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TEST Mittel gegen Haarausfall: Hairlich


ÖKO-TEST Ratgeber Gesundheit & Fitness - epaper ⋅ Ausgabe 99/2010 vom 17.06.2010

Ein lichter werdendes Haupt gilt immer noch als Zeichen mangelnder Vitalität. Eine ganze Reihe von Arzneimitteln und Kosmetika soll den Haarschwund aufhalten oder gar umkehren. Doch unser Test ergab: Wirksame Abhilfe gibt es nur auf Rezept – inklusive Nebenwirkungen.


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Ein voller Haarschopf wird mit Attraktivität gleichgesetzt. Lichtet sich das Haupt, leidet die Seele, die weibliche mehr als die männliche. Während fast 85 Prozent aller Frauen sagen, sie täten alles, um einen Haarausfall zu stoppen oder umzukehren, würde jeder zweite Mann nichts gegen die zunehmende ...

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Ein voller Haarschopf wird mit Attraktivität gleichgesetzt. Lichtet sich das Haupt, leidet die Seele, die weibliche mehr als die männliche. Während fast 85 Prozent aller Frauen sagen, sie täten alles, um einen Haarausfall zu stoppen oder umzukehren, würde jeder zweite Mann nichts gegen die zunehmende Kahlheit unternehmen.

Am häufigsten ist der erblich bedingte Haarausfall: Er beginnt bei Männern mit Geheimratsecken, die sich über eine Halb- bis zur Vollglatze auswachsen können. Bei Frauen macht er sich oft erst nach den Wechseljahren bemerkbar, verläuft viel milder und führt nur selten zur Kahlköpfigkeit.

Grundsätzlich verliert jeder Mensch ganz natürlich täglich zwischen 60 und 100 Haaren – bei einer Gesamtzahl von 90.000 bis 150.000 Kopfhaaren. Ursache ist der Wachstumszyklus des Haares: Zwei bis sechs Jahre lang befindet sich ein Haar in der Wachstumsphase und legt pro Monat rund einen Zentimeter zu. Dem schließt sich eine kurze Übergangsphase von ein bis zwei Wochen an, in der die Haarwurzel umgebaut wird. Danach folgt eine zwei- bis viermonatige Ruhephase, in der das Haar schließlich ausfällt. Diese drei aufeinanderfolgenden Phasen wiederholen sich kontinuierlich. Da sich im Laufe des Lebens – und je nach ererbter Ausstattung – die Wachstumsphase jedoch immer mehr verkürzt, werden die Haare weniger.

In Apotheken und Drogerien hat ÖKO-TEST insgesamt 30 Mittel eingekauft, die auf das Problem Haarausfall abzielen: neun rezeptpflichtige und fünf nicht rezeptpflichtige Arzneimittel, ein Nahrungsergänzungsmittel, eine ergänzend bilanzierte Diät und 14 Kosmetika. Für alle Produkte haben wir nach Wirksamkeits-beziehungsweise Nutzenbelegen gesucht. Äußerlich anzuwendende Präparate haben wir auch auf umstrittene und bedenkliche Inhaltsstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

■ An der Mehrzahl der Produkte kön-nen wir kein gutes Haar lassen. Von den Arzneimitteln schneiden lediglich die Finasterid-haltigen, nur zur An-wendung bei Mannern zugelassenen, rezeptpflichtigen Präparate mit „gut“ ab. Die Nutzenbelege aller Nichtarzneimittel rei-chen hingegen nicht aus, um selbst schwammig formulierte Hinweise zur Anwendung bei Haarausfall zu rechtfertigen.
■ Die Arzneimittel: Die Wirksamkeits-daten von Finasterid stufen wir als überzeugend ein, das betrifft sieben Mittel im Test. Der Wirkstoff hemmt das Enzym 5-Alpha-Reduktase und senkt so die Spiegel des Hormons Dihydrotestosteron (DHT) im Blut. In der Folge steigt die Anzahl der Haare. Zugelassen sind die 1-mg-Finasterid-Tabletten zur Behandlung früher Stadien des Haarausfalls bei Mannern zwischen 18 und 41 Jahren. Wie in den Gebrauchsinformationen angegeben, fehlen allerdings Wirksamkeitsnach-weise bei beginnenden Geheimratse-cken und Haarverlust im Endstadium. Voraussetzung, um das Fortschreiten des Haarausfalls aufzuhalten, ist die kontinuierliche Einnahme des Präparates: Nach dem Absetzen ge-hen hinzugewonnene Haare wieder verloren. Die Langzeitrisiken sind allerdings noch ungeklärt. Mögliche Nebenwirkungen sind Libidoverlust, Erektionsstörungen und vermindertes Ejakulatvolumen. Zudem besteht der Verdacht, dass Finasterid Brustkrebs auslösen kann. Bei Frauen ist Finasterid wirkungslos und im gebärfähigen Alter wegen fruchtschädigender Wirkungen absolut unangebracht.

■ Die Wirksamkeit von Minoxidil in den beiden nicht rezeptpflichtenRegaine -Präparaten ist „gut“ belegt. Wie das ursprünglich als Blutdrucksenker eingeführte Minoxidil den Haarausfall stoppt, konnte bis heute nicht geklärt werden. Nach verschiedenen Studien können 20 bis 40 Prozent der behandelten Männer mit einem Stopp des Haarausfalls rechnen, zehn bis 20 Prozent mit einem Wiederwachstum kräftiger Haare. Bei Frauen ist der Effekt weniger ausgeprägt. Notenabzug gibt es für Nebenwirkungen im Herz-Kreislauf-Bereich. In seltenen Fällen kann Herzklopfen auftreten.
■ Für die LösungenEll-Cranell Alpha undPantostin mit dem Wirkstoff Alfatradiol sind die Wirksamkeitsbelege nur wenig überzeugend. Zwar war in einer Studie eine Zunahme des Anteils der Haare in der Wachstumsphase zu verzeichnen, mangels Übersichtsfotografien blieb jedoch ungeklärt, ob der Haarausfall damit gestoppt war. In einer Vergleichsstudie mit Minoxidil wirkte Al-fatradiol aber einem beschleunigten Haarausfall entgegen.
■ In den MittelnCrinohermal Fern, Losung undAlpicort F, Losung stecken Kortisonabkömmlinge (Flupredniden-21-acetat und Prednisolon). Diese wirken zwar gegen Entzündungen der Kopfhaut. Ein positiver Effekt auf das Haarwachstum ist jedoch nicht belegt, auch nicht in Kombination mit ande-ren Wirkstoffen.
■ Die Wirksamkeit derPantovigar, Hartkapseln erachten wir als noch nicht ausreichend belegt. Helfen soll die Mischung aus zwei B-Vitaminen, Trockenhefe, der Aminosäure Cystin und dem Protein Keratin bei diffusem Haarausfall und brüchigen Finger-nägeln. Immerhin deutet eine kleine Studie mit 60 Teilnehmerinnen einen positiven Effekt auf die Wachstums-phase des Haares an.
■ DieKosmetika versuchen mit einer bunten Palette verschie-denster Inhaltsstoffe neuen Haarwuchs zu aktivieren, den Haarausfall einzudäm-men oder ihm vorzubeu-gen, die Haarwurzel zu stärken, zu schützen oder ihren Energieumsatz zu erhöhen. Eingesetzt werden unter anderem Koffein, Hopfenextrakt, Klettenwurzelextrakt, Ginseng, Vitamine, Aminosäuren, Eiweißbruchstücke (Peptide), Carnitin und Taurin. Allerdings liegen für diese Substanzen entweder keine oder (noch) nicht publizierte Daten vor, die einen Nutzen bei Haarausfall belegen. Die Firma Rausch, Anbieter derRausch Original Haartinktur , schickte die Ergebnisse einer dreimonatigen Wirksamkeitsstudie mit gerade einmal 22 Probanden. Schlauerweise lief die Studie von Oktober bis Dezember, also zu einer Zeit, in der die Haardichte aufgrund jahreszeitlicher Schwankungen im Haarwachstum ohnehin natürlicherweise zunimmt. Allgemeine Hinweise auf mögliche positive Effekte einzelner Inhaltsstoffe mögen zwar plausibel erscheinen, dürfen nach Ansicht unseres Gutachters, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, „aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Daten aus konkreten produktbezogenen Studien fehlen, die die beanspruchte Wirksamkeit belegen“.
■ Für die Substanz Aminexil (imKerium- und imVichy Dercos Technique-Spray ) liegen nach Auffassung von Schubert-Zsilavecz ebenfalls keine überzeugenden Wirksamkeitsnachweise vor. So fehlt in einer Studie nicht nur eine Placebogruppe, sondern aufgrund der nur zwölfwöchigen Dauer können auch jahreszeitliche Schwankungen nicht ausgeschlossen werden.

Die anderen: Für das NahrungsergänzungsmittelInnéov Haarfülle Anti-Haarausfall, Tabletten und Kapseln , die unter anderem Taurin und Grüntee-Extrakt enthalten und die Haarwurzel stärken und Haarausfall verlangsamen wollen, liegen keine publizierten Daten vor, die diesen Anspruch rechtfertigen würden. Das gilt auch für die ergänzend bilanzierte DiätPriorin, Kapseln „zur diätetischen Behandlung von hormonell erblich bedingten Haarwachstumsstörungen und Haarausfall bei Frauen“, die auf einem Hirseextrakt, Pantothensäure und Cystin basieren.
■ Bedenkliche und/oder umstrittene Inhaltsstoffe: DerRausch Haartinktur, Spezial-Lotion ist Resorcinol Acetat zugesetzt, das immer Spuren von freiem Resorcin enthält. Resorcin dringt in die Haut ein, löst Allergien aus und kann möglicherweise auch zu Leberund Nierenschäden führen.
■ In mehreren Produkten stecken Cashmeran oder polyzyklische Moschus-Verbindungen, die sich im Fettgewebe anreichern. Auch allergisierende Duftstoffe wie Hydroxycitronellal oder Cinnamylalcohol fanden die von uns beauftragten Labore.
■ Für den Einsatz des Vergällungsmittels Diethylphthalat kassiert die Hälfte der kosmetischen Haarausfallmittel Notenabzug. Phthalate stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 144.
Anmerkungen: 1) Umkarton, der kein Glas schützt. 2) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 3) Laut Anbieter gibt es das Produkt seit Charge 002071 bei unveränderter Rezeptur in neuem Design. 4) Laut Anbieter weist das Produkt inzwischen eine neue Rezeptur auf, in der Isopropanol gegen Alkohol denat. ausgetauscht wurde. 5) Laut Anbieter wurden Produktbezeichnung und Benefit modifiziert. Die aktuellen Packungsauslobungen lauten:Nivea Beautiful Age Haarwuchs-Tonic ; Unterstützt Haarwachstum und reduziert Haarverdünnung. Die Rezeptur wurde nicht verändert. 6) PEG/PEG-Derivate. 7) mehr als 10 bis 1.000 mg/kg Diethylphthalat; 8) mehr 1.000 mg/kg Diethylphthalat. 9) Hydroxycitronellal, Cinnamylalkohol. 10) polyzyklische Moschus-Verbindungen. 11) Resorchin. 12) Cashmeran. 13) synthetische Farbstoffe E 102, E124. 14) Hydroxycitronellal. 15) enthält unter den maßgeblichen Inhaltsstoffen unter anderem Fischöl und mehr als 2,25 mg Zink pro Tagesdosis.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Abwertungen Arzneimittel: Unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung führt zur Abwertung um vier Noten: nicht oder nicht ausreichend belegte Wirksamkeit. Zur Abwertung um drei Noten führt: eine nur wenig überzeugend belegte Wirksamkeit. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) eine nur „gut“ belegte Wirksamkeit; c) Nebenwirkungen: Libidoverlust und unbekannte langfristige Verträglichkeit; d) Nebenwirkungen: seltene Beschwerden im Herz-Kreislauf-Bereich („Herzklopfen“). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/ PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung und dem Testergebnis Hilfsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Hilfsstoffe um eine Note. Abwertungen Nahrungsergänzungsmittel und ergänzend bilanzierte Diäten: Unter dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: nicht oder nicht ausreichend belegter Nutzen für das jeweilige Produkt. Zur Abwertung um zwei Noten führt: Anreicherung mit Omega-3- und -6-Fettsäuren aus Fischöl. Zur Abwertung um eine Note führt: mehr als 2,25 mg Zink pro Tagesdosis in Nahrungsergänzungsmitteln. Unter dem Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: der Farbstoff E 102 (Tartrazin). Zur Abwertung um eine Note führt: der Farbstoff E 124 (Ponceau 4R), wenn nicht bereits wegen Tartrazin um zwei Noten abgewertet wurde. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe und dem Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe um eine Note.

So reagierten die Hersteller

■ Die Anbieter der getesteten Nichtarzneimittel hatten wir vorab gebeten, uns Nutzenbelege für ihre Präparate zuzuschicken. Nur Dr. Kurt Wolff, Anbieter derAlpecin - undPlantur -Produkte, zog es vor, nicht zu antworten. Ansonsten waren die Reaktionen bemerkenswert. Wovon würden Sie mehr erwarten: Von einem Mittel, das „bei Haarausfall“ oder einem, das „gegen Haarausfall“ eingesetzt wird? Nach Auffassung des Dm Drogeriemarktes werde dasBalea Men Coffein Tonikum „bei Haarausfall“ angewendet, womit es sich um ein Kosmetikum handele, welches helfe, Haarausfall vorzubeugen. Hingegen würden „keine Wirkaussagen gegen Haarausfall… getätigt. Dieses ist sehr wichtig, da es sich hierbei sonst um medizinische Wirkversprechen handeln würde!“ Es verwirrt allerdings, wenn auf der Rückseite der Verpackung „Antihaarausfall-System“ steht.
■ L’Oréal, Hersteller derVichy Dercos Technique-, Neril- undKerium -Produkte teilte mit: „Nach der Kosmetikverordnung müssen wir als Hersteller Wirksamkeitsnachweise zu den Auslobungen jedes Produkts auf Verlangen der zuständigen Behörde vorlegen. Wir legen die Studien grundsätzlich außerhalb dieser vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Verpflichtung nicht vor.“
■ Für dieThymuskin Haarkur teilte uns der Anbieter mit, in Kürze werde die Veröffentlichung einer Studie italienischer Dermatologen erwartet.

Abwertungen Kosmetika: Unter dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe führen zu Abwertung um vier Noten: keine oder nicht ausreichende Nutzenbelege. Unter dem Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: Resorcin/Resorcinmonoacetat. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschus-Verbindungen; b) mehr als 10 mg/kg Cashmeran; c) PEG/PEG-Derivate; d) mehr als 1.000 mg/kg Diethylphthalat. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 10 bis 1.000 mg/kg Diethylphthalat; b) Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Hydroxycitronellal, Cinnamylalkohol). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: Umkarton, der kein Glas schützt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Maßgebliche Inhaltsstoffe und dem Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Test ergebnis Weitere Inhaltsstoffe um eine Note.

Testmethoden: Formaldehyd/-abspalter (in allen Kosmetika): saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol, Fotometrie. Halogenorganische Verbindungen (in allen Kosmetika sowie äußerlich anzuwendenden Arzneimitteln): a) Wasserdampfdestillation, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Reinigung der Proben mit Kieselgel, Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Diethylphthalat/Duftstoffe, die Allergien auslösen können/weitere Duftstoffe/Moschus-Verbindungen/Cashmeran/Majantol (falls Parfüm deklariert): Extraktion mit MTBE, GC-MS. Pestizide (im Nahrungsergänzungsmittel und in der ergänzend bilanzierten Diät): GC/MS-Screening: ASU § 64 LFGB L 00.00-34; weitere Pestizide: LC/MS/MS-Screening: ASU § 64 LFGB L.00.00-113. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 4/2010. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/ zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Anbieterverzeichnis: siehe Seite 142.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Unsere Empfehlungen

■ Stört der Haarausfall, einen Hautarzt aufsuchen. Er entscheidet, ob eine Behandlung sinnvoll ist. Auf kosmetische Tinkturen und Sprays getrost verzichten.
■ Auch die wirksamen Arzneimittel lassen die Haare nicht von heute auf morgen wieder sprießen. Erfolge werden erst nach drei bis sechs Monaten sichtbar, eine konsequente Anwendung vorausgesetzt.
■ Abwarten: Diffuser Haarausfall kann drei bis sechs Monate nach einer fieberhaften Infektion oder einem körperlich oder psychisch stark belastenden Ereignis auftreten. Auch zwei bis drei Monate nach der Geburt verlieren Mütter häufig viele Haare. Diese wachsen nach einiger Zeit von alleine wieder nach.