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TEST Orangensaft: Rund und gesund


ÖKO-TEST Kompakt Ernährung und Genuss - epaper ⋅ Ausgabe 3/2012 vom 09.03.2012

Es geht auch flüssig: Wer Vitamine naschen möchte, braucht nicht immer Obst zu schälen. Orangensaft ist ein schmackhafter Vitamin-C Lieferant und viele Produkte bestehen unseren Test mit guten Noten.


Artikelbild für den Artikel "TEST Orangensaft: Rund und gesund" aus der Ausgabe 3/2012 von ÖKO-TEST Kompakt Ernährung und Genuss. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Oliver Dirson/Fotolia.com

Knapp neun Liter Orangensaft trinkt jeder Bundesbürger im Schnitt jährlich. Ein Wert, der seit Jahren ziemlich stabil ist. Auf Apfelsaft - einst der beliebteste Saft der Deutschen - hat man hierzulande aber immer weniger Durst, sodass Orangensaft heute die Rangliste anführt.

Beliebt ist der sonnengelbe Saft auch als Vitamin-C-Lieferant. Grundsätzlich herrscht in Deutschland ...

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... kein Vitamin-C-Mangel. 100 mg sollten Erwachsene jeden Tag aufnehmen, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, ist in aller Regel bestens versorgt. Es gilt aber als Qualitätsmerkmal eines Orangensafts, dass bis zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums 200 mg Vitamin C pro Liter enthalten sind. Schreibt ein Hersteller „reich an Vitamin C“ oder Ähnliches auf die Flasche, sollen es sogar 300 mg sein. Das fordern die Leitsätze für Fruchtsaft - eine Art Spielregel der Branche, die aber kein Gesetz ist. Die meisten Marken erreichen das locker und kommen teils sogar nahe an die Werte für frisch gepressten Orangensaft, der 400 bis 500 mg Vitamin C je Liter enthält.

Wer in die Saftregale schaut, entdeckt dort zunehmend Direktsäfte, also Saft, der nicht aus Konzentrat hergestellt ist. Welche Wahl aber ist besser? Wir haben den Test gemacht und wollten wissen, ob in Konzentratsaft und Direktsaft zum Beispiel genug Eigenaroma steckt. Das lässt sich über aufwendige Laboranalysen herausfinden. Des Weiteren haben wir auf Rückstände von Pestiziden untersucht. Letztlich haben wir Experten im Labor die Frage gestellt: Schmecken die Säfte? Im Test: 20 Produkte aus Supermärkten, Discountern und Bio-Läden, der billigste für 87 Cent, den teuersten für 4,56 Euro pro Liter.

Das Testergebnis

■ Direktsaft ist nicht zwangsläufig besser als ein Saft aus Konzentrat: Auf dem Siegertreppchen steht ein Aldi-Direktsaft gleichberechtigt mit zwei Bio-Produkten, davon eines aus Konzentrat, das andere ein Direktsaft. Am unteren Ende unserer Bewertungsskala tummeln sich ebenfalls sowohl Konzentratals auch Direktsäfte.

■ Problem Geschmack: Die meisten Abwertungen gibt es für eine nicht überzeugende Sensorik. Dabei vergeben geschulte Experten etwa für Geruch und Geschmack bis zu 20 Punkte, die wir in Schulnoten übersetzt haben. Bei vielen Säften reichte es gerade mal zu einem „befriedigend“ oder „ausreichend“.
■ Aroma wie in einer Orange? Diese Frage stellt sich eigentlich vor allem bei Konzentratsäften. Denn beim Eindicken des Konzentrats verflüchtigen sich bestimmte Aromen, die nachher wieder richtig zugefügt werden müssen. Die Säfte von Jacoby und Granini waren hier zu schwach, die Säfte von Albi und Merziger viel zu schwach rearomatisiert. Interessanterweise waren auch in den beiden Bio-Direktsäften von Rewe und Voelkel viel zu wenige Aromastoffe enthalten – sogar noch weniger als in den meisten Konzentratsäften. Wir werten das besonders konsequent ab, denn wer einen Direktsaft kauft, erwartet ja auch das volle Aromenspektrum aus der Orange.

■ Vitamin C sollte – ganz natürlich – aus den Früchten kommen: Bei den Säften der Marken Valensina und Naturella ist aber ein nachträglicher Vitamin-C-Zusatz in der Zutatenliste aufgeführt. Das kann den Eindruck erwecken, dass es sich hierbei um einen ganz besonders wertvollen Saft handelt. Tatsächlich kommt ein nachträglicher Vitamin-C-Zusatz aber gerade dann infrage, wenn in der Rohware selbst recht wenig Vitamin C steckt und man sonst nur schwer auf die Vitamin-C-Werte kommt, die von den Leitsätzen für Fruchtsaft gefordert werden.
■ Keine Pestizidcocktails: Gute Nachrichten gibt es in Sachen Pflanzenschutzmittel: Das von uns beauftragte Labor fand nur Spuren von Spritzmitteln, mit denen konventionell angebaute Früchte oft behandelt werden.
■ Versprochen wird viel: Beim Anschauen der Etiketten haben wir uns schon ein paar Mal die Frage gestellt, ob uns die Hersteller für dumm verkaufen wollen: Viele weisen auf den Etiketten darauf hin, dass der Saft ohne Konservierungsstoffe oder ohne Farbstoffe hergestellt wurde. Dabei sind diese Stoffe bei Orangensaft ohnehin nicht erlaubt! Hohes C, Edeka und Rauch loben aus, dass mit einem Glas der Tagesbedarf an Vitamin C gedeckt wird. Dies bezieht sich aber nicht auf die Werte, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt. Albi und Merziger versprechen etwa „fruchttypischen Geschmack“ oder „Tausende von kleinen Geschmacksnuancen“. Beide Säfte waren aber viel zu schwach rearomatisiert und haben nur „befriedigend“ geschmeckt.

So reagierten die Hersteller

■ Rewe und Voelkel wurden von uns extra darauf angesprochen, welche Erklärung man für das viel zu schwache Aroma in den beiden Direktsäften habe. Eine konkrete Erklärung konnte uns aber keiner von beiden liefern.
■ Albi: „Die Aromenanalyse zeigt Veränderungen auf“, die auf eine „zumindest zeitweise Lagerung unter nicht geeigneten Bedingungen“ zurückzuführen seien, ließ uns der Hersteller wissen. Der Saft sei immerhin schon etwa sieben Monate im Handel gewesen. Das mag sein. Trotzdem war er zum Zeitpunkt unserer Untersuchung noch länger als vier Monate haltbar! Und das Mindesthaltbarkeitsdatum ist ja so etwas wie ein Versprechen des Herstellers, wie lange die Ware noch einwandfrei ist.

ÖKO-TEST rät

■ „Sehr guter“ Saft muss nicht teuer sein: Schon für 1,39 Euro bekommen sie einen ausgezeichneten Direktsaft, für 1,79 Euro einen „sehr guten“ Bio-Saft.
■ Das Fairtradelabel auf bestimmten Produkten garantiert Ihnen, dass beim Anbau der Orangen strenge Sozialstandards eingehalten wurden.