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TEST Mineralwasser classic: Zisch


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 24.06.2021

RATGEBER

1 Wir können jedes zweite Wasser mit „sehr gut" empfehlen. Am besten ein regionales Wasser wählen. 

Mehrweg ist der bessere Weg. Die meisten Wässer im Test sind in Mehrwegflaschen erhältlich. 

Fans von Wasser ohne oder mit wenig Bitzel finden die Testergebnisse für 98 stille und 99 Medium- Wässer über oekotest.de/ 11333 und /11284.

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Natürliches Mineralwasser hat laut Gesetz „seinen Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen“. In den allermeisten Mineralwässern haben die von uns beauftragten Labore tatsächlich keine menschgemachten Einträge gefunden. Doch in einige Quellen sind Abbauprodukte von Pestiziden vorgedrungen.

In drei Wässern kritisieren wir den als krebserregend eingestuften Stoff Chromat, außerdem einmal Uran- und zweimal Borgehalte. Insgesamt können wir 25 von 50 Produkten mit „sehr gut“ empfehlen. Mit „mangelhaft“ durchgefallen sind das ...

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... San-Benedetto-Mineralwasser aus Italien und das Marius Quelle Classic, Sachsenheim.

Geringe Schwermetallbelastungen 

Mineralwasser entsteht aus Regenwasser auf seiner Reise durch die Boden-und Gesteinsschichten. Dabei kommt es vor, dass das Wasser auch unerwünschte Stoffe mit in die Tiefe nimmt. In drei Mineralwässern war Chromat (Chrom VI) nachweisbar. Chromat ist unter anderem in der EU-Chemikalienverordnung als krebserregend eingestuft. Die Gehalte im Thüringer Waldquell Classic aus Schmalkalden in Thüringen und im Teinacher Classic aus Bad Teinach in Baden-Württemberg bewerten wir als nur „leicht erhöht". Den Gehalt im Testschlusslicht San Benedetto mit Kohlensäure versetzt aus Venedig stufen wir als „erhöht“ ein. Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind zwar bei allen festgestellten Werten unwahrscheinlich, Mineralwässer, die gänzlich frei von Chromat sind, aber aus Verbrauchersicht die bessere Wahl, zumal auch weitere Lebensmittel das Element enthalten können.

„PET-Mehrwegflaschen werden bis zu 25-mal, Glas sogar bis zu 50- mal wiederbefüllt. Das ist viel sinnvoller als Einwegflaschen schon nach einer Anwendung zu schreddern.“

Hanh Friedrich ÖKO-TEST-Redakteurin

Der Mensch lässt grüßen 

In neun Produkten hat das Labor Abbauprodukte von Pestiziden nachgewiesen. Von deren Aufnahme geht zwar keine Gefahr aus. Aber unter „ursprünglicher Reinheit“ verstehen wir etwas anderes. In fünf Wässern bewerten wir die Gehalte der sogenannten Pestizidmetaboliten als „erhöht“. Das Justus Brunnen Spritzig enthielt gleich vier verschiedene Substanzen. Zweimal hat das Labor außerdem den Süßstoff Acesulfam K gefunden. Auch das trübt die „ursprüngliche Reinheit“.

INFO

Selber sprudeln

Trinkwasser aus der Leitung spart Transportwege und Kistenschleppen. Und wenn es bitzeln soll? In unserem Test Trinkwassersprudler haben wir weder Geschmacksbeeinträchtigungen noch Schadstoffbelastungen festgestellt (oekotest.de/111231).

Und die Mineralstoffe?

Werbung mit „hohem Gehalt an Mineralien“ ist erlaubt, wenn ein Mineralwasser mehr als 1.500 mg Mineralstoffe pro Liter enthält. Das ist im Test nur bei zehn Wässern der Fall. Ohnehin: Die wichtigste Mineralstoffquelle ist die Nahrung. Mit dem Essen nehmen wir meist reichlich davon auf. Wer aber komplett auf Milchprodukte verzichtet, kann von einem calciumreichen Mineralwasser mit mehr als 150 mg Calcium pro Liter profitieren.

Mehrweg vermeidet Müll 

Glas-Mehrwegflaschen werden bis zu 50-mal wiederbefüllt, PET-Mehrwegflaschen bis zu 25-mal. PET-Einwegflaschen tragen die Verbraucher zwar ebenfalls zurück in den Handel, aber dann werden sie geschreddert. Durch diese Umweltsünde vermasseln sich etliche Produkte im Test mit tadellosen Inhaltsstoffen ihr Gesamtergebnis. Wichtig für die Ökobilanz von Wässern in PET-Mehrweg-und besonders in den schweren Glas-Mehrwegflaschen sind am Ende natürlich auch die Transportwege. Ein gutes Argument, einen Mineralbrunnen in der Nähe zu unterstützen.

Und das Mikroplastik im Wasser? 

Mikroplastik in Wasser ist ein großes Thema. Die Datenlage zu möglichen damit verbundenen Risiken ist noch derart dünn, dass wir Mikroplastik in Mineralwasser derzeit nicht bewerten. Wir wollten aber wissen, ob es eindeutige Unterschiede zwischen in PET- und Glasflaschen abgefülltem Wasser gibt, und haben eine Stichprobe von insgesamt zehn Wässern untersuchen lassen. Das Ergebnis lässt kein eindeutiges Urteil zu: In beiden Verpackungsformen war Mikroplastik zu finden. Im Wasser aus Glasflaschen haben die Laborexperten zwar weniger PET-Partikel analysiert, insgesamt aber mehr anderes Mikroplastik. Ein Rezept, Mikroplastik komplett zu meiden, gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht: Es scheint allgegenwärtig zu sein (Siehe Artikel „Plastikquelle“, Seiten 16 bis 24).

Wir haben getestet Ò

„Abbauprodukte von Pestiziden und Süßstoffe in Mineralwasser zeigen, wie schwer es ist, unterirdische Reserven vor dem Einfluss des Menschen zu schützen.“

Meike Rix ÖKO-TEST-Redakteurin

So haben wir getestet

Wir haben 50 Mineralwässer der Sorte „Classic“ eingekauft. Neun davon tragen die Auslobung „zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“. Fanden unsere Einkäufer von einer Marke sowohl Glas- als auch PET-Flaschen vor, griffen sie zur Glasvariante und generell vorzugsweise zu Mehrwegflaschen.Im Labor ließen wir die Mineralwässer auf eine Reihe möglicher Problemstoffe untersuchen.Unter anderem auf Nitrat, Vanadium, Arsen, Bor, Uran und auf das als krebserregend eingestufte Chromat. Die Elemente können aus den natürlicherweise durchlaufenen Gesteinsschichten ins Mineralwasser gelangen. Höhere Konzentrationen davon sind aber problematisch. Nitrat kann auch auf Einträge aus der Landwirtschaft hindeuten. Für Säuglinge ausgelobte Wässer wurden zusätzlich auf Radiumisotope geprüft. Hier können wir ganz klar Entwarnung geben.

Natürliches Mineralwasser soll laut Mineralund Tafelwasser-Verordnung von ursprünglicher Reinheit sein. Menschengemachte Verunreinigungen sind unerwünscht. Dazu zählen Abbauprodukte von Pestiziden genauso wie Rückstände von Süßstoffen, mit deren Analyse wir ein spezialisiertes Labor beauftragten.Schließlich bewerteten wir die jeweiligen Verpackungen. Für die PET-Einwegflaschen holten wir von den Herstellern Informationen zum Rezyklatanteil ein. Die Bewertung der Verpackung fließt in das Testergebnis Weitere Mängel ein. Fällt dieses oder das Teilergebnis Ursprüngliche Reinheit schlechter als „befriedigend“ aus, verschlechtert sich das Gesamturteil.

*) Als „Hauptabsatz in der Region laut Anbieter“ haben wir die maximale Transportentfernung des Produkts für mindestens 80 Prozent des Produktabsatzes in einem Umkreis von bis zu 200 Kilometern um den Quellort und/oder das Bundesland definiert. Die Angabe einer durchschnittlichen Entfernung um den Quellort haben wir vergleichbar gewertet. Die Angaben beziehen sich auf den Vertrieb des Testprodukts. **) Einordnung der Gehalte an gelösten Mineralstoffen laut Etikett: bis 50 mg/l (sehr gering), bis 500 mg/l (gering), bis 1.500 mg/l (mittel) und ab 1.500 mg/l (hoch).

Fett gedruckt sind Mängel.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 126.

Anmerkungen: 1) Laut Anbieter ist das Produkt auch in Glas-Mehrwegflaschen erhältlich. 2) Bei der Mehrwegflasche handelt es sich um eine Individualflasche, also nicht um eine Mehrwegflasche aus dem Pool der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB). 3) Laut Anbieter ist das Produkt auch in PET-Mehrwegflaschen und PET-Einwegflaschen erhältlich. 4) Laut Anbieter ist das Produkt auch in PET-Mehrwegflaschen erhältlich. 5) Laut Anbieter ist das Produkt auch in PET-Einwegflaschen erhältlich. 6) Weiterer Mangel: fehlende Kennzeichnung des Produkts als „Einweg“. 7) Weiterer Mangel: fehlende oder unzureichende Kennzeichnung des Produkts als „Mehrweg“. 8) Laut Anbieter werde für das Produkt derzeit ein neues Etikett aufgebaut. In diesem Schritt werde der Analysenauszug aktualisiert. 9) Laut Anbieter wurden weitere Quellen für die Marke erschlossen, sodass seit 15. März 2021 der Markenname von „Berg Quelle“ zu „Berg Quellen“ angepasst wurde. 10) Laut Anbieter ist eine externe Zertifizierung über die Verwendung von 50 Prozent Rezyklat in der Verpackung in Arbeit und werde in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen sein. 11) Laut Anbieter werden in Flaschen mit MHD 26.10.21, 119 L5 / 00:07 und später ein Rezyklat-Anteil von 50 Prozent eingesetzt. 12) Laut Anbieter werde zukünftig ein Recyclat-Anteil von 50 Prozent eingesetzt. 13) Laut Anbieter werden die PET-Einwegflaschen ab Juni 2021 aus 100 Prozent Rezyklatanteil hergestellt.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) ein Urangehalt von mehr als 5 bis 10 µg/l (in Tabelle: „Uran leicht erhöht“); b) ein Borgehalt von mehr als 500 bis 1.000 µg/l (in Tabelle: „Bor erhöht“); c) ein Gehalt an Chromat von mehr als 0,15 bis 0,30 µg/l (in Tabelle: „Chromat erhöht“), der eine Konzentration von 0,3 µg/l zu mehr als 50 Prozent ausschöpft. Mit dieser Konzentration, welche durch das Umweltbundesamt (UBA) im Gutachten „Potentielle Schädlichkeit von Chrom in Trinkwasser“ abgeleitet wurde, wäre ein akzeptables Risiko von 10 -6 überschritten. Das bedeutet theoretisch einen zusätzlichen Krebsfall unter einer Million Menschen, die ihr Leben lang (rechnerisch 70 Jahre) zwei Liter

Wasser trinken, das Chromat in einer Konzentration von 0,3 μg/l enthält. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Nitratgehalt von mehr als 10 bis 50 mg/l (in Tabelle: „Nitrat leicht erhöht“); b) ein Gehalt an Chromat von mehr als 0,06 bis 0,15 µg/l (in Tabelle: „Chromat leicht erhöht“). Damit wird die vom UBA abgeleitete Konzentration von 0,3 µg/l zu mehr als 20 bis 50 Prozent ausgeschöpft.

Unter dem Testergebnis Ursprüngliche Reinheit führt zur Abwertung um vier Noten: der Nachweis von einem oder mehreren nichtrelevanten Pestizidmetaboliten (Pestizidabbauprodukten) und/oder der Nachweis von einem oder mehreren Süßstoffen in Gehalten von mehr als 0,05 µg/l (in der Tabelle „erhöht“). Zur Abwertung um zwei Noten führt: der Nachweis von einem oder mehreren nichtrelevanten Pestizidmetaboliten (Pestizidabbauprodukten) in Gehalten von bis zu 0,05 µg/l, sofern nicht schon für einen Gehalt von nichtrelevanten Pestizidmetaboliten um mehr als zwei Noten abgewertet wurde.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um vier Noten: a) eine PET-Einweg- oder PET-Cycleflasche mit einem Rezyklatanteil von weniger als 50 Prozent oder keine Angabe hierzu oder kein Nachweis auf unsere Anfrage zum Rezyklatanteil. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) eine PET-Einweg- oder PET-Cycleflasche mit einem durch ein externes Gutachten nachgewiesenen Rezyklatanteil von mindestens 50 Prozent; b) fehlende Kennzeichnung einer PET-Einweg- oder PET-Cycleflasche als „Einweg“; c) fehlende oder unzureichende Kennzeichnung einer Mehrwegflasche als „Mehrweg“.

Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das unterhalb der Bestimmungsgrenze der jeweiligen Testmethode.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Testergebnisse Ursprüngliche Reinheit oder Weitere Mängel, die „mangelhaft“ oder „ungenügend“ sind, verschlechtern das Gesamturteil um jeweils zwei Noten. Testergebnisse Ursprüngliche Reinheit und Weitere Mängel, die „befriedigend“ oder „ausreichend“ sind, verschlechtern das Gesamturteil um jeweils eine Note. Ist das Testergebnis Ursprüngliche Reinheit „mangelhaft“, kann das Gesamturteil insgesamt nicht besser als „ausreichend“ sein.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2107

Einkauf der Testprodukte: März/April 2021.

Dieser Test löst den Test Mineralwasser aus dem ÖKO-TEST Magazin 07/2019 und dessen Wiederveröffentlichungen im Spezial Vegetarisch und Vegan und im Jahrbuch für 2020 ab.

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