Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

TEST: RASIERSCHAUM UND -GEL: Glatte Eins


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 30.07.2020

Nassrasur ist eine saubere Sache. Ob Mann dafür zu Gel oder Schaum greifen soll? Geschmacksache. „Sehr gute“ Produkte gibt es in beiden Kategorien.


Artikelbild für den Artikel "TEST: RASIERSCHAUM UND -GEL: Glatte Eins" aus der Ausgabe 8/2020 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 8/2020

RATGEBER

1

Rasierschaum und Rasiergel machen das Barthaar noch weicher, wenn sie kurz einwirken: Optimal sind ein bis zwei Minuten.

2

Sie kommen auch mit den „sehr guten" Produkten im Test nicht zurecht? Für sehr empfindliche Haut gibt es auch Produkte ganz ohne Parfum.

3

Aufsatzklingen von Systemrasierern landen früher oder später im Müll. Mithilfe eines Schärfgerätes bleiben die Klingen bis zu vier Mal länger scharf.

Glatt rasierte Männergesichter waren in den ...

Weiterlesen
Artikel 2,00€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2020 von ÖKO-TEST: GUT DURCH DEN ALLTAG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ÖKO-TEST: GUT DURCH DEN ALLTAG
Titelbild der Ausgabe 8/2020 von ÖKO-TEST WIRKT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ÖKO-TEST WIRKT
Titelbild der Ausgabe 8/2020 von GEMEINSAM BESSER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GEMEINSAM BESSER
Titelbild der Ausgabe 8/2020 von Waldreport: Blätter, die die Welt bedeuten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Waldreport: Blätter, die die Welt bedeuten
Titelbild der Ausgabe 8/2020 von TEST: TOILETTENPAPIER: Rollentausch. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST: TOILETTENPAPIER: Rollentausch
Titelbild der Ausgabe 8/2020 von Holz und Papier nachhaltig nutzen: Altpapier rettet Bäume. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Holz und Papier nachhaltig nutzen: Altpapier rettet Bäume
Vorheriger Artikel
Vegane Getränke: Bier ohne Tier
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Kurz & klar
aus dieser Ausgabe

... letzten Jahren etwas aus der Mode gekommen - Bärte aller Art dagegen zum modischen Statement avanciert. Doch Corona könnte hier für eine Trendwende sorgen: So mancher Bartträger spielt derzeit mit dem Gedanken, sich im Namen des Infektionsschutzes von seinem liebevoll gehegten Gesichtshaar zu trennen. Denn das Robert-Koch- Institut hatte in Zusammenhang mit der Maskenpflicht darauf hingewiesen, dass ein Bart die Schutzwirkung von Masken beeinträchtigen könne, weil er diese quasi auf Abstand hält. Zudem können Keime und auch Viren in Bärten mehrere Stunden überleben und so wieder an die Hände gelangen.

Wie auch immer sich die Bartmode entwickeln wird - sich nass zu rasieren wird von vielen Männern als besonders gründliche und saubere Methode geschätzt. Jede Rasur bedeutet aber auch Stress für die Haut. Wir wollten wissen, wie verträglich die gängigen Rasiermittel die Bartzone vorbereiten. Dafür haben wir zehn Rasierschäume und zehn Rasiergele in die Labore geschickt und auf Problemstoffe untersuchen lassen.

Stresstest für Männerhaut

Sechs Produkte können wir mit der Note „sehr gut" uneingeschränkt empfehlen, darunter sind beide Naturkosmetik-Schäume. Alle übrigen Schäume und Gele rutschten in der Gesamtbewertung mindestens eine Note nach unten. Denn alle, bis auf die sehr guten, enthalten PEG/PEG-Derivate. Diese Stoffe kritisieren wir, weil sie die Haut durchlässiger machen können für Schad- und Fremdstoffe.

Dabei ist die Rasur selbst schon strapazierend. Eine Nassrasur erfolgt bei geöffneten Poren und wirkt obendrein wie ein Peeling. Sie setzt der robusten und im Grunde recht dicken Männerhaut also ohnehin zu. Steht noch eine Nachbehandlung mit einem Aftershave an, das ebenfalls Schadstoffe enthalten kann und in aller Regel stark parfümiert ist, dann wäre es schön, wenn wenigstens das Rasiermittel ohne Problemstoffe auskommt.

Duftstoffe mit Nebenwirkungen

Die zwei schlechtesten Rasiermittel im Test, das Wilkinson Sword Protect Gel Sensitive und der Palmolive Men Classic Rasierschaum, enthalten den Duftstoff Lilial. Er hat sich im Tierversuch als fortpflanzungsschädigend erwiesen. Außerdem steckt in beiden Produkten die künstliche Moschus- Verbindung Galaxolid (HHCB). Galaxolid reichert sich im menschlichen Fettgewebe an. Es verbreitet sich überall in der Umwelt und findet sich auch im Gewebe von Gewässerorganismen. Eigentlich könnte man sich durchaus fragen, wozu in Rasierschäumen und Rasiergelen überhaupt Parfüm stecken muss. Schließlich hinterlässt nach der Rasur meist noch ein Aftershave seine Duftnote. Doch kein Produkt im Test kommt ohne Parfüm aus.

Synthetische Polymere im Gel

Notenabzug bekamen auch sechs Produkte, in denen wir synthetische Polymere fanden. Ihre Wirkung auf die Umwelt ist noch nicht ausreichend erforscht. Sie bedenkenlos über die Abwässer oder den Klärschlamm in die Umwelt gelangen zu lassen, ist dennoch nicht angebracht. Das sehen neben ÖKO-TEST auch Umweltverbände wie der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) so.

In Rasiermitteln setzen die Hersteller Polymere unter anderem ein, um die Haut vor Verletzungen durch die Klinge zu schützen: Die Klinge gleitet besser. Sie übernehmen aber auch technologische Funktionen. Die Firma Beiersdorf etwa erklärt uns dazu: „Rasiergele sind in ihrer Zusammensetzung komplexer als Rasierschäume. Die eingesetzten Polymere sind wichtig zum Aufbau der Gelstrukur und für die Stabilität des Produkts.”

Praktischer Schaum, beständiges Gel

Und was darf es jetzt sein? Gel oder Schaum? Schaum kommt als Schaum aus der Dose, ist also ultimativ bequem und vermutlich deshalb auch populärer. Gel hingegen schäumt erst beim Auftragen auf das feuchte Gesicht, weil dabei Treibgas- Gemische verdampfen. Rasiergel hat insgesamt eine kompaktere, öligere Konsistenz und sein Gleitfilm gilt als beständiger: Es erlaubt also unter Umständen einen zweiten Strich ohne erneutes Auftragen. Im Großen und Ganzen bleibt die Entscheidung zwischen Gel oder Schaum aber, genau wie die Bartmode: eine Frage des Geschmacks.

Wir haben getestet


Ein Rasiermittel braucht keine Duftstoffe, erst recht keine schädlichen. Obendrauf kommt ohnehin oft noch ein Aftershave.


Heike Baier ÖKO-TEST-Redakteurin


5 DINGE die Sie zur Nassrasur wissen sollten

1

Für eine Nassrasur die Haut gut vorbereiten, damit die Barthaare weicher werden und die Poren sich öffnen. Am besten mit feuchter Wärme. Ganz stilvoll geht das mit heißen Kompressen wie beim Barber. Ganz praktisch mit der feucht-warmen Luft unter der Dusche.

2

Es ist nicht zwingend, zusätzlich Rasiergel oder Schaum zu benutzen. Aber es hilft dabei, das Barthaar stärker einzuweichen und bildet einen Gleitfilm. So kommt es weniger zu Verletzungen und Hautirritationen. Außerdem enthalten Rasiermittel beruhigende und pflegende Substanzen wie Aloe Vera oder Allantoin.

3

Mit dem Strich rasieren oder dagegen? Das ist die Gretchenfrage - und viele Männer sind überzeugt, dass die Rasur nur gegen den Strich wirklich gründlich ist. An kniffligen Partien mag das so sein, aber grundsätzlich riskiert Mann damit mehr Verletzungen und die typischen „Rasierpickel“. Ideal ist es, zunächst in Wuchsrich tung zu rasieren. Und dann nur an schwierigen Stellen, eventuell in einem zweiten Durchgang, gegen den Strich zu arbeiten.

4

Ganz wichtig: regelmäßig die Klingen austauschen. Denn dann braucht es weniger Züge und das Rasieren mit dem Strich funktioniert besser. Je dicker das Barthaar, desto häufiger muss gewechselt werden - spätestens aber nach der 10. bis 14. Rasur. Ein Schärfgerät hält die Klingen länger scharf. Während und nach der Rasur mit heißem Wasser ausspülen.

5

Nach der Rasur die Schaum- und Gelreste zunächst mit warmem, dann mit eiskaltem Wasser abspülen. So schließen sich die Poren wieder. Ob Sie danach ein Rasierwasser oder ein Aftershave-Balsam auftragen, hängt auch vom Hauttyp ab. Ein Rasierwasser enthält einen hohen Anteil Alkohol, der zwar desinfiziert und für ein angenehm kühles Gefühl auf den rasierten Partien sorgt, die Haut allerdings auch austrocknet. Ein rückfettender und feuchtigkeitsspendender Aftershave-Balsam ist also für Männer mit trockener Haut besser geeignet.

So haben wir getestet

Wir haben jeweils zehn Rasierschäume und Rasiergele eingekauft. Darunter bekannte Marken wie LʼOreal, Gillette und Wilkinson sowie Eigenmarken aus Supermärkten, Discountern und Drogerien. Zwei Produkte sind als Naturkosmetika zertifiziert. Die Preisunterschiede sind gewaltig: Für 200 Milliliter zahlten wir Preise von rund 60 Cent bis zu mehr als zehn Euro.

Die von uns beauftragten Labore untersuchten die Rasiermittel auf allergene Duftstoffe und auf polyzyklische Moschusverbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern. Zudem prüften sie die Kosmetika auf bedenkliche Formaldehyd/-abspalter und umstrittene halogenorganische Verbindungen. Die Deklarationen nahmen wir unter anderem in Hinblick auf PEG/PEG-Derivate unter die Lupe, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, sowie synthetische Polymere, die in die Umwelt gelangen können. Die Verpackungen ließen wir auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen analysieren.

Der problematische Duftstoff Lilial wird auf Verpackungen als Butylphenyl Methylpropional deklariert.


Rasieren

WIE UND WOMIT?

41,1 Prozent aller Männer in Deutschland rasieren sich nass, 30,9 Prozent dagegen trocken. 23,6 Prozent mal so, mal so, 3,6 Prozent rasieren sich gar nicht.

SCHAUM VOR GEL

Rasierschaum hat eindeutig die Nase vorn, was die Popularität angeht:

40,3 Prozent aller Männer benutzen ihn, Rasiergel dagegen nur 15,7 Prozent.

Rasiercreme- oder Rasierseife nutzen 7,3 Prozent der Männer, Der Rest rasiert trocken und braucht kein Rasiermittel.

Quelle: Verbrauchs- und Medienanalyse VuMA 2019


Illustration: studiostoks/Shutterstock

Fotos: Digital signal/Shutterstock; thomas w.cheney; ÖKO TEST Illustration: noun project