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Test: MicroFreak Vocoder


Beat - epaper ⋅ Ausgabe 3/2021 vom 03.02.2021

Knapp zwei Jahre ist der MicroFreak auf dem Markt, jetzt kommt der kleine Hybrid-Synthesizer im neuen Design und als überraschende als Vocoder-Edition auf den Markt. Und das auch für ältere MicroFreaks!


Artikelbild für den Artikel "Test: MicroFreak Vocoder" aus der Ausgabe 3/2021 von Beat. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Beat, Ausgabe 3/2021

Das mitgelieferte Mikrofon wird einfach hinten in den Kopfhörerausgang eingesteckt und kann zum Nachrüsten eines „normalen“ MicroFreaks auch separat erworben werden.


Features

Hybrid-Synthesizer

Touchkeyboard mit 25 Tasten

digitaler Oszillator

16-Band-Vocoder-Engine

analoges Filter

Stepsequenzer/Arpeggiator

256 Speicherplätze

USB, MIDI, CV/Gate

Inkl. Schwanenhalsmikrofon

Fakten

Hersteller: Arturia
Web: arturia.com

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... tomeso.de 278 Euro (Vocoder-Edition); 30 Euro (Mikrofon für Standard-Edition)

▲ Hybrid-Klangerzeugung
▲ Vocoder-Algorithmus
▲ aufsteckbares Mikrofon
▲ analoges Filter
▲ Stepsequenzer
▲ polyphoner Aftertouch
▲ CV/Gate-Ausgänge
▲ günstiger Preis
▼ kurzer Mikrofonhals

Klang: ■■■■■◧
Ausstattung: ■■■■■■
Preis/Leistung: ■■■■■■
Gesamt: ■■■■■■

Alternativen

Novation MiniNova
329 Euro
novationmusic.com

Korg Microkorg
ab 339 Euro
korg.de

Der Name ist Programm, denn die herausragende Neuigkeit ist der Vocoder-Algorithmus, mit dem der Microfreak Stimmen verfremden und Drumloops oder anderes Audiomaterial in rhythmische Pads verwandeln kann. Ähnlich wie bei der Novation AFX Station bleibt die Technik im Kern unverändert, sodass auch Besitzer des „alten“ Microfreaks in den Genuss des neuen Features kommen.

Getarnter Mikrofoneingang

Aber wie kriegt man das Mikrofon oder ein anderes Audiosignal in den Microfreak hinein, schließlich hat der kompakte Synthesizer keinen Audioeingang!? Hat er doch, allerdings wussten dies bisher nur die Entwickler: Der Kopfhörerausgang ist ähnlich wie bei einem Smartphone belegt, bei dem sich ein Headset zum Hören und Einsprechen anschließen lässt. Das mitgelieferte Schwanenhalsmikrofon endet auf einen vierpoligen (=3 Ringe) Miniklinkenstecker, dockt mit dem Plastikunterbau solide an und schleift dabei praktischerweise auch den Kopfhörerausgang durch. Leider ist der Hals des Mikrofons etwas zu kurz geraten, sodass der Synthesizer entweder hoch platziert werden muss oder Sie sich beim Einsingen ein wenig bücken müssen. Mit einem passenden Adapterkabel können Sie aber auch Audiosignale aus Mischpult oder DAW in den Microfreak einschleifen.

Neues Design, identischer Kern

Äußerlich fällt die Vocoder-Edition durch das weiße Gehäuse mit Schwan-Grafik auf. An der Klangerzeugung hat sich im Kern nichts geändert. Ein digitaler Soundprozessor bietet verschiedene Oszillatormodelle, die sich per Firmware-Update auch nachrüsten lassen. So hat der Microfreak zunächst einen flexiblen Rauschgenerator und in der brandaktuellen Version 3.0 drei weitere Oszillatoren von Noise Engineering mit Wavefolding, Additive Harmonic Color und Phase Modulation hinzubekommen, die zum Experimentieren einladen. Ebenfalls neu ist die 4-stimmige Unisono- Funktion für alle Oszillatortypen, inklusive modulierbarer Verstimmung. Nur das 12dB-Multimodefilter ist analog. Der überwiegend digitale Aufbau hat den Vorteil, dass der MicroFreak trotz des günstigen Preises bis zu vierstimmig polyphon gespielt werden kann. Nur das analoge Filter müssen sich alle vier Stimmen teilen, es handelt sich also um eine erweiterte Paraphonie.

Polyphoner Aftertouch, CV/Gate

Die „Tastatur“ besteht aus zwei Platinen mit Leiterbahnen und arbeitet kapazitiv, reagiert also auf Berührung und benötigt Hautkontakt, um den Stromkreis zu schließen. Dennoch sind die Tasten anschlagdynamisch spielbar, durch die Berührung mit mehr Fingerfläche ist auch polyphoner Aftertouch möglich! Auf der Rückseite befindet sich der USB-Anschluss zur Computereinbindung, der auch die Stromversorgung übernehmen kann. Ausgänge für CV/Gate sowie Pressure machen den MicroFreak in Verbindung mit dem flexiblen Arpeggiator und polyphonen Stepsequenzer zu einer Alternative zum beliebten Keystep.

Vocoder-Algorithmus

Zur Nutzung des Mikrofons muss zunächst im Utility-Menü der Mic Gain aufgedreht werden, bei der Aussteuerung hilft ein VU-Meter im Display oder Sie wählen die automatische Lautstärkenanpassung. Auch ein Noise-Gate wurde integriert, um nur die gewünschten Stimmsignale und keine Hintergrundgeräusche durchzulassen und so eine Feedback-Schleife zu verhindern. Mit einem passenden Headphone-Splitterkabel können Sie statt Ihrer Stimme auch einen anderen Klangerzeuger als Modulator für den Vocoder einschleifen. Der neue Vocoder-Algorithmus lässt sich wie alle anderen Oszillator-Typen in drei Parametern anpassen. Wave blendet die Carrier-Wellenform stufenlos von Sägezahn über Pulswelle mit variabler Pulsweite hin zu Rauschen über. Mit Timbre stellen Sie den Frequenzbereich ein, in dem der Vocoder arbeiten soll. Und mit Shape passen Sie die Bandweite der einzelnen Filter des Vocoders an, um bestimmte Klangbereiche zu betonen. 16 Presets geben einen guten Startpunkt für die optimalen Einstellungen. Da aber jede menschliche Stimme anders ist, müssen Sie für optimale Ergebnisse ein wenig mit den Einstellungen experimentieren. Wunder in Sachen Sprachverständlichkeit oder Transparenz dürfen Sie nicht erwarten, der MicroFreak-Vocoder hat eher einen LoFi-Charme und lebt vor allem von den umfangreichen Nachbearbeitungsmöglichkeiten mit Analogfilter, loopbaren Hüllkurven, Modulationsmatrix, Arpeggiator und Stepsequenzer.

Die Rückseite bietet neben MIDI sogar CV, Gate und Clock, sodass sich MicroFreak und Modular-Racks bestens verstehen.


Fazit

Mit dem Vocoder-Algorithmus und dem enttarnten Audioeingang deckt der ohnehin schon außergewöhnlich flexible MicroFreak zusätzliche Anwendungsgebiete ab und lädt zum Experimentieren ein. Die Einbindung des mitgelieferten Mikrofons ist durchdacht gelöst, Modulationsmatrix und Sequenzer mit Parameteraufzeichnung sorgen für viel Bewegung und das Filter gibt den analogen Touch. Die kapazitive Tastatur mit polyphonem Aftertouch bildet dabei ein kreatives Eingabeelement, und aufgehübscht mit externen Effekten klingt der MicroFreak deutlich größer und teurer, als er tatsächlich ist!

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