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Test Riester-Förderrechner: TEST Riester-Förderrechner: Ohne Gewähr


ÖKO-TEST Spezial Geld & Versicherungen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2010 vom 01.03.2010

Die Riester-Rente wird gerne mit Hinweis auf die Fördervorteile verkauft. Deshalb bieten die Infoportale der Anbieter oft auch einen Onlinerechner an. Doch unser Test zeigt: Die meisten rechnen falsch.


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Foto: ccvision.de

Rund acht Jahre nach Einführung der geförderten Altersvorsorge gilt die Riester-Rente bei vielen Bundesbürgern als guter Weg, um für das Alter vorzusorgen. Wer riestert, kassiert schließlich nicht nur staatliche Zulagen, sondern kann unter Umständen auch noch Steuern sparen. Wie hoch die Förderung im Einzelfall ist, wissen allerdings die wenigsten. Denn die Förderregeln gelten als ...

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Rund acht Jahre nach Einführung der geförderten Altersvorsorge gilt die Riester-Rente bei vielen Bundesbürgern als guter Weg, um für das Alter vorzusorgen. Wer riestert, kassiert schließlich nicht nur staatliche Zulagen, sondern kann unter Umständen auch noch Steuern sparen. Wie hoch die Förderung im Einzelfall ist, wissen allerdings die wenigsten. Denn die Förderregeln gelten als kompliziert. Darüber hinaus können seit 2008 nicht nur Sparer, die sich eine private Zusatzrente ansparen wollen, von der Riester-Förderung profitieren, sondern auch angehende Eigentümer einer selbst genutzten Immobilie. Wie viel man sparen muss und wie viel Förderung es dann gibt, ist aber manchmal schwierig zu berechnen. Kurz: Der Informationsbedarf ist groß.

Die meisten Versicherer, Bausparkassen und tariflichen Versorgungswerke sowie einige unabhängigen Informationsportale bieten daher Förderrechner im Internet an. Mit diesen Onlinerechnern können Verbraucher auf eigene Faust ermitteln, wie hoch die Förderung in ihrem persönlichen Fall ist und ob der Abschluss eines Riester-Vertrags aus diesem Grund für sie lohnt. Das klingt gut – allerdings nur, wenn die Rechner auch die nötigen Informationen und vor allem korrekte Ergebnisse liefern.

ÖKO-TEST hat deshalb die Onlinerechner von 35 Anbietern im Internet anhand von vier Modellfällen und in je zwei Förderstrategien getestet: Wir wollten vom Rechner wissen, ob es vorteilhafter ist, nur so viel Geld in den Vertrag einzuzahlen, wie nötig ist, um die volle Zulage vom Staat zu erhalten (förderoptimale Strategie). Oder ob es mit einer steueroptimierten Strategie möglich ist, über die staatlichen Zulagen hinaus noch zusätzliche Steuervorteile zu erzielen. Das Gesamtergebnis finden Sie in diesem Heft, die Ergebnisse für die Modellfälle haben wir ins Internet gestellt.

Das Testergebnis

■ Eigentlich sollte man meinen, dass die Förderrechner allesamt mehr oder minder die gleichen Ergebnisse liefern, vielleicht einmal abgesehen von marginalen Abweichungen bei der Steuerersparnis – je nachdem welche Freibeträge der Rechner unterstellt. Doch weit gefehlt: Von den 28 Rechnern, die bereit waren, sich dem Test zu stellen, erreichten lediglich sieben den ersten Rang – und auch sie lieferten nicht immer und in allen Modellfällen hundertprozentig korrekte Ergebnisse. Die Abweichungen lagen aber im tolerierbaren Bereich.
■ Testsieger in den Modellfällen ist der Förderrechner der Gothaer Versicherung. Er lieferte als einziger Rechner im Test in allen zehn Modellvarianten stets korrekte Ergebnisse. So wurden nicht nur die Eigenbeiträge des Sparers im Modellfall und der Ehefrau sowie die Zulagen richtig ermittelt. Vielmehr spuckte der Rechner auch bei der steuerlichen Förderung und der Förderquote stets korrekte Ergebnisse aus.
■ Das gute Ergebnis verdankt die Gothaer aber nur dem Umstand, dass wir ausschließlich die Ergebnisse für das Förderjahr 2009 bewertet haben. Der Grund ist simpel: Die wenigsten Rechner geben an, wie sich die Förderung im Verlauf der Vertragsjahre verändert. Deshalb haben wir die Untersuchung notgedrungen auf die Ergebnisse im ersten Förderjahr beschränkt. Ansonsten hätte sicher auch der Riester-Rechner der Gothaer irgendwann gepatzt. Denn er versäumt es, bei den Kinderzulagen nach dem Geburtsdatum des Nachwuchses bzw. der Förderdauer zu fragen. Kinderzulagen fließen aber nur, solange die Kinder kindergeldberechtigt sind. Im Modellfall 3 hatten wir dafür das 18. Lebensjahr unterstellt. Folglich müsste der Rechner dem Ehepaar mitteilen, dass es ab 2021 den Eigenbeitrag erhöhen muss, um den Wegfall der Kinderzulagen auszugleichen. Andernfalls spendiert der Staat in den Folgejahren nicht mehr die volle Grundzulage.

Keiner der Rechner arbeitet immer korrekt

■ Dieser Fehler würde dem Förderrechner der Deka Bank vermutlich nicht unterlaufen. Denn er berücksichtigt fast alle erforderlichen Abfragedaten – und liegt damit zu Recht ebenfalls auf dem ersten Rang. Ein kleiner Patzer unterlief dem Deka-Rechner lediglich im Modellfall 1: Dem 25-jährigen Sparer wurde eine etwas zu hohe Steuerersparnis in Aussicht gestellt – ein Fehler, der auch beim Onlinerechner des AWD auftrat, der ansonsten wirklich mustergültig alle relevanten Abfragedaten enthält und damit die besten Chancen auf korrekte Ergebnisse bietet. Weil der kleine Fehler bei Ermittlung der Steuerersparnisse im Fall 1 der einzige Patzer war und die Höhe der Steuerersparnisse zudem in hohem Maß davon abhängt, welche Freibeträge vom Rechner automatisch berücksichtigt werden, landeten aber auch der AWD-Rechner ganz vorne auf Rang 1.
■ Zu den Spitzenrechnern gehört auch der Onlinerechner der Cosmos Direkt Versicherung, der allerdings auch nicht ganz ohne Schwächen ist. Im Musterfall 1 und 4 unterlief ihm ebenfalls ein kleiner Fehler bei Ermittlung der Steuerersparnisse. Anders als bei der Konkurrenz weist der Cosmos-Direkt-Online-Rechner aber zu niedrige Steuervorteile aus. Das lässt den Fehler fast sympathisch erscheinen: Mit hoher Steuerersparnis will der Direktversicherer seine Kunden offenbar nicht ködern. Dennoch waren die Abweichungen vom richtigen Ergebnis so groß, dass es fast zehn Punkte vom maximal erreichbaren Ergebnis kostete.
■ Auf Platz 1 landete auch der Rechner der Sparkasse Köln-Bonn, der bei Ermittlung der Steuerersparnisse im Modellfall 1 aber ebenfalls leicht patzte. Zudem können jüngere Sparer um die 25 nicht immer darauf vertrauen, dass die Förderung im ersten Jahr korrekt berechnet wird: Weil der Rechner nur das Geburtsjahr und nicht das komplette Geburtsdatum abfragt, kann es passieren, dass ihnen der Berufseinsteigerbonus von 200 Euro in Aussicht gestellt wird, den es in der Praxis vielleicht doch nicht gibt. Denn de jure gilt: Den Bonus erhalten nur Riester-Sparer, die ihren 25. Geburtstag bei Unterschrift unter einen Vertrag noch nicht gefeiert haben. Wer also im laufenden Kalenderjahr 25 wird, kann den vom On linerechner ausgewiesenen Bonus nur erhalten, wenn er bei Unterschrift unter einen Riester-Vertrag noch keine 25 Jahre alt ist – oder aber er muss den Vertrag auf den 1.1. 2010 zurückdatieren.
■ Platz 1 gebührt auch dem Förderrechner von DWS Investment, der nur im Fall 2 b patzte. Bei der 30-jährigen Minijobberin weigerte sich der DWS-Rechner, den Vertrag steuerlich zu optimieren. Er spuckte einfach die gleichen Werte wie bei zulagenoptimaler Besparung aus. Für sich genommen ist das sogar richtig: Wer nur einen Minijob hat, kann mit höheren Riester-Beiträgen keine zusätzlichen Steuern sparen. Im Test führte das Ergebnis dennoch zur Abwertung, und zwar aus folgendem Grund: Der Rechner erkundigt sich bei den Abfragedaten nicht, ob der Sparer neben seinem sozialversicherungspflichtigen Einkommen, das für den Förderbeitrag wichtig ist, weitere Einkünfte hat. Zur Ermittlung korrekter Ergebnisse bei der steueroptimierten Strategie wäre das jedoch wichtig. Im Musterfall hätte die 30-Jährige neben dem Minijob zum Beispiel noch Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit haben können. Dann hätte ihr ein höherer Riester-Beitrag eventuell zusätzliche Steuerersparnisse gebracht.
■ Die steuerliche Förderfalle ließe sich beim DWS-Rechner durchaus vermeiden. Das können aber nur User, die ihr zu versteuerndes Einkommen kennen – und das tun die wenigsten. Deshalb ist der Patzer beim DWS-Rechner ein gutes Beispiel für die häufigste Fehlerquelle bei den Onlinerechnern: Sie beruhen meist auf unzureichenden Abfragedaten. Nach dem Motto „Je weniger Eingaben, desto besser“ wird oft nur ein Bruchteil jener Eckdaten abgefragt, die für die korrekte Ermittlung der Riester-Förderung erforderlich sind. Kein Wunder daher, wenn die meisten Rechner beim Ergebnis patzen. Bei unzureichenden Abfragedaten sind Fehler vorprogrammiert.

Die Riester-Förderung im Internet zu ermitteln ist bequem, doch viele Rechner patzen.


Foto: stockbyte

Einige Rechner müssten einen Warnhinweis tragen

■ Begründet wird der Drang zur Vereinfachung der Rechner oft mit dem Hinweis auf mehr „Kunden- und Bedienerfreundlichkeit“. „In unserem Haus haben Usibility-Tests mit Kunden und Nichtkunden ergeben, dass der unbedarfte Kunde oftmals mit den im Internet verfügbaren Rechnern überfordert ist“, teilt uns die Bausparkasse Schwäbisch Hall zum Beispiel mit. Doch das Ergebnis dieser „Vereinfachung“ sind Rechner, mit denen der Kunde zwar spielen, aber keine korrekten Ergebnisse ermitteln kann. Stark vereinfachte Rechner sollten daher einen entsprechenden Warnhinweis enthalten.
■ Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat ihren Förderrechner nach eigenen Angaben zum Beispiel mit dem Ziel entwickelt, „einem unbedarften Kunden die Vorteile der Riester-Förderung einfach, plakativ und selbsterklärend aufzuzeigen“. Was darunter zu verstehen ist, zeigt das Ergebnis in den Modellfällen: Der Rechner spuckt grundsätzlich nur die Höhe der Zulagen und der möglichen Steuerersparnisse aus, wobei stets eine steueroptimierte Förderstrategie unterstellt ist. Und weil der Rechner obendrein großzügige Freibeträge unterstellt, fallen die errechneten Steuervorteile meist zu hoch aus. Weiteres Manko: Wie viel der Kunde für den Erhalt dieser Förderung aus eigenen Mitteln zahlen muss, verrät der Rechner grundsätzlich nicht. In unserem Test gibt es dafür nur einen mangelhaften 5. Rang. Denn uns genügt es nicht, dass der Kunde im Beratungsgespräch „ein individuelles Angebot mit der genauen Berechnung von Zulagen und Steuervorteilen“ erhält, weil der Berater „auf ein sehr verfeinertes Berechnungstool“ zurückgreifen kann – wie uns die Schwäbisch Hall nach Vorlage der Testergebnisse mitteilt.
■ Andere Rechner spucken zwar detailliertere Ergebnisse aus, doch auch die sind leider oft falsch. Die häufigsten Fehler machten die Onlinerechner zum Beispiel beim Ehepaar im Modellfall 3. Nach unseren Annahmen ist die Frau nicht berufstätig. Wenn sowohl ihr Ehemann als auch sie einen eigenen Vertrag abschließen, kann die Frau ihren Vertrag allein mit Zulagen füllen, ohne auch nur einen Cent Eigenbeitrag zahlen zu müssen. Das hat der Gesetzgeber extra so vorgesehen, um auch Hausfrauen oder Ehepartnern, die sich nur um die Kinder kümmern, den Aufbau einer zusätzlichen Altersversorgung zu ermöglichen. Für acht der untersuchten 28 Anbieter ist ein reiner Zulagenvertrag aber offenbar ein Fremdwort. Sie verlangen der Frau auf jeden Fall einen Eigenbeitrag ab, und zwar zwischen zehn bis 360 Euro bei zulagenoptimaler Besparung. Bei steueroptimierter Strategie würden die Rechner der Familienfürsorge und der Hamburg-Mannheimer von der Frau sogar bis zu 1.946 Euro Eigenbeitrag verlangen. Das ist ein ganz grober Schnitzer im Modellfall, weil die Beiträge der Frau steuerlich überhaupt nicht berücksichtigt werden. Die Familie kann dadurch also keinen Cent Steuern zusätzlich sparen.
■ Im Modellfall 3 patzen viele Rechner aber nicht nur bei der Berechnung von Förderung und Eigenbeitrag für die Frau. Auch der Eigenbeitrag des Mannes wird oft nicht korrekt ermittelt. Hintergrund: Wenn die Frau einen reinen Zulagenvertrag hat, kann der Mann nicht nur seine Grundzulage, sondern auch alle Zulagen, die auf den Vertrag seiner Frau fließen, von seinem Eigenbeitrag abziehen. Bei förderoptimaler Besparung müsste er in unserem Modellfall pro Jahr also nur 1.422 Euro einzahlen. So sehen es die Fördervorschriften vor. Die kann der Onlinerechner der CiV-Versicherung jedoch gar nicht korrekt berücksichtigen. Denn er ermittelt die Förderung grundsätzlich nicht für die Familie insgesamt, sondern immer nur für jeden einzelnen Sparer. Kein Wunder, dass die Ergebnisse dann nicht stimmen.

Gesetzliche Vorgaben werden nicht beachtet

■ Bei steueroptimierter Strategie verhaspeln sich im Modellfall 3 aber auch die Förder-Rechner von der HUK-Coburg, der Familienfürsorge und der Hamburg-Mannheimer. Sie al le ermitteln einen zu hohen Eigenbeitrag für den Mann und gaukeln der Familie außerdem bis zu 1.205 Euro im Jahr an Steuerförderung vor. Dabei kann unsere Musterfamilie im Modellfall auch bei Ausnutzung der Riester-Höchstbeträge im Testjahr leider keinen einzigen Cent Steuern sparen. Kurz: Der Familie wird ein viel zu hoher Fördereffekt vorgetäuscht. Die Ursache dieses Fehlers liegt aber weniger im hinterlegten Steuertarif. Vielmehr belegen alle Fehlergebnisse im Modellfall 3, dass diese Rechner die gesetzlichen Fördervorgaben nicht oder nur unzureichend beachten.
■ Ganz anders dagegen bei der Deutschen Bank. Deren Förderrechner lehnt die Berechnung der steueroptimierten Strategie im Modellfall 3 gleich von vornherein mit dem zutreffenden Hinweis ab, dass die Familie keine zusätzlichen Steuerersparnisse erzielen kann. Für diesen deutlichen Hinweis haben wir der Deutschen Bank im Modellfall 3 c die gleiche Punktzahl gutgeschrieben wie bei zulagenoptimaler Besparung im Modellfall 3 a. Dass der Deutsche-Bank-Rechner trotzdem nicht besonders gut abschneidet, liegt an anderen Fehlern im System: Zwar weist der Rechner – anders als andere – grundsätzlich die Förderung für die gesamte Förderdauer bis Rentenbeginn aus. Auch die Förderdauer für die Kinderzulagen kann eingegeben werden. Allerdings berücksichtigt der Rechner die Eingaben nicht korrekt. Und obwohl keine zusätzlichen Einkünfte abgefragt werden, ermittelt der Rechner auch für die Folgejahre bis Rentenbeginn eine Steuerförderung, die nichts als Kaffeesatzleserei sein kann – obwohl die bis auf die zweite Kommastelle ermittelte Steuerersparnis über alle Jahre hinweg eine verblüffende Scheingenauigkeit suggeriert. Doch weder wir noch die Deutsche Bank wissen, wie sich das Steuerrecht in den nächsten 35 Jahren entwickeln wird – und ob die mit dem heutigen Steuersatz ermittelten Berechnungen wirklich stimmen werden. Darüber hinaus werden auch Veränderungen im Einkommen unserer Musterfälle nicht abgefragt. Kurz: Wirklich zutreffend können die Berechnungen nicht sein. Kein Wunder daher, dass uns die Deutsche Bank nach Vorlage der Ergebnisse mitteilt, ihr Riester-Rechner solle den Kunden nur eine „grobe Orientierung“ bieten und keinesfalls die individuelle Beratung in der Filiale ersetzen. Die fällt dann hoffentlich präziser aus.
■ Hohe Steuerersparnisse sind aber offenbar ein beliebter Köder, um Kunden nach Nutzung der Onlinerechner zur Beratung in die Filiale zu locken. Anders lässt es sich kaum erklären, dass neben den Modellfällen 1 und 3 auch im Fall 4 die Steuerersparnisse oft einen Tick zu hoch ausgewiesen werden. Vor allem die Familienfürsorge liegt hier regelmäßig schief. Während sie dem Single im Musterfall 1 zu wenig Steuerersparnis ausweist, überschätzt sie den Steuerspareffekt bei den Familien in Musterfall 3 und 4 gleich um ein Vielfaches. So kann das Doppelverdienerehepaar in Modellfall 4 nach Berechnung ihres Onlinerechners bei steueroptimierter Riester-Strategie angeblich pro Jahr bis zu 1.882 Euro Steuern sparen. In Wirklichkeit sind es knapp 1.000 Euro. Zudem bleibt es das Rätsel der Familienfürsorge, wie sie die Steuerförderung überhaupt korrekt ermitteln will. Denn sonstige Einkünfte neben dem sozialversicherungspflichtigen Gehalt werden gar nicht abgefragt.
■ Die Beispiele zeigen: Unzureichende Abfragedaten sowie die Nichtberücksichtigung aller Fördervorschriften führen bei vielen Förderrechnern im Internet zu falschen Ergebnissen. Das sollten potentielle Benutzer berücksichtigen, wenn sie ihr Förderpotenzial online ermitteln wollen – und den gelieferten Ergebnissen niemals blind vertrauen. Bei Rechnern, die nur ganz wenige Daten abfragen, ist besondere Vorsicht angesagt: Ob deren Ergebnisse richtig oder falsch sind, hängt meist allein vom Zufall ab.

Der Informationsbedarf ist groß: Bei der Suche nach den optimalen Konditionen sollen deshalb Online-Rechner helfen.


Foto: image source

Anmerkungen: 1)Testergebnisse mit Unsicherheit belastet, da keine Rückmeldung des Anbieters zu den Testergebnissen.
Legende: Anbieter sortiert nach Gesamtpunktzahl bzw. nach Gesamtpunktzahl im jeweiligen Modellfall. Die Gesamtpunktzahl im Modellfall setzt sich aus der Punktzahl bei Bewertung der Abfragedaten und der Punktzahl zusammen, die für die Rechnerergebnisse im jeweiligen Modellfall ermittelt wurde. Bei Ermittlung der Gesamtpunktzahl für die Förderrechner wurden die Werte für die Abfragedaten dagegen nur einmal berücksichtigt und zu den Punkten für die Rechenergebnisse in allen drei Modellfällen addiert. Die Punkte für die abgefragten Kundendaten wurden nach Relevanz gewichtet: Für Fragen nach dem Sozialversicherungspflichtigen Einkommen des Kunden und seines Ehepartners gab es jeweils 2 Punkte, für Fragen nach sonstigen Einkünften beim Kunden und seinem Ehepartner wurde jeweils 1 Punkt vergeben. Das Gleiche gilt für Fragen nach dem Geburtsdatum der Kinder und der Förderdauer für die Kinderzulage. Für die Möglichkeit, die Kinderzulagen wahlweise dem Kunden oder seinem Ehepartner zuzuordnen, gab es 0,5 Punkte. Kann der User unterschiedliche Förderstrategien auswählen, gab es einen Punkt dafür. Sofern der Rechner eine förderoptimale Strategie ermöglicht, wurden 2 Punkte vergeben; die Berechnung der Förderung auf Basis einer steueroptimierten Förderstrategie wurde mit einem Punkt bewertet. Für die Abfrage der Geburtsdaten und des Berufsstatus vom Kunden bzw. seines Ehepartners gab es jeweils 0,5 Punkte. Die Berechnung der Zulagen wurde mit 2 Punkten belohnt, die Ermittlung der zusätzlichen Steuerersparnis mit einem Punkt.

Maximal wurden für die Qualität des Rechners insgesamt 16,5 Punkte vergeben. Hinzu kommen die Punkte für die Rechenergebnisse im Modellfall. Für die korrekte Berechnung des Eigenbeitrags gab es maximal 6 Punkte. In den Modellfällen 3 und 4, bei denen die Förderung jeweils für das Ehepaar ermittelt werden sollte, wurden die Punkte auf den Kunden (4 Punkte) sowie auf seinen Ehepartner (2 Punkte) verteilt. Die korrekte Ermittlung der Zulagen wurde mit 4 Punkten bewertet, die wir bei den Musterfällen 3 und 4 jeweils hälftig auf das Ergebnis für den Kunden und seine Ehefrau verteilten. Das Gleiche gilt für die korrekte Ermittlung der Steuerersparnis und der Förderquote. Ob der Rechner die Ergebnisse jeweils getrennt für Mann und Frau ausweist oder nur insgesamt für das Ehepaar, wurde in den Modellfällen 3 und 4 jeweils berücksichtigt. Beides war zulässig und brachte bei richtigen Werten jeweils die volle Punktzahl. Falls der Rechner jedoch nur die Ergebnisse für den Kunden ausweist und die des Ehepartners vergisst bzw. keine separate Berechnungsmöglichkeit für den Partner anbietet, gab es auch nur die Punkte für die berechneten Daten. Bei Berechnung von Eigenbeitrag und Zulage galt das Ausschlussprinzip: für falsche Ergebnisse gab es keine Punkte. Bei falschem Eigenbeitrag konnte der Rechner bestenfalls Rang 2 erreichen. Einzige Ausnahme: Falls lediglich ganz marginale Abweichungen auftraten, die ggf. auf Rundungsdifferenzen im Rechner zurückzuführen sind, haben wir dafür einen Punktabzug von maximal 0,5 Prozent angesetzt. Als Kontrollrechner zur Ermittlung von Eigenbeitrag und Zulagen diente ÖKO-TEST der Förderrechner der Deutschen Rentenversicherung Bund. Bei der Steuerersparnis und der Förderquote haben wir dagegen auch Abweichungen vom korrekten Ergebnis toleriert. Für marginale Abweichungen vom korrekten Ergebnis um 2,5 Prozent nach oben oder unten haben wir drei Punkte vergeben. Falls das Rechnerergebnis um 10 Prozent nach oben oder unten abweicht, gab es noch 2 Punkte. Lagen die Abweichungen 20 Prozent über oder unter dem korrekten Ergebnis gab es einen Punkt. Größere Abweichungen wurden nicht toleriert. Bei getrennten Berechnungen für Mann und Frau in den Musterfällen 3 und 4 haben wir diese Punkte hälftig auf die Ergebnisse für Mann und Frau verteilt. Die Berechnung der korrekten Steuerersparnis erfolgte von ÖKO-TEST anhand der interaktiven Abgaberechner auf der Homepage des Bundesfinanzministeriums. Um der unterschiedlichen Voreinstellung der Riester-Rechner bei den unterstellten Steuerfreibeträgen Rechnung zu tragen, haben wir neben der Berechnung mit dem Lohnsteuerrechner mit Mindestfreibeträgen (Arbeitnehmerpauschbetrag, Vorsorgepauschale) auch eine großzügigere Version mit den üblicherweise anfallenden Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen akzeptiert. Dabei wurde im Modellfall 1 maximal ein zu versteuerndes Einkommen von 25.000 Euro, im Modellfall 3 von 45.000 Euro und im Modellfall 4 von 52.000 Euro (Ehepaar insgesamt) unterstellt. Die Berechnung und Bewertung wurde zudem jeweils getrennt für die förderoptimale Anlagestrategie und die steueroptimale Anlagestrategie vorgenommen. Maximal konnten je Modellfall 18 Punkte für korrekte Rechenergebnisse erreicht werden. Für die Gesamtbewertung im jeweiligen Modellfall wurden die Punkte für die Qualität der Abfragedaten jeweils addiert.
Anforderungen an die Rechner: Untersucht wurden die Riester-Förderrechner im Internet. Der Vergleich erfolgt auf Basis von vier Modellfällen, für die jeweils folgende Grundannahmen gelten: Der Vertrag wird wahlweise zulagen- oder steueroptimiert bespart. Die Vorsorgesparer wollen jeweils prüfen, wie viel Förderung sie erhalten und wie viel Eigenbeitrag sie aufbringen müssen. Modellfall 1a (zulagenoptimierte Strategie): Sparer, 25 Jahre alt, Single, keine Kinder, Jahresbruttoeinkommen 30.000 Euro (Geburtstag: 1.1.1984) (Vertragsbeginn: 1.1.2009, Rentenbeginn 1.1.2049). Modellfall 1b: steueroptimierte Strategie. Modellfall 2 a (zulagenoptimierte Strategie): Sparerin, 30 Jahre alt, Single, berufstätig in einem Minijob mit Verzicht auf Rentenversicherungsfreiheit (unmittelbar förderberechtigt), Vertrag wird mit Sockelbetrag bespart. (Geburtstag 1.1.1979) (Vertragsbeginn: 1.0.2009, Rentenbeginn 1.1.2044). Modellfall 2 b: steueroptimierte Strategie. Modellfall 3 a: (zulagenoptimierte Strategie, Kinderzulagen beim Mann): Sparer, 35 Jahre alt, 2 Kinder (5 und 7 Jahre alt, förderberechtigt bis einschließlich 18. Lebensjahr), verheiratet, Ehefrau ist nicht berufstätig, wünscht einen eigenen Riester-Vertrag. Die Zulagen für die Kinder werden wahlweise einmal dem Mann und einmal der Frau gutgeschrieben. (Geburtstag Sparer: 1.1.1974, Sparerin 1.1.1974; Kind 1 Geburtstag 1.1.2002, Kind 2 Geburtstag 1.1.2004) (Vertragsbeginn: 1.1.2009, Rentenbeginn 1.1.2039). Jahresbruttoeinkommen des Mannes: 52.500 Euro. Modellfall 3 b: zulagenoptimierte Strategie, Kinderzulagen bei der Frau. Modellfall 3 c: steueroptimierte Strategie, Kinderzulagen beim Mann. Modellfall 3 d: steueroptimierte Strategie, Kinderzulagen der Frau. Modellfall 4 a (zulagenoptimierte Strategie): Ehepaar, beide 45 Jahre alt, keine Kinder, (Geburtstag beide: 1.1.1964), Vertragsbeginn: 1.1.2009, Rentenbeginn 1.1.2029) Jahresbruttoeinkommen: Mann 45.000 Euro, Frau 15.000 Euro. Modellfall 4 b: steueroptimierte Strategie.
Testmethode: Sämtliche Daten wurden in der Zeit von Mitte Oktober bis Ende November 2009 im Internet bei den jeweiligen Riester-Förderrechnern erhoben und den Anbietern anschließend zur Verifizierung zurückgespielt. Die Ermittlung der korrekten Werte für die Förderung und den Eigenbeitrag sowie der anschließende Vergleich und die Bewertung erfolgten durch ÖKO-TEST.
Stand: 30.12.2009

Unsere Empfehlungen

■ Trauen Sie Riester-Förderrechnern nie blind. Prüfen sie erst, ob der Rechner die im Test abgefragten persönlichen Daten verlangt. Andernfalls können Sie keine korrekten Ergebnisse erwarten.
■ Lassen Sie sich niemals von den in Aussicht gestellten Steuervorteilen zum Abschluss eines Vertrags ködern. Die Berechnung stimmt selten.
■ Die Höhe der Zulagen und des Eigenbeitrags können Sie auch mit einem Taschenrechner ermitteln.
■ Riester-Rechner können keine Beratung ersetzen. Wirklich unabhängigen Rat über die Förderung erhalten sie bei den Beratungsstellen der Rentenversicherungsträger.

Kompakt

Soviel Förderung gibt es

Der Staat fördert den Aufbau der Riester-Rente mit Zulagen und Steuervorteilen. In den Genuss kommen alle, die von den Kürzungen bei der gesetzlichen Rente und der Beamtenpension betroffen sind. Wie viel Förderung es gibt, hängt vor allem vom Familienstand ab: Singles erhalten eine Grundzulage von 154 Euro pro Jahr. Für Ehepaare gibt es das Doppelte – vorausgesetzt jeder Ehepartner schließt einen eigenen Vertrag ab. Berufsanfänger, die einen Riester-Vertrag vor Vollendung des 25. Lebensjahrs abschließen, erhalten im ersten Förderjahr zusätzlich 200 Euro Berufseinsteigerbonus. Gehört Nachwuchs zum Haushalt, gibt es zusätzlich für jedes kindergeldberechtigte Kind eine Kinderzulage. Für Kinder, die vor 2008 geboren sind, sind es 185 Euro pro Jahr, für alle später geborenen 300.

So viel müssen Sie sparen

Um die volle Förderung zu erhalten, müssen sie vier Prozent vom Vorjahresbruttoeinkommen abzüglich Zulagen aus eigenen Mitteln sparen. Der Eigenanteil lässt sich ganz einfach ermitteln: Er beträgt vier Prozent vom Vorjahresbruttoeinkommen minus Zulagen. Für unserem 25-jährigen Sparer mit 30.000 Euro Bruttoeinkommen sind das 1.046 Euro im Jahr (1.200 Euro abzüglich 154 Euro Zulage). Dieser Betrag wird im Fachjargon als Mindesteigenbeitrag bezeichnet. Der maximale Eigenbeitrag liegt bei 2.100 Euro abzüglich Zulagen pro Jahr.

Kompakt

Günstiger-Prüfung

Die Summe aus Eigenbeitrag plus Zulagen, maximal 2.100 Euro pro Jahr, kann in der Steuererklärung angegeben werden. Dann prüft das Finanzamt automatisch, ob dem Sparer über die Zulagen hinaus noch eine Steuererstattung zusteht. Die wird dann mit der Steuerschuld verrechnet oder an den Sparer ausgezahlt.

Foto: Brand X

Anteilige Förderung

Wer weniger als den Mindesteigenbeitrag in einen Riester-Vertrag einzahlt, erhält auch nur eine anteilige Förderung. Zahlt der 25-jährige Sparer aus dem Musterfall nur 800 statt 1.046 Euro (76,5 Prozent des Mindesteigenbeitrages) in den Vertrag ein, bekommt er auch nur 76,5 Prozent der Zulage (117,78 Euro) gutgeschrieben und 76,5 Prozent der maximal möglichen Steuerersparnis.