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TEST Reinigungsmasken: Abgezogen


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 20.10.2022

RATGEBER

1 Wählen Sie „sehr gute“ oder „gute“ Masken, um möglichst wenig Schadstoffe an Ihre Haut zu lassen.

2 Etliche Reinigungsmasken versprechen ein feineres Hautbild. Erwarten Sie nicht zu viel. Die Masken können Hautunreinheiten nicht wegzaubern.

3 Manche Anbieter empfehlen, die Masken mehrmals pro Woche anzuwenden. Wir meinen: Lieber seltener, einmal pro Woche reicht völlig.

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Mineralerde gehört zu den ältesten Schönheitsmitteln der Menschheit. Peel-off-Masken hingegen sind der neueste Gag aus den Laboren der Kosmetikindustrie. Wir haben beides geprüft: Reinigungsmasken mit Mineralerden und Peel-off-Masken, die sich dank des Kunststoffs Polyvinylalkohol auf der Haut in eine abziehbare Schicht verwandeln. In beiden Kategorien finden sich „sehr gute“ Produkte. Doch vier Masken mit Mineralerde sind „ungenügend“, drei „mangelhaft“. Der Grund: Sie sind mit bedenklichen Schwermetallen belastet. ...

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Ton-, Heil- oder Mineralerden können von Natur aus Arsen, Antimon, Blei oder Cadmium enthalten. Deshalb ließen wir Reinigungsmasken mit diesen Bestandteilen auf Schwermetalle prüfen. In elf Produkten lag der gemessene Gehalt für mindestens einen der Stoffe über dem Wert, den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in kosmetischen Mitteln für vermeidbar hält.

Schwermetalle in Kosmetik verboten

Doch was hat es mit dieser Vermeidbarkeit überhaupt auf sich? Arsen in seiner anorganischen Form sowie Cadmium sind krebserregend, Blei und Antimon gelten als giftig – das klingt nicht gerade nach der Zutatenliste für ein hautfreundliches Schönheitsmittel. In der Tat: Diese Stoffe sind in Kosmetika verboten.

Allerdings gibt es im Gesetz ein Hintertürchen: Erklärt sich die Anwesenheit dieser Stoffe aus Verunreinigungen natürlicher Bestandteile, dürfen sie in Spuren im kosmetischen Mittel vorhanden sein. Sofern das bei guter Herstellungspraxis technisch nicht zu vermeiden ist. Klingt kompliziert, ist es auch. Denn welche Gehalte als technisch vermeidbar gelten, steht nicht im Gesetz. Diese hat das BVL auf der Basis einer Vielzahl von Produktuntersuchungen festgelegt. In unserem Test knacken fünf Masken mit Mineralerde einen dieser Werte, sechs sogar gleich mehrere.

Das bedeutet nicht, dass von diesen Produkten automatisch eine Gesundheitsgefahr für Verbraucherinnen und Verbrau-cher ausgeht. Unser Test zeigt aber, dass die Herstellerfirmen noch einiges tun müssen, um die Menge an möglicherweise gesundheitsgefährdenden Stoffen in ihren Reinigungsmasken zu reduzieren. Immerhin: Es gibt auch Masken mit Mineralerde, die „sehr gut“ abschneiden.

„In Sachen Schwermetalle gibt es für die Anbieter noch einiges zu tun. Die Gehalte müssen runter.“

Kerstin Scheidecker Chefredakteurin

TIPPS

Auftragen, trocknen lassen, abziehen

Vorbereitung Bevor es losgeht mit der Peel-off-Maske: Gesicht waschen, am besten mit einem milden Waschgel oder Waschstück, gut abtrocknen.

Maske auftragen Die Masken haben eine gelartige Konsistenz und lassen sich prima mit den Fingern im Gesicht verteilen. Ein spezieller Kosmetikpinsel tut natürlich auch seine Dienste. Dünn und gleichmäßig auftragen, Augenpartie aussparen, sorgfältig arbeiten, keine Lücken lassen.

Trocknen lassen Die Peel-off-Maske bildet beim Trocknen auf der Haut einen Film. Das kann kribbeln und ist nicht für jeden was. Ausprobieren, ob man daran Spaß hat. Man kann auch empfindliche Hautpartien aussparen und die Maske nur auf tendenziell fettige Stellen wie Stirn, Nase oder Kinn auftragen.

Abziehen Nach ein paar Minuten lässt sich der Film abziehen: Von außen beginnen, zur Nase hin arbeiten. Maskenreste mit lauwarmen Wasser abwaschen.

Hautschüppchen abziehen

Reinigungsmasken versprechen, die Haut porentief zu säubern oder gar das Hautbild zu verfeinern. Peel-off-Masken trocknen dazu als dünne Schicht auf der Haut langsam an und können nach dem Trocknen von der Haut abgezogen werden. Dabei sollen abgestorbene Hautschüppchen, Schmutz und Talg an der Maske kleben bleiben.

Polyvinylalkohol gut abbaubar

Dass sich aus der gelartigen Masse nach dem Auftragen ein Film bildet, dafür sorgt in den meisten Peel-off-Masken das Polymer Polyvinylalkohol. War da nicht was mit synthetischen Polymeren und Kunststoffen, die bei ÖKO-TEST in der Kritik stehen? Definitiv. In vier Peel-off-Masken werten wir Kunststoffverbindungen in der Rezeptur ab, weil diese als schwer abbaubar gelten. Aber: Polyvinylalkohol gehört nicht dazu. Der Stoff ist wasserlöslich und weist eine gute biologische Abbaubarkeit auf.

Formaldehyd/-abspalter? Nein, danke

Auch wenn fast alle Peel-off-Masken mit „sehr guten“ oder „guten“ Noten abschneiden – es gibt auch hier Verlierer. Die Selfie Project Cleansing Peel-Off Mask Dancing Queen enthält vieles, was ein Schönmacher aus unserer Sicht wirklich nicht braucht. Das beauftragte Labor hat darin den künstlichen Moschusduft Galaxolid, der sich im Fettgewebe anreichern kann, und Formaldehyd/-abspalter analysiert. Formaldehyd kann die Haut reizen und laut offizieller Einstufung Krebs erzeugen. Porentief rein? Wir können diese Reinigungsmaske jedenfalls nicht empfehlen.

TEST Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 25 Reinigungsmasken eingekauft, darunter zehn Peel-off-Masken mit Polyvinylalkohol, die auf der Haut einen Film bilden, sowie 14 Masken mit Mineralerde. Das Produkt von Puremetrics besteht hauptsächlich aus Kieselerde, wir haben es deshalb bei den Masken mit Mineralerde eingeordnet. Es nennt sich „Peel-Off Maske“, enthält als Filmbildner aber Alginat statt Polyvinylalkohol. Die Maske von Logocos ist eine Reinigungsmaske ohne Mineralerde und ohne Peel-off-Effekt. Insgesamt sieben Marken sind zertifizierte Naturkosmetik. Zwei Heilerdeprodukte sind mit Wasser anzurühren. Auslobungen wie „ölige, Problem- und Mischhaut“, „normale Haut“ oder „alle Hauttypen“ sind dabei. Die Preise reichen von 40 Cent pro Sachet bis zum Tiegel für 25,50 Euro, ausreichend für circa neun Anwendungen. Von uns beauftragte Labore analysierten die Produkte mit Tonerde – auch Mineral-, Lava-, Vulkan- oder Heilerde genannt – sowie die Peel-off-Masken mit mineralischen Bestandteilen auf Halb- und Schwermetalle wie Arsen, Antimon, Blei, Cadmium und Nickel, bei hohen Chromgehalten zusätzlich auf Chrom(VI). Alle Reinigungsmasken ließen wir auf umstrittene halogenorganische Verbindungen untersuchen, parfümhaltige Produkte auf allergieauslösende Duftstoffe. Anhand der deklarierten Inhaltsstoffe haben wir nach schwer abbaubaren Kunststoffverbindungen, problematischen PEG/PEG-Derivaten und dem Antioxidans BHT gesucht. Zudem wollten wir wissen: Sind die Verpackungen frei von chlorierten Verbindungen? Wird in Sachets oder Plastiktuben recycelter Kunststoff eingesetzt?