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TEST Nagelpflege: Nagelprobe bestanden


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 19.05.2022
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RATGEBER

1 Alle Arzneimittel sind für die lokale Behandlung von Nagelpilz geeignet. Aussicht auf Erfolg haben sie vor allem bei begrenztem Befall der Nagelfläche.

2 Wie Sie Nagelpilz erkennen, effektiv behandeln und einer Infektion vorbeugen, lesen Sie ab Seite 72.

3 Zwar können wir etliche Nagelöle empfehlen: Sie sind aber kein Muss. Wer Handcreme benutzt, kann etwas davon abzweigen und in Nägel und Nagelhaut einmassieren. Unseren großen Handcreme-Test können Sie gratis über oekotest. de/12273 abrufen.

Den wird man nicht so schnell wieder los: Wer sich einen Nagelpilz eingefangen hat, braucht neben einem geeigneten Arzneimittel vor allem Geduld und Konsequenz. Denn die Therapie ist äußerst langwierig. Bis ein infizierter Nagel ausgeheilt und gesund nachgewachsen ist, dauert es gut ein halbes Jahr, an den Füßen sogar bis zu zwölf Monate.

Obwohl in Schuhen gut versteckt und wenig offensichtlich, ...

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... ist das Problem weit verbreitet. Laut Statista verwenden 1,2 Millionen Menschen in Deutschland ein-bis zweimal im Monat ein Mittel gegen Fuß-oder Nagelpilz. Eine halbe Million sogar fast täglich.

Schutz vor Infektionen bieten gepflegte Nägel. Wer sie samt Nagelhaut regelmäßig mit Fett und Feuchtigkeit versorgt, verhindert, dass sie spröde oder rissig werden und Erreger leicht eindringen können.

Wir haben sowohl rezeptfreie Arzneimittel gegen Nagelpilz als auch kosmetische Nagelöle getestet. Und können für beide Kategorien weitgehend grünes Licht geben: Die 19 Mittel aus der Apotheke beurteilen wir als wirksam gegen Nagelpilz; sie schneiden bis auf die Salbe mit „sehr gut“ ab. Auch 14 der 18 Nagelöle erhalten unsere Bestnote, darunter alle Naturkosmetikprodukte. Allerdings schmieren zwei konventionelle Nagelöle mit „ungenügend“ ab.

DIE NAGELPILZMITTEL

Doch zurück zu den antimykotischen Arzneimitteln. Die 18 Nagellacke enthalten die Wirkstoffe Amorolfin, Ciclopirox und Terbinafin; die Salbe den Wirkstoff Bifonazol, kombiniert mit Harnstoff. Sie alle sind nach Aussage unseres Beraters Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Universität Frankfurt am Main „bei indikationsgemäßer Anwendung für eine lokale Behandlung von Nagelpilzerkrankungen geeignet“. Ob eines dieser Mittel oder einer der Arzneistoffe besser geeignet ist als die anderen, lässt sich laut Schubert-Zsilavecz nicht beantworten. „Dafür mangelt es an aussagekräftigen Vergleichsstudien.“

Salbe mit Mineralölkomponenten

Was ihre Wirksamkeit angeht, haben wir mit Blick auf die Studienlage auch nichts an der Salbe im Test auszusetzen. Allerdings wies das von uns beauftragte Labor in der Canesten Extra aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, kurz MOAH, nach.

Da sich in der Stoffgruppe der MOAH auch krebserregende Substanzen befinden können, die beim Auftragen der Salbe in den Körper gelangen – umso leichter, wenn Nägel und Haut durch eine Infektion geschädigt sind –, werten wir sie unter den Hilfsstoffen ab. Das Gesamturteil für die Canesten-Salbe rutscht damit auf „gut“.

„Gesunde, gepflegte Nägel sind ein schöner Anblick – und mehr: Sie können auch vor einer Nagelpilzinfektion schützen.“

Dimitrij Rudenko ÖKO-TEST-Projektleiter

WISSEN

Das hat Hand und Fuß

Woraus bestehen Nägel?

Nägel werden aus Hautzellen gebildet, sie bestehen – wie Haare – aus Hornsubstanz (Keratin). Was wir umgangssprachlich als Nagel bezeichnen, ist die Nagelplatte. Sie ist rund 0,5 Millimeter dick, etwas gewölbt, fest, aber leicht biegbar.

Wie ist ein Nagel aufgebaut?

Die Nagelplatte liegt auf dem gut durchbluteten Nagelbett. Über die Matrix, die unterhalb des hellen Nagelmonds liegt, ist sie fest in der Haut verankert. Das Nagelhäutchen schützt die Matrix, wo der Nagel entsteht. Seitlich wird die Nagelplatte von den beiden Nagelwällen eingefasst. Die untere Hautkante ist die Nagelfalz. Das, was wir feilen oder schneiden, ist der Nagelrand.

Was bedeuten Rillen, Flecken oder Verfärbungen?

Querrillen zeigen an, dass das Nagelwachstum unterbrochen wurde, etwa durch Krankheit, Stoffwechsel-oder Hormonstörungen. Längsrillen sind eine harmlose Folge des Alterns. Sie entstehen ab etwa dem 35. Lebensjahr. Gelbe oder bräunliche Verfärbungen können Anzeichen einer Nagelpilzinfektion sein. Weiße Flecken entstehen durch kleine Verletzungen, etwa beim Zurückschieben der Nagelhaut.

DIE NAGELÖLE

Nagelöle versorgen die Nägel und die umliegende Haut mit Fett und Feuchtigkeit. Mithilfe eines Pinselchens oder einer Pipette lassen sie sich punktgenau um den Nagel herum auftragen. Den Großteil der Öle können wir als „sehr gute“ Extrapflege für Finger-und Fußnägel empfehlen.

Greenwashing

Nicht aber das Anny Miracle Smoothie Nail Oil und das Artdeco Green Philosophy Intensive Nail Treatment Pflegeöl. Die beiden geben sich äußerlich grün, wir aber sehen bei einigen Inhaltsstoffen rot. Die baugleichen Produkte – beide gehören zur Artdeco Cosmetic Group – enthalten neben dem bedenklichen UV-Filter Benzophenon-3 und einem aus unserer Sicht stark erhöhten Gehalt an Diethylphthalat (DEP) auch umstrittene PEG-Abkömmlinge. Benzophenon-3 steht im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. DEP beeinflusst den Schutzmechanismus der Haut. PEG/PEG-Derivate wiederum machen sie durchlässiger für Fremdstoffe. Ebenso auf der Negativliste: der als besonders potentes Allergen eingestufte Duftstoff Isoeugenol.

Weshalb das Artdeco-Nagelöl trotz identischer Inhaltsstoffliste um einiges teurer ist als sein kosmetischer Zwilling Anny Miracle, wissen wir nicht – raten Ihnen aber ohnehin, die Finger und Füße von beiden zu lassen.

Weitere Kritikpunkte

Am Essie Apricot Nail & Cuticle Oil bemängeln wir den künstlichen Moschusduft Galaxolid. Der gelangt über die Haut in den menschlichen Organismus und reichert sich im Fettgewebe an. Und das Hypoallergenic Beauty Nail Oil bekommt Punktabzug für das hormonverdächtige Antioxidans Butylhydroxytoluol (BHT).

TEST Wir haben getestet Foto: Anja Wägele

So haben wir getestet

Die 19 rezeptfreien, apothekenpflichtigen Arzneimittel im Test sind zur lokalen Behandlung von Nagelpilz gedacht. Darunter sind 18 Nagellacke und eine Salbe. Die Lacke enthalten die Wirkstoffe Amorolfin, Ciclopirox oder Terbinafin; die Salbe den Wirkstoff Bifonazol in Kombination mit Harnstoff. Unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt am Main, hat die antimykotischen Mittel begutachtet und, indem er Studien sichtete und die Datenlage zu den eingesetzten Wirkstoffen klärte, auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Die einzige Salbe unter den Nagelpilzmitteln hat ein Labor in unserem Auftrag auf Mineralölkomponenten untersucht und daraufhin analysiert, ob sich darunter aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz MOAH, befinden. Von denen können einige krebserregend sein.

Außerdem im Test: 18 kosmetische Nagelöle – sieben davon sind als Naturkosmetik zertifiziert. Wir wollten wissen, ob die Pflegeöle problematische Duftstoffe oder weitere bedenkliche und/oder umstrittene Inhaltsstoffe wie Diethylphtalat, halogenorganische Verbindungen oder PEG/PEG-Derivate enthalten. Dafür haben wir zum einen ihre Deklaration überprüfen lassen und die Öle für weitergehende Analysen in verschiedene Labore geschickt.

Fett gedruckt sind Mängel.

Abkürzungen: BHT = Butylhydroxytoluol; DEP = Diethylphthalat; MOAH = aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe. Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 126.

Anmerkungen (Nagelöle): 1) Weiterer Mangel: keine Liste der Inhaltsstoffe auf dem Produkt, obwohl die Verpackung des Produkts die gleiche Größe wie vergleichbare Produkte hat. 2) Eugenol deklariert, aber im Labor nicht nachgewiesen. 3) Farnesol deklariert, aber im Labor nicht nachgewiesen. 4) Geraniol und Citronellol deklariert, aber im Labor nicht nachgewiesen. 5) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 6) Eugenol nicht deklariert, aber im Labor nachgewiesen. 7) Laut Anbieter handelt es sich beim Hauptbestandteil des Produkts (hier: C13-15 Alkane) um einen pflanzlich basierten Rohstoff.

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt. Nagelpilzmittel: Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: MOAH.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel. Ein Testergebnis Hilfsstoffe, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Nagelöle: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) ein gemessener Gehalt von mehr als 10 mg/kg polyzyklischen Moschusverbindungen (hier: Galaxolid/HHCB); in der Tabelle: künstlicher Moschusduft); b) Duftstoffe, die Allergien auslösen (hier: Isoeugenol); c) ein gemessener Gehalt von mehr als 1.000 mg/kg DEP (in Tabelle „stark erhöht“); d) bedenkliche UV-Filter (hier: Benzophenon-3); e) PEG/PEG-Derivate. Zur Abwertung um eine Note führt: BHT.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) keine Liste der Inhaltsstoffe auf dem Produkt, obwohl die Verpackung des Produkts die gleiche Größe wie vergleichbare Produkte hat.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Nagelöle nicht überprüft haben.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2206.

Einkauf der Testprodukte: Februar 2022. Der Part Mittel gegen Nagelpilz in diesem Test löst den gleichnamigen Test aus dem ÖKO-TEST Magazin 02/2019 und dessen Wiederveröffentlichung im Jahrbuch für 2020 ab.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.