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Test Prostatamittel: TEST Prostatamittel: Wat mutt, dat mutt


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2010 vom 01.03.2010

Standiger Harndrang, auch nachts haufig auf die Toilette mussen, und trotzdem das Gefuhl zu haben, die Blase wird nicht richtig leer: Die Symptome einer gutartigen Vergroserung der Prostata kennen viele altere Manner. Eine ganze Reihe rezeptfreier pflanzlicher Arzneimittel konnen diese Symptome lindern.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 3/2010

Prostata!“ schallt es in geselliger Runde gerne einmal über den Tisch, wenn das nächste Bier serviert wird. Wohl oder übel ist irgendwann der Gang zur Toilette unumgänglich. Gerade älteren Männern kann es aber passieren, dass dann gar nichts kommt: Harnsperre.

„Häufig kommen Männer erst bei einem solchen ...

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... sehr schmerzhaften Harnverhalt in die Arztpraxis“, weiß Dr. Christian Doehn, Urologe an der Medizinischen Universität Lübeck. Ursache kann eine gutartig vergrößerte Prostata sein. Die ist bis zur Pubertät bis auf Walnussgröße heran- und damit eigentlich auch ausgewachsen. Zum normalen Altern gehört aber, dass sie ab dem vierzigsten Lebensjahr wieder anfängt zu wachsen – wenn auch sehr langsam. Die Folgen: Jeder zweite 60-jährige Mann und 90 Prozent aller 85-Jährigen haben eine vergrößerte Vorsteherdrüse. Etwa die Hälfte von ihnen leidet unter mäßigen bis starken Beschwerden.

Schwacher Strahl

„Nicht selten sind die Ehefrauen die treibende Kraft, wenn es darum geht, endlich einen Arzt aufzusuchen“, berichtet Doehn. „Viele Männer arrangieren sich mit ihren Beschwerden.“ Da ist die Abschwächung des Harnstrahls: Mann nimmt es hin, dass beim Wettweitpinkeln mit dem Enkel kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist und er zudem länger braucht, da die Durchflussrate immer geringer wird. Hinzu kommt häufiges Wasserlassen nachts. Eine vergrößerte Prostata drückt nicht nur auf die Harnröhre, was den Harnstrahl abschwächt, sondern auch auf die Blase: Diese fühlt sich gereizt und meldet bereits Harndrang, wenn sie nur wenig Urin gesammelt hat.

Häufig haben Männer auch das Gefühl, die Blase nicht komplett entleeren zu können. Bleibt aber ständig Restharn in der Blase, kann sie sich entzünden. Als schwerwiegende und äußerst schmerzhafte Komplikation kann ein akuter Harnverhalt auftreten, sprich Mann kann gar nicht mehr urinieren. Dabei besteht die Gefahr, dass Urin zurück in die Nieren aufsteigt und diese schädigt.

Viele Männer arrangieren sich mit ihren Prostatabeschwerden und warten ab, andere suchen Rat in der Apotheke und versuchen dann ein pflanzliches Arzneimittel.


Foto: irisblende.de


Die Stärke der Symptome sagt nur wenig über die Größe der Prostata aus


So einleuchtend die Zusammenhänge auch sind, die Größe der Prostata korreliert nur wenig mit der Stärke der Symptome. Das heißt, Männer können trotz erheblich vergrößerter Prostata praktisch beschwerdefrei sein. Auf alle Fälle sollte Mann die Beschwerden beim Urologen ärztlich abklären lassen, um andere Ursachen wie eine überaktive Blase oder Erkrankungen wie Diabetes oder Herzprobleme auszuschließen. Ein Prostatakrebs liegt nur in seltenen Fällen vor. „Typischerweise bereitet dieser zunächst keine Beschwerden und auch die Prostata ist nur wenig oder gar nicht vergrößert“, erklärt Doehn.

Jeder Bahnfahrer, der schon einmal trippelnd vor der Bordtoilette eines ICE gestanden hat, kennt die Plakate, mit denen die Firma Schwabe fürProstagutt wirbt: „Weniger müssen müssen.“ Und verspricht: „Weniger Harndrang. Mehr Lebensfreude.“ Erreichen soll dies imProstagutt forte 160/120 mg -Präparat eine Kombination aus Sägepalmenfrüchten (Sabal) und Brennnesselwurzeln (Ur tica). Andere Anbieter setzen auf die Samen des Arzneikürbis, auf Phytosterole, einen Dickextrakt aus Gräserpollen oder auch eine Kombination aus Kürbissamen, Riesengoldrutenkraut und Zitterpappelblättern, um die Prostatabeschwerden zu lindern.

Doch was ist wirklich dran an diesen Phytotherapeutika? ÖKO-TEST hat ins gesamt 40 rezeptfreie, pflanzliche Arzneimittel eingekauft. Darunter waren auch fünf Produkte, die als traditionelle Arzneimittel zugelassen sind und zum Teil in Drogerien und damit außerhalb von Apotheken erhältlich sind. Wir haben die Studienlage von unserem wissenschaftlichen Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, begutachten lassen und zudem Hilfsstoffe und Verpackung genauer unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

■ Da sie eine vergrößerte Prostata nicht rückgängig machen können, schneidet keines der untersuchten pflanzlichen Prostatamittel mit „sehr gut“ ab. Allerdings können die Mittel in frühen Stadien der Erkrankung einige Symptome wie häufigen Harndrang mit geringer Harnmenge oder schmerzhafte Harnentleerung lindern oder gar beseitigen. Obgleich der Beweis für eine langfristige, klinisch relevante Wirkung noch nicht erbracht ist, sind die Präparate eine Alternative zu synthetischen Präparaten, zumal sie gut verträglich und nebenwirkungsarm sind.

■ Die verschiedenen pflanzlichen Zubereitungen sind unterschiedlich zu be-werten. „Eine einheitliche Empfehlung kann zu dieser heterogenen Gruppe von Präparaten nicht gegeben werden“, stellen auch die 2009 veröffentlichten Leitlinien der Deutschen Urologen zur Therapie des gutartigen Prostatasyndroms fest. Für die acht Produkte, deren Wirksamkeit mit „gut“ eingestuft wurde, liegen kontrollierte klinische Studien vor, die nachweisen, dass die A ittel in den Anfangsstadien des Prostatasyndroms wirksam sind.


Nur wenn sich die Studien auf das konkrete Produkt beziehen, kann man die Wirksamkeit beurteilen


■ Als nur „teilweise belegt“ stufen wir die Wirksamkeit der anderen Sägepalmen-früchte-A onopräparate ein. Der Grund: Da die Hersteller unterschiedliche Extraktionsverfahren verwenden, können sich die Produkte in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Damit lassen sich die Studienergebnisse für ein konkretes Präparat nicht auf das Präparat eines anderen Herstellers übertragen. Ebenfalls nur „teilweise belegt“ ist für uns die Wirksamkeit derProsta Fink forte 500 mg, Weichkapseln. Es ist aber immerhin das einzige Kürbissamenpräparat im Test, für das überhaupt eine positive Studie existiert, während die Datenlage zu anderen kürbishaltigen Präparaten ansonsten eher traurig ist.


In den fünf traditionellen Arzneimitteln sind die Wirkstoffe unterdosiert


■ Abgesehen von denBazoton uno, Filmtabletten sind die Wirksamkeitsbelege für die Brennnesselpräparate nur „wenig überzeugend“, was zur Abwertung um drei Noten führt. Bei den fünf traditionellen Arzneimitteln(Abtei Sabal-Kiirbis Kapseln Prosta, Doppelherz aktiv Sabal-Kiirbis Kapseln Prosta, Granu Fink Prosta, Kapseln, Tetesept Prosta Sa-bal-Kiirbis-Kapseln undVesiherb, Filmtabletten) mangelt es nicht nur an Wirksamkeitsbelegen, auch sind die Wirkstoffe zu niedrig dosiert. Ebenfalls nicht ausreichend belegt ist die Wirksamkeit zur Linderung von Prostatabeschwerden bei denPollstimol, Hartkapseln, die einen Extrakt aus Gräserpollen enthalten, und bei denProstamed, Kautab-letten. Letztere enthalten zudem eine nicht sinnvolle Kombination aus mehreren pflanzlichen Wirkstoffen. Für die Verwendung von Riesengoldrutenkraut und Zitterpappelblättern bei Beschwerden durch eine gutartig vergrößerte Prostata gibt es keine Begründung.

Jürgen Steinert

Kompakt

Urologenportal

Unter www.urologenportal.de bieten die Deutsche Gesellschaft fur Urologie (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) viele Informationen rund um Erkrankungen der Niere, der Harnwege und der mannlichen Geschlechtsorgane an. Zudem findet man uber eine Schnellsuche mittels Postleitzahl einen Urologen in der Nahe.

Rezeptpflichtige Arzneimittel

Unter Umstanden verschreibt Ihnen der Arzt ein rezeptpflichtiges Arzneimittel. Alphablocker wie Terazosin, Tamsulosin, Doxazosin oder Alfuzosin gelten als Mittel der Wahl, um die Beschwerden bei masigen Problemen mit dem Wasserlassen zu lindern. Sie konnen auf lange Sicht einen operativen Eingriff aber nicht verhindern. Fur Patienten, die nicht genugend auf einen Alphablocker ansprechen, stehen mit Finasterid und Dutasterid sogenannte 5-Alpha-Reduktasehemmer zur Verfugung. Obgleich die Prostatagrose unter letzteren Medikamenten mitunter deutlich abnimmt, andert sich der Harnfluss jedoch kaum. Nebenwirkungen sind Potenz- und Libidostorungen.

Operation

Mit jahrlich 75.000 Operationen gilt die sogenannte transurethrale Resektion der Prostata (TURP) als das Standardverfahren zur chirurgischen Behandlung der gutartigen Prostatavergroserung. Dabei wird ein Gerat in die Harnrohre eingefuhrt und bis zur Prostata vorgeschoben. Unter Beobachtung durch eine Kamera wird dann mittels einer elektrischen Drahtschlinge Prostatagewebe abgetragen und herausgespult. Der Eingriff erfolgt unter Narkose und dauert etwa 90 Minuten.

Bewegung

Sportlich aktive Manner leiden weniger unter den Beschwerden einer gutartig vergroserten Prostata und unterziehen sich seltener einer Prostataoperation als ihre Geschlechtsgenossen, die als Couch-Potato viel Zeit sitzend vor dem Fernseher verbringen. Selbst leichte korperliche Aktivitat verringert das Risiko, Beschwerden zu entwickeln, jede zusatzliche halbe Stunde tagliches Gehen wirkt hier positiv.

Unsere Empfehlungen

Probleme beim Wasserlassen am besten von einem Urologen abklären lassen. Sinnvoll ist es, sich vorher für ein bis zwei Tage die k äufigkeit der Toilettengänge und die ungefähre Trinkmenge zu notieren.

Ob pflanzliche Prostatamittel tatsächlich helfen, zeigt sich erst nach ein bis zwei Monaten. Die getesteten Produkte gibt es nicht auf Rezept, sie sind selbst zu bezahlen. Größere Packungen verringern die Kosten für die Tagesdosis.

Selbsthilfe: Das Wasserlassen regelmäßig ein wenig hinauszuzögern, trainiert die Blase und kann ihre Speicherfähigkeit stärken.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Bei Prostatabeschwerden werden chemische und pflanzliche Mittel angeboten. Beim Einkauf haben wir uns auf die gangigsten pflanzlichen Praparate beschrankt, die ohne Rezept in Apotheken und zum Teil auch in Drogerien erhaltlich sind. Das Spektrum umfasste sowohl Mono-(Brennnessel, Sagepalme, Phytosterol, Graserpollen, Kurbissamen) als auch Kombinationspraparate. So kamen 40 Produkte zusammen.

Die Begutachtung

Welchen Stellenwert hat die Phytotherapie bei der Behandlung eines gutartigen Prostatasyndroms? Was sagen die vorliegenden Studien aus? Entsprechen sie modernen Therapiestandards? Dazu gehort beispielsweise, wie die Untersuchungen gestaltet waren und ob der Untersuchungszeitraum ausreichend lang – idealerweise mindestens zwolf Monate – gewahlt war. Wir haben unseren wissenschaftlichen Berater Professor Manfred Schubert-Zsilavecz mit einer Einschatzung beauftragt. Schubert-Zsilavecz arbeitet am Institut fur Pharmazeutische Chemie der Universitat Frankfurt, deren Vizeprasident er derzeit auch ist. Zudem ist er Prasident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft und Leiter des Zentrallabors Deutscher Apotheker in Eschborn. Er hat auch die Gebrauchsinformationen daraufhin uberpruft, ob sie wichtige Anwendungs- und Warnhinweise enthalten.

Hilfsstoffe

Um Wirkstoffe – hier die Pflanzenauszuge – an den Patienten zu bringen, werden sie in Kapseln abgefullt oder zu Tabletten verpresst. Dazu bedarf es verschiedener Hilfsstoffe, die zugleich gewahrleisten sollen, dass sich die Zubereitungsform im Magen-Darm-Trakt wieder auflost und den Wirkstoff freisetzt. Da jedoch auch von den Hilfsstoffen unerwunschte Wirkungen ausgehen konnen, haben wir die Deklaration genauestens uberpruft. Dabei fiel zum Beispiel auf, dass etwa die Halfte der Sagepalmenpraparate mit synthetischen Farbstoffen aufgehubscht worden ist, von denen einige wie Chinolingelb (E 104) und Ponceau 4R (E 124) in Lebensmitteln als Zusatzstoff kritisch gesehen werden.

Die Bewertung

Kern der pharmakologischen Begutachtung ist die Auswertung der publizierten Studien. Negativ fallen hier – wieder einmal – traditionelle Arzneimittel auf, die nicht in modernen Studien gepruft und zu niedrig dosiert sind. Ebenfalls in das Testergebnis Pharmakologische Begutachtung fliesen Deklarationsmangel ein. Dabei fiel auf, dass die eine oder andere Gebrauchsinformation schon lange nicht mehr aktualisiert wurde: Die des PraparatesSabal-Uropharm 320 mg, Weichkapseln war tatsachlich auf dem Stand von Marz 2000.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 142.
Anmerkungen: 1) Traditionelles Arzneimittel; unterdosiert. 2) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 3) Enthält Erdnussöl. 4) Deklarationsmangel: Im Beipackzettel fehlender Hinweis, dass das Präparat nur die Beschwerden einer vergrößerten Prostata bessert, ohne die Vergrößerung zu beheben. 5) Deklarationsmangel: Im Beipackzettel fehlender Hinweis, dass insbesondere bei Blut im Urin oder bei akutem Harnverhalt ein Arzt aufgesucht werden sollte. 6) Deklarationsmangel: Im Beipackzettel fehlender Hinweis, dass das Produkt bei Überempfindlichkeit gegen Erdnuss nicht eingenommen werden darf und Erdnussöl selten schwere allergische Reaktionen hervorrufen kann. 7) Laut Beipackzettel sind zwei- bis dreimal täglich zwei Hartkapseln einzunehmen. Der Preis bezieht sich auf eine mittlere Tages-dosis von fünf Kapseln. 8) Laut Beipackzettel sind dreimal täglich zwei bis vier Kautabletten einzunehmen. Der Preis bezieht sich auf eine mittlere Tagesdosis von neun Tabletten. 9) Laut Anbieter wird die Packungsgröße N1 = 50 Stück seit dem 1.10.2009 nicht mehr produziert. Seit 1.1.2010 soll die kleinste verfügbare Packungsgröße N2 = 100 Stück sein. Preis dafür: 22,99 Euro, Preis für die mittlere Tagesdosis dann 1,38 Euro. 10) Vom gleichen Anbieter gibt es mitProstamed Urtica, Kapseln ein reines Brennnesselwurzelpräparat. 11) Laut Anbieter wird in der aktuellen Gebrauchsinformation (Stand: Oktober 2009) sowohl auf den Arztbesuch bei Blut im Urin oder akutem Harnverhalt hingewiesen als auch auf die Besserung der Beschwerden, ohne die Vergrößerung der Prostata zu beheben.

Legende: Produkte mit gleichem Testurteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) eine nicht ausreichend belegte Wirksamkeit und/oder Unterdosierung; b) eine nicht sinnvolle Kombination von Wirkstoffen (hier: Kürbissamen plus Riesengoldrutenkraut plus Zitterpappelblätter). Zur Abwertung um drei Noten führt: ein Präparat, dessen Wirksamkeit zur Teilbehandlung von Prostataleiden nur wenig überzeugend belegt ist. Zur Abwertung um zwei Noten führt: ein Präparat, dessen Wirksamkeit zur Teilbehandlung von Prostataleiden nur teilweise belegt ist. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Präparat, dessen Wirksamkeit nur bei Prostataleiden in Anfangsstadien belegt ist; b) Deklarationsmangel: Im Beipackzettel fehlender Hinweis, dass insbesondere bei Blut im Urin oder bei akutem Harnverhalt ein Arzt aufgesucht werden sollte; c) Deklarationsmangel: Im Beipackzettel fehlender Hinweis, dass das Präparat nur die Beschwerden einer vergrößerten Prostata bessert, ohne die Vergrößerung zu beheben; d) Deklarationsmangel: Im Beipackzettel fehlender Hinweis, dass das Produkt bei Überempfindlichkeit gegen Erdnuss nicht eingenommen werden darf und Erdnussöl selten schwere allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: Dibutylphthalat. Zur Abwertung um eine Note führen: die Farbstoffe Chinolingelb (E 104) und/oder Ponceau 4R (E 124).

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung und dem Testergebnis Hilfsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Hilfsstoffe um eine Note. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.

Testmethoden: Wirksamkeit/Beipackzettel: Pharmakologische Begutachtung. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: September -Oktober 2009. Preisberechnung basiert auf kleinstem Produktangebot. Anbieterverzeichnis: siehe www.oekotest.de Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Prostatakrebs/Ist der PSA-Test sinnvoll?

Zur Erkennung von Prostatakrebs spielt neben der Tastuntersuchung die Bestimmung eines speziellen Eiweißes, des prostataspezifischen Antigens (PSA), aus einer Blutprobe eine wichtige Rolle. Der PSA-Test ist allerdings umstritten. Eine erst kürzlich imBritish Medical Journal veröffentlichte Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass ein bevölkerungsweites Screening unangemessen wäre. Der PSA-Test könne nicht zwischen tödlichen und weniger problematischeren Krebsformen unterscheiden und zu Überdiagnose und -be-handlung gesunder Männer führen, schreiben die Autoren. Zu den Kritikern gehören auch Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und Experten der deutschen Krebsregister. Aufgrund von Früherkennungs-maßnahmen würden bei älteren Männern auch Karzinome entdeckt, die keine Beschwerden bereiten, sehr langsam wachsen und auch ohne Behandlung nicht lebensverkürzend wären. Ein einmal festgestellter erhöhter PSA-Wert zieht aufwendige und belastende Diagnoseverfahren nach sich. Zudem bestätigt sich der Krebsverdacht oft auch durch wiederholte Biopsien nicht. Unter www.psa-entscheidungshilfe.de haben die AOK, die Universität Bremen und der Krebsinformationsdienst ein Angebot bereitgestellt, das neutral durch die verschiedenen Vor- und Nachteile führt und helfen kann, eine Entscheidung zu treffen.