Lesezeit ca. 4 Min.
arrow_back

TEST Rasiermittel für Männer: Gegen Wildwuchs


Logo von ÖKO-TEST Magazin
ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 25.08.2022

RATGEBER

1 Sie haben eine große Auswahl: Mehr als zwei Drittel der Produkte im Test sind empfehlenswert.

2 Eile mit Weile: Damit die Rasur sauber und ohne Verletzungen über die Bühne geht, sollte Mann sich lieber etwas Zeit nehmen.

3 Gönnen Sie Ihrer Haut vor der Rasur hin und wieder ein Peeling. Es entfernt abgestorbene Haut und lockere Haare und bereitet den Bart auf die Rasur vor.

Artikelbild für den Artikel "TEST Rasiermittel für Männer: Gegen Wildwuchs" aus der Ausgabe 9/2022 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 9/2022

Mehr als 70 Prozent der Männer rasieren Umfragen zufolge ihr Gesicht – über die Hälfte von ihnen nutzt dafür Rasierschaum oder -gel. Tendenz steigend. Die Nassrasur liegt also weiter im Trend und ist vor allem für Männer, die ihre Haut ganz glatt und geschmeidig mögen, die Technik der Wahl. Denn sie bringt im Vergleich zur elektrischen Trockenrasur das makellosere Ergebnis – auch wenn die ersten Stoppeln unweigerlich nach kurzer Zeit wieder sprießen.

Obwohl die Vorteile der Nassrasur auf der Hand liegen, sorgt der ...

Weiterlesen
Artikel 2,50€
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 9/2022 von Abgeschmiert. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Abgeschmiert
Titelbild der Ausgabe 9/2022 von Fünf Gramm Mineralöl. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Fünf Gramm Mineralöl
Titelbild der Ausgabe 9/2022 von Leserbriefe. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leserbriefe
Titelbild der Ausgabe 9/2022 von Augenblicke. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Augenblicke
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Ade, weiße Weste
Vorheriger Artikel
Ade, weiße Weste
TEST Haarspülungen: Leichter kämmen
Nächster Artikel
TEST Haarspülungen: Leichter kämmen
Mehr Lesetipps

... regelmäßige Kontakt mit den scharfen Klingen des Rasierers jedes Mal für winzige Verletzungen der Haut. Rasurbrand ist vor allem an dünneren, empfindlicheren Hautpartien wie dem Hals häufig die Folge. Um dem vorzubeugen, sollen Rasierschäume und Rasiergele die harten Barthaare vor der Rasur aufweichen und die Klinge leichter über die Haut gleiten lassen. Dazu versprechen viele Anbieter, dass ihre Produkte besonders sensitiv und hautschonend sind. Ob das stimmt? Wir haben 22 Rasiergele und -schäume im Labor untersuchen lassen und sagen Ihnen, ob die Mittel wirklich die Hautschmeichler sind, als die sie beworben werden.

Viel Licht

Männer haben eine große Auswahl an empfehlenswerten Rasiermitteln. Rund zwei Drittel der Produkte schneiden „sehr gut“ oder „gut“ ab. Die wenigen Ausreißer im Drogerieregal können sie da getrost ignorieren. Die Labore haben weder problematische Duftstoffe gefunden – die in Männerkosmetik mit ihren tenden-ziell markanten Duftnoten durchaus häufiger ein Problem sind – noch umstrittene halogenorganische Verbindungen. Insgesamt also ein zufriedenstellendes Ergebnis, das sich sehen lassen kann.

Kleiner Schatten

Wo viel Licht ist, ist bekanntermaßen auch Schatten. Wenn auch in den meisten Fällen nur ein kleiner. So enthalten die Rezepturen aller Rasiermittel, die „gut“ oder schlechter abschneiden, PEG/PEG-Derivate. Sie werden von den Herstellern gerne und in vielen verschiedenen Kosmetikrezepturen eingesetzt, da sie mehrere Funktionen erfüllen können. Unter anderem wirken sie als Tenside, also waschaktive Substanzen, oder als Emulgatoren, um dabei zu helfen, Wasser und Ölbestandteile besser zu vermischen. Zudem sorgen sie für einen schönen Schaum. Kein Wunder, dass sie ausgerechnet in Rasiermitteln stecken. Aber sie können die Haut auch durchlässiger für Fremdstoffe machen, was vor allem dann zum Problem werden kann, wenn ein Produkt weitere umstrittene Substanzen enthält, die so die durch das Rasieren beanspruchte Hautbarriere noch leichter passieren können.

„Glatt gelaufen: Allergieauslösende Duftstoffe sind in den getesteten Rasiermitteln glücklicherweise kein Problem mehr.“

Dimitrij Rudenko ÖKO-TEST-Projektleiter

WISSEN

Das kleine 1 x1 der Nassrasur

Vor der Rasur sollten Sie die Haut gut reinigen und von Kosmetikrückständen befreien. Tragen Sie den Rasierschaum oder das Rasiergel gleichmäßig und deckend auf die zu rasierenden Hautareale auf. Geben Sie dem Produkt anschließend ruhig ein paar Minuten Einwirkzeit, um die harten Barthaare anzuweichen, bevor Sie die Klinge ansetzen.

Bei der Rasur ist Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt. Rasieren Sie vor allem an empfindlichen Stellen zunächst mit der Haarwuchsrichtung. Indem Sie eine möglichst wenig abgenutzte, scharfe Klinge verwenden, beugen Sie Rasurbrand und eingewachsenen Haaren vor. Wenn die Klinge ohne großen Druck gleitet, machen Sie alles richtig.

Nach der Rasur braucht die Haut vor allem Unterstützung beim Heilen der durch das Rasieren entstandenen Mikroverletzungen. Ein spezielles Aftershave-Produkt kann die Haut desinfizieren, pflegen und rückfettend wirken. Eine Auswahl an empfehlenswerten Aftershave-Balsamen finden Sie im ÖKO-TEST Jahrbuch 2022.

Schlechtere Aussichten

Etwas stärker verdunkelt sich der Himmel allerdings für fünf Rasiermittel, die außerdem Butylhydroxytoluol (in der Inhaltsstoffliste: BHT) enthalten. Dieser Stoff wird als Antioxidans eingesetzt. Er steckt in den Produkten bekannter Marken wie L’Oreal Men Expert und Gillette sowie den beiden Rasiermitteln von Nivea im Test, außerdem im Aveo Men Rasiergel Sensitiv aus dem Müller Drogeriemarkt. Die Substanz steht unter Verdacht, wie ein Umwelthormon zu wirken. Außerdem haben sich in Tierversuchen unter anderem Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion gezeigt. Daher werten wir um eine Note ab.

Auch das trübt die Sicht

Die Rezepturen von vier Rasiermitteln enthalten synthetische Polymere, also Kunststoffverbindungen, die wir unter den Weiteren Mängeln als Umweltproblem mit einem Minuspunkt abwerten. Besonders ernüchternd ist dabei, dass es problemlos anders ginge. Das zeigen die 18 anderen Produkte in diesem Test, aber auch andere Kosmetika in zahlreichen weiteren Tests. Die Kosmetikhersteller wissen und können das mittlerweile viel besser – warum also setzen es nicht alle längst um? Ohnehin belastet bereits viel zu viel Plastikmüll unserer Umwelt, da braucht es nicht noch zusätzliche Kunststoffeinträge aus Körperpflegeprodukten.

Aus diesem Grund fragen wir bei den Herstellern auch ab, ob sie recyceltes Plastik aus dem Gelben Sack für ihre Kunststoffverpackungen einsetzen. In diesem Test betrifft das lediglich den Lavera Men Sensitiv Milder Rasierschaum, alle anderen haben keine Plastikverpackung. Anbieter Laverana teilte uns jedoch mit, dass sie kein Post-Consumer-Rezyklat – also solches, das aus recyceltem Haushaltsabfall hergestellt wird – einsetzen. Schade. Auch hierfür ziehen wir eine Note ab als Weiteren Mangel.

TEST

ÖKO TEST

Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 22 Rasiermittel für Männer eingekauft, darunter 9 Rasiergele und 13 Rasierschäume. Eines der Produkte trägt ein Naturkosmetikzertifikat. Die Markenprodukte, Drogerie- und Supermarkteigenmarken kosten zwischen 63 Cent und 7,32 Euro für 200 Milliliter. Im Labor haben wir überprüfen lassen, ob die Kosmetika umstrittene oder bedenkliche Bestandteile wie Formaldehyd/-abspalter, halogenorganische Verbindungen, Diethylphthalat und problematische Duftstoffe enthalten. Je nach Deklaration ließen wir Produkte mit Paraffinen auf Mineralölbestandteilen, sogenannte MOAH untersuchen. Unter diesen können sich krebserregende Verbindungen befinden. Anhand der Deklaration der Inhaltsstoffe prüften wir, ob PEG/PEG-Derivate, BHT oder synthetische Polymere/Silikone enthalten sind.