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TEST Naturheilverfahren: Schluss mit der Angeberei


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2010 vom 09.06.2010

Naturmedizin für Kassenpatienten? Bei uns kein Problem, posaunen seit Jahren viele Kassen. Die Realität sieht anders aus. Die gesetzlichen Grenzen sind eng, aber leider vielfach unbekannt. ÖKO-TEST zeigt, wie und wo sanfte Medizin auf Rezept wirklich möglich ist.


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Deutschland ist das Paradies. Zumindest fur Kassenpatienten, die Krankheiten und Wehwehchen mit Naturheilverfahren kurieren wollen. Gesundheitsreform hin, Kosteneinsparung her – die klammen Kassen schutten ein Fullhorn (finanzieller) Wohltaten uber die Versicherten aus. Diesen Eindruck vermitteln zumindest Tests wie die ...

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Deutschland ist das Paradies. Zumindest fur Kassenpatienten, die Krankheiten und Wehwehchen mit Naturheilverfahren kurieren wollen. Gesundheitsreform hin, Kosteneinsparung her – die klammen Kassen schutten ein Fullhorn (finanzieller) Wohltaten uber die Versicherten aus. Diesen Eindruck vermitteln zumindest Tests wie dieServicestudie: Gesetzliche Krankenkassen 2009 des DISQ. Das Deutsche Institut fur Servicequalitat hatte 20 der grosten deutschen Krankenkassen befragt, ob sie ihren Mitgliedern Naturheilverfahren bezahlen, von anthroposophischer Me dizin uber Eigenblutthera pie bis hin zu Qigong und Taichi. Das Ergebnis: Laut DISQ zahlt die Techniker Krankenkasse TK fur 21 der 24 abgefragten Verfahren „uneingeschrankt“, ebenso die DAK. Bei der Barmer sind es immerhin noch 18.

Das Problem: Fur viele der abgefragten Verfahren wie die Eigenharntherapie – durch das Trinken des eigenen Urins soll das Immunsystem aktiviert werden – oder die Irisdiagnostik – durch den tiefen Blick in die Augen sollen Krankheiten zu erkennen sein – durfen die Kassen gar nicht „uneingeschrankt“ leisten, sondern allenfalls in Ausnahmefallen. So hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass nahezu jede Behandlungsmethode bezahlt werden muss, wenn ein Patient lebensbedrohlich erkrankt ist und anerkannte schulmedizinische Methoden nicht (mehr) helfen. Auch in Kliniken und der Reha durfen Verfahren angewandt werden, die die Kassen im Normalfall nicht bezahlen mussen oder durfen. Von solchen Ausnahmen abgesehen sind die Spielraume der Krankenkassen eng begrenzt. Von der Moglichkeit, einen ganzen Straus von Naturheilverfahren „uneingeschrankt“ zu ubernehmen, sind sie auch angesichts der Finanznote weiter entfernt denn je.

Die Leidtragenden solcher Testaussagen sind die Patienten. Bei denen werden Erwartungen geweckt, und wenn sie sich ohne Ruckfrage bei den Kassen von mehr oder minder seriosen Heilern behandeln lassen, mussen sie unter Umstanden die Kos ten aus eigener Tasche be zahlen. Auch die seriosen Arz te gehoren zu den Verlierern, wenn sie Behandlungen auf Krankenkassenkarte mit solchen Verfahren verweigern mussen und dadurch in Erklarungsnote geraten. Wer einen hartnackigen Patienten dann noch auf die Moglichkeit der privaten Abrechnung hinweist, kommt schnell in den Verdacht, ein Abzocker im weisen Kittel zu sein.

Geheimniskrämerei schafft Misstrauen

Von OKO-TEST zu den Fehlern befragt, erklarte DISQ-Geschaftsfuhrer Markus Ha mer, er sehe „keine Veranlassung, die Studie zuruckzuziehen“. In einer weiteren Mail lies er uns wissen, „die finale Entscheidung“ konne nur der Auftraggeber der Studie, der Fernsehsender n-tv, treffen.

Die Weigerung zur Rucknahme konnte damit zusammenhangen, dass das DISQ ein Hamburger Marktforschungsunternehmen ist, das fur solchen Studien viel Geld verlangt. So kosten die genauen Ergebnisse der Krankenkassenuntersuchung den interessierten Leser eine Schutzgebuhr von 250 Euro plus MwSt. Was die ausgezeichneten Kassen fur die Werbung mit dem Label bezahlen mussen, ist nicht zu erfahren.

Daruber, so Hamer, habe man mit n-tv Stillschweigen vereinbart. Die TK erklart die Kosten zu „Betriebsinterna“. n-tv schweigt sich aus, weil OKO-TEST „Konkurrent und Mitbewerber“ sei. Solche Geheimniskramerei muss Misstrauen hervorrufen, und es stellt sich die Frage, ob da mehr Geld im Spiel ist als die 500 bzw. 300 Euro Bearbeitungsgebuhr, die die Stiftung Warentest bzw. OKO-TEST von den Kassen und anderen Anbietern verlangen. Was ubrigens jeder auf unserer und der Internetseite der Berliner Kollegen nachlesen kann. Allerdings ist die Studie des DISQ nur die inkompetente Spitze des Eisbergs. Krankenkassentests finden sich in vielen Zeitungen und Zeitschriften – mit ahnlich guten Testergebnissen fur die Naturheilverfahren. AuchGuter Rat kurt die „Beste Krankenkasse“.

Als wir uns dort nach den Naturheilverfahren erkundigten, antwortete die zustandige Redakteurin, man wisse nicht, wie die Bewertung genau zustande komme (Anmerkung: OKOTEST hat die Antwort etwas verkurzt und auf den Punkt gebracht). Auskunft konne uns www.gesetzlicheKran kenkassen.de geben, die die Daten erhoben haben. Dort hies es, Zugriff habe nur der Chef Thomas Adolph – und der sei leider im Urlaub. Vermutlich unterscheiden sich die Ergebnisse jedoch kaum von denen in der ZeitschriftEuro , inFocus Money oder in derBild am Sonntag . Denn alle bekommen ihre Daten von Adolph.

Auch OKO-TEST hat bis vor einigen Jahren mit ihm zusammengearbeitet, doch wir erheben unsere Daten seither selbst. EbensoFinanztest von der Stiftung Warentest. Doch die Finanztester berucksichtigen die Naturheilverfahren in ihren Tests mit Ausnahme der Homoopathie nicht. So umgehen sie einen Bereich, der fur die Versicherten zwar sehr wichtig, aber zugleich ein Minenfeld ist. Denn unser Test zeigt: Nicht einmal die grosen Spieler am Markt wie AOKs, die sich uber ihren Bundesverband abstimmen konnten, sind einig daruber, welche Verfahren sie bezahlen durfen.

Daher ist den Zeitungen und Zeitschriften kein Vorwurf zu machen, selbst wenn die Testergebnisse teil weise fragwurdig sind. Auch Thomas Adolph nicht. Er hat in der Vergangenheit die Erhebung der Daten im mer wieder verbessert. So lasst er sich inzwischen mit rechtsverbindlicher Unterschrift durch den Vorstandbestatigen, dass die Kasse richtige Angaben zu ihren Leistungen gemacht und den Fragebogen korrekt ausgefullt haben. Leider sind die Unterschriften oft das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben stehen.

Unsere Empfehlungen

• Für Mehrleistungen gibt es enge Grenzen. Bei Kassen, die sich als große Naturheiler darstellen, müssen Verbraucher fragen, ob die sanfte Medizin vertragsärztlich ambulant geleistet wird. Denn oft bekommt man die Behandlung nur im Krankenhaus oder muss einen zusätzlichen Wahltarif abschließen.

• Bietet die Kasse Kurse zum Eigentraining an, sollte man darauf achten welche Zuzahlungen notwendig werden. Wer nicht regelmäßig teilnimmt, erhält oft gar keinen Zuschuss.

• Umfassend erhalten Kassenpatienten sanfte Medizin nur durch den zusätzlichen Abschluss einer privaten Versicherung. Die Police sollte auf jeden Fall alle Gebühren von Heilpraktikern übernehmen und alle alternativen Heilmethoden und -mittel des Hufelandverzeichnisses voll ersetzen.

Dabei ist jeder, der die Leistungen von Krankenkassen bewerten will, auf solche Abfragen angewiesen. Denn nicht alles ist einfach nachprufbar in den Satzungen geregelt. Doch die Kassen haben in der Vergangenheit eine erstaunliche „Kreativitat“ bei der Beantwortung entwickelt. Selbstverstandlich gibt niemand falsche Auskunfte. So teilte uns die TK auf Anfrage zu den merkwurdigen Ergebnissen der DISQ-Studie mit, sie beantworte „entsprechende Fragebogen wahrheitsgemas“.

Wenn bestimmte Leistungen nur eingeschrankt erbracht wurden, weise die TK darauf hin. „Der redaktionelle Umgang mit diesen Hinweisen ist jedoch hochst unterschiedlich, wie immer wieder zu beobachten ist.“ So weit, so gut. Dennoch warb die TK auf ihrer Internetseite mit den Testergebnissen.

Dazu TK-Sprecher Michael Schmitz feinsinnig: „Um deutlich zu machen, dass es sich um Aussagen des DISQ handelt, ist seinerzeit die Formulierung, laut DISQ‘-Studie gewahlt worden.“ Das heist: Selbstverstandlich wussten wir, dass die Ergebnisse fehlerhaft dargestellt sind, waschen aber unsere Hande in Unschuld. Auch die DAK hat die Freiraume genutzt. Die Abfrage sei „sehr allgemein gehalten“ gewesen.

„Deshalb konnten teilweise auch Methoden dann ubernommen werden, wenn sie nicht Gegenstand der ambulanten vertragsarztlichen Behandlung sind, sondern anderweitig erbracht werden“, so Pressesprecher Frank Meiners. Selbstverstandlich haben wir auch bei der Barmer-GEK nachgefragt, die angekundigte Antwort war allerdings bis zum Redaktionsschluss noch nicht eingegangen. In anderen Branchen wurde die Konkurrenz die Gerichte anrufen. Nicht so die Krankenkassen: Die Kleinen konnen offenbar nicht oder es fehlt ihnen der Mut, sich mit den Grosen anzulegen. Und die Schwergewichte hacken sich gegenseitig kein Auge aus. Im Gegenteil: Zwischen ih nen gibt es anscheinend einen Wettbewerb, wer die groste „Kreativitat“ an den Tag legt und somit im Test am besten abschneidet. OKO-TEST ist daher diesmal einen anderen Weg gegangen. Zunachst einmal stellten wir fest, welche Naturheilverfahren die Kassen uberhaupt in welchem Umfang bezahlen durfen. Schon das war nicht einfach. Sozialgesetzbuch, verschiedene Richtlinien und die Stellungnahmen des Gemeinsamen Bundesausschusses mussten ausgewertet und interpretiert werden.

Folglich besteht auch unter den Kassen keine Einigkeit. Beispiel Neuraltherapie, bei der nervenwirksame Mittel in bestimmte Zonen des Korpers gespritzt werden, um an anderen Stellen eine heilende Wirkung zu erzielen. „Diese Therapie ist ein wissenschaftlich nicht anerkanntes Verfahren. Bisher konnte fur den postulierten Wirkmechanismus kein wissenschaftlicher Nachweis erbracht werden.

Eine Kostenubernahme ist ausgeschlossen“, befindet die KKH-Allianz. Ahnlich ausern sich einige AOKs. Die „Kasse leistet“, erklart dagegen die AOK Saarland, wahrend sich die AOK Rheinland-Pfalz unentschieden gibt: Die Kostenubernahme sei „abhangig von Indikation und Leistungserbringer“. Gleiches gilt fur die Heliotherapie, die die Heilwirkung der Sonnenstrahlen nutzen soll. „Vertragsleis tung, soweit vom Arzt er bracht“, erklart die AOK Schleswig-Holstein. „Keine Leistung“, sagt dagegen die AOK Hessen. Auch die BIG meint: „Keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung“, wahrend die AOK Bayern zumindest in der Kur dafur zahlen will. Doch das ist nichts Besonderes, denn das darf eigentlich jeder.

Einigkeit herrschte nur bei ganz wenigen Verfahren. So wollen alle Kassen fur die Akupunktur bei chronischen Knie- und bei chronischen Ruckenschmerzen bezahlen, ebenso fur die Lymphdrainage. Doch schon bei Fango, eigentlich eine unstreitige Kassenleistung, schert die mhplus BKK aus und reklamiert eine Einzelfall-Entscheidung. Umgekehrt will die BKK Durkopp-Adler ihren Mitgliedern – was durchaus erlaubt ist – einen Kurs fur die Atemtherapie nach Middendorf bezahlen, wahrend alle anderen Kassen hier die Leistung verweigern.

Reiki soll Geist und Lebensenergie verbinden – durch die Hände des Reikigebenden.


Foto: irisblende.de

Das von uns trotz solcher Schwierigkeiten erarbeitete Leistungsprofil verglichen wir dann mit den Antworten der Kassen. Insgesamt hatten wir knapp 120 angeschrieben, 40 antworteten nicht oder verweigerten ausdrucklich die Teilnahme. Den restlichen 80 gaben wir nach einer ersten Fragerunde die Moglichkeit, ihre Antworten zu prazisieren und Belege fur behauptete Leistungen vorzulegen. Das Ergebnis dieser zweiten Fragerunde wurde den Kassen danach zur endgultigen Stellungnahme zuruckgespielt. Das Ergebnis fur die besten finden Sie in diesem Heft, den Rest im Internet unter www.oekotest.de

Das Testergebnis

■ Der Vergleich der endgultigen Antworten der Kassen mit dem Leistungsprofil zeigt auf der einen Seite, wo eine Kasse tatsachlich ihren Spielraum nutzt und den Versicherten substanzielle Mehrleistungen bietet. Vor allem aber entlarvte der Abgleich die Strategien der Kassen, mit denen sie sich in Tests bislang gut verkauft haben, ohne dass die Versicherten wirkliche Mehrleistungen erhalten.
■ Beeindrucken wollten uns einige Kassen mit dem Reha-Trick. So leistet die Barmer-GEK eigenen Angaben zufolge fur eine Vielzahl von Naturheilverfahren wie Ayurveda, der verbotenen Elektroakupunktur nach Voll, der Ozon- und der Colon-Hydrotherapie. Allerdings nicht in der ambulanten Praxis, sondern nur, wenn der Versicherte im Krankenhaus liegt oder in eine Reha-Einrichtung eingewiesen wurde. Die Techniker-Krankenkasse weist mit dem Reha-Trick Leistungen fur Osteopathie, Chelattherapie, Feldenkrais oder Reflexzonenmassage aus. Damit nutzen die Kassen geschickt eine Lucke im Sozialversicherungsrecht. Im Krankenhaus oder in der Reha „gilt der Grundsatz: Jede Therapie darf angewandt werden. Auch Therapieverbote fur die vertragsarztliche Praxis spielen dann keine Rolle“, erlautert Kristine Reis-Steinert, Pressesprecherin des Gemeinsamen Bundesausschusses aus Berlin. Dieses Ungleichgewicht zwischen ambulanter und stationarer Praxis will der Gemeinsame Bundesausschuss, der entscheidet, was bezahlt werden darf und was nicht, zwar andern. Bis dahin konnen sich „schlaue“ Kassen aber weiterhin einer Werbemethode erfreuen, die bisher kaum einem Tester aufgefallen ist.
■ Auch der Einzelfall-Trick lasst eine Kasse in Tests gut dastehen. So begrundet die BKK Mobil Oil die Leistungen fur elf Naturheilverfahren, die von Ayurveda bis Venenoperationen mit Radiowellen reichen, mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Danach muss eine Kasse unter bestimmten Bedingungen bei schwerwiegenden Erkrankungen dem Versicherten jede Behandlungsmethode bezahlen. Eine Abwandlung des Einzelfall-Tricks ist die Leistung auf Basis eines Gutachtens. Hier wird die Leistung von einem positiven Gutachten des Medizinischen Dienstes abhangig gemacht. Einen generellen Anspruch haben die Patienten also nicht. Mit dieser Masche will die BKK Phoenix gleich bei funf Therapien punkten.
■ Noch raffinierter gehen BKK Pfalz und BKK Wirtschaft & Finanzen zu Werke. Ihr „Bonus-Trick“ funktioniert fur alle Verfahren und fur jeden Versicherten. Um ein Naturheilverfahren zu erhalten, mussen lediglich die Vorgaben des Kassen-Fitness-Programms erfullt werden. Dann gibt es einen Bonus. Der ist frei verfugbar und kann fur den Kauf eines Fahrrads ebenso eingesetzt werden wie fur ein exklusives Abendessen. Die beiden BKKs tun aber so, als wurden damit Naturheilverfahren bezahlt. Ebenso wie mit dem Reha-Trick konnte fast jede Kasse so ihre Leistungen aufplustern, ohne den Versicherten substanziell etwas zu bieten. Zudem reichen die 40 Euro, die die BKK Wirtschaft & Finanzen pro Jahr verspricht, wohl kaum fur die angemessene Bezahlung eines Naturheilverfahrens.

Bei chronischen Rückenschmerzen müssen Kassen die Akupunkturbehandlung zahlen, bei Kopfschmerzen dürfen sie das nicht.


Foto: creatas

■ Aus dem Kabinett der Seltsamkeiten zaubert die AOK Baden-Wurttemberg Leistungen fur die Akupunktur bei chronischem Allgemeinschmerz, die eigentlich nicht erstattet werden durfen. Gezahlt werden soll trotzdem – auf Basis einer Bestimmung, die der Knie- und Ruckenakupunktur vorbehalten ist. Die AOK Hessen will im Bereich der Colon-Hydro-Therapie mit einer „Colon-Massage“ punkten, wahrend die anderen AOKs wie die meisten Kassen hier „keine Leistung“ angeben.

Die Liste der Merkwurdigkeiten, mit denen die Kassen punkten wollen, liese sich fast endlos fortsetzen. So will die Siemens BKK fur die Eigenbluttherapie zahlen, wenn die Therapie ohne Zu satze erfolgt. Doch bei dieser Leistung handelt es sich nicht um das Naturheilverfahren, sondern lediglich die Reinfusion von Blut im Rahmen einer Operation. Die KKH-Allianz wiederum definiert die Chelattherapie als Kassenleistung, weil ein bestimmtes Medikament zur Ausleitung von Schwermetallen tatsachlich uber Rezept abgerechnet werden darf. Die Barmer-GEK greift auch fur Kleinigkeiten noch zum Reha-Trick und will in Ermangelung eines Kurses fur Shiatsu diese Leistung im Krankenhaus anbieten. Doch mit solchen Spitzfindigkeiten, die ublicherweise in Tests Zusatzpunkte bringen, aber fur die Versicherten bedeutungslos sind, ist bei uns kein Blumentopf zu gewinnen. Im Gegenteil: Wer es ubertreibt, bekommt Minuspunkte wegen versuchter Irrefuhrung.
■Uberraschend war, dass Kassen nicht nur ihre Leistungen ubertreiben, sondern teilweise weniger Leistungen angeben, also nach dem Sozialrecht moglich und vorgeschrieben sind. Unsere Fragen und damit die Bestimmungen des Sozialgesetzbuches und der entsprechenden Richtlinien uberforderten vor allem kleinere Kassen eindeutig. Doch wenn nicht klar ist, dass beispielsweise die Atemtherapie als Atemubung nach Lungenschadigung geleistet werden darf, nicht aber als Selbsterfahrungstherapie nach Middendorf, durften auch die Versicherten keine korrekte Auskunft erhalten.
■ Die meisten Kassen bieten fur Pilates, Qigong, Reiki, Shiatsu und Taichi Kurse zum Eigentraining an. Wird ein solcher Naturheilkurs von der Kasse selbst durchgefuhrt, dann ist er fur die Versicherten meist kostenlos. Grosere Kassen, wie die AOKs, die Ersatzkassen oder die IKKs haben hier meist ein umfassendes Angebot. Werden Kurse von externen Anbietern durchgefuhrt, gibt es meist einen Kassenzuschuss von rund 80 Prozent. Oft konnen mehrere Kurse pro Jahr belegt werden. Nicht berucksichtigt haben wir bei der Bewertung, dass auch die absolute Hohe der Kostenerstattung bei den Kassen unterschiedlich ist. So zahlt die DAK fur Kurse von Fremdanbietern maximal 75 Euro je Kurs. Groszugiger sind hier viele Betriebskrankenkassen. Von der BKK Durkopp-Adler beispielsweise gibt es 90 Prozent der Kosten und bis zu 500 Euro pro Jahr fur jeden Versicherten.
■ Einen Freiraum fur Mehrleistungen bei Naturheilverfahren sind Vertrage der integrierten Versorgung (IV), die Kassen ermoglichen, mit Arzten oder sonstigen Gesundheitseinrichtungen spezielle Vereinbarungen zu treffen. So haben einige Kassen beispielsweise mit dem Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (www.damind.de) einen Vertrag abgeschlossen. Damit ermoglichen sie ihren Kunden einen echten Zugang zur anthroposophischen Medizin. Ein deutliches Plus.
■ Masstab fur unsere Bewertung sind die Transparenz des Angebots und echte Leistungen. Auf dem Siegerpodest finden sich daher nicht die ublichen „Verdachtigen“ wie DAK, Barmer-GEK und Techniker. Die kassieren fur ihre „Kreativitat“ bei der Beantwortung der Abfrage Minuspunkte.

Auf dem ersten Rang landen insgesamt 25 Kassen mit einer Gesamtpunktzahl von 35 bis 40, wahrend die „kreativste“ Kasse im Test bei minus elf Punkten landet. Sehr gut ist ein bunt gemischter Haufen: viele kleine und grosere Betriebskrankenkassen (BKK) ebenso wie einige AOKs und zwei Innungskrankenkassen. Klar ist, dass es sich bei diesem Testergebnis um eine Momentaufnahme handelt. Denn vergleicht man das Leistungsspektrum miteinander, liegen die Kassen wesentlich dichter zusammen. Die Moglichkeit, echte Mehrleistungen zu bieten, sind nun mal vom Gesetz wie von den Finanzen verhaltnismasig eng begrenzt. Ein kunftiger Test konnte daher weitere Kassen auf den vorderen Platzen sehen – sofern Tricksereien bei den Abfragen unterbleiben. Die Kassen jedoch, die jetzt auf den vorderen Platzen liegen, werden wohl auch kunftig gut abschneiden. Denn sie haben nicht nur korrekte Auskunfte gegeben, sie bieten ihren Versicherten auch die grostmogliche Auswahl an Naturheilverfahren.

Jürgen Stellpflug Uwe Schmidt-Kasparek

Die Chirotherapie zur Lockerung blockierter Wirbel ist eine auf Krankenkassenkarte abrechenbare Leistung.


Naturheilverfahren im Überblick

Foto: corbis RF

Akupunktur: Die Reizung von Akupunkturpunkten ist wohl die älteste und am weitesten verbreitete Heilmethode der Welt. Durch Einstiche mit Nadeln an genau festgelegten Punkten der Haut sollen Störungen im Körperinneren beseitigt oder gelindert werden. Allgemein auf Rezept abrechenbar sind Akupunktur bei chronischen Knieschmerzen und Rückenschmerzen. Nicht abrechenbar ist die Akupunktur bei chronischen Kopfschmerzen oder sonstigen Schmerzen. Verboten ist den Kassen in der vertragsärztlichen Praxis derzeit die Elektroakupunktur, die Dr. Reinhold Voll Anfang der 60er-Jahre entwickelte. Dies bestimmt die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 04. 03. 2010.

Alternative Krebstherapie: Als naturheilkundliche Krebstherapie gelten beispielsweise die Mistel- oder die Enzymtherapie. Sie werden oft ergänzend und begleitend zur schulmedizinischen Standardtherapie (Operation, Chemo und Bestrahlung) eingesetzt. Die Behandlung darf nur im Einzelfall, bei schwerer Erkrankung, erstattet werden. Berufen kann man sich auf das Bundesverfassungsurteil vom 6. Dezember 2005 (1 BvR 347/98), welche Schwerkranken jede Therapiemöglichkeit eröffnet.

Anthroposophische Medizin: Zu den Besonderheiten der Anthroposophischen Medizin gehört ein erweitertes therapeutisches Spektrum an speziellen Maßnahmen der physikalischen Therapie sowie künstlerische Therapien. Damit sollen die schöpferischen und selbstheilenden Kräfte der Patientinnen und Patienten angeregt werden. Außerdem wird mit stärkenden Öldispersionsbädern, Wickeln und Auflagen gearbeitet. Leistungen (siehe auch: Heileurythmie) sind nach einem Urteil des Bundessozialgerichts (B 1A/03 R – 22.03.05) „möglich“. Nicht erlaubt ist die Übernahme von Kosten für die Musik- und Tanztherapie.

Anthroposophische, phytotherapeutische und homöopathische Medikamente: Hier kommen Arzneimittel mit fast ausschließlich natürlichen Ausgangsstoffen zum Einsatz; zum Beispiel: Quarz, Schwefel, Kupfer, Silber, Arnika, Euphrasia, Bienen, Ameisen, Schlangengift. Zahlreiche Heilpflanzen kommen aus dem biologischdynamischem Anbau oder zertifizierter Wildsammlung. Sie werden in der Arzneimittelrichtlinie vom 20. 03. 2010 in §§ 5 und 12 Abs. 6 mit Ausnahme der phytotherapeutischen Mittel explizit erwähnt und dürfen nur Kindern unter zwölf Jahren oder bei schwerwiegenden Erkrankungen im Einzelfall verschrieben werden.

Atemtherapie: Hier wird unterschieden zwischen der Therapie der Atmung und Behandlung als Selbsterfahrung oder Selbsthilfe. Als kassenärztliche Leistung ist aber nur die Behandlung der besseren Lungenfunktion möglich. Die von Prof. Ilse Middendorf entwickelte besondere Form der Atemtherapie, die das Selbsterleben des Atmens und die bewusste Atemwahrnehmung in den Mittelpunkt stellt, kann hingegen vertragsärztlich nicht abgerechnet werden.

Autogenes Training: Das autogene Training ist eine auf Autosuggestion basierende Entspannungstechnik. Die Therapie kann als Kurs angeboten werden, wenn dies in einer Satzung oder Vorstandsanweisung geregelt ist. Gleichzeitig kann ein Autogenes Training nach der Psychotherapie-Richtlinie vertragsärztlich abgerechnet werden.

Chelattherapie: Diese Methode soll Vergiftungen des Körpers bekämpfen und gegen das Abschwächen von Arteriosklerose und anderen Blutgefäßkrankheiten dienlich sein. Diese Leistung findet in Richtlinien und im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) keine Erwähnung und darf somit vertragsärztlich nicht abgerechnet werden.

Chirotherapie: Bei dieser Behandlung werden verspannte Muskeln und blockierte Wirbel gelockert. Eine Abrechnung auf Rezept ist möglich, wenn die Therapie von zugelassenen Medizinern ausgeführt wird.

Colon-Hydro-Therapie: Die Einlauftherapie ist eine weiterentwickelte Darmspülung. Sie ist derzeit als ambulante Kassenleistung laut Bundesausschuss in jeglicher Modifikation verboten.

Eigenbluttherapie: Bei der Eigenblutbehandlung wird dem Patienten venöses Blut entnommen und dann intramuskulär in Gesäß oder Oberarm zurückgespritzt. In vielen Fällen wird dem Blut vor dem Zurückspritzen ein homöopathisches oder naturheilkundliches Mittel (Ozon) oder Sauerstoff beigemischt. Die Ozon-Eigenblut-Therapie ist nicht erlaubt. Allein die Eigenblutspende (Reinfusion) ist beispielsweise im Rahmen einer Operation möglich. Dieses Verfahren hat aber keine naturheilkundliche Funktion.

Eigenharntherapie: Trinken des eigenen Urins – in kleinen oder größeren Mengen – sowie äußerliches Beträufeln und die Injektion per Spritze sind Anwendungen dieser Therapie. Eine Abrechnung auf Rezept ist nicht möglich.

Elektrotherapie: Das Wirkungsprinzip der Elektrotherapie beruht auf der stimulierenden Wirkung elektrischen Stroms, der die Muskulatur lockert, die Durchblutung anregt und Schmerzen lindert. Die Behandlung kann auf Rezept abgerechnet werden.

Fango: Fangoschlamm kann in der Form von Packungen, Umschlägen oder Bädern verabreicht werden. Die Fangopackungen können je nach Bedarf kalt, körperwarm oder heiß aufgetragen werden. Die häufigsten Anwendungsgebiete der Fango-Wärmetherapie sind rheumatische Beschwerden. Die Behandlung kann laut dem Heilmittelkatalog auf Rezept abgerechnet werden.

Feldenkrais: Hier handelt es sich um eine pädagogische Bewegungstherapie, bei der die eigene Wahrnehmung bewusster gestaltet und neu erlernt wird. Eine Abrechnung auf Rezept ist derzeit nicht möglich. Teilweise bieten Kassen die Therapie aber als Kurs zum Selbstlernen an.

Hatha-Yoga: Bei Hatha-Yoga wird das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch körperliche Übungen, durch Atemübungen und Meditation angestrebt. Die Therapie kann von den Kassen als Kurs angeboten werden.

Heileurythmie: Die Bewegungstherapie Heileurythmie zählt zur anthroposophischen Medizin. Sie soll schöpferische und selbstheilende Kräfte anregen. Leistungen sind nach einem Urteil des Bundessozialgerichts (B 1A/03 R – 22.03.05) „möglich“ und können im Einzelfall erstattet werden.

Heliotherapie: Hier soll die Heilwirkung der Sonnenstrahlen genutzt werden. Eine Abrechnung auf Rezept ist derzeit nicht möglich.

Hochtontherapie: Die Hochfrequenztherapie soll mit magnetischen oder elektrischen Wellen eine tiefe Durchwärmung von Körpergewebe erreichen. Damit sollen beispielsweise Schmerzen gelindert werden. Eine Abrechnung auf Rezept ist derzeit nicht möglich.

Hypnose: Als Hypnose wird ein Verfahren bezeichnet, das zum Erreichen einer tiefen entspannten Trance führt. Hypnose ist bei Vorliegen einer Erkrankung vertragsärztlich aus der Psychotherapie-Richtlinie abrechenbar.

Irisdiagnostik: Mit dieser Diagnosetechnik des Auges soll der Gesundheitszustand beurteilt und Ursachen für Beschwerden gefunden werden. Eine Abrechnung auf Rezept ist derzeit nicht möglich.

Kohlensäurebäder: Bei Kohlensäurebädern wird mit gasförmiger oder in Wasser gelöster Kohlensäure therapiert. Eine Abrechnung auf Rezept ist nach der Heilmittel-Richtlinie möglich.

Lymphdrainage: Mit dieser Methode wird Wasser aus dem Gewebe abtransportiert und in die Blutgefäße zurückgebracht. Dadurch soll das Immunsystem angeregt werden. Die Therapie kann auf Rezept auf Grundlage der Heilmittel-Richtlinie abgerechnet werden.

Magnetfeldtherapie: Bei der Magnetfeldtherapie wird der Körper magnetisch stimuliert. Erlaubt auf Kassenkosten ist eine Therapie mit implantierten Spulen (Überträgern), die als Elektroden mit dem zu behandelnden Knochenbereich verbunden sind. Eine Magnetfeldtherapie ohne diese Spulen ist laut Bundesausschuss vertragsärztlich verboten.

Neuraltherapie: Bei der Neuraltherapie werden nervenwirksame Mittel in bestimmte Zonen des Körpers gespritzt, um an anderen Stellen eine heilende Wirkung zu erzielen. Diese Therapie ist auf Rezept abrechenbar.

Osteopathie: Diese Therapie zählt zu den Methoden der manuellen Medizin. Der Behandler ertastet Funktionsstörungen im Körper. Eine Abrechnung auf Rezept ist derzeit nicht möglich.

Ozontherapie : Hier wird ein Sauerstoff-Ozon-Gemisch verabreicht. Dieses kann in verschiedenen Formen innerlich oder äußerlich angewendet werden. Die Ozontherapie ist den Kassen laut Bundesausschuss derzeit verboten.

Phytotherapie: In der Phytotherapie werden Beschwerden mithilfe von Pflanzenwirkstoffen behandelt. Die Pflanzen werden als Frischpflanzen, Drogen oder Extrakte eingesetzt, die auch zu Tees, Kapseln, Tropfen oder Salben weiterverarbeitet werden können. Die Behandlung ist derzeit nicht auf Rezept abrechenbar.

Pilates: Hier wird systematisch der ganze Körper trainiert. Dabei soll die Muskulatur, vor allem der Beckenboden-, Bauch- und Rückenbereich, gestärkt werden. Die Übungen können auf der Matte und an speziell entwickelten Geräten stattfinden. Die Kassen bieten diese Therapie als Kurs zum Eigentraining an.

Progressive Muskelentspannung: Bei der progressiven Muskeloder Tiefenmuskelentspannung nach Edmund Jacobson handelt es sich um ein Verfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht werden soll. Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson kann auf Rezept abgerechnet werden. Außerdem wird sie von den meisten Kassen als Kurs angeboten.

Qigong oder auch Chigong ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist. Zur Praxis gehören Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrationsübungen und Meditationsübungen. Die Therapie kann von den Kassen als Kurs angeboten werden.

Reflexzonenmassage: Bei der Reflexzonenmassage wird Druck auf spezielle Zonen der Hände und Füße ausgeübt, um positiv auf die zugeordneten Organe und Körperteile einzuwirken. Die zentrale Leistung der Therapie ist die Fußreflexzonentherapie. Eine Abrechnung auf Rezept ist derzeit nicht möglich.

Reiki soll Geist und Lebensenergie verbinden. Angestrebt wird damit Heilung von Krankheiten, aber auch eine verbesserte Vorbeugung und allgemeines Wohlbefinden. Die therapeutische „Energiearbeit“ erfolgt mithilfe der Hände des Reikigebenden. Die Therapie kann von den Kassen als Kurs angeboten werden.

Shiatsu ist eine in Japan entwickelte Form der Körpertherapie. Wörtlich übersetzt bedeutet Shiatsu „Fingerdruck“, die Behand - lung umfasst jedoch weit mehr: Zur Berührung wird der ganze Körper eingesetzt. Dabei arbeitet der Behandelnde weniger mit Muskelkraft als mit seinem Körpergewicht und versucht, während der Behandlung eine „energetische Beziehung“ zum Patienten herzustellen. Die Therapie kann von den Kassen als Kurs angeboten werden.

Tai-Chi wird auch Schattenboxen genannt. Der „Faustkampf“ soll die Entspannung fördern. Die Therapie kann von den Kassen als Kurs angeboten werden.

Venenoperation mit Radiowellentherapie ist eine neue Heilmethode gegen Krampfadern. Statt Venen klassisch herauszuziehen werden die betroffenen Gefäße mittels Radiowellen verschlossen. Die Therapie kann derzeit nicht auf Rezept abgerechnet werden.

Anmerkungen: 1) Leistung im Bereich Colon-Hydro-Therapie nur fur Colonmassage. 2) Leistung im Bereich Eigenbluttherapie nur fur Reinfusion nach einer Operation. 3) Leistung fur Osteopathie nur fur Sauglinge und Kleinkinder bis zum 24. Lebensmonat. 4) IV-Vertrag Venenoperationen mit Radiowellen nur fur Versicherte der ehemaligen GEK. 5) IV-Vertrag Osteopathie nur fur Sauglinge. 6) Leistung im Bereich Chelattherapie nur fur Indikation Schwermetallvergiftung und Behandlung mit dem Medikament Dimaval DMPS. 7) Kasse definiert Neuraltherapie als Quaddelbehandlung. 8) Kasse definiert Osteopathie als chirotherapeutische Eingriffe, Massagentherapie etc.

Legende: Kassen mit dem gleichen Rang sind nach Gesamtpunktzahl geordnet. Zur Ermittlung der Gesamtpunktzahl wurden die Antworten der Kassen mit dem Leistungsprofil abgeglichen. Fur jede Ubereinstimmung gab es einen Punkt. Behauptete Minderleistungen erbrachten keinen Punkt und wurden akzeptiert, auch wenn es sich um vertragsarztliche, und damit eigentlich Pflichtleistungen, der Kassen handelt. Behauptete Mehrleistungen wurden mit je einem Punkt Abzug belegt, ebenso wie Leistungen, die durch Boni erbracht werden sollen. Je einen Zusatzpunkt gab es fur tatsachliche Mehrleistungen uber IV-Vertrage und Kurse fur Verfahren, die vertragsarztlich nicht geleistet werden durfen. Keine Zusatzpunkte oder Abzuge gab es fur die in den Anmerkungen genannten Sonderfalle mit Ausnahme der Quaddelbehandlung. Testmethode: Die Daten wurden in mehreren Abfragerunden bei den Kassen erhoben. Die Ergebnisse wurden dann noch einmal mit den Internetauftritten der Kassen sowie mit der Kursdatenbank der BKKs und der Kursubersicht der IKKs abgeglichen. Fur dabei nicht bestatigte Kurse wurden bei allen Kassen Belege eingefordert. Angefragt wurden rund 120 allgemein geoffnete gesetzliche Krankenkassen. Keine Antwort bekamen wir von: AOK Sachsen-Anhalt, Bahn BKK, Bertelsmann BKK, BKK Akzo Nobel, BKK ALP plus, BKK Braun-Gilette, BKK der Thuringer Energieversorgung, BKK Diakonie, BKK Enka, BKK Euregio, BKK Freudenberg, BKK Henschel Plus, BKK Herkules, BKK Hoesch, BKK MAN und MTU, BKK MEM, BKK Pfaff, BKK Publik, BKK SBH, BKK Schott-Rohrglas, BKK S-H, BKK Technoform, BKK Textilgruppe Hof, BKK TUI, BKK Werra-Meissner, BKK Westfalen-Lippe, Debeka BKK, Deutsche BKK, Die Continentale BKK, Drager & Hanse BKK, Energie BKK, HEK, IKK Nordrhein, Shell BKK, WMF BKK. Stand: April 2010.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Wer leistet für Homöopathie?

Ein wichtiger Bereich alternativer Heilmethoden, die Homöopathie, fehlt in unserem Test. Auch in diesem Bereich gibt es große Unterschiede zwischen den behaupteten und den tatsächlichen Leistungen. So hat unser Test ergeben, dass Kassen, die erklärten, für Homöopathie zu leisten, den Versicherten pro Jahr zwischen 0,00 und 740,00 Euro zuschießen, Den Test finden Sie im ÓKO-TEST Jahrbuch Geld und Versicherungen für 2010. das Sie für 8.90 Euro unter <A-AW.oekotest.de bestellen können.