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Test: Nubert nuPro XS-7500: Einfach Nubert


Audio Test - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 13.12.2019

Zur Zeit steht ein Gerät im Mittelpunkt jeder Messepräsentation des Direkt-Vertrieblers Nubert: die neue Soundbar nuPro XS-7500. Natürlich ruft ein solches Schwergewicht auch uns auf den Plan.


Artikelbild für den Artikel "Test: Nubert nuPro XS-7500: Einfach Nubert" aus der Ausgabe 1/2020 von Audio Test. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Audio Test, Ausgabe 1/2020

Nubert ist wohl ohne Frage einer der absoluten Big Player der mitteleuropäischen Audiophilie und wohl einer der umsatzstärksten deutschen HiFi-Hersteller überhaupt. Allein in der AUDIO TEST waren die Schwaben bisher 31 mal mit Produkten vertreten. Dabei erzielten sie übrigens ein durchschnittliches Testergebnis von knapp 90 Prozent, was einem „ausgezeichnet“ entspricht. Erst in der letzten Ausgabe attestierte ...

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... Kollege Johannes Strom dem Regal-Lautsprecher nuBox A-125 mit 95 Prozent die Referenzklasse und dekorierte Nubert somit zum vierten Mal mit unserer Bestnote. Auf den hiesigen HiFi-Messen erfreut sich Nubert stets eines sehr hohen Andrangs – Die Mitteldeutschen HiFi-Tage 2019 stellten da keine Ausnahme dar. Zum zweiten Mal stellte das Unternehmen auf Mitteldeutschlands größtem Hörfest aus. Zu hören gab es da unter anderem Nuberts neuen Vollverstärker mit integrierter Phono-Vorstufe ampX und die Einsteiger-Soundbar AS- 225. Im Vorführraum kam dann zum Beispiel Nuberts nuPyramide 717 zum Einsatz, sowie eine Kombination aus Nuberts X-4000 Kompaktlautsprecher und dem nuSub XW-900. Außerdem präsentierten die Klangexperten aus Süddeutschland ihre aktuellste Kreation: die Soundbar nuPro XS-7500. Ebendiese ließ man uns freundlicherweise bereits vor der Messe zukommen, sodass wir dem Gerät in aller Ruhe ausgedehnt auf den Zahn fühlen konnten um einen umfassenden Eindruck zu gewinnen. Nuberts Repertoire umfasst insgesamt vier Soundbars. Von der „kleinen“ AS-225 (375 Euro) über die beiden Modelle im Mittelfeld AS-250 (585 Euro) und AS-450 (1335 Euro) bis hin zum Flaggschiff nuPro XS- 7500 – dem Protagonisten dieses Texts. Nubert ruft hierfür einen Preis von 1470 Euro auf, sodass wir mit durchaus hohen Erwartungen in diesen Test gehen. Zumal es eine Soundbar in der Regel etwas schwerer hat, einen HiFi-Redakteur und gestandenen Stereo-Fan vollkommen zu überzeugen. Dennoch begegnen wir dem Testgerät natürlich absolut unvoreingenommen und freuen uns auf eine tolle Hör-Session à la Nubert.

nuPro XS-7500

Das Format der Soundbar XS-7500 lässt sich schon mal als klares Statement verstehen. Mit einem Kampfgewicht von über 32 Kilogramm (kg) auf ein Format von knapp 129 Zentimetern (cm) Breite, circa 17 cm Höhe und 39 cm Tiefe erweist sich das Gerät als für seine Art vergleichsweise hünenhaft. Wir bekommen das Unboxing und die Aufstellung auf dem Sideboard nur zu zweit bewerkstelligt. An der Unterseite des Gehäuses fixieren wir zuvor zwei Standfüße. Diese können entweder platzsparend unter dem Gehäuse verschwinden oder zur Seite über die Breite des Gehäuses hinausragen. Wir entscheiden uns für die zweite Variante. In beiden Fällen vermag das solide Gehäuse aus resonanzarmem MDF selbst eine Last von bis zu 100 kg zu tragen – die Platzierung eines Fernsehers auf dem Toppanel der Soundbar stellt also kein Problem dar. Auf ihr stolzes Gewicht kommt die Soundbar auch aufgrund ihrer äußerst beachtlichen Ausstattung. So werden die beiden 25 Millimeter (mm) Seidengewebe- Hochtöner unabhängig von den vier 12 mm Tief-Mitteltönern mit Polypropylenmembran verstärkt. Noch dazu sind an der Unterseite der XS-7500 zwei umfassende Tieftöner mit circa 20 cm Durchmesser eingelassen. Bei den Hochtönern handelt es sich übrigens um die gleichen Kalottenmodelle, die bereits bei den anderen Vertretern der nuPro X-Aktivserie Verwendung fanden. Durch die Anordnung der Tweeter an den gegenüberliegenden Enden der Gehäusefront verspricht der Hersteller ein bestmögliches Abstrahlverhalten für weitestgehend authentischen Stereo-Sound. Wir sind gespannt, inwiefern dies gelingt. Hoch-, Mittel- und Tieftöner werden jeweils durch ein eigenes Verstärkermodul angetrieben. Die insgesamt sechs leistungsstarken Digitalverstärker kommen somit auf eine Gesamtleistung von stolzen 800 Watt! Auch die spektrale Spannbreite des Treiber-Ensembles ist dabei nicht von schlechten Eltern. Nubert attestiert seiner Premium-Soundbar einen Frequenzgang von 25 Hz bis 22 kHz. Die untere Grenzfrequenz kann dabei jedoch vom Nutzer feinjustiert werden, da diese bei Bedarf Unterstützung durch einen externen Subwoofer erfahren kann, welcher sich via Cinch anschließen lässt. Abgesehen davon verfügt das Terminal über zwei S/PDIF-Inputs, zwei optische Eingänge, zwei USB-Ports, sowie einen analogen Cinch-Eingang. Ausgespielt wird eingegebenes Signal abgesehen vom Subwoofer-Ausgang bei Bedarf ebenfalls via S/PDIF. Was die Ansteuerung via Bluetooth angeht, so bewegt sich Nubert mit seiner Soundbar ganz auf dem State-of-the-art. Denn neben dem AAC-Support wird dank aptX-HD-Codec auch möglichst verlustfreies Streaming ermöglicht. Zusätzlich zu dem entsprechend hochwertigen Bluetooth- Chip zeichnet ein komplexes DSP-Modul für die digitale Signalprozessierung verantwortlich. Zum einen ermöglicht dieses Modul die Einbindung der Soundbar in ein Mehrkanal-Setup, etwa als Center- Speaker eines Surround-Systems. Zum anderen verfügt die XS-7500 somit über eine mehrstufige Wide-Schaltung. Diese erweitert dank eines komplexen Algorithmus die Breite des Stereobilds. Ein für Soundbars mittlerweile unabdingbares Feature, wie wir finden, soll das Gerät nicht als bloßer Ersatz für minderwertigen Fernsehsound zum Einsatz kommen. Canton und Sennheiser haben uns bereits unter Beweis stellen dürfen, wie gut das funktionieren kann – wir sind gespannt, wie Nubert diese Technologie umsetzt.

Die Fernbedienung deckt alles wesentlichen Funktionen ab


Verarbeitungstechnisch gibt es wie gewohnt keinen Grund zur Beanstandung


Das Anschlussterminal der XS-7500 bietet ausreichend Optionen zur Anbindung analoger und digitaler Quellen. Auch ein Subwoofer kann hier angespielt werden


X-Room Calibration

Vom Aufbau, für welchen sich ein unterstützendes Paar Hände empfiehlt, ist die Installation der Soundbar denkbar unkompliziert zu bewerkstelligen. Ist die XS- 7500 einmal mit Netzstrom und Signalquelle verbunden, lässt sich das Gerät über Nuberts Smartphone- App X-Remote steuern. Optional dazu kann man sich natürlich auch per Fernbedienung oder On-Board-Steuerkreuz auf einem hochauflösenden OLED-Display durch das Menü navigieren. Aber seien wir mal ehrlich: Nur die wenigsten von Ihnen werden das in Anspruch nehmen, solange eine übersichtliche Alternative auf Smartphone oder Tablet zur Verfügung steht. Neben den Sound- einstellungen, Quellenwahl und drei frei bespielbaren Preset-Optionen offeriert Nubert in der X-Remote-App auch die Möglichkeit der Raumeinmessung, alias X-Room Calibration. Allerdings steht diese Funktionalität nur iOS-Nutzern zur Verfügung. Dies hat einen einleuchtenden Grund: iOS kommt nur auf Endgeräten aus dem Hause Apple zum Einsatz. Dadurch gibt es keine Varianz bei den verbauten Mikrofonen, welche die Messung durchführen. Da Android auf Geräten diverser Hersteller zum Einsatz kommt, kann sich Nubert hier nicht auf eine genormte Qualität der Hardware verlassen und somit kein zufriedenstellendes Ergebnis der Einmessung garantieren. Wir haben Glück und können für diesen Test ein iPhone 7 zur Raumanpassung nutzen. Diese geht denkbar einfach vonstatten. Vor allem wer bereits Erfahrungen mit Dirac sammeln durfte, wird sich über den sehr überschaubaren Vorgang freuen. Was genau passiert, ist folgendes: Man legt das Smartphone auf die Hörposition und beginnt die Messung. Nun gibt die Soundbar für eine Minute weißes Rauschen von sich. Vorsicht – Empfindliche Ohren sollten hier vorsichtshalber bedeckt werden, da das Messsignal in einer ordentlichen Lautstärke ausgegeben wird. Während das Rauschen ertönt, misst die Software auf dem iOS-Device die Resonanzen des Raumes und ermittelt etwaige Problemzonen. In Folge dessen setzt das Programm eine Filterkurve auf, welche die „Problemstellen“ der Raumakustik auszugleichen versucht. Die vom Smartphone oder Tablet berechnete Korrektur wird dann an die Soundbar geschickt und auch dort gespeichert. Wer lieber Android nutzen möchte, braucht also nur einmalig zu Kalibrierung ein Apple-Gerät, danach nicht mehr zwangsläufig.

Praxistest

Der klangliche Zugewinn durch die Raumeinmessung ist nicht von der Hand zu weisen. Dem Song „Tieduprightnow“ der australischen Wahlberliner von der Band Parcels attestieren wir vor allem in den Tiefenmitten eine deutlich klarer definierte Performance. Die funkige Linie der Bassgitarre kommt nun deutlich besser akzentuiert zur Geltung. Auch der Wide-Effekt, welcher eigentlich die Räumlichkeit von Filmsound verbessern soll, steht der musikalischen Darbietung der XS-7500 gut zu Gesicht. Uns gefällt es sehr, wie deutlich vernehmbar das Stereopanorama an Weite dazu gewinnt. Aber das ist wohl ganz klar Geschmackssache. Insgesamt gefällt uns der druckvolle und gleichzeitig fein aufgelöste Sound des Testmusters. Die Treiber machen einen hervorragend aus- gewogenen Eindruck auf uns. Sehr einnehmend und spritzig weiß die Soundbar aufzuspielen. Falls sie also gerade auf der Suche nach einem solchen System sind, zögern Sie nicht! Denn Nubert bietet Ihnen die Möglichkeit, auch die XS-7500 30 Tage auszuprobieren. Wir sprechen unsere Empfehlung aus!

FAZIT

Das Soundbar-Flaggschiff XS-7500 steht zur Zeit völlig zurecht im Mittelpunkt von Nuberts öffentlichen Auftritten. Ein großes Maß an Funktionalität und hervorragender User-Experience trifft hier auf die für Nubert typische Musikalität, welche sich bei den Schwaben in jeder Preislage wiederfindet. Leider vermissen wir die Möglichkeit der direkten Netzwerkanbindung. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Über ein hochauflösendes OLED-Display kommuniziert die Soundbar mit dem Nutzer


Bilder: Auerbach Verlag

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