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TEST REPAIR-SHAMPOOS: Spliss lass nach


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ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 09.06.2022

REPAIR-SHAMPOOS

RATGEBER

1 Naturkosmetik hat in diesem Test die Nase vorn: Von 18 „sehr guten“ Repair-Shampoos sind 17 zertifiziert.

2 Damit es gar nicht erst zu Haarschäden kommt: nasses Haar immer nur sanft im Handtuch ausdrücken und vorsichtig von den Spitzen her auskämmen.

3 Sprödes und angegriffenes Haar kann auch durch ein Haaröl nach der Wäsche etwas Glanz und Schutz erhalten. Empfehlenswerte Haaröle ohne Silikon finden Sie in unserem Test auf oekotest.de/12408.

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W ennein Haar erst kaputt ist, dann kann es auch ein Shampoo nicht wieder heil machen. Deshalb ist der Name Repair-Shampoo, der sich so am Markt eingebürgert hat, eigentlich schon eine Schummelei. Schließlich besteht unser Haar aus lebloser Hornsubstanz, und egal, ob die Keratinstränge im Inneren oder die äußere Schuppenschicht beschädigt sind – umkehren lässt sich dieser Zustand nicht. Was Haarpflege dagegen kann: Schäden kaschieren und ...

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... das Haar zumindest optisch gesünder erscheinen lassen. Insgesamt 50 Repair-Shampoos haben wir auf ihre Inhaltsstoffe getestet, und die Ausbeute an empfehlenswerten Produkten kann sich sehen lassen: 18 Shampoos brillieren mit „sehr gut“, sieben sind „gut“.

Fast alle Shampoos mit Bestnote stehen in der Tabelle der Naturkosmetik-Produkte. Nur das Khadi Ayurvedisches Elixier Shampoo Rose Repair ist dort nur „ausreichend“, unter anderem weil es den hochallergenen Duftstoff Isoeugenol enthält. Am schlechtesten schneiden vier bekannte Namen der konventionellen Haarkosmetik ab: Für die getesteten Shampoos der Marken Guhl, Herbal Essences, John Frieda und Pantene Pro-V lautet das Urteil „ungenügend“.

Silikone auf dem Rückzug

Repair-Shampoos sollen das Erscheinungsbild der Haare verbessern können: Nach der Haarwäsche soll ein Film von Pflegestoffen auf der Oberfläche zurückbleiben, der das Haar glänzend und leicht kämmbar macht, es geschmeidig hält und vor weiteren Haarschäden schützt. Lange Zeit ging hier in der konventionellen Haarpflege nichts ohne Silikonöle – jenen flüssigen Kunststoffen, die dafür bekannt sind, das Haar mit einem besonders glänzenden Film zu ummanteln. Einen ähnlichen Effekt hinterlassen auch andere synthetische Polymere in den Shampoos unseres Tests. Doch das Flüssigplastik steht seit Längerem in der Kritik und die Industrie reagiert: Während in unserem vorigen Test von Shampoos für trockenes Haar vor zwei Jahren weniger als ein Viertel der konventionellen Hersteller auf Silikon oder synthetische Polymere verzichteten, sind es jetzt bereits fast die Hälfte. Eine schöne Entwicklung, auch wenn das Glas leider nur halb voll ist: 17 von 32 konventionellen Shampoos verwenden noch immer Silikone oder andere synthetische Polymere. Die gelangen über das Abwasser in großen Mengen in die Umwelt und bauen sich dort teilweise nur sehr langsam wieder ab.

Reinigen geht softer

Auch ein Repair-Shampoo soll das Haar vor allem reinigen. Deshalb sind Tenside in aller Regel die mengenmäßig wichtigsten Inhaltsstoffe nach Wasser. Fast alle konventionellen Produkte verwenden jedoch für ihre Waschleistung PEG/PEG-Derivate.

„Frech: Einige Marken werben mit dem Slogan ,ohne Silikon‘und mischen dann andere flüssige Kunststoffe in ihre Rezepturen.“

Heike Baier ÖKO-TEST-Redakteurin

Diese können die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. Viele halogenorganische Verbindungen sind zumindest umstritten. Überraschend für uns waren ungewöhnlich viele Shampoos in der Analyse positiv, allerdings fast durchweg in sehr niedrigen Gehalten. Das passt zur Rückmeldung einiger Hersteller, dass die halogenorganischen Verbindungen als Verunreinigungen aus der Herstellung des Tensids Cocamidopropyl Betaine stammen.

WISSEN

Mehr Recycling!

Recyclingquote steigt Mehr recyceltes Plastik in der Shampooflasche? Dabei machen Kosmetik-Hersteller derzeit rasante Fortschritte, wie dieser Test zeigt. 24 von 50 Repair-Shampoos überspringen die von uns gesetzte Marke von mindestens 30 Prozent Post-Consumer -Rezyklat (PCR). In einem Shampoo-Test von März 2021 waren es nur neun von 50 gewesen. Zwar konnten oder wollten uns nicht alle Anbieter einen Nachweis liefern, anhand dessen wir einen eindeutigen Bezug zum getesteten Produkt herstellen konnten, und müssen darum mit einem Punktabzug leben. Doch die Tendenz weist steil nach oben.

Fest schlägt flüssig

Auf der Hand liegt allerdings auch: Im Flüssigshampoo selbst steckt schon der ökologische Haken. Denn würde es nicht so viel Wasser enthalten, bräuchte es die Plastikflasche gar nicht. Mittlerweile erobern „feste“ Shampoo-Konzentrate den Markt: Ein Stück von 100 Gramm bringt etwa so viele Haarwäschen wie drei Flaschen Shampoo à 250 Milliliter. Und steckt lediglich in einer dünnen Papierverpackung.

Wunder-Reparatur treibt es zu doll

Bei sieben Shampoos kommen so viele Problemstoffe zusammen, dass unter dem Strich die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ steht. Schauen wir stellvertretend auf das mit den meisten Abzügen: John Frieda Frizz Ease Wunder-Reparatur Shampoo. Das Labor wies darin Formaldehyd/-abspalter nach, was zum deklarierten Konservierungsstoff Diazolidinyl Urea passt, der Formaldehyd freisetzen kann. Formaldehyd gilt als stark allergen und reizt schon in geringen Mengen Haut und Augenschleimhäute. Zweitens enthält das Shampoo – wie übrigens auch einige andere im Test – den Konservierungsstoff Methylchloroisothiazolinon (CIT). Der gehört zur Gruppe der halogenorganischen Verbindungen und ist wegen seines allergieauslösenden Potenzials in der EU stark reglementiert. Und schließlich steckt auch noch der als gewässerschädigend verrufene synthetische Moschusduft Galaxolid darin. Angesichts dieser geballten Ladung synthetischer Verbindungen inklusive Silikonen ist es schon dreist, dass auf der Tube hauptsächlich „kostbare tropische Stoffe“ beworben sind: Argan-, Kokosnussund Moringaöl. Ein Fall von Wunder- (Green)-washing.

Ohnehin: So schön das auf einigen Verpackungen klingt mit der Pflegewirkung durch Keratin, Traubenkernöl oder Granatapfelextrakt – die meisten Pflegestoffe dürften dank der Waschwirkung des Shampoos im Abfluss landen.

So haben wir getestet

In Drogerien, Discountern und (Bio-)Supermärkten haben wir 50 Shampoos mit Auslobungen wie „repair“ oder „Reparatur“ eingekauft. Bei 18 von ihnen handelt es sich um zertifizierte Naturkosmetik. Berechnet auf 250 Milliliter kostet das teuerste Produkts knapp 20 Euro, das günstigste nur 38 Cent.

Wir nahmen die Deklaration aller Produkte genau unter die Lupe: Setzen die Anbieter PEG/PEG-Derivate ein, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können? Verwenden Sie umweltschädliche Silikone oder andere synthetische Polymere? Sind bedenkliche UV-Filter wie Ethylhexylmethoxycinnamat enthalten, das sich im Tierversuch als hormonell wirksam gezeigt hat, oder das ebenfalls hormonverdächtige Butylhydroxytoluol? Und natürlich ließen wir alle Shampoos in Laboren prüfen: Auf Formaldehyd/-abspalter, problematische Duftstoffe und allergisierende Konservierungsstoffe ebenso wie auf umstrittene halogenorganische Verbindungen.

Problematische Substanzen, die wir aus überwiegend gesundheitlichen Gründen kritisieren, werten wir unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe ab. Auf ihm beruht das Gesamturteil wesentlich. Umweltschädliche Stoffe beeinflussen das Testergebnis Weitere Mängel. Ist dieses „befriedigend“ oder schlechter, dann verschlechtert sich auch das Gesamturteil.