Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 10 Min.

TEST Pflegetagegeldversicherungen: Hoher Schutz, hoher Preis


ÖKO-TEST Ratgeber Sonderheft Rente, Geld, Versicherungen - epaper ⋅ Ausgabe 90/2011 vom 07.10.2011

Erst krank, dann arm. Diese Überschrift haben wir für unseren Artikel zur Berufsunfähigkeit auf Seite 158 gewählt. Sie würde auch zu diesem Test passen. Denn hier wie dort ist private Vorsorge nötig, die staatlichen Leistungen reichen nicht.


Artikelbild für den Artikel "TEST Pflegetagegeldversicherungen: Hoher Schutz, hoher Preis" aus der Ausgabe 90/2011 von ÖKO-TEST Ratgeber Sonderheft Rente, Geld, Versicherungen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: irisblende.de

Zum Jahr der Pflege hat der ehemalige Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler 2011 ausgerufen. Die staatliche Pflegeversicherung soll reformiert werden. Das ist leider kein Grund für entspanntes Zurücklehnen. „Egal wie die neue staatliche Absicherung auch aussieht, es wird keinen Vollkaskoschutz geben“, sagt Klaus Michel, Experte für ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Ratgeber Sonderheft Rente, Geld, Versicherungen. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 90/2011 von Geförderte Altersvorsorge: So wird abkassiert. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Geförderte Altersvorsorge: So wird abkassiert
Titelbild der Ausgabe 90/2011 von Altersvorsorgekonto: Ein Konto für alles. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Altersvorsorgekonto: Ein Konto für alles
Titelbild der Ausgabe 90/2011 von TEST Riester-Bausparverträge: Das Zinsniveau entscheidet. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Riester-Bausparverträge: Das Zinsniveau entscheidet
Titelbild der Ausgabe 90/2011 von Übersicht Immobilienrenten: Das Eigenheim als Geldquelle. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Übersicht Immobilienrenten: Das Eigenheim als Geldquelle
Titelbild der Ausgabe 90/2011 von Welches Riester-Produkt für wen: Die Qual der Wahl. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Welches Riester-Produkt für wen: Die Qual der Wahl
Titelbild der Ausgabe 90/2011 von TEST Auszahlpläne: Mehr Geld im Alter. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Auszahlpläne: Mehr Geld im Alter
Vorheriger Artikel
TEST Rechtsschutzversicherungen: Recht so!
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel TEST Risikolebensversicherungen: Eine von dreien
aus dieser Ausgabe

... Gesundheitspolitik bei der Allianz Versicherung in München. Der Grund ist einfach: Wir werden immer älter und immer weniger Berufstätige müssen für den Schutz der Senioren aufkommen.

Ab dem 80. Lebensjahr nimmt die Zahl der Pflegefälle drastisch zu. Zwischen dem 60. und 80. Geburtstag liegt das Risiko nur bei rund fünf, danach steigt es auf 29 Prozent, wie das Bundesgesundheitsministerium ermittelt hat. Zudem kommen immer mehr Menschen ins Risikoalter. Daher sind heute rund 2,4 Millionen pflegebedürftig, 2050 wird es schon 4,7 Millionen Betroffene geben.

Die Lücke ist groß

Wer zum Pflegefall wird, muss aus eigener Tasche zuzahlen. Oder die Kinder werden vom Sozialamt zur Kasse gebeten. Derzeit schätzt das Bundesgesundheitsministerium die private Lücke für die Pflege zu Hause je nach Grad der Hilflosigkeit auf 500 bis 2.200 Euro pro Monat. Wer im Heim gepflegt wird, muss zwischen 700 und 1.200 Euro privat zuzahlen.

Zusätzlicher Privatschutz ist daher unerlässlich. Ein einfaches Produkt dafür ist die Tagegeldversicherung. ÖKOTEST hat die Angebote mithilfe des Analysehauses Kvpro.de aus Freiburg auf Herz und Nieren geprüft. Alle Produkte mussten mindestens in der Pflegestufe III stationär die volle Leistung von 50 Euro pro Tag erbringen, also 1.500 Euro pro Monat. Angebote, die in Pflegestufe I gar nicht leisten, wurden nicht berücksichtigt. Insgesamt wurden so 340 Tarife für Frauen und Männer für fünf unterschiedliche Einstiegsalter (35, 45, 55, 60, 65 Jahre) untersucht. Hier finden Sie die Ergebnisse für 45 jährige Frauen und Männer. Die restlichen Ergebnisse finden Sie auf der CD (in der Version dieses Ratgebers, dem eine CD beigeklebt ist), ansonsten unter www.oekotest.de

Das Testergebnis

■ 97 Tarife erreichen den 2. Rang und sind damit die besten Angebote. Dabei gilt die Faustregel: je besser, desto teurer. Immer unter den Besten rangieren die Tarife der Axa Pflegevorsorge Flex 1, 2, 3, der Düsseldorfer PZ Tarifstufe 1+2+3 und des Münchener Vereins SC Pflege 412 und SC Pflege 421+421B. Sie leisten in allen Modellfällen im Test in jeder Stufe ein Tagegeld von 50 Euro. Während es sich bei dem Pflegetagegeld des Münchener Vereins um einen klassischen Tarif handelt, sind die Angebote der Axa und Düsseldorfer moderne Bausteintarife. Hier können die Kunden in jeder Pflegestufe ihre Absicherungshöhe selbst wählen.
■ Die vier Tarife wurden als Sonderfälle behandelt. Sie führen in der Praxis zu einer Überversorgung und wurden bei der Ermittlung des Ranges nicht berücksichtigt. Daher erreicht beispielsweise der Tarif Premium der HUK-Coburg mit einer Gesamtleistung von rund 54.600 Euro bei einer 35-jährigen Frau schon die beste Leistungsnote, auch wenn die Axa, die Düsseldorfer und der Münchner Verein mit rund 90.000 Euro wesentlich mehr zahlen.
■ Völlig unzureichende Leistungen bietet der sehr günstige UKV-Tarif PTE. Er zahlt in der ambulanten Pflegestufe I nur 12,5 Prozent und in II gerade mal 25 Prozent des vereinbarten Tagegeldes. Daher bekam der Tarif mit Rang 5 in allen Altersgruppen die rote Laterne. Durchgängig schwach sind mit bestenfalls dem 4. Rang auch die Tarife PZT der Allianz und PZT der LVM. Alle drei Versicherer haben aber auch leistungsstarke Tarife im Test. Allianz: PZT-Best, LVM PZTK, UKV: PflegePREMIUM + PLUS.
■ Wer sich frühzeitig absichert, zahlt deutlich weniger und ist schon in jungen Jahren gegen eine plötzliche Pflegebedürftigkeit, etwa durch einen Unfall oder Schlaganfall geschützt. Außerdem werden junge Menschen meist problemlos versichert. Senioren können, wenn sie schon erkrankt sind, durch die Gesundheitsprüfung des privaten Anbieters fallen. Eine 35-jährige Frau zahlt beispielsweise bei der Concordia im durchgängig mit dem 2. Rang bewerteten Tarif PT 276 Euro pro Jahr. Tritt mit 80 Jahren der Pflegefall ein, hat sie für den Risikoschutz insgesamt 12.420 Euro bezahlt. Schließt die Frau hingegen erst mit 60 Jahren einen Vertrag, 1+2+3 und des Münchener Vereins SC Pflege 412 und SC Pflege 421+421B. Sie leisten in allen Modellfällen im Test in jeder Stufe ein Tagegeld von 50 Euro. Während es sich bei dem Pflegetagegeld des Münchener Vereins um einen klassischen Tarif handelt, sind die Angebote der Axa und Düsseldorfer moderne Bausteintarife. Hier können die Kunden in jeder Pflegestufe ihre Absicherungshöhe selbst wählen.
■ Die vier Tarife wurden als Sonderfälle behandelt. Sie führen in der Praxis zu einer Überversorgung und wurden bei der Ermittlung des Ranges nicht berücksichtigt. Daher erreicht beispielsweise der Tarif Premium der HUK-Coburg mit einer Gesamtleistung von rund 54.600 Euro bei einer 35-jährigen Frau schon die beste Leistungsnote, auch wenn die Axa, die Düsseldorfer und der Münchner Verein mit rund 90.000 Euro wesentlich mehr zahlen.
■ Völlig unzureichende Leistungen bietet der sehr günstige UKV-Tarif PTE. Er zahlt in der ambulanten Pflegestufe I nur 12,5 Prozent und in II gerade mal 25 Prozent des vereinbarten Tagegeldes. Daher bekam der Tarif mit Rang 5 in allen Altersgruppen die rote Laterne. Durchgängig schwach sind mit bestenfalls dem 4. Rang auch die Tarife PZT der Allianz und PZT der LVM. Alle drei Versicherer haben aber auch leistungsstarke Tarife im Test. Allianz: PZT-Best, LVM PZTK, UKV: PflegePREMIUM + PLUS.
■ Wer sich frühzeitig absichert, zahlt deutlich weniger und ist schon in jungen Jahren gegen eine plötzliche Pflegebedürftigkeit, etwa durch einen Unfall oder Schlaganfall geschützt. Außerdem werden junge Menschen meist problemlos versichert. Senioren können, wenn sie schon erkrankt sind, durch die Gesundheitsprüfung des privaten Anbieters fallen. Eine 35-jährige Frau zahlt beispielsweise bei der Concordia im durchgängig mit dem 2. Rang bewerteten Tarif PT 276 Euro pro Jahr. Tritt mit 80 Jahren der Pflegefall ein, hat sie für den Risikoschutz insgesamt 12.420 Euro bezahlt. Schließt die Frau hingegen erst mit 60 Jahren einen Vertrag, zahlt sie 1.596 Euro im Jahr, bis 80 also insgesamt 31.920 Euro. Ein Mann kommt bei Vertragsabschluss mit 35 insgesamt auf 7.830 Euro, mit 60 hingegen auf 17.160 Euro.

■ Grundsätzlich haben alle Tagegeldtarife einen Mangel: Die Prämien können erhöht werden. Davon könnten teure Tarife wie von der Axa oder der Düsseldorfer besonders betroffen werden. Denn derzeit gibt es kaum Schadenfälle. Die Kalkulation der Versicherer könnte daher auf unsicheren Füßen stehen. Wer sich die Versicherung nicht mehr leisten kann, steht ohne Schutz da, eingezahltes Geld ist verloren. Hilfe bieten die von uns nicht bewerteten Kennzahlen versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote und Nettoverzinsung. Je höher sie sind, desto solider ist der Versicherer und desto größer die Chance, dass er die Prämien nur moderat anhebt.
■ In die „Zahlung gesamt“ in der Tabelle haben wir neben dem Tagegeld auch Einmalleistungen und die Beitragsfreiheit im Pflegefall eingerechnet. Unberücksichtigt blieben Sonderleistungen bei Demenz, für Härtefälle, bei Pflegebedürftigkeit durch Unfall und Assistance-Leistungen. Nicht bewertet haben wir auch Wartezeiten für Leistungen, die Dynamik, also die Möglichkeiten zur Erhöhung des Tagegeldsatzes, Abschläge bei der Laienpflege sowie die Art der Leistungsprüfung. Grundsätzlich reicht hier der Bescheid der Pflegekasse. Möglich ist fast bei allen Anbietern aber eine zusätzliche ärztliche Überprüfung.

Anmerkungen: 1) Dynamik: alle 3 Jahre, bis 65. Lebensjahr. 2) Dynamik: alle 3 Jahre, auch im Leistungsfall. 3) 50 Prozent Abschlag bei Laienpflege. 4) Dynamik: jährlich. 5) Dynamik: Anpassung um mindestens fünf Euro, wenn der jährliche Vergleich der durchschnittlichen Pflegekosten eine Steigerung von mehr als 10 Prozent ergibt. 6) Dynamik: alle 5 Jahre im Verhältnis zur Entwicklung der Pflegekosten. Bei Pflegebedürftigkeit durch Unfall beitragsfrei ab Stufe I und Einmalzahlung von 3.000 Euro im Modellfall. 7) Dynamik: alle 3 Jahre, bis 65. Lebensjahr. 8) Dynamik: alle 5 Jahre. Einmalige Pauschale ab Stufe I im Modellfall 2.500 Euro. 9) Dynamik: jährlich, bis 65. Lebensjahr. Keine Wartezeit für Leistungen bis 60. Lebensjahr, ab 61 nur bei Vorlage eines Gesundheitszeugnisses. 10) Dynamik: alle 5 Jahre, bis 65. Lebensjahr. 11) Dynamik: alle 3 Jahre, bis 80. Lebensjahr, nicht im Leistungsfall. Einmalige Pauschale ab Stufe I im Modellfall 3.000 Euro. 12) Dynamik: alle 3 Jahre, bis 70. Lebensjahr, auch im Leistungsfall. 13) Dynamik: alle 3 Jahre, bis 70. Lebensjahr, auch im Leistungsfall. Bei Demenz (in Pflegestufen 0, I, II, III) im Modellfall bis 100 Euro pro Monat Betreuungsgeld. Einmalige Pauschale ab Pflegestufe III im Modellfall 4.500 Euro. 14) Dynamik: alle 3 Jahre, bis 69. Lebensjahr, auch im Leistungsfall. Bei Demenz (in Pflegestufe 0) im Modellfall 450 Euro pro Monat als Betreuungsgeld. 15) Dynamik: alle 3 Jahre, bis 70. Lebensjahr. 16) Dynamik: alle 3 Jahre, auch im Leistungsfall. Einmalige Pauschale ab Pflegestufe I im Modellfall 5.000 Euro. 17) Dynamik: jährlich möglich, nicht im Leistungsfall. 18) Dynamik: bis 65. Lebensjahr, nicht im Leistungsfall. 19) Dynamik: alle 3 Jahre, auch im Leistungsfall. Einmalige Pauschale ab Stufe I alle zwei Jahre 500 Euro, im Modellfall 1.000 Euro. Doppelte Leistung bei Unfall (unter 65 Jahren) oder wenn minderjährige Kinder versorgt werden müssen. 20) Dynamik: alle 3 Jahre, bis 80. Lebensjahr, nicht im Leistungsfall. Bei Demenz (in Pflegestufen 0, I, II, III) im Modellfall 200 Euro pro Monat Betreuungsgeld. Einmalige Pauschale ab Stufe I im Modellfall 3.000 Euro. Bei Demenz (Pflegestufe 0) Beitragsfreiheit für den Tarifbaustein Plus in Höhe von 3,79 bis 14,60 Euro (Frauen) und 2,88 bis 10,06 Euro (Männer) pro Monat. 21) Dynamik: alle zwei Jahre, maximal drei Mal. Höhe des Tagegeldes in allen Pflegestufen frei wählbar. Einzige Bedingung: Es darf in Pflegestufe II nicht niedriger sein als in I, in III nicht niedriger als in II. 22) Dynamik: alle drei Jahre, bis 65. Lebensjahr, nicht im Leistungsfall. 23) Dynamik: möglich bei Änderung des Beitrags in der privaten Krankheitskostenvollversicherung oder der gesetzlichen Krankenversicherung, nicht im Leistungsfall. Leistung bei Laienpflege erst ab Stufe II und nur bei nachgewiesener Zeit und krankenpflegerischen Kenntnissen, ansonsten 50 Prozent Abschlag. 24) Dynamik: alle 3 Jahre. Einmalige Pauschale ab Stufe III im Modellfall 3.000 Euro. 25) Dynamik: alle 3 Jahre, nicht im Leistungsfall. Bei Demenz (in Pflegestufe 0) im Modellfall 300 Euro pro Monat Betreuungsgeld. Höhe des Tagegelds in allen Pflegestufen frei wählbar. Einzige Bedingung: Es darf in Pflegestufe II nicht niedriger sein als in I, in III nicht niedriger als in II. 26) Dynamik: alle 5 Jahre, nicht im Leistungsfall. 27) Dynamik: alle 3 Jahre, nicht im Leistungsfall. Bei Demenz (in Pflegestufe 0) im Modellfall 450 Euro pro Monat als Betreuungsgeld. 28) Dynamik: alle 3 Jahre, bis 70. Lebensjahr. 29) Dynamik: alle 3 Jahre, bis 65. Lebensjahr, wenn Durchschnittspflegekosten um mindestens 10 Prozent gestiegen.

Legende: Tarife mit dem gleichen Rang sind nach Gesamtpunktzahl aufgeführt. Zur Ermittlung des Ranges wurde zunächst die Differenz zwischen niedrigstem und höchstem Monatsbeitrag in den jeweiligen Modellfällen in sechs gleich große Klassen geteilt. Nicht berücksichtigt und durchgängig mit Note 6 (sehr teuer) wurden die vier Tarife bewertet, die in allen Pflegestufen 100 Prozent leisten. Zur Ermittlung der Zahlung gesamt wurden die Leistungen eines Tarifs auf die durchschnittliche Verweildauer in den einzelnen Pflegestufen berechnet. Sie beträgt nach der 2010 veröffentlichten Studie LOS(T) in Long-Term Care: Empirical Evidence from German Data 2000–2009 von Jasmin Häcker und Tobias Hackmann vom Forschungszentrum Generationenverträge der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität auf Grundlage der Daten der AOK Berlin für Frauen in der Pflegestufe I ambulant 25,6 Monate, stationär 6,4 Monate, Männer 21,3 bzw. 4,0 Monate; Pflegestufe II Frauen 12,2/8,8 Monate, Männer 13,1/4,7 Monate; Pflegestufe III Frauen 2,7/4,6 Monate, Männer 2,8/2,4 Monate. Die Einmalleistungen wurden nach den Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums den Tarifleistungen hinzugerechnet. Danach sind 54,2 Prozent der Pflegebedürftigen in Pflegestufe I (41,6 ambulant, 12,6 stationär). Leistet ein Tarif bei der erstmaligen Einstufung in die Pflegestufe I also 3.000 Euro, wurden hiervon rund 2.300 den ambulanten Zahlungen zugerechnet, was bei Männern umgerechnet auf eine Verweildauer von 21,3 Monaten in der ambulanten Pflegestufe I eine zusätzliche Zahlung von 108,10 Euro pro Monat ergibt. Abgezogen wurden die monatlichen Beitragszahlungen, sofern keine Beitragsbefreiung gewährt wird. Für die so errechnete Zahlung gesamt wurde in den jeweiligen Modellfällen die Differenz zwischen höchster und niedrigster Zahlung gesamt in sechs gleich große Klassen geteilt. Nicht berücksichtigt und durchgängig mit Note 1 (sehr hoch) wurden die vier Tarife bewertet, die in allen Pflegestufen 100 Prozent leisten. In die Gesamtpunktzahl floss die Bewertung der Monatsbeiträge zu 25 Prozent, die Bewertung der Zahlung gesamt zu 75 Prozent ein. Die von uns nicht bewertete Bilanzkennzahl versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote gibt an, wie viel von den Jahresbeitragseinnahmen nach Abzug der Aufwendungen für Schäden und Kosten übrig bleibt. Die Kennzahl Nettoverzinsung zeigt, welche Verzinsung ein Unternehmen aus den Kapitalanlagen erzielt.
Anforderungen an den Tarif: Ausgewählt wurden Pflegetagegeldversicherungen, die unabhängig vom Bestehen einer Krankenversicherung beim jeweiligen Anbieter abgeschlossen werden können. Für die Tarife wurde ein versichertes Tagegeld von 50 Euro pro Tag unterstellt.
Anforderungen an den Tarif: Ausgewählt wurden Pflegetagegeldversicherungen, die unabhängig vom Bestehen einer Krankenversicherung beim jeweiligen Anbieter abgeschlossen werden können. Für die Tarife wurde ein versichertes Tagegeld von 50 Euro pro Tag unterstellt.
Testmethoden: Sämtliche Tarifdaten wurden vom Freiburger Analysehaus Kvpro.de erhoben und den Anbietern zur Plausibilisierung und Verifizierung zurückgespielt. Die abschließende Auswahl der Kriterien und das abschließende Ranking der Tarife wurden von ÖKO-TEST vorgenommen.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 3/2011. Aktualisierung, sofern die Anbieter ÖKOTEST Veränderungen mitgeteilt haben.

Kompakt

Vertrauensschutz für privat Versicherte
Wer schon privat abgesichert ist, braucht keine Angst vor einer Fehlinvestition zu haben. „Bei gesetzlichen Änderungen genießen Versicherte Vertrauensschutz“, sagt Gerd Benner, Sprecher der Debeka-Versicherung aus Koblenz. Bei staatlichen Änderungen würde entweder der bestehende Privatschutz angepasst oder die Kunden könnten ohne Gesundheitsprüfung in einen neuen Tarif wechseln. Andere Versicherer, wie die Allianz oder die DKV aus der Ergo-Gruppe bestätigen diese Umstiegsgarantie. Der Verband der Privaten Krankenversicherer (PKV-Verband) hat zudem in einem Rundschreiben alle Mitglieder darauf hingewiesen, dass die Kunden bei einer Änderung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit Bestands- und Vertrauensschutz genießen. Noch herrscht nämlich über die Reform der Pflegeversicherung große Unsicherheit. Klar ist nur, dass die Versicherten eine Kapitalreserve aufbauen sollen, um die Pflegeversicherung für den demografischen Wandel, also die ständige Zunahme der nicht berufstätigen Älteren, sicherer zu machen.

Foto: irisblende.de

Pflegereform: Start 2012
Start des neuen Pflichtschutzes könnte 2012 sein. Dafür, so Experten, müsste noch vor Ostern 2011 ein erster Gesetzesentwurf vorgelegt werden. Doch noch gibt es keine Einigung über die Ausgestaltung der reformierten Pflegeversicherung. So könnte es statt der drei Pflegestufen künftig fünf Bedarfsklassen geben, mit denen auch körperlich gesunde, aber geistig verwirrte Personen erfasst werden. Alle Experten sind aber einig, dass auch die künftige staatliche Pflegeversicherung nur ein Teilschutz ist. Im besten Fall wird die neue Pflegeversicherung 60 Prozent der Kosten absichern, heißt es bei der Allianz. Den Rest müssen die Kunden selbst finanzieren.

ÖKO-TEST rät

■ Schon in der Pflegestufe I sollte eine ausreichende Leistung abgesichert werden, weil die Menschen hier lange verweilen.
■ Sichern Sie sich frühzeitig ab. Dann ist die Police preiswerter, es gibt weniger Probleme mit der Gesundheitsprüfung und Sie haben länger Schutz.
■ Achten Sie darauf, dass die Tarife eine Dynamisierung der Leistung ohne erneute Gesundheitsprüfung zulassen. Denn die Pflegekosten werden künftig weiter steigen.
■ Wer 60 oder älter ist, sollte grundsätzlich nur Tarife ohne Wartezeit abschließen.