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TEST Papiertaschentücher: Hatschi!


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 30.09.2021

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RATGEBER

1 Wir können zehn Tücher mit „sehr gut“ und „gut“ empfehlen. Alle sind aus Recyclingpapier.

2 Tücher aus Altpapier sind genauso weich und reißfest wie welche aus Primärfasern. Sie schonen Ressourcen.

3 Auch eine Alternative: waschbare, wieder- verwendbare Stoff- taschentücher.

Ä rgerlich! Wieder ein Taschentuch mitgewaschen. Jetzt kleben an der Wäsche überall kleine Papierflusen. Das Problem kennen sicherlich viele. Lässt es sich durch die Wahl der richtigen Tücher vermeiden? ÖKO-TEST wollte das wissen und testete in einer umfangreichen Praxisprüfung unter anderem auch die Waschbarkeit von Papiertaschentüchern.

Insgesamt können wir mit den Ergebnissen zufrieden sein: Wir vergeben einmal das Gesamturteil „sehr gut“ und neunmal „gut“. Elfmal lautet es „befriedigend“.

Flusenfrei aus der Maschine

Ein von uns beauftragtes Labor steckte alle 21 Produkte in die Waschmaschine. Die Taschentücher ...

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... waren dabei, zu Kugeln zusammengeknüllt, in eigens angefertigte Taschen eingenäht. Nach dem Waschen wertete das Labor aus, wie viele Flusen die Tascheninnenfläche bedeckten und welche Konsistenz das Tuch aufwies, also ob es zerfallen oder noch fest war.

Den ersten Platz teilten sich hier die Tempo Taschentücher, 4-lagig mit den Danke Taschentüchern 100% Recycling-Fasern, 4-lagig, Box. Bei beiden lautete das Ergebnis: fast keine Flusen und fest. Entgegen ihres Rufs können also auch Recyclingtücher waschenmaschinenfest sein. Im Gesamturteil hatten die Danke Taschentücher mit „sehr gut“ am Ende sogar die Nase vorn. Die Tempo Taschentücher, die laut Statista-Umfrage in der Gunst der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher ganz oben stehen, schnitten nur „befriedigend“ ab. Denn Waschbarkeit ist nicht alles, was ein gutes Papiertaschentuch aus ÖKO-TEST-Sicht können muss.

Die bessere Wahl für die Umwelt

Elf Produkte im Test, und damit rund die Hälfte, sind aus Frischfasern hergestellt. ÖKO-TEST bewertet in diesem Punkt streng: Ist die Herkunft eines Produkts nicht zu 100 Prozent aus Altpapier, werten wir das unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe um zwei Noten ab. Denn im Hinblick auf Ressourcenverbrauch, Abwasserbelastung, Wasser-und Energieverbrauch in der Produktion schneiden Tücher aus Altpapier wesentlich günstiger ab als Produkte aus Primärfasern.

Der Marktanteil von Recyclingtüchern liegt mit aktuell rund fünf Prozent sehr niedrig, wenn er in den zurückliegenden Jahren auch etwas stieg; 2017 lag er noch bei lediglich rund 1,5 Prozent. Die Ergebnisse unseres Tests sprechen für Recyclingtücher.

Auch Recyclingpapier ist reißfest

In der Praxisprüfung gab es für das gesamte Testfeld in allen Punkten überwiegend „gute“ Beurteilungen. Insgesamt hielten die Recyclingtücher gut mit, waren teils sogar besser.

Reißfestigkeit, Saugfähigkeit und Weichheit hängen also nicht davon ab, ob das Ausgangsmaterial Altpapier oder Primärfasern aus frischem Holz sind.

„Graue und raue Recyclingtücher waren gestern. Heute sind sie weich und stabil.“

WISSEN

Tücher ohne Tüten

Viel Plastik

Neben Papier verschlingen Papiertaschentücher noch ein weiteres Material: Kunststoff. Häufig sind sie gleich zwei Mal in Plastikfolien verschweißt. Die einzelnen Päckchen sind zusätzlich noch von einer größeren Umverpackung ummantelt.

Oft besteht die kleine Verpackung aus Polyethylen (PE), die große aus Polypropylen (PP). Der Mix soll ein Zusammenkleben verhindern. Das Problem: Während es für PE bereits viel recyceltes Material aus der Wertstoffsammlung (Gelbe Tonne, Gelber Sack) gibt, sieht das bei PP aus technischen Gründen noch anders aus.Die Hersteller arbeiten daran, den Rezyklatanteil zu erhöhen.

Weniger Plastik

Als plastikfreie Alternative bieten sich Boxen aus Pappe an, in denen die Tücher ohne eine zweite Hülle lose aufbewahrt sind. Für unterwegs zieht man sich einfach die nötige Anzahl heraus und gibt sie zusammengefaltet etwa in ein Stoffbeutelchen. Eher selten begegnet man auf dem Markt schlauchförmigen Umverpackungen, in denen die Tücher ähnlich wie Wattepads in größerer Stückzahl stecken.

Holz aus aller Welt

China, Brasilien, Skandinavien, Baltikum: Das Holz für die Primärfasern stammt größtenteils von weit her. Der Transport verschlingt ebenfalls Ressourcen. Auch das ist ein Argument für Recyclingpapier. Hier stammen die Fasern aus der Wertstoffsammlung, vorwiegend aus Deutschland und den benachbarten Beneluxstaaten. Selbst wenn das Holz darin ursprünglich auch einmal von weit herkam: Im Recyclingpapier durchläuft es einen weiteren Zyklus.

Ein paar Worte zu Bambus

Im Test haben wir mit den Pandoo Bambus Taschentüchern, 3-lagig, Box und den Smooth Panda Taschentüchern aus Bambus, 3 Lagen, Box auch zwei Produkte aus Bambus. Das Süßgras könnte aufgrund seines schnellen Wachstums eigentlich eine nachhaltige Alternative zu Bäumen sein. Allerdings gibt es für Bambusfasern noch keinen Wertstoff kreislauf. Abgesehen davon, dass die Fasern in den Tüchern also nicht recycelt sind: Sie konnten auch im Praxistest nicht mit den anderen Tüchern mithalten. Die Pandoo-Taschentücher erwiesen sich als am wenigsten reißfest. Sie erzielten als einziges Produkt hier nur ein „befriedigend“, die Smooth Panda sind als einzige Taschentücher in der Weichheit nur „ausreichend“.

Ein problematischer Inhaltsstoff

In mehr als der Hälfte der Produkte stecken halogenorganische Verbindungen (AOX) in Gehalten, die ÖKO-TEST abwertet. Diese Stoffe können auf unterschiedlichen Wegen in das Papier gelangen, in der Herstellung über den Bleichprozess oder über Nassverfestigungsmittel, aber auch als Eintrag über das Altpapier. Viele Vertreter der großen Stoffgruppe der AOX gelten als allergieauslösend, fast alle reichern sich in der Umwelt an.

TEST

Wir haben getestet

Wir haben 21-mal Papiertaschentücher eingekauft. Unter den Produkten sind Eigenmarken von Supermärkten, Discountern und Drogerien, aber auch bekannte Marken wie Tempo und Kleenex. Wir haben einfache Tücher im Test – keine bedruckten, bedufteten oder mit Pflegesubstanzen versehenen. Zehn Produkte sind aus Recyclingpapier, bei zwei Produkten ist das Ausgangsmaterial Bambus.

Wir haben die Produkte in Laboren auf bedenkliches Formaldehyd und Glyoxal prüfen lassen sowie auf optische Aufheller und umstrittene halogenorganische Verbindungen. Die Kunststoffverpackungen ließen wir auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen testen.

Ein Labor prüfte zudem für uns in einem umfangreichen Praxistest mit maschinellen, standardisierten Verfahren die Reißfestigkeit der Tücher im trockenen wie nassen Zustand, ihre Robustheit im Gebrauch (Durch- stoßfestigkeit) und ihre Saugfähigkeit. Um ihre Weichheit zu bewerten, vergaben sieben geschulte Testpersonen Noten. Da man die Taschen- tücher auch mal in der Hosentasche vergessen kann und dies zu ärger- lichen Flusen in der Waschmaschine und an der Wäsche führen kann, haben wir die Produkte auch einem Waschtest unterzogen, um heraus- zufinden, wie sehr sie in der Maschine zerfleddern.

Für das Gesamturteil bewerten wir die Inhaltsstoffe etwas stärker als die Ergebnisse in den Praxistests.