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TEST: POWER ZWERG: Demon von D-Power


FMT Flugmodell und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 30.01.2020

Es gibt Tage, an denen zweifelt man schon etwas an sich. Und es gibt Modelle, vor denen hat man mehr Respekt als vor anderen. Und als der Demon auf meinem Tisch lag, da zuckte ich kurz. Man, ist der klein! Ob der alte Mann am Sender den noch beherrscht?


Artikelbild für den Artikel "TEST: POWER ZWERG: Demon von D-Power" aus der Ausgabe 2/2020 von FMT Flugmodell und Technik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FMT Flugmodell und Technik, Ausgabe 2/2020

Denn der Demon ist nicht nur klein, er soll auch mit einer guten Motorisierung auf deutlich über 200 km/h kommen. Da wäre es schon nicht schlecht, wenn der Pilot mithalten könnte. Aber hallo, mein Sehvermögen wurde erst vor Kurzem mit nach wie vor 100% eingestuft (oder waren es 101%), und beim Bierbestellen am Herrenabend bin ich auch immer der Erste! Da ...

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... sollten die Reflexe doch noch stimmen, oder?

Was kostet sowas?

Da wird mancher staunen. Das Modell ist aus Voll-GFK in der Form gefertigt, mit CFK verstärkt und sehr gut verarbeitet. Die Ruder sind bereits leichtgängig angeschlagen, da kann man nicht meckern. Und die aufwändige Lackierung (ebenfalls bereits in der Form) setzt noch einen obendrauf. Jeder, der weiß, wieviel Arbeit ein solches Modell macht, der fragt sich schon, wie dieser Preis überhaupt machbar ist. Kleine Modelle machen ja oft genau so viel Arbeit wie große.

Wenn man nun der Empfehlung von DPower folgt und einen kleinen, preiswerten Außenläufer samt ebenso preiswertem Regler einbaut, könnte man zusammen mit den vorgeschlagenen Servos einen ziemlich günstigen Pylonracer zusammenstellen. Doch ein so knackiges Modell wie der Demon verdient besondere Aufmerksamkeit. Daher habe ich mir einen passenden Innenläufer besorgt und ihn mit einem YGE-Regler ausgestattet, die bekanntlich nicht nur durch ihr geringes Gewicht und die winzigen Abmessungen glänzen.

Montage des Dämons

Also nichts wie ran an den kleinen Demon. Doch der Dämon im Demon ist friedlich. Denn baulich ist da nicht sehr viel zu tun. Es werden nur drei Servos eingesetzt und die Vorfertigung ist gut. Nur hat die Winzigkeit des Demon so ihre Tücken, denn es muss alles perfekt eingebaut werden, damit es in den Flieger passt und damit der Schwerpunkt auch an der richtigen Stelle zu liegen kommt.

Als Erstes habe ich den Rumpf hinten so eingekürzt, dass das Höhenruder frei beweglich ist. Dazu wurden einfach ein paar Millimeter mit der Trennscheibe abgedremelt und mit einer glatten Feile sauber eben geschliffen. Das Höhenleitwerk wird dann einfach durch die Anformung durchgesteckt und verklebt. Vorher noch schnell ein Schlitzlein bohren und das Ruderhorn einkleben und schon ist dieser Teil, dank UHU Plus Endfest 300, quasi über Nacht erledigt. Das Einhängen des Gabelkopfs ist eine Fummelei, aber machbar. Wer sich das ersparen möchte, kann ihn schon einhängen, bevor er das Leitwerk verklebt.

Dann habe ich den hinteren Stützspant aufgeschoben und nach hinten geschoben. So weit wie in der Anleitung gezeigt, kommt man damit aber nicht. Ich habe ihn verkleinert und dann mit etwas Epoxid nach hinten verfrachtet. Dennoch war er gefühlt noch zu weit vorne, um den Bowdenzug sicher abzustützen. Daher habe ich ihn wieder entfernt und ein Stück EPP auf den Bowdenzug geschoben und hinten satt in den Rumpf gequetscht. Dann erst wieder den kleinen und vorne den großen Spant eingeklebt. Bitte darauf achten, dass alle gerade sitzen, denn ein Verdrehen der Bowdenzüge bewirkt ein schwergängiges Höhenruder.

Anlenkung der Querruder

Als Nächstes werden die Querruder angelenkt. Die beiden „Ruderklappenverbinder“ genannten Plastikteile werden auf die bereits fix und fertig eingebauten Querruder-Torsionsdrähte geschraubt. Die Bohrungen dafür sind aber zu klein. Daher habe ich sie mit einem Gewindeschneider nachgeschnitten. So lassen sie sich leicht, aber satt aufschrauben. Wie in der Anleitung erwähnt, werden sie so weit eingeschraubt, dass die Unterkante genau 9 mm zur Fläche steht. Jeder Millimeter bedeutet hier deutlich größere oder kleinere Ausschläge, auch einseitig!

Mein Antriebsstrang. Klein und leicht lautet hier die Devise. Das direkte Anlöten des Reglers lässt sich kaum vermeiden.


Kurz und dick oder lang und schlank? Der Lange hat hier den Kürzeren gezogen. Anders kann man den Schwerpunkt nicht erreichen. Und die Servos haben mehr Bewegungsfreiheit.


Nun kommt der sagen wir mal ungewohnte Teil. Jetzt sollen nämlich die Servos mit Tesa umwickelt aufeinander geklebt werden. Ein Hebel steht nach unten, einer nach oben. Dann kommt das Ganze auf die Flächen-Servoauflage, ebenfalls nur mit Sekundenkleber. Das widerstrebt mir zutiefst, kann man aber so machen. Bei meiner Variante werden zwei Klötzchen auf der Servoauflage der Fläche verklebt und die Servos darauf geschraubt. Das obere Servo habe ich dann wieder auf Klötzchen geschraubt. So kann man die beiden Servos einzeln tauschen und muss nicht den halben Flieger auseinanderreißen, wenn mal was schiefgeht. Eng wird es sowieso, daher habe ich die kleinstmöglichen Servos verwendet, die für solch ein Geschoss akzeptabel sind. Und weil so kurze Gestänge mit Gabelköpfen kaum sinnvoll realisierbar sind, habe ich einfach einen 0,8er Stahldraht beidseitig gekröpft. Misst man die Kröpfung vorher genau ab, geht das auf den Millimeter genau. Den Rest muss halt die Trimmung machen. Die vorgeschlagenen Gestänge schienen mir jedenfalls etwas grobschlächtig. Vor allem brechen Gewinde schnell, wenn man zu nahe an ihnen herumbiegt. Platzsparender als meine doppelt gekröpften Drähte geht es wohl kaum. Wichtig ist die genaue Platzierung der Servos und Gestänge. Die Servos müssen so zu liegen kommen, dass sich die Gestänge, zwangsläufig dicht an der Rumpf-Außenwand verlaufend, immer noch bewegen können. Und das Servomotörchen darf den Gestängen auch nicht im Weg sein. Also lieber zehnmal hin- und her spielen, bis alles passt.

Jetzt wird‘s eng

Und als ob es da nicht schon eng genug herging, muss jetzt auch noch das Höhenruderservo eingebaut werden. Es kann eigentlich nur recht weit hinten im Rumpfausschnitt unter der Fläche platziert werden, denn davor müssen noch Akku und Regler (übereinander) untergebracht werden, möglichst mit der Option, sie noch etwas verschieben zu können (Pustekuchen, siehe unten).

Ich habe es daher auf ein Brettchen geschraubt. Der Stahldraht vom Höhenruder erhält hier wieder mal eine Kröpfung. Nun wird die in das Servohorn eingehängt, das Servo samt Brettchen so tief im Rumpf wie möglich und so eingeklebt, dass das Höhenruder exakt auf Null steht. Jaja, besondere Modelle erfordern besondere Maßnahmen. Aber da man das Servo ja abschrauben kann, gibt es auch später noch Zugriffsmöglichkeiten.

Akku, aber welcher?

Da habe ich eine ganze Weile gegoogelt, bis ich einen fand, der am ehesten in die kleine Öffnung des Rumpfs passen würde und noch Platz für die drei Servos lässt. Am Ende landete ich beim Hacker Eco-X 3s-1.300-mAh-LiPo. Aber selbst bei dem muss die Rumpföffnung noch ein bisschen aufgedremelt werden, denn vor allem die dicken Kabel sind etwas im Weg. Warum eigentlich macht man so fette Kabel an Akkus, die mit kaum 30 A belastet werden? Okay, die Wettbewerbspiloten werden es schätzen. Alle anderen mühen sich mit demin einem so kleinen Rumpf störrischen Kabel. Aber es geht! Also nicht maulen, sondern weitermachen.

Passt! Der empfohlene Spinner ist genau richtig dimensioniert. Die Kühlschlitze…


… muss man noch selbst frei schneiden.


Doch es kam anders. Nachdem ich nämlich alles zusammengebaut hatte, stellte sich heraus, dass der Schwerpunkt damit locker um 1 cm zu weit hinten liegt. Also wurden die Motorkabel etwas eingekürzt und direkt an den Regler gelötet. Dadurch kam der Schwerpunkt schon mal um gut 2 cm weiter nach vorne. Dann quälte ich einen SLS Quantum 3s-1.300-mAh-Akku in die bereits maximal aufdedremelte Öffnung unter der Fläche. Er passt wirklich nur mit Nachhelfen in die Öffnung (auch hier wieder wegen den Kabeln, die aber etwas dünner und flexibler ausfallen), aber weil er deutlich kürzer ist, kommt damit sein Gewicht weiter nach vorne. Jetzt erreiche ich den mittleren Schwerpunkt mit nur 10 g Blei, das ich links und rechts neben dem Motor verklemmt habe. Uff, das war nicht einfach.

Klare Luft

Ja, wenn man mit so einem Modell zum ersten Mal fliegen will, sollte gute Sicht herrschen. Also abwarten, bis die Luftfeuchtigkeit etwas nachlässt und die Sonne flacher am Himmel steht. Vereinsvorstand Michael übernahm höchstpersönlich den ersten Handstart und warf sauber geradeaus. Ein kurzer Durchsacker, ein etwas zu zügiges Abfangen, dann aber flog der Powerzwerg seine Runden. Anfangs noch mit weniger Gas, später immer wieder mit Vollgas. Da die Sonne links in meine „Bildfläche“ hereinschien, war der mögliche Luftraum etwas begrenzt und Speedstrecken daher eher kurz. Meine Befürchtungen, dass meine Reflexe nicht mehr ausreichen könnten, lösten sich zum Glück schnell in Wohlgefallen auf. Das viele Fliegen mit schnellen Seglern in den Alpen hat sich wohl ausgezahlt. Wenn man sich konzentriert und rechtzeitig Druck (Gas) herausnimmt, ist der Demon eigentlich leicht zu beherrschen und relativ gutmütig. Nur um die Querachse war er noch etwas unruhig und er stieg bei Vollgas deutlich weg. Nach dem Landen stellte ich fest, dass das Höhenruder minimal auf Höhe getrimmt war. Das erklärte das Wegsteigen bei Vollgas, denn bei so einem Winzling ist ein halber Millimeter etwa 10% des kompletten Servowegs! Man muss also die Neutralstellungen sehr genau justieren.

Gewohnheitssache

Der nächste Flug war schon einfacher, denn jetzt flog er – das Höhenruder exakt auf Neutral – bei Vollgas sauber seine Runden auf gleicher Höhe. Ich stellte schnell fest, dass man solche Modelle nicht im gedrosselten Flug, sondern bei Vollgas geradetrimmen muss. Nimmt man Gas weg, sollte der Flieger langsam Höhe verlieren. Fliegt er nämlich dann noch Höhe haltend weiter, wird er bei Vollgas wegsteigen. Eigentlich logisch. Auch die Kurventechnik ist anders als bei anderen Modellen. Aus Gewohnheit gab ich beim Herumziehen in der Kurve Quer und gleichzeitig Höhe. Das muss bei Pylonracern aber etwas versetzt kommen, Höhe etwas später und vor allem weniger als sonst. Macht man das falsch, steigt er wieder weg. Und ist einmal die Nase oben, bleibt sie oben. Das ist kein Modell, das selbsttätig wieder in einen sauberen Geradeausflug übergeht. Er fliegt dahin, wo man ihn hinlenkt. Eigenstabilität ist nicht sein Ding und soll es auch nicht sein.

Spurtreuer Speeder

Der Rest aber ist easy, das Modell fliegt sehr spurtreu, die Rollen kommen zwar extrem schnell, aber nur bei reichlich Ausschlag, also nicht unerwartet. Loops macht der Demon auch schöne; groß, wenn man will und beeindruckend zügig. Zu eng sollte man sie nicht machen, denn so kleine Modelle kann man nicht lange hinhängen, ohne dass sie abreißen. Da sind halt Grenzen gesetzt. Da er aber selbst ohne Motor noch schön läuft, muss man das schon provozieren.

Stellt man den Motor ab, segelt er fröhlich weiter mit geringer Sinkrate. Landeanflüge sollte man daher recht flach ansetzen, sonst dauert es länger, bis er unten ist. Kurz vor dem Aufsetzen dann Gas raus und wenige Zentimeter über dem Boden komplett aushungern. Das ist wichtig, sonst gibt es Luftschraubensalat. Schwierig ist das für einen erfahrenen Modellflieger nicht und nur für die ist der Demon gemacht worden. Trotzdem schaden ein, zwei Ersatzprops nicht.

Hier am Ende des Rumpfs musste ich etwas kürzen, damit das Höhenruder frei beweglich ist.


Genau kröpfen ist wichtig, dann passen die Querruder-Gestänge.


Die Rumpföffnung muss noch deutlich erweitert werden. Nicht nur wie hier auf dem Bild für die Querruderanlenkungen.


Das Höhenruderservo kommt auf ein Brettchen und wird mitsamt der Anlenkung in den Rumpf geschoben und dort verklebt.


So muss man die winzigen KMST-Servos aufbauen, damit nachher alles in die Rumpföffnung passt. Viel Spielraum ist da nicht.


Enge Kiste: Trotz Aufdremeln der Rumpföffnung geht beim Einsetzen des Akkus schnell der Raum aus. Augen auf bei der Akkuwahl.


Das Höhenruderhorn ragt minimal aus dem Rumpf. Der Gabelkopf kann aber mit etwas Geschick ein- und ausgeclipst werden.


Passgenau: Das Höhenruder passt satt in den Ausschnitt im Rumpf.


Kaum zu glauben, aber ehemalige Leitwerkstaschen eines 4-m-Seglers passen für die Flächen des Demon!


Mein Fazit

Der Demon ist ein heißes Teil ohne Unarten. Im Stand zieht der Motor 32 A und beschleunigt so den leuchtfarbenen Zwerg auf deutlich über 200 km/h. Das Geräusch dazu hat Formel-1-Charakter, den Speed sieht man also nicht nur, man hört ihn auch, aber keinesfalls unangenehm. Das ist Musik für Speedfreakohren. Wer mit schnellen Modellen umgehen kann, wird – auch ohne Wettbewerbsambitionen – mit diesem Racer Spaß haben. Meine anfänglichen Selbstzweifel jedenfalls haben sich in Spaß aufgelöst. Cool, oder?!