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TEST: Natürlich genährt


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ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 10.06.2021

TEST Körperöle

Artikelbild für den Artikel "TEST: Natürlich genährt" aus der Ausgabe 6/2021 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

RATGEBER

1 Massieren Sie Körperöl nach dem Duschen immer in die leicht feuchte Haut. Es verbindet sich dann zu einer Wasser-Öl-Emulsion und zieht leichter ein. 

Probieren Sie natürliches Öl gerade jetzt im Sommer auch als Haarpflege aus. Geben Sie ein paar Tropfen ins noch feuchte Haar oder in die Spitzen. 

Ein Körperöl ist leicht selbst zu mischen. Vorsicht bei der Zugabe ätherischer Öle. Auch natürliche Duftstoffe können Allergien auslösen.

Körperöle können viel. Ihre Fans schwören darauf, dass man mit keinem anderen Produkt der Haut so konzentriert wertvolle Wirkstoffe zuführen kann – seltene Fettsäuren etwa, sekundäre Pflanzenstoffe oder Antioxidantien. Auch die Abwesenheit von Wasser hat einige Vorteile. Beispielsweise, dass Körperöle nicht konserviert werden müssen und auf Emulgatoren verzichten können, die in einer Creme Fettkomponenten mit Wasser verbinden. Damit fehlen in ...

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... den Rezepturen potenzielle Problemstoffe, die wir in unseren Tests häufig kritisieren. Wir haben uns 19 Körperöle genauer angesehen und geprüft, wie natürlich ihre Bestandteile wirklich sind oder ob sie schädliche Substanzen enthalten.

Nur die Beduftung sorgt für Abzüge 

Das Ergebnis ist gut ausgefallen: 17 Öle haben wir mit der Bestnote „sehr gut“ bewertet, darunter konventionelle Produkte ebenso wie zwölf Naturkosmetiköle. Das heißt: Alle Öle sind frei von Paraffinen, Silikonen oder weiteren problematischen Verbindungen. Die schlechteste Note im Test war „befriedigend“. Den Notenabzug bekamen zwei Produkte wegen Ihrer Beduftung: Das Öl von L’Occitane enthält den Duftstoff Cinnamylalkohol, der häufig Allergien auslöst. In einem weiteren Produkt fand sich das nach Maiglöckchen riechende Lilial. Dieser Duftstoff steht im Verdacht, die Fortpflanzung zu beeinträchtigen. Lilial ist ein künstlicher Duftstoff.

Woher kommen die Preisunterschiede? 

17-mal „sehr gut“ – da bleibt nur die Frage: Was macht eigentlich die immensen Preisunterschiede zwischen den Ölen aus, und lohnt es sich, tiefer in die Tasche zu greifen? Schließlich schneidet das günstige Hautöl der Marke Aveo, das pro 100 Milliliter 2,63 Euro kostet, ebenso gut ab wie das Dr. Hauschka Rosen Pflegeöl für 22 Euro. Und das mit 29 Euro bei Weitem teuerste Produkt im Test, das L’Occitane Shea Fabelhaftes Trockenöl, erreichte wegen des allergieauslösenden Duftstoffes nicht einmal ein „sehr gut“. Zum Teil resultieren die Preise ganz simpel dar- aus, was die Rohstoffe kosten. Je nachdem, aus welcher Frucht die Öle stammen, sind sie unterschiedlich teuer. Auch synthetisch verarbeitete Ölkomponenten sind weit günstiger.

Der Kosmetikexperte Heinz Jürgen Weiland erklärt: „Reine Öle sind natürlich teurer als Billig-Ölkörper wie beispielsweise Caprylic/Capric Triglyceride.“ Weiland vertreibt selbst Körperöle mit seiner Naturkosmetikmarke Ayluna und ist viel herumgekommen in der Naturkosmetikbranche. Er kennt die Preise. In Bio-Qualität koste ein Kilo Arganöl den Hersteller um die 25 Euro, Sojaöl rund drei Euro, Sanddornöl dagegen 160 Euro.

Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich 

Daraus erklärt sich ein einfacher Zusammenhang: Ein hochwertiges Körperöl – womöglich mit hohen Anteilen an edlen Komponenten aus biologischem Anbau – kann nie günstig angeboten werden.

Der Umkehrschluss ist allerdings nicht erlaubt: Ein teures Öl muss nicht automatisch gut sein. Diese Erfahrung hat auch Heike Käser gemacht. Sie betreibt die Rohstoffseite Olionatura.de und beschäftigt sich schon sehr lange mit natürlichen Ölen. „Es lohnt sich immer, eine Zutatenliste kritisch zu hinterfragen“, sagt Käser.

„Körperöle sind ergiebig und vielseitig. Wir nehmen sie mit und ohne Duft für die ganze Familie.“

Kleine Ölkunde

Granatapfel

… kernöl ist eines jener edlen Öle mit wahrhaft wundersamem Ruf: Mit seinem sehr hohen Anteil an dreifach ungesättigter Punicinsäure soll es die Regeneration der Haut fördern, deren Barrierefunktion stärken und beruhigend wirken.

Jojobaöl

… ist eigentlich kein Öl, sondern ein flüssiges Wachs. Es zieht leicht ein, hinterlässt kaum Fettglanz und dient als ebenso hochwertiges wie kostspieliges Basisöl.

Arganöl

… kommt häufig in Anti-Aging-Rezepturen vor. Arganöl ist sehr rar, denn die Bäume wachsen nur im Süden Marokkos. Marokkaner nutzen es traditionell zur Schönheitspflege. Es beruhigt trockene und entzündete Haut.

Mandelöl

… hat sich seit Jahrhunderten als hochwertiges und mildes Öl bewährt. Es eignet sich auch gut als Massageöl sowie für die Babypflege. Aus ökologischer Sicht spricht einiges dafür, Mandelöl nur in Maßen zu verwenden: Der Mandelanbau braucht extrem viel Wasser und senkt den Grundwasserspiegel in den Anbauregionen teilweise drastisch. Hinzu kommen lange Transportwege, denn über 80 Prozent des Mandelanbaus findet in Kalifornien statt. Wenn möglich, Bio-Mandelöl aus Europa vorziehen.

Sonnenblumenöl

… gilt als eher leichtes Öl für normale bis fettende Haut, das gut einzieht. Es ist preisgünstig und dient deshalb häufig als Basis für Körperöle – genau wie Soja- oder Olivenöl. Sonnenblumenöl besitzt einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigter Linolsäure. Häufig kommt es als Hybridöl zum Einsatz – auf der Inhaltsstoffliste steht dann „Helianthus Annuus Hybrid Oil“. Das heißt, das Fettsäuremuster der Sonnenblumen wurde durch Züchtung verändert.

Dabei hat es wenig Aussagekraft, wenn ein Hersteller vorn auf dem Etikett eines günstigen Öls sehr hochwertige Zutaten bewirbt, wie Argan-, Avocado- oder Macadamiaöl. „Dann kann man davon ausgehen, dass die in so niedrigen Dosen eingesetzt sind, dass sie das Etikett nur gestreift haben“, sagt die Expertin.

Meist erkennen Verbraucher den geringen Gehalt dieser Zutaten daran, dass sie ganz weit hinten auf der Liste der Inhaltsstoffe aufgeführt sind. Was auf dieser sogenannten INCI-Liste ganz vorn steht, macht den größten Anteil am Produkt aus; eine absteigende Reihenfolge ist vorgeschrieben.

Günstige Basisöle 

So hat auch die erste Zutat auf dieser Liste einen wichtigen Einfluss auf den Preis. Denn dabei handelt es sich um das verwendete Basisöl. Meist nehmen Hersteller dafür günstige Öle aus Sonnenblumen, Soja; manchmal auch hochwertigere und teurere Fette wie Jojoba-oder Mandelöl. „Mandelöl wird aber häufig mit Sonnenblumenöl verschnitten“, sagt Käser. Das erkenne man daran, dass Sonnenblumenöl gleich an zweiter Stelle hinter dem Mandelöl auftauche.

Und schließlich verwenden einige Hersteller als Hauptbestandteil synthetisch hergestellte Fettanteile mit zungenbrecherischen Bezeichnungen: von Caprylic-/ Caprin-Triglyceride, die unter bestimmten Voraussetzungen auch in Naturkosmetik erlaubt sind, bis zu halbsynthetischen Fetten wie Isopropylpalmitat oder Ethylhexylstearat, die auf Basis von Erdöl hergestellt sind.

Natürliche Öle sind gut für die Haut 

Diese Fettgrundlagen haben den Vorteil, dass sie sich sehr leicht verteilen und enorm günstig sind. „Die erdölbasierten Basisöle tun der Haut nichts Schlechtes. Sie reagieren nur gar nicht mit ihr“, sagt Heike Käser. Das in ihren Augen größte Potenzial von Körperölen komme bei ihnen gar nicht zum Tragen: „Ein gutes, natives Pflanzenöl dagegen ist in der Lage, mit der Haut zu interagieren. Dann ist das eine echte kosmetische Bombe.“

Fett gedruckt sind Mängel.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 128. 

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Laut Anbieter wird die Rezeptur des Produkts voraussichtlich ab Juli frei von Lilial sein. 3) Laut Anbieter hat das Produkt seit Juni ein neues Design und den neuen EAN-Code 4058172586835, Restbestände würden derzeit abverkauft werden. 4) Laut Anbieter ist das Produkt nach dem Natural-Cosmetics-Standard zertifiziert. Auf dem Produkt ist das Naturkosmetiksiegel nicht abgebildet.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: Butylphenyl Methylpropional (Lilial). Zur Abwertung um eine Note führen: deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Zimtalkohol/ Cinnamylalkohol). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: Umkarton, der kein Glas schützt. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/N2106

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 7/2020 und ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2021. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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