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TEST: Riester-Bausparverträge: Durchblick unerwünscht


ÖKO-TEST Spezial Geld & Versicherungen - epaper ⋅ Ausgabe 10/2014 vom 17.10.2014

Verkauft werden Riester-Bausparverträge zwar gern, doch das Gros der Bausparkassen scheut den konkreten Preis-Leistungs-Vergleich.


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Foto: Edyta Wierciak/Hemera/Thinkstock

Während die Absatzzahlen für die klassische Riester-Rente stagnieren oder sogar rückläufig sind, wächst die Zahl der Wohn-Riester-Verträge rasant. 43.000 Neuverträge haben Bundesbürger allein im ersten Quartal 2014 abgeschlossen, nach einem Plus von stolzen 21 Prozent oder 201.000 Neuverträgen im Jahr 2013 und üppigen 31,6 Prozent Wachstum schon 2012. Das Interesse an der Riester-Geldrente hat dagegen nachgelassen. 2013 ging die Zahl der ...

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... Verträge bereits um 58.000 Stück zurück. Weitere 26.000 Verträge wurden im ersten Quartal 2014 gekündigt.


Für Sparer ein Flop, für Finanzierer top – sofern die Zinsen für Baugeld steigen


Das zeigt ganz klar: Favorit bei der Altersvorsorge ist das Eigenheim und nicht die Zusatzrente. In Zeiten steigender Mieten und niedriger Zinsen wächst nicht nur die Sehnsucht nach den eigenen vier Wänden. Auch das Bausparen, einst als spießig und so langweilig wie das Sammeln von Gartenzwergen verschrien, liegt wieder voll im Trend. „Vor allem für eine jüngere Einsteigerzielgruppe, die erst in fünf bis acht Jahren Eigentum bilden will, kann Bausparen eine Option sein, um das notwendige Eigenkapital aufzubauen, sagt Hartmut Schwarz, Baugeldexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Ein großes Plus dabei ist, dass der Staat diese Form der Kapitalbildung seit 2008 mit Zulagen und Steuervorteilen fördert. Daneben wächst die Zahl der Bauherren und Hausbesitzer, die sich mithilfe eines Wohn-Riester-Bausparvertrags die derzeit niedrigen Zinsen für den Hauskredit für die Zukunft sichern wollen.

Allerdings lauern auch bei Wohn-Riester-Verträgen einige Fallen. „Die Förderung ist mitunter kompliziert“, kritisiert Hartmut Schwarz. Auch die Produkte selbst sind im Vergleich zu anderen Formen des Sparens und Finanzierens kompliziert. Verbraucherschützer fürchten daher, dass viele der jetzt abgeschlossenen Wohn-Riester-Bausparverträge niemals Bestandteil einer Finanzierung werden, weil sie im konkreten Einzelfall gar nicht passen. Dann lässt sich der Vertrag zwar auch in eine Riester-Geldrente umwandeln. Doch bleibt die Frage, ob sich das lohnt.

ÖKO-TEST wollte genau wissen, ob und unter welchen Bedingungen die Eigenheimrente lohnt und hat die Wohn-Riester-Angebote unter die Lupe genommen. Dabei wurden alle Anbieter um je drei Angebote für typische Konstellationen gebeten. In einem Fall will sich ein Ehepaar mit zwei Kindern die derzeit niedrigen Baugeldzinsen für die Anschlussfinanzierung ihres Eigenheims in sieben Jahren sichern – und dabei die staatliche Förderung mitnehmen. Im anderen Fall will ein junges Ehepaar mit zwei Kindern erst einmal das Eigenkapital für das in zehn Jahren geplante Eigenheim ansparen. Und im dritten Fall möchte ein 25-Jähriger mit dem Aufbau der staatlich geförderten Altersvorsorge beginnen. Da auch er mit einer Immobilie als Altersvorsorge liebäugelt, will er wissen, ob sich ein Wohn-Riester-Vertrag mehr lohnt als eine Riester-Geldrente. Für alle drei Modellfälle sollten die Bausparkassen geeignete Wohn-Riester-Tarife auswählen und sie für den jeweiligen Musterfall maßschneidern. Anschließend wurden die Offerten der Bausparkassen einer individuellen Spar- und Finanzierungsvariante gegenübergestellt.

Das Testergebnis

Preis-Leistungs-Vergleich unerwünscht. ÖKO-TEST hatte alle 18 Bausparkassen um entsprechende Offerten gebeten. Doch nur drei Kassen schickten sofort Angebote, weitere zwei reagierten, nachdem ÖKO-TEST eine Vorauswahl aus ihren Tarifen vorgenommen und diese berechnet hatte. Die restlichen 13 Kassen, darunter fast alle LBS-Bausparkassen mit Ausnahme der LBS Baden-Württemberg, die Aachener Bausparkasse, die Deutsche Bank Bausparkasse, die Badenia Bausparkasse, die BHW und die Deutsche Bausparkasse Badenia verweigerten die Testteilnahme.

Keine Ressourcen, zu großer Aufwand – so lautete die häufigste Begründung für die Ablehnung der Testteilnahme. Dabei hatte ÖKO-TEST lediglich drei typische Fälle aufgegriffen, mit denen Kunden in die Beratung kommen. Doch wenn Berechnungen für solche Fälle schon für die Fachabteilungen in der Bausparkasse zu zeitaufwendig sind, wie gut werden Interessenten dann wohl in der Praxis vor Ort beraten? ÖKO-TEST erkundigte sich nach den Erfahrungen der Verbraucherzentralen. Die sind – mangels systematischer Stichprobe – zwar nicht repräsentativ, zeigen aber, dass und woes bisweilen hakt. „Viele Sparer haben ihr Geld in für sie gar nicht geeigneten Verträgen angelegt“, sagt zum Beispiel Hartmut Schwarz. Daran sei die Beratung der Bausparkassen nicht ganz unschuldig. Denn häufig werden die Kunden zu höheren Bausparsummen gedrängt, als vernünftig ist. Auch den Kollegen von der VZ NRW fiel auf, dass die angebotenen Bausparsummen oft viel zu hoch sind. „Dann lässt sich das notwendige Mindestguthaben für die Zuteilung gar nicht in der gewünschten Zeit erreichen“, rechnet Thomas Hentschel vor. Ein Grund für den großzügigen Vertragszuschnitt: Die Vermittler verdienen umso mehr, je höher die Abschlusssumme ist.

ÖKO-TEST rät

■ Wohn-Riester-Bausparverträge lohnen nur, wenn Sie das Geld tatsächlich für die Finanzierung des Eigenheims einsetzen wollen. Ansonsten sollten Sie auf den Abschluss verzichten.

■ Günstig sind nur individuell maßgeschneiderte Angebote. Geben Sie daher den Termin vor, an dem Sie das Geld für die Finanzierung brauchen. Bis dahin muss der Vertrag zuteilungsreif sein. Die optimale Sparrate ergibt sich aus den Riester-Förderregeln.

■ Ob der Vertrag top oder ein Flop ist, hängt von den Alternativen ab. Lassen Sie sich daher von der Bausparkasse den Grenzzinssatz für ein Bankdarlehen ausrechnen. Wenn Sie mit einem Zinsanstieg in dieser Höhe rechnen, lohnt der Abschluss.

■ Nicht maßgeschneidert. Bei Ehepaaren muss jeder einen eigenen Vertrag abschließen, um die staatliche Förderung optimal auszunutzen. Doch die Verträge werden selten maßgeschneidert. Auch wenn der Mann deutlich mehr verdient als die Frau, bekommen beide oft einen gleich großen Vertrag. Dann muss die Frau bisweilen mehr einzahlen, als zum Erhalt der Förderung notwendig ist, manchmal sogar mehr, als der Staat überhaupt an Sparleistung fördert. Damit sich der Vertrag rechnet, müssen zudem die Spar- wie die Tilgungsleistungen auf die Förderbedingungen und die individuellen Wünsche der Bausparer zugeschnitten werden. Unser Verdacht: Das klappt nicht nur in der Beratungspraxis selten, auch die Software einiger Kassen scheint überfordert zu sein. Zumindest entdeckte ÖKO-TEST in den vorgelegten Musterberechnungen bisweilen peinliche Pannen: So waren die Zulagen in der Tilgungsphase teilweise nicht korrekt ermittelt worden; dadurch stimmte die Tilgungsdauer nicht. Kein Wunder daher, dass sich Bausparkassen nicht gern in die Karten schauen lassen.

■ Vorteil nur bei Finanzierung. Dabei ist die richtige Tarifauswahl zusammen mit einem optimalen Zuschnitt von Bausparsumme, Spar- und Tilgungsbeitrag das A und O bei der Auswahl eines Wohn-Riester-Vertrags. Zudem gilt: Nur wer sicher weiß, dass er das Bauspardarlehen zum Ende der geplanten Sparfrist in Anspruch nehmen kann und wird, und bis dahin mit steigenden Baugeldzinsen rechnet, macht mit Riester-Bausparverträgen ein gutes Geschäft. Der Grund ist simpel: Die Konditionen für das spätere Darlehen stehen beim Bausparvertrag heute schon fest. Im Schnitt können sich Sparer hier Zinsen von 1,5 bis 4,5 Prozent für viele Jahre im Voraus sichern. Ob sich das lohnt, hängt auch von der Zinsentwicklung ab. Bleiben die Zinsen für Baugeld so niedrig wie heute, können Sparer, die ihr Eigenkapital auf andere Weise ansparen, ihr Häuschen mit einem ganz normalen Bankkredit womöglich günstiger finanzieren als mit dem Bausparvertrag.

■ Als Sparvertrag ein Flop. Als reiner Sparvertrag sind die meisten Wohn-Riester-Bausparverträge ohnehin ein Flop. Mit dem richtigen Tarif sichern sich Sparer zwar eine günstige Finanzierung. Dafür müssen sie vorher aber zwischen 30 und 40 Prozent der vereinbarten Bausparsumme ansparen – und zwar zu ausgesprochen niedrigen Zinsen von 0,10 bis 0,25 Prozent. Vereinzelt stehen den Kunden noch ältere Tarife mit Habenzinsen bis zu zwei Prozent offen. Das klingt nach einem guten Geschäft. Doch abgesehen von der Frage, wie lange diese Tarife bei anhaltender Niedrigzinsphase noch erhältlich sind – der Blick allein auf die Zinsen führt schnell in die Irre. Ob ein Wohn-Riester-Bausparvertrag wirklich lohnt, hängt auch von den Gebühren, den Zuteilungsvoraussetzungen und der Höhe des Tilgungsbeitrags ab. Darüber hinaus muss die Bausparsumme auf die Ziele des Sparers zugeschnitten sein.

Kompakt

So funktionieren Wohn-Riester-Angebote I

Wer ist berechtigt? Seit 2008 dürfen Sparer auch einen Riester-Vertrag abschließen, um damit später ein Eigenheim zu finanzieren. So dürfen sie angespartes Guthaben als Eigenkapital nutzen. Das gilt nicht nur für Guthaben auf Wohn-Riester-Bausparverträgen, sondern für alle Riester-Verträge. Seit 2014 kann das Kapital auch sofort in voller Höhe entnommen werden, um noch bestehende Schulden abzubauen – beispielsweise bei der Anschlussfinanzierung. Auch eine Entnahme zur Finanzierung eines alters- und behinderungsgerechten Umbaus einer bestehenden Immobilie ist zulässig. In diesem Fall gelten aber Mindestbeträge. Erfolgt der Umbau drei Jahre nach Anschaffung der Immobilie, müssen mindestens 6.000 Euro aus dem Vertrag entnommen werden. Bei Umbau zu einem späteren Termin sind es mindestens 20.000 Euro, und dieser Betrag muss mindestens zu 50 Prozent für barrierenreduzierende Maßnahmen eingesetzt werden.
Was wird gefördert? Gefördert werden nicht nur die Sparleistungen zum Aufbau von Eigenkapital. Eigenbeitrag und Förderung können auch direkt als Tilgung bei der Immobilienfinanzierung eingesetzt werden. Voraussetzung ist lediglich, dass der jährliche Mindesteigenbeitrag plus die Zulagen in ein entsprechend zertifiziertes Riester-Darlehen oder auf einen zertifizierten Bausparvertrag fließen.
Wer darf die Immobilie nutzen? Bedingung für die Eigenheimrente ist, dass der Riester-Geförderte seine eigenen vier Wände im Rentenalter selbst bewohnt. Wird die Immobilie vorher wiederverkauft, muss das auf dem Wohnförderkonto verbuchte Kapital nachversteuert werden. Einzige Ausnahmen: Der Verkaufserlös wird in eine neue selbstgenutzte Wohnung investiert oder der Riester-Geförderte zahlt den Restbetrag von seinem Wohnförderkonto auf einen anderen Riester-Vertrag ein. Wird die Wohnung infolge eines beruflichen Umzugs nur zeitweise nicht mehr selbst genutzt, kann sie – entgeltlich oder unentgeltlich – vermietet werden, sofern der Sparer spätestens mit 67 wieder einzieht. Alles andere gilt als förderschädlich.

■ Viele Faktoren entscheiden. Wie kompliziert Tarifauswahl und Gestaltung in der Praxis sind, veranschaulichen die Offerten der Bausparkasse Mainz. Die zahlt beim WohnriesterPlus-Tarif zwar noch zwei Prozent Habenzinsen. Darüber hinaus können die Kunden ein Darlehen bekommen, das bis zum Doppelten der Bausparsumme und mehr ausmacht. Das spart Gebühren. Trotzdem ist der Tarif nur in den Musterfällen 1 und 3 wirklich spitze. Denn nur in diesen beiden Fällen reichen die monatliche Sparleistung und die Spardauer aus, um den Kunden das Bauspardarlehen zu Minizinsen von 1,5 Prozent zu sichern. Im Musterfall 2 gibt es das Darlehen dagegen nur zum Standardsatz von 4,5 Prozent. Prompt landet der gleiche Tarif nur auf dem letzten Platz im Vergleich.

■ Der Grenzzinssatz entscheidet. Ob und wann die Rechnung für Finanzierer aufgeht, entscheidet sich aber immer nur im Vergleich zu den Finanzierungsalternativen. Aus diesem Grund hat ÖKO-TEST für jede Offerte den Grenzzins berechnet. Das ist die Schwelle, die Baugeldzinsen von der Bank nach Ablauf der Ansparphase überschreiten müssen, damit sich der Bausparvertrag lohnt. Je niedriger der Grenzzinssatz ist, desto eher lohnt sich der Vertrag.

Mehr zum Thema

Die Vertragsbedingungen für die Riester-Bausparverträge fi nden sie kostenlos unter www.oekotest.de → Suchen → „T1410“ eingeben.

Kompakt

So funktionieren Wohn-Riester-Angebote II

Was verlangt der Fiskus? Der Entnahmebetrag, der als Eigenkapital zur Anschaff ung der Immobilie oder zur Darlehenstilgung dient, wird ebenso wie die jährlichen geförderten Tilgungsleistungen und die erhaltenen Zulagen auf einem Wohnförderkonto verbucht und mit zwei Prozent jährlich „verzinst“, letztmalig zu Rentenbeginn. Ab dann muss das so ermittelte Förderkapital als „Eigenheimrente“ versteuert werden. Spätester Termin für den Beginn der Steuerpfl icht ist die Vollendung des 68. Lebensjahrs. Der Fiskus verlangt seinen Tribut aller dings nicht auf einen Schlag. Der Riester-Bauherr kann vielmehr jederzeit wählen, ob er die Steuern auf das Wohnförderkapital auf einen Schlag entrichten will. Dann wird ihm ein Rabatt von 30 Prozent des Betrags gewährt, der noch auf dem Wohnförderkonto steht. Alternativ kann er sich auch für eine jährliche Besteuerung entscheiden. Dann wird der Betrag auf dem Wohnförderkonto durch die Jahre bis zum 85. Lebensjahr geteilt. Der so ermittelte Jahresbetrag wird als fi ktive „Eigenheimrente“ mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert. Und Jahr für Jahr reduziert sich das Wohnförderkonto um den bereits versteuerten Betrag. Die Steuerregeln gelten allerdings nur, solange der Riester-Sparer das mit Förderung fi nanzierte Eigenheim auch weiterhin bewohnt. Wird das Haus verkauft, muss nachversteuert werden. Das bedeutet: Ein etwaiger Rabatt bei Einmaltilgung muss nachversteuert werden. Bei laufender Besteuerung muss der Restbetrag auf dem Wohnförderkonto sofort in voller Höhe versteuert werden. Die Nachversteuerung lässt sich vermeiden, wenn der Verkaufserlös zur Anschaff ung einer neuen selbstgenutzten Immobilie eingesetzt wird. Dann wird die Eigenheimrente in unveränderter Form fortgeführt. Oder wenn der Restbetrag vom Wohnförderkonto in einen Riester-Rentenvertrag eingezahlt wird. Dann muss die daraus resultierende Rente versteuert werden. Falls der Riester-Sparer verstirbt, sein Ehepartner aber wohnen bleibt, führt er das Wohnförderkonto unverändert fort.