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TEST PLATTENSPIELER: Leuchtendes Beispiel


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 02.09.2019

Mit den bläulich leuchtenden Tellern seiner zwei neuen Plattenspieler trifft AVM ins Schwarze. STEREO testet den Einstiegsdreher Rotation R2.3.


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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 10/2019

STICHWORTHDF
Das „high-density fiberboard“ (deutsch: hochdichte Faserplatte) besteht aus mit Leim getränkten und unter hohem Druck verpressten Holzfasern.


Zunächst ist nichts Besonderes am AVM Rotation R2.3, kleinerer von zwei Plattenspielern, mit denen der innovative Hersteller aus dem schwäbischen Malsch sein anspruchsvolles Programm unterschiedlichster Komponenten im Bereich Analog-HiFi komplettiert: Das geradlinige, schlicht-schmucke Gehäuse – ein 37 ...

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Zunächst ist nichts Besonderes am AVM Rotation R2.3, kleinerer von zwei Plattenspielern, mit denen der innovative Hersteller aus dem schwäbischen Malsch sein anspruchsvolles Programm unterschiedlichster Komponenten im Bereich Analog-HiFi komplettiert: Das geradlinige, schlicht-schmucke Gehäuse – ein 37 Millimeter starkes Sandwich aus hartemHDF -Kern und diesen weiter verstärkender resonanzfeindlicher Aluminiumbeplankung – kommt in Schwarz beinahe unauffällig daher. Drei kleine, metallisch eingefasste Knöpfe mit winziger blauer LED für die Bedienung des Laufwerks unterstreichen dies. Durch den milchig-transparenten, 3,5 Kilogramm schweren Acrylteller erkennt man schemenhaft das Motor-Pulley sowie die ebenfalls aus Aluminium gefertigte Riemenscheibe. Einzig der silbrig glänzende Tonarm wagt sich optisch etwas hervor.

Doch dann folgt die Überraschung: Nach der Betätigung eines versteckt unterm Chassis angebrachten, dreistufigen Schalters erstrahlt der Teller in sattem Blau, wahlweise dezenter oder aber als wahre „Light Show“, die ein dunkles Zimmer in heimelige Club-Atmosphäre taucht. Der Effekt wird

mittels eines unterhalb des präzise gearbeiteten Acryl-Rundlings angebrachten LED-Rings erreicht.

Freilich kann man den aus einem externen Netzteil versorgten R2.3 auch ohne diesen Lichtzauber betreiben sowie im Hellen betrachten. Denn anders als in manch schummerig beleuchtetem Etablissement, wo dies Schmuddelecken kaschiert, ist der AVM blitzsauber konzipiert und verarbeitet. Das schließt den kardanisch gelagerten, in jeder Weise verstellbaren Tonarm mit ein. Er ist ein echtes Sahnestück mit spielfreien Lagern, deren Präzision man allein dadurch spürt, dass man den Ausleger auf den Zeigefi nger legt und den Arm behutsam bewegt.

Dabei spürt man seine effektive Masse von 13,5 Gramm inklusive der von einer Zentralschraube gehaltenen Headshell, die sich nach deren Lösen zur Einstellung des Überhangs in Längsrichtung verschieben lässt. Mithilfe der bewährten „STEREO Prüf- und Einstellschablone“ erreichten wir durch das Anpeilen der Hilfslinien über die äußere gerade Kante des Tonabnehmerträgers stets zügig die optimale Justage.

MCs bevorzugt

Während unserer Versuche mit verschiedenen Tonabnehmern zeigte sich, dass der Tonarm problemlos hochwertige Abtaster führen kann, aber aufgrund seiner mechanischen Eigenschaften unter diesen Moving Coil-Typen (MC) leicht bevorzugt, indem diese noch mehr Drall und Vehemenz erzeugten.

Hatte uns beim Test des größeren Rotation R5.3 für satte 5990 Euro in Ausgabe 11/18 dessen Neutralität beeindruckt, tritt der R2.3 in dessen Fußstapfen und ließ so die Charaktere der von uns präferierten MC-Abtaster aus der 1100-Euro-Liga voll zur Geltung kommen. Wer auf eine extrem entschlackte, knorrige und durchsichtige Wiedergabe steht, sollte mal Audio-Technicas AT-ART9 am AVM hören. Einen Hauch mehr Lieblichkeit bei ansonsten ähnlicher Tendenz brachte das ebenfalls aus Japan stammende Hana ML ins Spiel. Letztendlich blieben wir jedoch beim Ortofon Cadenza Red hängen, dessen leicht fülligere, in den Höhen minimal sanftere Diktion besonders gut mit dem unprätentiösen Auftritt des R2.3 harmonierte. Später erfuhren wir, dass die Schwaben ihren Dreher vor allem mit diesem abgestimmt hatten. Na also, passt!

Bereits im Zuge der ersten Hör-Checks fi el auf, wie weitläufi g und stabil der AVM etwa das Kirchenschiff abbildete, in dem Mitte der Siebziger „Antiphone Blues“ entstand – ein zeitlos gültiges audiophiles Highlight. Saxofonist Arne Domnerus erschien exakt umrissen und wahrte den korrekten Abstand zum vorderen Bühnenrand. Die ihn begleitende Orgel stand im Raum und zitterte selbst in sehr lang gezogenen Tönen kein bisschen.

Verantwortlich dafür dürfte nicht zuletzt die Mikroprozessor-basierte, von AVM „Look-Forward“ genannte Servo-Steuerung sein, die während des Labordurchgangs nicht nur die Drehzahlen sehr exakt einhielt, was uns die fehlende Möglichkeit zur Feinregulierung nicht vermissen ließ, sondern eventuelle Unregelmäßigkeiten unauffällig, weil über einen gewissen Zeitraum ausgleichen soll, den Motor quasi an langer Leine führt.

@@Die Anti-Skating am Tonarm funktioniert klassisch über Fadenzug. Das Gegengewicht hat keine Skala. Zur Einstellung ist eine Tonarmwaage erforderlich (l.). Rund um den Subteller herum ist ein Ring mit blauen LEDs eingesetzt (u.).


DAMIT HABEN WIR GEHÖRT

Div. Komponisten: Klangraumwelten

Klassik-Highlights aus dem Programm von Dabringhaus & Grimm in Top-Klang

Trio Palabras: Lo Quer Dice Mi Cantar

Stark im Ausdruck und superb klingend: kubanischer Trova „at its best“! Damentrio mit Verstärkung

Zum Lieferumfang des Rotation R2.3 gehört eine Schutzhaube aus Polystyrol.


TEST-GERÄTE

Plattenspieler: Music Hall mmf- 9.3SE, Perpetuum Ebner PE4040 MK2
Tonabnehmer: Audio-Technica AT- ART9, Hana ML, Ortofon Cadenza Red
Phono-Vorstufen: Brinkmann Edison, Clearaudio Balance V2
Phono-Kabel: Silent Wire NF-5 Phono

DIE GROSSE LEUCHTE

Der größere der beiden AVMs heißt Rotation R5.3, ist in allem noch aufwendiger – so bietet er den „Elipso Centric Belt Drive“, bei dem der Riemen den Subteller ohne Zugmoment zweiseitig antreibt – und ebenfalls illuminiert. Er kostet ohne Abtaster um 5990 Euro.

Rundherum feine Manieren

Dies bedeutet indes nicht, dass der kleine AVM betulich oder gar gemütlich klingt. Im Gegenteil: Wie das größere Modell spielt er zwar in keiner Weise hektisch, jedoch, wenn gefordert, zackig, kurz angebunden sowie darüber hinaus immer auf dem Punkt. Und dazu mit jener Portion gelassener Selbstverständlichkeit, die bekanntlich die gehobene Liga der Plattenspieler von den ambitionierten Aufsteigerdrehern trennt.

Schön zu hören zum Beispiel von der mit 45 Umdrehungen geschnittenen STEREO „Best of“ Hörtest-LP bei den mal fetzig, mal mit elegantem Schwung aufspielenden „Strings On Fire!“ von Henry Mancini und seinem Orchester. Der AVM breitete die Bühne vor den Zuhörern aus, brachte wie auch in Ana Carams flirrend lebendigem „Maybe“ die zahllosen Details zu Gehör, verwob sie zugleich zu einem glaubhaften Ganzen und – fast noch wichtiger – wirkte in den knalligen Passagen nicht „überfahren“, geriet nie in Atemnot oder schrie gar die Töne heraus, sondern wahrte die Fasson.

Zu den feinen Manieren, die der Rotation R2.3 zeigte, zählt unbedingt auch sein trittsicheres Timing. Ob der gemäßigte Schritt von Maria Pihls „Malvina“ oder ein schneller „Galop“ aus Chatschaturjans „Masquerade Suite“ – der AVM war rhythmisch stets auf dem richtigen Fuß, was seiner Musikalität zugute kam, den Eindruck von Gleichmaß unterstrich und ihn so mit oder ohne blaue Illumination zum leuchtenden Beispiel für einen gelungenen Plattenspieler macht.

AVM Rotation R 2.3

Preis: um 3590 € (in Schwarz oder Silber, ohne Tonabnehmer)
Maße: 46 x16 x35 cm (BxHxT)
Garantie: 3 Jahre
Kontakt: AVM
Tel.: +49 7246 309910 www.avm.audio

Dass AVM beim Rotation R2.3 mittels des zweistufig durchleuchtbaren Acryltellers reichlich auf Show macht, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um einen erstklassig, mit Herz und Hingabe gemachten Plattenspieler handelt. Dessen extrem resonanzarme Zarge sorgt in Verbindung mit dem präzise gesteuerten Riemenantrieb und dem hochwertigen Tellerlager für eine exakte, räumliche und rhythmisch feinfühlig „getimte“ Wiedergabe vom tiefsten bis zum höchsten Ton. Das macht den Dreher, der überdies beim Gleichlauf wie auch bei der Rumpelmessung mit hervorragenden Werten überzeugt, zum unbestechlichen Spielpartner für den anspruchsvollen Vinylliebhaber. Unser Tipp: Bloß nicht am Tonabnehmer sparen, der R2.3 wird Top-Abtastern vollauf gerecht!

Messergebnisse

Ausstattung

Externes Netzteil, Tonarm in der Höhe (VTA) und dem Seitenwinkel (HTA) verstellbar, wodurch sich die Nadel exakt lotrecht in die Rille stellen lässt, höhenverstellbare Füße, prozessorgeregelte Motorsteuerung, Phono-Kabel in ordentlicher Qualität, deutsche Bedienungsanleitung