.2022

RATGEBER

1 Welche Form oder Farbe Ihnen auch immer zusagt: Sie können unter etlichen „sehr guten“ Menstruationstassen wählen.

2 Kochen Sie den Cup vor dem ersten Gebrauch und zwischen den Zyklen für einige Minuten aus. Während der Periode reicht es, ihn auszuspülen. Waschen Sie sich vor und nach dem Einsetzen die Hände.

3 Ziehen Sie die Tasse beim Wechseln nicht einfach am Griff heraus, sondern lösen Sie zunächst den Unterdruck.

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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 4/2022

Vor ein paar Jahren waren sie noch Nischenartikel. Inzwischen gehören Menstruationstassen, -kappen, -cups oder -becher fest ins Sortiment der „Damenhygiene“, so der reichlich verschwurbelte Marketing-und Verkaufsbegriff für all jene Produkte, die Wäsche vor Periodenblut, Wochenfluss oder anderen weiblichen Sekreten schützen sollen. Kein Wunder, dass die Cups zunehmend beliebt sind: Im Vergleich zu Wegwerfprodukten wie Binden, Tampons oder Slipeinlagen verursachen die ...

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... flexiblen Tassen so gut wie keinen Müll. Haben sie genügend Menstruationsblut aufgefangen, werden sie einfach ausgeleert, ausgewaschen und wieder in die Vagina eingesetzt – oder bis zur nächsten Periode aufbewahrt. Bei guter Pflege und sachgemäßer Anwendung halten sie nach Angaben der meisten Hersteller bis zu zehn Jahre.

Auf längere Sicht sind Menstruationstassen zudem preisgünstiger als herkömmliche Monatshygiene. Zwar kosten sie in der Anschaffung mehr als eine Schachtel Tampons oder eine Packung Binden, doch selbst bei den teureren Modellen rechnet sich das oft schon nach einigen Zyklen.

Doch da wir keine Werbeagentur sind, auch nicht für nachhaltige „Damenhygiene“, sondern Verbraucherschützerinnen, interessieren uns in erster Linie die inneren Werte der Menstruationstassen. Sie sollten aus unserer Sicht vor allem frei von Schadstoffen sein. Schließlich kommen die Cups mit den Schleimhäuten der Vagina in Berührung. Deshalb haben wir 20 Menstruationscups aus Silikon oder thermoplastischem Elastomer (TPE) in Laboren untersuchen lassen. Seit unserem letzten Test 2020 ist die Auswahl deutlich größer geworden, sodass wir etliche Marken erstmals auf dem Prüfstand hatten.

Grün statt rot

Gute Nachrichten: Rot wie Blut ist keines der Gesamturteile. Im Gegenteil: Die Tabelle ist weitgehend grün. Gut vier Fünftel der Menstruationscups können wir mit „sehr gut“ empfehlen. Zwei Cups sind aufgrund leichter Mängel immerhin „gut“. Bei zwei weiteren Tassen summieren sich unsere Kritikpunkte, sodass sie lediglich mit „ausreichend“ abschneiden.

Flüchtige Bekannte

Flüchtige Bestandteile werteten wir schon im vergangenen Test ab, nun begegnen sie uns in drei Silikoncups erneut. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung sollen nicht mehr als 0,5 Prozent der Substanzen aus dem Material entweichen. Andernfalls kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Tassen nach der Produktion nicht ausreichend wärmebehandelt wurden.

„Sie sind nachhaltig, weitgehend schadstofffrei und sparen neben Müll auch Geld: Menstruationstassen sind eine echte Alternative zu Tampons.“

Vanessa Christa ÖKO-TEST-Redakteurin

WISSEN GEDULD UND FINGERSPITZENGEFÜHL

Passende Tasse

Das passende Modell hängt von individuellen Faktoren ab. Kleine Cups passen eher sehr jungen Frauen und bei leichterer Regelblutung. Mit zunehmendem Alter und nach vaginaler Entbindung eignen sich Tassen aus festerem Material. Bei einigen Cups lässt sich der Griff kürzen. Hinweise zur Auswahl geben auch die Packungsbeilagen.

Einführungskurs

S-, C-bzw. Herzfaltung oder Punch down: Das sind einige der Falttechniken, die das Einsetzen des Cups erleichtern. Sie sind in den Packungsbeilagen beschrieben. Probieren Sie aus, mit welcher Sie am besten zurechtkommen. Mit etwas wasserbasiertem Gleitgel geht’s möglicherweise leichter.

Kombination mit Kette und Spirale

Auch wenn Sie mit Kupferkette oder Spirale verhüten, können Sie meist eine Menstruationstasse verwenden. Lassen Sie sich dennoch am besten vorher von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Gynäkologen beraten und gegebenenfalls den Faden des Verhütungsmittels kürzen. Das verringert das Risiko, dass sich Spirale oder Kette lösen, wenn Sie die Tasse herausziehen. Nach Einlage der Verhütungsmittel sollten Sie mindestens einen Monat warten, bis Sie einen Cup verwenden.

Belastende Silikonbausteine

Kritisch sehen wir auch Siloxane. Das sind bestimmte Silikonbausteine, die sich laut Umweltbundesamt potenziell negativ auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auswirken. In den drei Menstruationstassen Intimina Lily Cup Compact, Mylily und Queen Cup liegt der analysierte Gehalt der kritischen Siloxane D5 und D6 über unserer Abwertungsgrenze von 100 mg/kg – wir ziehen dafür zwei Noten bei den Weiteren Mängeln ab. D5 und D6 sind schwer abbaubar und reichern sich in lebenden Organismen an. So haben Forschende aus Norwegen beispielsweise große Mengen der Siloxane in Fischen nachgewiesen.

Weniger reißfest

Um ihre Stabilität zu prüfen, hat das beauftragte Labor die Tassen in eine Vorrichtung eingespannt und so lange am Griff gezogen, bis das Material gerissen ist. Bei der Facelle Menstruationstasse war dafür eine aus unserer Sicht nur mittelmäßige Kraft notwendig. Alle anderen Tassen im Test waren belastbarer. Das Testergebnis der Belastungsprüfung verschlechtert das Gesamturteil jedoch nicht, so dass der Facelle-Cup trotzdem „sehr gut“ abschneidet.

Mängel im Kleingedruckten

Sorgfältige Hygiene ist beim Umgang mit Menstruationstassen sehr wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Darauf sollten die Packungsbeilagen die Verwenderinnen deutlich hinweisen. Ebenso auf das sehr seltene, durch bestimmte Keime hervorgerufene toxische Schocksyndrom (TSS), das bei Verwendung von Tampons und auch Menstruationstassen zu einem lebensbedrohlichen Organ-und Kreislaufversagen führen kann. Fehlt der Warnhinweis oder sind Angaben zum Händewaschen oder zum Auskochen der Cups aus unserer Sicht unvollständig, werten wir das als Weiteren Mangel ab.

So haben wir getestet

Wir haben 20 Menstruationstassen – die meisten aus medizinischem Silikon sowie zwei Cups aus thermoplastischem Elastomer (TPE) – getestet. Pro Tasse bezahlten wir in Drogeriemärkten, Onlineshops oder im Apothekenversand zwischen 8,95 und 29,86 Euro. Soweit erhältlich, haben wir uns für die jeweils kleinste Größe (A, S beziehungsweise 1) entschieden.

Verschiedene Labore haben die Menstruationstassen auf flüchtige Bestandteile und Silikonbausteine (Siloxane), Schwermetalle, Weichmacher, Lösemittel sowie antimikrobiell wirkende Substanzen untersucht. Weil bei der Auswahl einer Menstruationstasse kaum zu simulierende individuelle Faktoren eine große Rolle spielen, beschränkte sich der Belastungstest darauf, ob der Griff der Tassen hält.

Darüber hinaus nahmen wir die Packungsbeilagen unter die Lupe und schauten, ob sie alle wichtigen Hinweise auf das sehr seltene, aber gefährliche toxische Schocksyndrom (TSS) sowie zur sicheren Anwendung und Hygiene enthalten. Außerdem haben wir die Verpackungen auf umweltschädliche Verbindungen wie PVC untersuchen lassen.

Da Menstruationstassen im Körperinneren getragen werden, wo sie mit empfindlichen Schleimhäuten in Kontakt kommen, war uns die Schadstofffreiheit am wichtigsten. Schwer abbaubare, umweltproblematische Siloxane und Mängel in der Packungsbeilage konnten das Gesamturteil verschlechtern.