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TEST Reis: Es bewegt sich etwas


ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2011 vom 14.10.2011

Reis gehört zu den beliebtesten Beilagen auf deutschen Tellern – und das nicht erst seitdem die asiatische Küche bei uns Einzug gehalten hat. Doch schädliche Stoffe wie Arsen und Mineralöl machen den Reis mitunter zu einem zweifelhaften Genuss.


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Foto: Dusan Zidar/Fotolia.com

Mineralöl im Reis? Als OKOTEST im Herbst 2010 Reis testete, wunderten wir uns selbst ein wenig uber die Ergebnisse. Alle Sorten, die in Kartons abgefullt waren, enthielten deutliche Mengen an diesen Kohlenwasserstoffverbindungen. Ursache dafur sind gro.ere Mengen an Mineralolen in den Kartonverpackungen, die fluchtig genug sind, dass ...

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Mineralöl im Reis? Als OKOTEST im Herbst 2010 Reis testete, wunderten wir uns selbst ein wenig uber die Ergebnisse. Alle Sorten, die in Kartons abgefullt waren, enthielten deutliche Mengen an diesen Kohlenwasserstoffverbindungen. Ursache dafur sind gro.ere Mengen an Mineralolen in den Kartonverpackungen, die fluchtig genug sind, dass sie auf Lebensmittel ubergehen konnen. In die Kartons geraten die Mineralole uber Druckfarben, wie sie zum Bedrucken der Packungen oder im Zeitungsdruck verwendet werden. Mineralol dient in diesen Farben als Losungsmittel und bleibt insbesondere beim Druck von Zeitungen im Papier zuruck. Auch beim Recycling lasst sich das Ol nur schwer entfernen, sodass Altpapier und alles, was daraus gemacht wird, belastet ist. Das betrifft auch die Recyclingkartons, die viele Lebensmittelhersteller fur ihre Produkte einsetzen – nicht zuletzt aus Grunden des Umweltschutzes.

Seit Veroffentlichung unserer Testergebnisse 2010 ist die Branche in Bewegung gekommen, verschiedene Minimierungsstrategien werden ausprobiert. Was jahrelang unmoglich schien, wird auf einmal praktiziert: Die Lebensmittelkartons werden (zumindest zum Teil) mit mineralolfreien Druckfarben bedruckt.

Wir wollten wissen, wie sich ganz konkret die Situation bei den von uns schon einmal untersuchten Langkornreis-Produkten entwickelt hat. Wir haben die Hersteller nach ihren Anderungen befragt und die Proben daraufhin uberprufen lassen. Lesen Sie das spannende Ergebnis:

Das Testergebnis

■ Die Bemuhungen der Branche zeigen erste Erfolge. Einige Hersteller haben sich komplett von der Kartonverpackung verabschiedet, andere lassen den Reis in Kartons aus Frischfasern verpacken oder setzen andere Druckfarben ein – manche fahren beide Strategien. Zwar ist das Problem noch nicht endgultig vom Teller, aber der Vergleich unserer Laborergebnisse zeigt, dass die Mineralolwerte auch in den noch immer belasteten Proben deutlich nach unten gegangen sind. Einige Reissorten werten wir aber nach wie vor mehr oder minder streng ab, weil in ihnen noch Mineralol nachgewiesen wurde.
■ Alle Reisproben enthalten das krebserregende Halbmetall Arsen in mehr oder weniger gro.en Mengen. Gefunden wurden 49 bis 139 Mikrogramm pro Kilogramm (μg/kg) anorganisches Arsen – das ist dessen besonders giftige Form. Da gultige Grenzund Aufnahmewerte fehlen, haben wir uns nach Beratung mit Experten dafur entschieden, als „Grenze“ 100 μg/kg Reis festzulegen und Gehalte ab 100 μg/kg um zwei Noten beziehungsweise Gehalte ab 50 μg/kg um eine Note abzuwerten. Danach ist nur der Uncle Ben’s Spitzen-Langkorl-ueis, 10 Minuten in puncto Arsen nahezu unbelastet.
■ Ruckstande von Pflanzenschutzmitteln, etwa gegen Schimmelpilze oder Schadinsekten, fand das Labor meist nur in unbedenklichen Spuren. Lediglich die getesteten Produkte von Aldi Nord und Penny enthalten etwas hohere Mengen. Der Bio-Reis im Test ist hingegen immer unbelastet.

Anmerkungen: 1) Zusatzlich zum Karton ist der Reis in typische Kochbeutel verpackt. 2) Nachweis von Mineralol bis 1 mg/ kg. 3) Anorganisches Arsen erhoht. 4) Anorganisches Arsen leicht erhoht. 5) Erhohter Nachweis eines Pestizids. 6) Mehr als 1 mg/kg Mineralol. 7) Laut Anbieter sollte das Produkt ab circa Ende Mai 2011 auf eine Folienverpackung umgestellt werden. 8) Laut Anbieter sollte der Reis etwa ab August 2011 in Folienbeuteln verpackt sein.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten fuhren: a) mehr als 1 mg/kg Mineralol; b) erhohter Gehalt an anorganischem Arsen ab 100 μg/kg. Zur Abwertung um jeweils eine Note fuhren: a) leicht erhohter Gehalt an anorganischem Arsen von 50 bis 100 μg/kg; b) Gehalt eines Pestizids, der uber 20 % der gesetzlichen Ruckstandshochstmenge erreicht, wenn diese bei 0,05 mg/kg liegt; c) Nachweis von Mineralol bis 1 mg/kg. Das Gesamturteil beruht auf der Beurteilung des Inhalts.
Bereits veröffentlicht: OKO-TEST Ratgeber Essen, Trinken & Genie.en 11:2011. Aktualisierung der Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mangeln geandert oder OKO-TEST neue/zusatzliche Untersuchungen durchgefuhrt hat.
Testmethoden: siehe www.oekotest.de→Suchen→J1110

OKO-TEST rat

■ Wer Reis nur hin und wieder und in durchschnittlichen Mengen isst, kann die „guten“ Reismarken unbesorgt genießen. Vielesser sollten das Getreide vor der Zubereitung kalt abspülen, in viel Wasser kochen und dieses weggießen. Das reduziert den Arsengehalt immerhin etwas – allerdings gehen auch Vitamine und Mineralstoffe verloren.
■ Kochen verringert auch die Belastung mit Mineralöl.
■ Eine gesunde und noch dazu heimische Beilage sind Kartoffeln. Sie lassen sich ebenso vielseitig zubereiten und sind in der Regel gut verträglich. Gute Alternativen sind auch Nudeln, Hirse, Couscous oder Graupen – sofern sie nicht im Karton stecken.