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TEST Orangensaft: Ausgepresst


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 27.12.2021

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RATGEBER

1 Die besten Orangensäfte sind „gut“. Wir können zwei Bio-Marken und sechs konventionelle Orangensäfte empfehlen.

2 Erste Wahl bei der Verpackung sind Glas-Mehrwegflaschen. Vor allem wenn regionale Hersteller sie befüllen. Überregional erhältlicher Saft ist gut in Kartons aufgehoben. Sie sind leichter und hinterlassen im Transport einen geringeren CO 2 -Fußabdruck.

3 Orangensaft nicht direkt aus dem Kühlschrank trinken. Eine Weile stehen lassen. Erst dann entfaltet sich das volle Aroma.

Orangensaft ist die Nummer eins: In Deutschland ist er am beliebtesten, noch vor Apfelsaft. Ein Glas Orangensaft zum Frühstück schmeckt frisch und sorgt für einen Vitaminkick. Doch die Bedingungen, unter denen Arbeiterinnen und Arbeiter in Brasilien, Mexiko und Südafrika die Orangen für unseren Frühstückssaft ernten, sind teilweise bitter. Studien belegen, dass die Farmarbeiter oft zu wenig verdienen, um ...

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... die Grundbedürfnisse für sich und ihre Familien abzudecken, etwa Nahrung, Kleidung, Bildung und Vorsorge. Die Studien offenbarten auch eine Behinderung von gewerkschaftlicher Arbeit und eine mangelnde Arbeitssicherheit.

Wir wollten herausfinden, ob die Anbieter hierzulande Verantwortung für die Produktionsbedingungen entlang der Lieferkette übernehmen und sich um faire Verhältnisse kümmern. Dazu haben wir uns Unterstützung von den Experten der Control Union Certifications Germany geholt. Wir fragten nach, ob die Hersteller uns die Lieferketten bis zu den Plantagen und faire Arbeitsbedingungen für die Pflücker belegen können, ob Farmen und Fabriken existenzsichernde Löhne zahlen und ob sie hochgefährliche Pestizide verbieten. Zudem ließen wir die 20 Orangensäfte in unserem Test in Laboren auf ihre Inhaltsstoffe, ihr Aroma und den Geschmack prüfen.

„Glas oder Karton sind eine bessere Wahl als Einwegplastikflaschen.“

Birgit Hinsch ÖKO-TEST-Redakteurin

Keiner ist „sehr gut“ Acht Säfte können wir mit „gut“ empfehlen, vier rasseln mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Die jeweils teuersten schneiden im Test am schlechtesten ab: unter den Bio-Säften der Beutelsbacher Direktsaft Orangensaft, Demeter, unter den konventionellen der Innocent Direktsaft Orange ohne Fruchtfleisch. Beide schneiden im Testergebnis Produktion und Transparenz nur „mangelhaft“ ab. Der Beutelsbacher patzt zudem bei den Inhaltsstoffen und der Aromaqualität.

Lieferkette belegt Erfreulich: Alle Anbieter haben unsere Fragebögen beantwortet und teils umfangreiche Dokumente und Belege zum Nachweis ihrer Angaben geschickt. Zehn Anbieter legten ihre Lieferkette vollständig offen. Gar keinen Einblick gewährte uns die Firma Eckes-Granini für die Orangensäfte der Marken Hohes C und Granini. Enttäuschend aufseiten der Bio-Anbieter: Trotz kleinerer Anbau-Kooperativen und kürzerer Lieferketten zeigten nur zwei von ihnen – Alnatura und Voelkel – vollständige Transparenz.

Faire Arbeit und Löhne Alle konventionell erzeugten Säfte stammen aus Brasilien, die fünf Bio-Säfte in unserem Test haben ihren Ursprung in Mexiko, Paraguay, Südafrika, Spanien und Ägypten. Wir wollten wissen, wie es um die Bedingungen für die Arbeiter auf den Farmen, Plantagen und in den Saftfabriken steht. Wir fragten unter anderem nach den Möglichkeiten für sie, sich über Missstände zu beschweren, und ob Schutzkleidung beim Ausbringen von Pestiziden oder bei der Orangenernte bereitsteht.

Alle neun Produkte mit dem Label der Rainforest Alliance können hier glänzen. Das Siegel steht für all diese Forderungen und regelmäßige Überprüfungen vor Ort durch unabhängige Dritte. Sehr dünn dagegen fanden wir die Antworten und Belege, die wir von den Anbietern ohne nachgewiesene Zertifikate erhielten, allen voran von Eckes-Granini, Beutelsbacher, Weiling und dem zum Coca-Cola-Konzern gehörenden Anbieter Innocent.

Hersteller und Anbieter sollten uns zudem darlegen, ob Berechnungen für existenzsichernde Löhne für die jeweilige Anbauregion vorliegen und ob bereits erste Schritte zu deren Sicherstellung erfolgt sind. Die deutlichsten Hinweise dazu gab es auch hier zu den Produkten, die von Rainforest Alliance zertifiziert sind. Auch andere Anbieter konnten mithalten. Alnatura erreichte im Testergebnis Produktion und Transparenz insgesamt ein „gut“. Mit „befriedigend“ schlossen immerhin noch Voelkel und Valensina ab.

Aroma lässt zu wünschen übrig Nur drei der Säfte erzielten in der Sensorikprüfung ein „sehr gut“, was die geschulten Geschmacksprüfer mit „wie frisch gepresst“ beschrieben. Allen anderen Säften konnten sie immerhin noch die Note „gut“ geben – abgesehen von zwei Ausnahmen: Der Dennree Orangensaft und der K-Classic Orangensaft mit 6 % Fruchtfleisch zeigten bräunliche Reflexe in der Farbe. Das kann auf einen beginnenden Abbau der Frische hindeuten oder auf eine zu starke Erhitzung. Ihr Orangengeruch war zudem weniger ausgeprägt. Insgesamt erhielten sie aber noch ein „befriedigend“.

Die drei in der Sensorikprüfung „sehr guten“ sind allesamt Direktsäfte. Ihr Saft stammt direkt aus der Pressung. Die Säfte aus Konzentrat werden hingegen nachträglich mit Trinkwasser wieder auf bereitet. Dabei werden auch die zuvor verlorengegangenen Aromen zugefügt. Zusätzlich zur Sensorikprüfung durchliefen alle Produkte eine Aromastoffanalyse in einem Labor. Hier fiel uns der Beutelsbacher Direktsaft als einziger negativ auf. Das typische Aromaspektrum eines Direktsafts war deutlich abgereichert und entsprach eher einem nicht hinreichend rearomatisierten Saft aus Konzentrat, so das Urteil der Prüfer.

Zu wenig Vitamin C Orangensaft gilt als effektiver Vitamin-C-Spender. Der K-Classic Orangensaft unterschritt jedoch den in den Leitsätzen für Fruchtsäfte empfohlenen Mindestgehalt an Vitamin C von 200 Milligramm je Liter. Dem Saft Valensina Frühstücks-Orange ohne Fruchtfleisch hingegen ist Vitamin C zugesetzt – was wir als überflüssig abwerten. In Orangen steckt ausreichend natürliches Vitamin C.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Das von uns beauftragte Labor wies in keinem der Säfte Pestizide nach.

TEST

Wir haben getestet 

WISSEN

Weg mit dem Verpackungsmüll

Pfand für Plastik Fast jeder zweite Frucht-und Gemüsesaft und -nektar in Deutschland ist in eine PET-Einwegflasche gefüllt. Bislang landeten sie größtenteils im Gelben Sack. Seit Juli 2021 ist die Pfandpflicht allerdings auf nahezu alle Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff und Getränkedosen ausgeweitet. Damit sollen sich die Raten in Sammlung, Sortierung und Verwertung erhöhen und die Entsorgung in der Umwelt reduzieren. Bisherige Ausnahmen von der Pfandpflicht, unter anderem für Fruchtsäfte und alkoholische Mischgetränke, fallen weg. Es gilt eine Übergangsfrist bis Juli 2022, für Milch oder Milcherzeugnisse bis 2024. Alle PET-Einwegflaschen im Test sind bereits pfandpflichtig oder werden es in Kürze sein, teilten die Anbieter mit.

Schlechte Quote bei Glas Rund jeder dritte Frucht-und Gemüsesaft und -nektar in Deutschland ist in einer Kartonverpackung erhältlich. Bei Orangensaft liegt der Anteil an Kartons etwas höher. Glas-Mehrwegflaschen stellen bei Fruchtund Gemüsesaft und -nektar laut Statistik des Fruchtsaftverbands (VdF) nur etwa zwölf Prozent.

Wir haben 20 Orangensäfte eingekauft und in die Labore geschickt, fünf davon sind Bio-zertifiziert. Alle Produkte enthalten 100 Prozent Fruchtsaft; acht sind Direktsäfte, die anderen sind aus Orangensaftkonzentrat. Ein Produkt muss kühl gelagert werden, da es sanfter pasteurisiert ist.

Wir haben alle Säfte in einer Aromenanalyse überprüfen lassen. Das Aroma in Orangensaft aus Konzentrat muss laut Fruchtsaftverordnung in seiner Zusammensetzung dem eines durchschnittlichen Orangendirektsafts entsprechen.

Zudem beurteilten geschulte Sensoriker das Aussehen, den Geruch und den Geschmack der Säfte. Labore untersuchten die Säfte auf Rückstände von Pestiziden und auf den Vitamin-C-Gehalt. Doch nicht nur der Geschmack und die Inhaltsstoffe interessierten uns, sondern auch unter welchen Bedingungen die Arbeiter die Orangen, die meist aus Lateinamerika stammen, ernteten und in den Saftfabriken verarbeiteten. Um das herauszufinden, haben wir mit der Zertifizierungsorganisation Control Union Certifications Germany einen Fragebogen an die Hersteller entwickelt und uns bei der Auswertung beraten lassen.

Zudem schauten wir uns die Verpackungen an: Enthalten sie umweltschädliche chlorierte Verbindungen wie PVC? Gibt es die Möglichkeit einer Pfandrückgabe und wie hoch ist der Anteil an Recycelmaterial in Kunststoffflaschen?

*) Zertifizierungen, die Hersteller als Nachweis für Angaben im Fragebogen anführten, haben wir nur anerkannt, wenn sie auf dem Produkt gelabelt sind oder durch Lieferkettenbelege der getesteten Produktcharge eindeutig zuzuordnen waren.

Fett gedruckt sind Mängel.

Abkürzungen: HMF = Hydroxymethylfurfural. SMETA = Sedex Members Ethical Trade Audit. KRAV extra requirements = schwedisches Bio-Siegel mit geringen zusätzlichen Anforderungen für Sozialkriterien auf Farmebene. We Care = Managementstandard für Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Global Gap GRASP = Standard für gute landwirtschaftliche Praxis mit zusätzlichen sozialen Kriterien.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 126.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 2) Weiterer Mangel: fehlerhafte Deklaration eines „natürlichen Orangenaromas“ in der Zutatenliste, die laut Fruchtsaft-und Erfrischungsgetränkeverordnung in Orangensaft aus Orangensaftkonzentrat nicht vorgesehen ist. Laut Anbieter ist damit das Aroma gemeint, das bei der Herstellung des Orangensaftkonzentrats aufgefangen und bei der Rückverdünnung zu Saft wieder zugefügt wird. 3) Laut Hersteller wird ist der Artikel seit ca. KW 50/2021 auf eine pfandpflichtige PET-Flasche mit 50 % Rezyklat und Rainforest Alliance-zertifizierter Rohware umgestellt. 4) Laut Anbieter können gerade bei Direktsäften die unterschiedlichen Aromakomponenten abhängig von der Varietät und Saison schwanken. Genauere Angaben machte der Anbieter nicht. 5) Laut Anbieter ist eine geringfügige Veränderung des Verpackungsdesigns geplant. 6) Laut Anbietergutachten wurde in einer Probe mit gleichem Mindesthaltbarkeitsdatum ein Vitamin-C-Gehalt knapp über dem Richtwert von 200 mg/l nachgewiesen. 7) Produkt ist mit dem Siegel „Rainforest Alliance Certified“ gekennzeichnet. 8) Produkt ist kühlpflichtig. 9) Laut vorgelegter Unterlagen verfügt der Orangenproduzent in Ägypten über ein Fairtrade-Zertifikat. Auf das Testergebnis Produktion und Transparenz hatte dies jedoch keinen Einfluss, da der Anbieter die Lieferkette für die getestete Charge nur „wenig“ belegt hat und nach eigenen Angaben nur 10 Prozent der verarbeiteten Orangen aus Ägypten stammen. 10) Laut Anbieter wird künftig recyceltes PET eingesetzt.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) eine geminderte Aromenqualität in einem Direktsaft, die durch eine deutliche Abreicherung des typischen Aromastoffspektrums in einem Direktsaft gekennzeichnet ist; b) ein Vitamin-C-Gehalt, der den in den Leitsätzen für

Fruchtsäfte empfohlenen Mindestgehalt von 200 mg/Liter unterschreitet. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Gehalt an HMF (Hydroxymethylfurfural) über dem für Orangensaft festgelegten Qualitätsparameter für HMF von 10 mg/l (Code of Practice der European Fruit Juice Association); b) überflüssiger Zusatz von Vitamin C. Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze“ der jeweiligen Testmethode.

Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um jeweils eine Note: a) fehlender Geruch und Geschmack "wie frisch gepresst“; b) „bräunliche Reflexe“ in der Farbe des Orangensaftes und/oder ein „etwas dumpfer“ Geruch.

Das Testergebnis Produktion und Transparenz beruht auf einer maximalen Punktzahl von 37 Punkten für Lieferkette für die getestete Charge ausreichend belegt, unternehmerische Sorgfaltspflichten ausreichend belegt, faire und sichere Arbeitsbedingungen für Farm- und Fabrikarbeiter ausreichend belegt, existenz- sichernde Löhne und Verbot hochgefährlicher Pestizide. Bei 37 bis 32 Punkten lautet das Testergebnis Produktion und Transparenz „sehr gut“; bei 31 bis 26 Punkten „gut“, bei 25 bis 20 Punkten „befriedigend“; bei 19 bis 14 Punkten „ausreichend“; bei 13 bis 8 Punkten „mangelhaft; bei weniger als 8 Punkten „ungenügend“. Im Einzelnen wurden folgende Punkte vergeben: Lieferkette für die getestete Charge: ausreichend belegt („ja“) = 3 Punkte; teilweise belegt („teilweise“) = 2 Punkte; wenig belegt („wenig“) = 1 Punkt; keine Angabe („nein“) = 0 Punkte.

Unternehmerische Sorgfaltspflicht belegt: ausreichend belegt („ja“) = 11 Punkte; „überwiegend“ belegt = 10 bis 6 Punkte; „teilweise“ belegt = 5 bis 1 Punkt. Darin enthalten: a) Verhaltenskodex für Lieferanten ausreichend vorhanden (umfasst mindestens soziale und ökologische Kriterien): nachgewiesen = 3 Punkte; teilweise nachgewiesen = 2 Punkte; im Fragebogen mit „ja“ angegeben, aber nicht nachgewiesen = 1 Punkt; nein/keine Angabe = 0 Punkte; b) Kommunikation und Überwachung des Verhaltenskodex: externe Überwachung = 3 Punkte; interne Überwachung = 2 Punkte; Unterschrift des Lieferanten erforderlich = 1 Punkt; nein/keine Angabe = 0 Punkte; c) Risikoanalyse bezüglich Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette in ausreichender Qualität vorhanden (notwendige Bestandteile sind: Beschreiben der wichtigsten

sozialen Risiken, bezogen auf das Produkt und das Ursprungsland, Angabe der Risiken unter Hinzunahme von externen Daten und Quellen, Priorisierung der Risiken): nachgewiesen = 3 Punkte; teilweise nachgewiesen = 2 Punkte ; im Fragebogen mit „ja“ angegeben, aber nicht nachgewiesen = 1 Punkt; nein/keine Angabe = 0 Punkte; d) Vertragsgestaltung mit dem Ziel verantwortungsvoller Einkaufspraktiken wie Mindestpreise, Mindestabnahmemengen o.Ä.: nachgewiesen = 2 Punkte; im Fragebogen mit „ja“ angegeben und beschrieben, aber nicht nachgewiesen = 1 Punkt; keine oder keine aussagekräftigen Angaben = 0 Punkte. Faire und sichere Arbeitsbedingungen für Farm- und Fabrikarbeiter: ausreichend belegt („ja“) = 15 Punkte; „überwiegend“ belegt = 14 bis 7 Punkte; „teilweise“ belegt = 6 bis 1 Punkt. Darin enthalten: a) geschützte und unabhängige Beschwerdemechanismen für Arbeiter auf Farmen vorhanden; b) geschützte und unabhängige Beschwerdemechanismen für Arbeiter in den Saftfabriken vorhanden; c) Versammlungsfreiheit und Gewerkschaften auf Farmen und in Fabriken; d) Bereitstellung von Schutzausrüstung; e) Schulungen zu Arbeitsschutz und Arbeitsrecht auf Farmen und in Fabriken: nachgewiesen = jeweils 3 Punkte; teilweise nachgewiesen = jeweils 2 Punkte; im Fragebogen mit „ja“ angegeben, aber nicht nachgewiesen = jeweils 1 Punkt; nein/keine Angabe = jeweils 0 Punkte.

Existenzsichernde Löhne: bereits erreicht = 4 Punkte; in der Umsetzung („in Umsetzung“) = 2 Punkte; in der Planung („in Planung“) = 1 Punkt; keine Schritte erkennbar oder keine Angabe („nein“) = 0 Punkte.

Verbot hochgefährlicher Pestizide: „ja“ = 4 Punkte (alle Bio-zertifizierten Produkte); laut Verbotsliste Rainforest Alliance certified („teilweise“) = 2 Punkte; laut Positivliste „Prote-Citrus“ (Citrus Protection Products), die in Brasilien für den Anbau von Zitrusfrüchten vorgesehen ist („wenig“) = 1 Punkt; keine oder keine aussagekräftigen Angaben („nein“) = 0 Punkte. Basis unserer Einordnung von hochgefährlichen Pestiziden ist die Verbotsliste des Pestizid-Aktions-Netzwerks Deutschland (PAN Germany), zuletzt aktualisiert im August 2021.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) PET-Einwegflasche ohne Rezyklatanteil in der Flasche; b) PET-Einwegflasche mit ausgelobtem Rezyklatanteil in der Flasche, jedoch ohne Nachweis des Anteils für die getestete Charge. Zur Abwertung um zwei Noten führt: PET-Einwegflasche mit ausgelobtem und für die getestete Charge nachgewiesenem Rezyklatanteil in der Flasche. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) Deklaration eines „natürlichen Orangenaromas“ in der Zutatenliste, obwohl der Zusatz eines solchen Aromas laut Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung in Orangensaft aus Orangensaftkonzentrat nicht erlaubt ist. Das Gesamturteil beruht zu je 50 Prozent auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe und dem Testergebnis Produktion und Transparenz. Ein Testergebnis Sensorik, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „ausreichend ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Testergebnisse Sensorik und Weitere Mängel, die „gut“ sind, verschlechtern das Gesamturteil nicht. Ist das Testergebnis Produktion und Transparenz „mangelhaft“, kann das Gesamturteil höchstens eine Note besser sein.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2201.

Einkauf der Testprodukte: September 2021.

Dieser Test löst den Test Orangensaft aus dem ÖKO-TEST Magazin 04/2018 ab.

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