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TEST Naturbettdecken Sch(l)af gut!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2014 vom 29.08.2014

Wir haben Bettdecken, die mit Naturmaterialien wie Schafschurwolle oder Kamelhaar gefüllt sind, in die Labore geschickt. Viele Produkte waren in Ordnung, bei einigen Decken hatten die Fachleute Zweifel, ob wirklich drin ist, was draufsteht. Und Chemikalienrückstände sind leider auch ein Thema.Von Anna Maiz


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Foto: imago/China Foto Press

Daunen oder Synthetik als Materialien für Bettdecken sind am weitesten verbreitet. Doch sie können auch mit anderen weichen Naturmaterialien gefüllt sein: mit Tierhaaren – zum Beispiel von Schaf, Ziege, Kamel –, mit Seide, Baum - wolle und anderen.

Als Wolle ganz allgemein ...

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... bezeichnet man die weichen Haare des Schafs. Da die aufgebauschten Fasern zu einem großen Teil aus Luft bestehen, wird die Körperwärme unter der Bettdecke erhalten, doch es entsteht kein Hitzestau. Wolle kann zudem viel Wasserdampf aufnehmen und Schweiß binden, ohne dass sie sich feucht anfühlt, ein weiteres großes Plus. Und sie leitet die Feuchtigkeit schneller wieder ab als zum Beispiel Baumwolle.


Kamele haben dünnes Flaumhaar und dickes Deckhaar


Schurwolle wiederum darf nur vom lebenden Tier gewonnen werden – im Gegensatz zu Wolle, die auch vom geschlachteten Tier oder aus Wiederaufarbeitung stammen kann. Für Schurwolle wird das Wollkleid des Schafes als Ganzes geschoren und gewaschen. Die Wolle ist gekräuselt und weich. Schafwolle hat viele Vorzü- ge, vor allem kann sie Feuchtigkeit gut transportieren und ist deshalb auch im Sommer temperaturausgleichend. Naturbelassen hat sie eine hohe Selbstreinigungskraft, ist allerdings nicht in der Waschmaschine waschbar. Der Großteil der Schaf wolle wird importiert, die großen Produzenten sind Australien, China, Neuseeland, doch auch in Deutschland wird Schafwolle produziert.

Merinoschurwolle ist eine sehr hochwertige Wolle, die von Merinoschafen gewonnen wird, einer Rasse, die urprünglich in Spanien gezüchtet wurde. Heute gibt es mehrere Arten. Die feinsten Fasern stammen von Tieren aus Australien, Südamerika und Südafrika.

Kamelhaar – man spricht hier nicht von Wolle – ist das Haar der in Asien und Afrika beheimateten Kamele, das im Frühjahr büschelweise ausfällt. Am wertvollsten ist das Unterhaar, das Flaumhaar, es ist sehr fein, leicht gekräuselt und beigebraun – das Deckhaar dagegen schlicht und grob. Kamelhaar ist feiner und hochwertiger als das Haar des einhöckrigen Dromedars. Kamele mit der besten Wolle leben eher in Ländern mit sehr rauem Klima, also in West-china oder der Mongolei. Das dünne Flaumhaar wird von den äußeren gröberen Haaren und vor allem von den steifen Grannenhaaren getrennt, entgrannt lautet dieser Vorgang in der Fachsprache. Kamelhaar ist sehr leicht und weich, und dadurch noch anschmiegsamer als Merinoschurwolle. Kamelhaar kühlt oder wärmt je nach Bedarf, es ist besonders feuchte regulierend und deshalb für Ganzjahresbettdecken sehr gut geeignet.

Kaschmir gewinnt man durch Auskämmen der Kaschmirziege, die in der Region Kaschmir im Norden Indiens und in Pakistan zu Hause ist, und bei niedrigsten Temperaturen leben kann. Je kälter es ist, umso feiner ist ihr Haar. Kaschmirwolle ist noch anschmiegsamer als Kamelhaar. Allerdings nimmt Kaschmir nur wenig Feuchtigkeit auf, wärmt aber besonders gut. Der Preis richtet sich nach der Qualität der Wolle. In Europa muss ein Produkt, das den Namen „Kaschmir“ trägt, 85 Prozent Kaschmirwolle enthalten. „100 Prozent Kaschmir“ müssen dagegen nahezu rein sein.

ÖKO-TEST kaufte 15 mit natürlichen Materialien gefüllte Bettdecken mit mittlerem Wärmegrad ein. Sie werden oft als Ganzjahresdecken bezeichnet. Wir wollten wissen, ob sie mit problematischen Stoffen behandelt wurden und ob sie das enthalten, was die Anbieter versprechen.

Das Testergebnis

Nicht alle überzeugen. An fünf Naturbettdecken haben wir nichts oder nur wenig auszusetzen, drei weitere sind noch „gut“. Nicht immer sind wir mit der Qualität der Natur fasern beziehungsweise deren Auslobung einverstanden. Meist reicht es jedoch noch für ein „befriedigendes“ Gesamturteil, lediglich die OBB Naturhaardecke Merinoline Mono ist ausreichend.
Pestizide nachgewiesen. In vier Fällen wurden Permethrin und andere Pestizide nachgewiesen, doch nur in zwei Decken sind die Mengen so, dass wir abwerten. Aber selbst der Gehalt des am höchsten belasteten F.a.n. Kaschmir Steppbett lässt eher auf eine Verunreinigung denn auf eine gezielte Behandlung schließen.
Fragwürdige Merino- und Schurwolle. Bei der Grüne Erde Ganzjahresdecke Schur - wolle waren die Wollfasern zu dick, als dass man sie noch als Merino bezeichnen könnte. Der Faserexperte Professor Crisan Popescu von DWI Leibniz Institut für Interaktive Materialien der Universität Aachen (RWTH) sieht, wie andere Experten auch, die Grenze für Merinowolle bei etwa 25 Mikrometern, maximal aber bei 28. In der getesten Bettdecke waren die Fasern meist dicker. Diese Stärke wird als Crossbred (Kreuzung) bezeichnet, möglicherweise stammen sie von einer Kreuzung eines Merinoschafs mit einem anderen Schaf. In der OBB Naturhaardecke Merinoline Mono waren zum Teil feine Merinohaare, zum Teil auch dickere Haare vorhanden, vor allem aber 1,2 Prozent Fremdfasern. Die Füllung darf somit als 100 Prozent Wolle, aber nicht mehr als Schurwolle bezeichnet werden. Denn für Schurwolle darf der Fremdfaseranteil nach Textilkennzeichnungsverordnung nicht über 0,3 Prozent liegen.
Nicht nur das Feinste vom Feinen. Wer sich in Bettdecken feine Kaschmir- und Kamel haare vorstellt, wie sie bei Textilien üblich sind, der irrt. In allen mit diesen Tierhaaren gefüllten Bettdecken stecken alle möglichen Faserstärken: sowohl feine Flaumhaare, die Unterhaare der Tiere, mitteldicke Haare wie auch dicke Deckhaare in unterschiedlichen Anteilen. Die meisten feinen Fasern hatte noch die Allnatura Leichl-uteppdecke Kamel flaumhaar. Da es für die zu verwendenden Haarstärken jedoch keine Regelung gibt, werten wir ledig lich unter Weiteren Mängeln ab, wenn es eine große Diskrepanz zwischen der Auslobung der Bettdecke und den gemessenen Faserstärken gibt. In den Decken von Dormiente, Erwin Müller und Traumina wurden relativ geringe Anteile an feinen und vergleichsweise viele dicke Fasern nachgewiesen, obwohl gerade diese Produkte mit „feinstes Kamel(flaum) haar“ oder „Kamelhaar su- perentgrannt“, das heißt vollkommen vom Deckhaar befreit, beworben waren. Ob es sich bei den Tierhaaren wirklich zu 100 Prozent um Kaschmir oder Kamelhaar han delte, konnte das von uns beauftragte Textilinstitut nicht völlig zweifelsfrei feststellen. Bei feinen Fasern ist das durch ihre charakteristische Struktur möglich, bei dicken F asern – wie sie auch in den Testprodukten stecken – fehlt diese jedoch, was die Zuordnung sehr schwierig macht. Außerdem: Wurden die Fasern chemisch behandelt, verlieren sie diese eindeutigen Merkmale.
Umweltbelastend. In etlichen Bezügen und Etiketten werden unnötigerweise optische Aufheller verwendet, welche die Umwelt belasten. Das ist bei Bettdecken besonders überflüssig, da die ganze Decke ohnehin im Bettbezug verschwindet. Auch Rückstände von Nonylphenolethoxylaten wurden in einem Drittel der Bettdecken nachgewiesen. Sie werden bei der Textilverarbeitung als Tenside eingesetzt, gelangen ins Abwasser und schädigen Wasserorganismen.

Angenehm und kuschelig soll die Bettdecke sein. Die Füllungen mit Naturhaaren fühlen sich gut an und je nach Füllmenge sind sie für Sommer, Winter oder das ganze Jahr über geeignet.


Foto: IPGGutenbergUKLtd/iStock/©Thinkstock

So reagierten die Hersteller

■ Mehrere Hersteller bestätigten in ihren Reaktionen, dass in den Füllungen der Bettdecken ganz unterschiedlich dicke Fasern eingesetzt werden und nicht nur (feinstes) Kamelflaumhaar, wie ausgelobt. So schreibtAllnatura , dass die Kamelflaumhaarfüllung aus feinsten Kamelhaarfläumen und festeren Kamelhaaren bestehe, „um eine bestmögliche Gitterstruktur zu erhalten“. UndTrau mina teilte uns mit: „Der schöne Bausch der Vliese beruht gerade auf den in maßvollem Umfang vorhandenen Deckhaaren und feinen Unter haaren.“

Durch die Steppung , die auch als dekoratives Mittel eingesetzt wird, bleibt die Füllung gleichmäßig verteilt.


Foto: ugurhan/©iStock

Das braune Kamelhaar (oben) und die noch dunklereKaschmirwolle (unten) fühlen sich sehr weich und flauschig an.


Schafwolle ist nicht ganz so weich wie Kamelhaar und Kaschmir. Meist wird reine Schurwolle von lebenden Tieren verwendet.


Fotos (3): ÖKO-TEST

■ Die HerstellerBadenia undDormiente legten Ergebnisse von Tests vor, die ihr Lieferant in Auftrag gegeben hat,Erwin Müller zitiert daraus: „Alle Fasermuster enthalten sehr grobe Haare.“ Das Kamel haar bestehe „vermutlich aus einer Mischung aus Kamel- und Dromedarhaaren“. Aber warum bewerben die Anbieter die Bettdecken dann mit Kamelflaumhaar oder gar feinstem Kamelflaumhaar? Dem Verbraucher wird etwas vorgegaukelt, was nicht ist.

Außerdem bestätigte der Lieferant dieser Anbieter, dass eine Untersuchung des gelieferten Kamelhaars ergeben hätte, dass je nach Charge 92 bis 95 Prozent Kamel haar enthalten seien, der Rest sei Schafwolle und andere Haare. Reines Kamelhaar sei gar nicht möglich, denn es durchlaufe dieselben Waschanlagen wie Yakwolle, Kaschmir und Wolle und das Wasser werde nicht nach jeder Waschpartie gewechselt. Auch durch die Bauern und Nomaden, die meist unter schiedliche Nutztiere halten, komme es zu Verunreinigungen. Außerdem sei das Entgrannen „kein besonders faserschonender Prozess“, der die Schuppenstruktur beschädige, sodass die spätere Zuordnung der Fasern zu einer Tierart teilweise nur noch schwer möglich sei. Die AnbieterAllna tura, Brinkhaus, Frankenstolz, Lonsberg undTraumina legten dagegen Testzertifikate vor, nach denen das an sie gelie ferte Wollmaterial 100 Prozent Kaschmir beziehungsweise 100 Prozent Kamelhaar sei.Frankenstolz wies darauf hin, dass die Fasern der getesteten Bettdecke chemisch behandelt seien. Dadurch werde „die Schuppenstruktur der Faser verändert und teilweise sogar zerstört, sodass nach der Ausrüstung der Kaschmirgehalt nicht mehr eindeutig festgestellt werden kann“.
Die OBB Oberbadische Bettfedernfabrik ist ratlos angesichts der Testergebnisse. Die Verunreinigung mit Fremdfasern kann sich der Hersteller nur so erklären, dass am Rand überstehende Ware bei der Produktion nicht im Müll landet, sondern wieder als Füllung eingesetzt wird. Möglicherweise seien so einige Baumwoll- oder Poly esterfäden in die Füllung gelangt. Aus ökologischen Gründen möchte er auf diese Wiederverwertung und Müllvermeidung nicht verzichten. Die Schurwolle sei kbT/GOTSzertifiziert und würde regelmäßig kontrolliert. Bisher sei noch nie ein Gehalt an Permethrin nachgewiesen worden wie im Testprodukt.
Erwin Müller bestätigt das Ergebnis der Nonylphenolethoxylate. „Unseren Lieferanten ist das Thema bekannt“, man arbeite daran, alterna tive Waschmittel zu finden, allerdings sei das noch nicht so weit. Ein Lieferant habe zugesichert, dass er sie in Zukunft praktisch nicht mehr zum Waschen des Kamelhaars verwenden wird. In der EU werden diese umweltbelastenden Tenside aufgrund einer Selbstverpflichtung der Industrie nicht mehr in Waschmitteln eingesetzt. Wieso es außerhalb der EU nicht möglich sein soll, andere Tenside zu verwenden, ist für ÖKO-TEST nicht nachvollziehbar.Dormiente war froh, dass wir auf dieses Problem aufmerksam machten: „Die APEOs, zu denen die Nonylphenolethoxylate gehören, nehmen wir ab sofort in unser Untersuchungsprogramm mit auf.“

So haben wir getestet

Unter dem Mikroskop erkennt man die feinen Kamelflaum haare und das dicke, schlichte Deckhaar mit Markkanälen.


Foto: Labor

Der Einkauf
Bei Naturbettdecken stehen Füllungen mit Schafschurwolle und Kamelhaar hoch im Kurs. Wir haben zwölf davon eingekauft, außerdem noch zwei mit Kaschmirfüllung und eine mit Bio-Baumwolle, diese also pflanz lichen Ursprungs. Dabei haben wir uns für solche, die man mit einem mittleren Wärmegrad das ganze Jahr nutzen kann, entschieden, in der Standardgröße von 135/140 x 200 Zentimetern. Die Preisspanne reicht von knapp hundert bis fast 350 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Wolle wird zum Teil chemisch gegen Mottenbefall behandelt, weshalb wir die Füllungen auf Pestizide untersuchen ließen. Auf dem Prüfprogramm standen außerdem umstrittene halogenorganische Verbindungen und Formaldehyd, mit denen der Oberstoff oder die Fasern der Füllung ausgerüstet sein können. So werden beispielsweise chlororganische Verbindungen eingesetzt, um die Wolle waschbar zu machen. Darüber hinaus ließen wir unter dem Mikroskop untersuchen, inwieweit es sich um die ausgelobten Fasern handelt und ob sie fein oder grob sind. Hochwertige feine Tierhaare haben eine ausge prägte Struktur, an der sie erkannt werden können.

Die Weiteren Mängel
Wir verglichen auch die gemessenen Faserstärken mit der Auslobung der Füllung. So werden die Produkte teilweise als feinstes Kamelflaumhaar oder Kamelhaar super entgrannt, also vom dicken Deckhaar befreit, ausgelobt. Außerdem prüften die von uns beauftragten Labore, ob umweltbelastende Stoffe wie optische Aufheller sowie Nonylphenolethoxylate in den Decken oder chlorierte Verbindungen in der Verpackung stecken.

Die Bewertung
Für gesundheitlich problematische Verbindungen wie Permethrin sowie weitere umstrittene halogenorganische Verbindungen gibt es Minuspunkte, ebenso wenn die Faseranalyse zeigte, dass die Fasern nicht so fein oder rein waren, wie es für die ausgelobten Qualitäten Merino- oder Schurwolle sein müsste. Deutliche und vor allem mehrere Weitere Mängel verschlechtern das Gesamturteil ebenfalls.

ÖKO-TEST rät

• Im Test können Sie unter einer ganzen Reihe von guten und sehr guten Produkten wählen. Ein zusätzliches Plus bieten Decken, deren Materialien aus kontrolliert biologischem Anbau oder kontrolliert biologischer Tierhaltung stammen.
• Schafwolle und andere Tierhaare überzeugen durch Feuchtigkeitstransport, Atmungsaktivität, Temperaturausgleich, Selbstreinigung. Und sie sind anschmiegsam. Auch Bettdecken mit vielen dicken Fasern fühlen sich noch gut an.

Kompakt

Waschbar oder nicht?
Die meisten Tierhaarbettdecken im Test sind nicht waschbar, und das ist gut so. Denn nur mit einer speziellen chemischen Ausrüstung der Wolle oder Haare, zum Beispiel durch eine Behandlung mit Chlor, ist das möglich. Die Naturbettdecken sollten leicht aufgeschüttelt und regelmäßig gelüftet werden, optimal ist ein gelegentliches Lüften im Freien. Allergiker, die ihre Decke waschen möchten, wählen besser eine Baumwollfüllung.

Wärmegrade
Die Angaben der Hersteller, wie warm eine Bettdecke ist, sind leider nicht definiert und alles andere als einheitlich. Teilweise wird in drei Stufen eingeteilt, teilweise in fünf und mehr – oder auch gar nicht. Die Wärmegrade geben aber immerhin eine grobe Orientierung. Oft kann man die Produkte auch über die Gewichtsangaben vergleichen.

Kontrolliert biologisch
Kontrolliert biologischer Anbau (kbA) und kontrolliert biologische Tierhaltung (kbT) bedeuten, dass die Fasern auf der Grundlage anerkannter internationaler oder nation aler Bio-Standards zertifiziert sind. Diese variieren, doch es gibt gemeinsame Prinzipien. Baumwolle kbA wird ohne Verwendung von chemischem Dünger und synthetischen Pestiziden angebaut, sie wird von Hand geerntet, ohne chemische Entlaubungsmittel und gentechnisch veränderte Organismen. Eine kontrolliert biologische Tierhaltung soll artgerecht sein, das Verfüttern von Masthilfsmitteln und gentechnisch-veränderten Pflanzen ist untersagt. Bei Schurwolle kbT wird auf Pestizide verzichtet. Einige Institute zertifizieren auch die gesamte Lieferkette. Als die derzeit zuverlässigsten ökologischen Standards gelten IVN Best des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft und mit Abstrichen GOTS (Global Organic Textile Standard).