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Test Riester-Renten: TEST Riester-Renten: Reinfall statt Rendite


ÖKO-TEST Spezial Geld & Versicherungen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2010 vom 01.03.2010

Die Riester-Rente boomt. Jedoch ist Vorsorgesparern bei klassischen Rentenversicherungen nur eine Minirendite sicher. Die Anbieter locken daher mit Fondspolicen. Die sollen bessere Ertragschancen bieten. Doch immer mehr Versicherer verlagern das Anlagerisiko heimlich, still und leise auf die Kunden.


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Allein auf die gesetzliche Rente sollte sich im Alter niemand mehr verlassen. Denn deren Leistung sinkt. Deswegen ist private Zusatzvorsorge notwendig. Um die Rentenlücke zu schließen, setzen immer mehr Bundesbürger auf die Riester-Rente. Über 12,9 Millionen Verträge hat das ...

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Allein auf die gesetzliche Rente sollte sich im Alter niemand mehr verlassen. Denn deren Leistung sinkt. Deswegen ist private Zusatzvorsorge notwendig. Um die Rentenlücke zu schließen, setzen immer mehr Bundesbürger auf die Riester-Rente. Über 12,9 Millionen Verträge hat das Bundesarbeitsministerium Ende September 2009 gezählt – und feiert des halb die Riester-Rente als Erfolgsprojekt.

Allerdings müssen Sparer selbst entscheiden, welches Riester-Produkt zu ihren Vorsorgewünschen passt. Zur Auswahl stehen geförderte Bank- und Fondssparpläne sowie Riester-Rentenversicherungen und für die Eigenheimliebhaber neuerdings sogar Wohn-Riester-Bausparverträge und -Darlehen. Zu welcher Riester-Variante Sparer letztlich greifen, hängt offenbar auch von der Wirtschaftslage ab. Während im ersten Quartal 2008 zum Beispiel Riester-Fondssparpläne mit 108.000 Neuabschlüssen stark im Kommen waren, hat sich deren Absatz 2009 im Vergleich zum Vorjahresquartal fast halbiert. Stattdessen hat sich die Nachfrage nach sicheren Banksparplänen im Vergleich zum Vorjahresquartal fast vervierfacht. Auch Rentenversicherungen sind wieder stärker gefragt. Allerdings gehört die Riester-Rente vom Versicherer ohnehin zu den Klassikern unter den Vorsorgeprodukten: 75 Prozent aller Riester-Sparer haben sich bislang dafür entschieden.

ÖKO-TEST hat insgesamt 31 klassische und 29 fondsgebundene Riester-Rentenversicherungen von insgesamt 43 Versicherern unter die Lupe genommen und dabei die Ergebnisse für jeweils acht verschiedene, insgesamt also 960 Modellfälle geprüft. Hier im Heft finden Sie alle Ergebnisse für 25-jährige Singles sowie die 30-jährigen Mini-Jobber und die 35-jährigen Verheirateten mit zwei Kindern (Durchschnittsund Besserverdiener)bei den Klassiktarifen sowie die 45-jährigen Besserverdiener ohne Kind bei den Fondstarifen. Die restlichen Modellfälle haben wir ins Internet gestellt.

Das Testergebnis

■ 13 Anbieter von Klassik- und zehn von Fondstarifen wollten am Test nicht teilnehmen. Wir haben die Daten trotzdem er hoben, verzichten aber auf eine Bewertung. Stattdessen werden diese Anbieter „ohne Bewertung“ am Ende der Tabellen aufgeführt. Die Verweigerer haben für ihre Haltung die unterschiedlichsten Gründe genannt. Doch nach unseren Berechnungen kämen die besten Verweigerer zum Beispiel bei den Klassiktarifen auf den 4. Rang.
■ Grundsätzlich gilt: Die Sicherheit einer lebenslangen Rentenzahlung hat bei Riester-Policen einen hohen Preis. Zwar sagen die Versicherer bei Klassiktarifen mindestens 2,25 Prozent Verzinsung zu. Doch ein Großteil davon wird in der Praxis durch die Vertragskosten aufgezehrt. Im Durchschnitt ist Riester-Sparern bei den Klassiktarifen daher nur eine ganz magere Verzinsung aller Einzahlungen sicher. Die Rentenrendite pro Jahr (garantiert) beträgt im Schnitt gerade mal 0,04 bis 1,24 Prozent. Mit dieser Minirendite müssen sich Riester-Sparer begnügen, falls die Anbieter infolge magerer Kapitalmarkterträge später wirklich nur die garantierte Rente zahlen können. Einen Testsieger gibt es angesichts dieser bescheidenen Garantieleistung nicht. Die besten Anbieter bei den Klassiktarifen erreichen Platz 2.
■ Noch schlimmer sieht es bei den fondsgebundenen Riester-Renten aus. Betrachtet man ausschließlich die garantierten Renten, ist Vorsorgesparern hier im besten Fall eine mickrige Verzinsung von 0,02 bis 0,18 Prozent sicher. Schlimmstenfalls sichert die lebenslange Garantierente nicht einmal die Rückzahlung aller Beiträge und Zulagen. Stattdessen drohen Verluste durch eine Minusrendite von 0,39 bis minus 0,69 Prozent. Die meisten Riester-Fondspolicen liegen bei der garantierten Rentenleistung deshalb auf Platz 6. Ein Grund dafür: Immer mehr Anbieter sind dabei, ihre Vertragsbedingungen zu verschlechtern – und das Anlagerisiko auf ihre Kunden abzuwälzen.
■ Wer davon ausgeht, lediglich 80 Jahre alt zu werden, kommt bei den Fondspolicen deshalb schnell ins Grübeln: Sofern er infolge schlechter Kapitalmarktentwicklung bis dahin nur die garantierte Rente erhält, sind jährliche Verluste von minus 1,98 bis 2,8 Prozent vorprogrammiert. Bei Klassikpolicen ist Riester-Sparern in diesem Fall wenigstens der Kapitalerhalt sicher. Im Ausnahmefall kann es aber auch hier passieren, dass die Rendite bis zu 2,5 Prozent pro Jahr ins Minus rutscht.

Grund zur Freude kommt bei Riester-Renten selten auf. Das Rentenzubrot ist oft zu mager.


Foto: itstock

■ Nun schließen die meisten Sparer die Riester-Rente nicht allein wegen der garantierten Leistung ab. Doch selbst wer davon ausgeht, dass die Versicherer neben dem Garantiezins die versprochenen Überschüsse tatsächlich erwirtschaften, kann keine üppige Verzinsung seines Vertrags erwarten. Im Schnitt liegt die jährliche Rendite (prognostiziert) von Klassiktarifen bei Werten zwischen 2,52 und 3,94 Prozent. Dabei gilt: Je älter der Riester-Sparer bereits bei Vertragsabschluss ist, desto niedriger ist tendenziell seine Rentenrendite.
■ Während dem 25-jährigen Riester-Sparer im Modellfall 1 immerhin zwischen 0,55 und 1,18 Prozent Rendite pro Jahr zugesichert und von 3,12 bis 4,28 Prozent Rendite in Aussicht gestellt werden, kommen ältere Sparer bestenfalls auf die Hälfte der garantierten Rentenrendite. Das liegt einerseits an den Vertragskosten, die bei älteren Sparern oft überproportional steigen. Andererseits profitieren ältere Sparer weniger von etwaigen Risikogewinnen, die in der Rentenphase entstehen. Der Grund: Weil die meisten Riester-Sparer noch dabei sind, ihre Rente anzusparen, gibt es noch keine nennenswerten Sterblichkeitsgewinne. Die älteren Sparer haben deshalb besonders darunter zu leiden, dass die Versicherer mit überlangen Sterbetafeln kalkulieren.

Renditeschwache Riester-Renten: ÖKO-TEST hat keinen 1. Rang vergeben können.


Foto: ccvision.de

Riester-Renten sind als Unisextarife kalkuliert

■ Sie müssen sich daher ganz genau überlegen, ob sich eine Riester-Rente für sie überhaupt lohnt und wer im Zweifel der beste Anbieter ist. Denn sie erzielen nicht nur eine besonders magere Rendite. Hinter den Durchschnittswerten verbergen sich auch gewaltige Unterschiede. Während der beste Anbieter im Modellfall 6, die Hanse-Merkur 24, einem 50-jährigen Sparer zum Beispiel immerhin noch 0,54 Prozent Rentenrendite garantiert, wäre dem 50-Jährigen bei der R+V-Versicherung nur eine negative Verzinsung von 0,39 Prozent pro Jahr sicher. Bei diesem Anbieter kann der 50-Jährige also nicht einmal davon ausgehen, bis zu seinem Ableben alle Einzahlungen und Zulagen zurückzuerhalten – von einer garantierten Verzinsung ganz zu schweigen. Das gilt zumindest, wenn die R+V später nur die garantierte Rente zahlen kann. Auch die Alte Leipziger und die Basler Versicherung sichern älteren Sparern mit der Garantierente bestenfalls den reinen Kapitalerhalt, aber keine Verzinsung aller Einzahlungen zu.
■ Der Vertrieb versucht gern, über solche mageren Ergebnisse mit Hinweis auf den Fördereffekt hinwegzutäuschen. Und in der Tat: Stellt man den Rentenleistungen nur jene Beiträge gegenüber, die der Vorsorgesparer aus eigener Tasche zahlt, sehen die Renditen – je nach Modellfall – deutlich besser aus. Allein die Grundzulage hebelt die Rendite im Schnitt um 0,34 bis 0,4 Prozentpunkte nach oben.

Hat der Sparer obendrein Anspruch auf Kinderzulagen und ist der Eigenbeitrag gering wie im Modellfall 3, kann durch die Zulagen sogar eine Steigerung der Rentenrendite um bis zu 4,29 Prozentpunkte erreicht werden. Das klingt nach einem prima Geschäft. Doch Vorsicht: Diese Renditesteigerung resultiert allein aus dem Fördereffekt – und zeigt nur, dass sich ein Riester-Vertrag im jeweiligen Modellfall wirklich lohnt, weil der Staat hohe Zulagen spendiert. Über die Qualität des jeweiligen Vertrags sagt das jedoch nichts aus. Denn den Fördereffekt kann der Sparer bei jedem Anbieter und bei jedem Produkt erzielen – egal ob der Vertrag kostengünstig und renditestark ist oder nicht.
■ Riester-Renten sind als Unisextarife kalkuliert. Das bedeutet, Männer und Frauen erhalten für den gleichen Beitrag auch eine gleich hohe Rente. Das ist vom Staat so vorgeschrieben und klingt gut. Da Männer und Frauen in der Praxis jedoch eine unterschiedlich hohe Lebenserwartung haben, wird die Rente beiden Geschlechtern unterschiedlich lang gezahlt – und das hat Einfluss auf die Rendite. Frauen profitieren von den Unisextarifen. Im Schnitt erzielen sie eine um 0,5 Prozentpunkte höhere Rendite als Männer. 25-jährige Frauen kommen bei guten Anbietern unter den Klassiktarifen, wie der Civ, der Hanse-Merkur 24 und der Postbank-Lebensversicherung auf rund 1,5 Prozent Rentenrendite garantiert und 4,27 bis 4,70 Prozent prognostiziert. Das ist eine ordentliche Verzinsung.

Die prognostizierten Renditen sind üppig. Doch es ist unwahrscheinlich, dass die Versicherer sie tatsächlich erzielen.


Foto: irisblende.de

■ Wie stark der Unisexeffekt die Rentenrendite nach oben hebelt, hängt aber auch vom Alter der Frau bei Vertragsabschluss ab: Während 25-jährige Frauen (Modellfall 1) nur 0,45 Prozent Zinsvorteil erzielen, haben Frauen, die den Vertrag erst mit 50 abschließen, sogar einen Zinsvorteil von 0,78 Prozentpunkten. In diesen Zahlen spiegelt sich der Trend bei den Lebenserwartungen wider: Während sich die Werte von Männern und Frauen bei jüngeren Jahrgängen etwas annähern, klaffen bei älteren Jahrgängen größere Unterschiede. Das bedeutet: Für Frauen ist die Riester-Rente das bessere Geschäft – insbesondere im Vergleich zu anderen Vorsorgeangeboten, die nicht auf Basis einer Unisexsterbetafel kalkuliert sind. Anders als Männer können sie einen Riester-Vertrag auch im Alter von 50 Jahren noch abschließen und dabei passable Renditen erzielen. Die drei Topanbieter bei den Klassiktarifen, zu denen sich im Modellfall 6 auch die Asstel gesellt, sichern Frauen im fortgeschrittenen Alter immerhin noch 1,1 bis 1,3 Prozent Rentenrendite pro Jahr zu und stellen bei den Renten mit Überschuss immerhin noch Renditen von 3,7 bis 4,2 Prozent in Aussicht. Zum Vergleich: Männer gleichen Alters müssen sich bei denselben Anbietern mit mageren 0,37 bis 0,54 Prozent bei den garantierten Renten und 2,9 bis 3,45 Prozent bei den Gewinnrenten begnügen.
■ Auch Männer haben allerdings eine Chance, die Rendite ihres Riester-Vertrags nach oben zu hebeln. Der Gesetzgeber erlaubt nämlich allen Riester-Sparern, sich zu Rentenbeginn 30 Prozent vom angesparten Kapital in einer Summe auszahlen zu lassen. Die lebenslange Altersrente wird dann nur noch aus den restlichen 70 Prozent des Kapitals finanziert. Das lohnt sich insbesondere für Männer – und gleicht den Nachteil der Unisextarife zumindest teilweise aus.
■ Im Schnitt erzielen Männer durch die Teilentnahme eine Steigerung der Rentenrendite um 0,15 bis 0,17 Prozentpunkte. Dabei gilt: Die Teilentnahme bringt jüngeren Sparern etwas mehr als älteren. Allerdings hängt das auch vom Tarif und Anbieter ab: Bei der Hannoverschen Leben würde der 25-jährige Mann ohne Teilauszahlung zum Beispiel nur 3,76 Prozent Rendite prognostiziert erhalten. Mit Teilauszahlung klettert der Ertrag dagegen auf 3,98 Prozent. Das ist immerhin ein Plus von 0,22 Prozentpunkten pro Jahr.
■ Für Frauen lohnt sich die Teilauszahlung dagegen kaum: Sie erzielen dadurch im Schnitt nur ein Renditeplus von 0,05 Prozentpunkten.
Lukrativ ist die Teilauszahlung dagegen bei Fondstarifen. Immer vorausgesetzt, die Fonds entwickeln sich tatsächlich so gut wie unterstellt. Dann lohnt es sich doppelt, sich zu Rentenbeginn vom angesparten Kapital 30 Prozent auszahlen zu lassen. Männer erzielen dadurch bei den Fondstarifen im Schnitt 0,25 Prozentpunkte Zinsvorteil, bei Frauen ist ein Renditeplus von 0,10 bis 0,15 Prozentpunkten drin.
■ Das ändert allerdings nichts daran, dass fondsgebundene Riester-Renten ein deutlich höheres Anlagerisiko bergen als Klassiktarife. Und dieses Risiko tragen ganz überwiegend allein die Vorsorgesparer. Bester Beweis: Die garantierte Rentenleistung ist im Vergleich zu den Klassiktarifen ausgesprochen mager. Ein 25-jähriger Sparer kann zum Beispiel beim Klassiktarif der Cosmos-Versicherung immerhin 248 Euro garantierte Monatsrente erzielen. Das entspricht einer sicheren Rentenrendite von 1,0 Prozent. Beim fondsgebundenen Tarif der Cosmos sind dagegen nur 168 Euro Monatsrente garantiert. Das entspricht einer Rentenrendite von minus 0,16 Prozent.
■ Sogar Frauen, die von der Riester-Rente eigentlich profitieren, sind bei den Fondstarifen im Schnitt nur mickrige von 0,02 bis 0,18 Prozent Rentenrendite sicher. Kurz: Mehr als den nackten Kapitalerhalt dürfen Vorsorgesparer bei fondsgebundenen Riester-Renten im Crash nicht erwarten. Berücksichtigt man, dass in der Praxis auch die Inflation an den in 15 bis 40 Jahren gezahlten Renten nagt, ist die Realrendite auf die garantierte Leistung sogar durchweg negativ.
■ Das gilt erst recht für Männer. Wenn sie eine fondsgebundene Riester-Rente wählen, setzen sie voll auf Risiko. Denn ihnen drohen bei dieser Riester-Variante sogar Verluste, sofern der Kapitalmarkt keine üppigen Fondserträge erlaubt. Das zeigt das Testergebnis: Die garantierte Rentenleistung ist so minimal, dass die Rentenrendite für Männer im Schnitt mit minus 0,39 bis minus 0,69 Prozent pro Jahr im Negativbereich liegt – und zwar auch ohne Berücksichtigung der Inflation.

Frauen können von der Riester-Rente noch am ehesten profitieren - das gilt aber nur selten für Fondstarife.


Foto: stockbyte

■ In Einzelfällen wie bei der Neuen BBV oder der Heidelberger Leben drohen einem 25-jährigen Sparer, der nur die Garantierente erhält, sogar Verluste von minus 1,37 Prozent bzw. 1,24 Prozent pro Jahr. 50-jährige Riester-Sparer müssen bei diesen Anbietern gar jährliche Miese von 2,31 bzw. 1,82 Prozent einkalkulieren. Der Grund für diese absolut unzureichende Leistung ist simpel: Immer mehr Anbieter sind dabei, die Garantieleistungen ihrer fondsgebundenen Policen abzubauen und das Kapitalanlagerisiko mehr und mehr auf die Kunden abzuwälzen – und zwar sowohl in der Anspar- als auch in der Rentenphase. Der Gesetzgeber lässt das durchaus zu. Laut Zertifizierungsgesetz sind die Anbieter bei Riester-Renten nur verpflichtet, die Summe aller Einzahlungen und Zulagen zu Rentenbeginn zu garantieren. Bei schlechter Wert entwicklung der Fonds droht den Riester-Sparern zu Rentenbeginn daher immer öfter ein böses Erwachen. Denn anders als die Werbung und selbst der Gesetzestext suggerieren, ist der Kapitalerhalt in der Rentenphase keinesfalls garantiert. In einem Worst-Case-Szenario wird die Altersvorsorge bei dieser Vertragsvariante sogar zum Verlustgeschäft.

@ ■ So klar und deutlich verraten das die Anbieter natürlich nicht. Stattdessen verweisen sie gern auf die angeblich höheren Ertragschancen, die Sparer bei dieser Vertragsvariante infolge der Fondsanlage erzielen können. Das Testergebnis entlarvt jedoch auch solche Werbeversprechen: So üppig wie dargestellt sind die Ertragschancen nicht – und schon gar nicht bei jedem Anbieter und in jedem Modellfall.
■ Während der 25-jährige Mann bei der Alten Leipziger immerhin eine Rentenrendite von 4,77 Prozent und die gleichaltrige Frau sogar 5,17 Prozent pro Jahr in Aussicht hat, sind bei einer fondsgebundenen Förderrente der Victoria lediglich 3,74 Prozent Rendite für den Mann und 4,17 Prozent Rendite für die 25-jährige Frau drin. Selbst beim besten Anbieter wird also ein Fünftel des Fonds ertrags durch Vertragskosten aufgefressen, beim schlechtesten sind es sogar 40 Prozent. Fondspolicen zählen folglich zu Recht zu den teuersten Vorsorgevarianten – auch bei Riester.
■ Noch wesentlich magerer sehen die in Aussicht gestellten Renditen von fondsgebundenen Riester-Renten für über 50-Jährige aus. Hier können Männer – trotz Fondsanlage – bestenfalls 3,25 Prozent und Frauen 4,02 Prozent Rentenrendite erzielen. Im schlechtesten Fall müssen sie sich dagegen mit 2,28 Prozent (Heidelberger Leben, Mann) bzw. 3,01 Prozent (Universa, Frau) begnügen. Kurz: Von den sechs Prozent Fondsrendite kommt nur etwa die Hälfte beim Vorsorgesparer an. Das zeigt deutlich: Diese Vertragsvariante ist nur für die Anbieter ein gutes Geschäft. Für Vorsorgesparer stehen die mageren Ertragsaussichten dagegen in keinem Verhältnis zum hohen Anlagerisiko. Deshalb sollten Ältere besser die Finger von Fondspolicen lassen.

Abkürzungen: Abkürzung: n. m. = Berech nung nicht möglich.
Anmerkungen: 1) Tarif auch mit gleich bleibender Bonusrente oder mit „wachsender Bonusrente“ (teildynamische Rente) erhältlich, Modellfall 3 mit Jahresbeitrag berechnet. 2) Kein Angebot für Modellfall 3, da Mindestjahresbeitrag 120,00 Euro beträgt. 3) Tarif auch als „flexible Rente“ (inkl. Zusatzrente) erhältlich. 4) Ausschlusskriterien bei der Anlagepolitik: u. a. Verletzung der Menschenrechte, Kinderarbeit, Pornografie; Versicherer ermittelt Renten standardmäßig auf das 67. Lebensjahr. Die angegebenen Werte beziehen sich auf den Abruftermin mit 65. 5) Bei der prognostizierten Monatsrente wurde eine Verzinsung von 4,25 % pro Jahr zugrunde gelegt. 6) Bei der prognostizierten Monatsrente wurde eine laufende Verzinsung von 4,95 % pro Jahr zugrunde gelegt. Das entspricht der Gesamtverzinsung für 2009. 7) Bei der prognostizierten Monatsrente wurde eine laufende Verzinsung von 5,05 % pro Jahr zugrunde gelegt. Das entspricht der Gesamtverzinsung für 2009. 8) Versicherer will sich nicht am Test beteiligen, die Werte wurden jedoch korrigiert zurückgeschickt. 9) Tarif wahlweise auch als „teildynamische Rente“ erhältlich. 10) Ergebnisse in den Modellfällen 2, 4 a und 4 b nur mit Näherungslösung (erhöhter Eigenbeitrag) kalkuliert, da die Anbietersoftware die Erhöhung des Eigenbeitrags nach Wegfall der Kinderzulage nicht rechnen kann. 11) Tarif mit flexiblem Hybridkonzept, Modellfall 3: Berechnung mit jährlicher Zahlungsweise. 12) Tarif mit flexiblem Hybridkonzept und volldynamische Rente. 13) Tarif kann auch als „flexible Rente“ (inkl. Zusatzrente) gewählt werden, Vertragskosten abhängig von Fondsauswahl. 14) Beitragsgarantie durch Kombination aus konventionellem Deckungsstock und Garantiefonds. Zu Rentenbeginn Vergleich der dann aktuellen Rentenfaktoren mit den bei Vertragsabschluss gültigen. Die höhere der beiden Renten wird ausgezahlt. Tarif wahlweise auch als „teildynamische“ oder „flexible Überschussrente“ erhältlich. Garantierte Rentenwerte mit Rechnungszins 0 % gerechnet. 15) Tarif mit flexiblem Hybridkonzept; Versicherer will sich nicht am Test beteiligen, die Werte wurden jedoch korrigiert zurückgeschickt. 16) Beitragsgarantie durch Garantiefonds; Rentenfaktor zu 85 % garantiert; Modellfall 3 nicht rechenbar, da Anbieter 10,00 Euro Monatsbeitrag als Minimumeinzahlung vorschreibt. 17) Beitragsgarantie durch Garantiefonds, Rentenfaktor nur zu 70 % garantiert. 18) Flexible hybride Garantie (Mix aus klassischem Deckungsstock plus Garantiefonds, wobei die Höhe des Kapitals im Deckungsstock in Abhängigkeit von der Börse/Garantiefondsentwicklung schwankt). Garantierte Rentenwerte mit Rentenfaktor kalkuliert, der auf Basis eines Rechnungszinses von 1,75 % und eines Abschlags auf die Sterbetafel (70 % der Sterblichkeit der Unisexsterbetafel) ermittelt wird. 19) Tarif auch mit „teildynamischer“ und „nicht dynamischer“ Rente erhältlich, garantierte Rentenleistung mit einem Abschlag auf den Rentenfaktor von rund 10 % kalkuliert. 20) Flexible hybride Garantie (Mix aus klassischem Deckungsstock plus Garantiefonds), garantierte Rentenwerte mit einem Abschlag auf den Rentenfaktor von rund 10 % kalkuliert; Tarif auch mit „teildynamischer“ und „nicht dynamischer Rente“ erhältlich. 21) Modellfall 3 nicht rechenbar, da Anbieter 10,00 Euro Monatsbeitrag als Minimumeinzahlung vorschreibt. 22) Tarif mit Beitragsgarantie über kundenindividuelle Portfolioabsicherung (CPPI-Modell mit 100%iger Fondsanlage). Modellfall 3 nicht rechenbar, da Anbieter 10,00 Euro Monatsbeitrag als Minimumeinzahlung vor schreibt. 23) Garantierte Renten und Rentenrenditen liegen in allen Musterfällen zu hoch, weil der Anbieter nur einen Rentenfaktor mit 50 % der Sterblichkeit der DAV-2004-R-Sterbetafel garantiert. 24) Produkt wird ab Sommer 2010 nicht mehr angeboten, ein Neuabschluss ist daher nicht empfehlenswert.
Legende: Anbieter mit dem gleichem Rang sind nach garantierter bzw. prognostizierter Rente geordnet. Das Ranking erfolgte bei den Klassiktarifen auf Basis der Note bei den garantierten Rentenleistungen, die fondsgebundenen Riester-Rentenversicherungen wurden nach der Note bei den prognostizierten Rentenleistungen sortiert.
Bei den Noten für die Rentenleistung wurde zunächst sowohl bei den garantierten als auch bei den prognostizierten Leistungen die jeweilige Rentenrendite ermittelt. Das ist die effektive durchschnittliche Rendite, die Sparer über die gesamte Vertragslaufzeit pro Jahr erzielen, sofern sie den Vertrag nicht stornieren und dabei Renten in Höhe der ausgewiesenen garantierten Monatsrente (Rentenrendite pro Jahr – garantierte Rente) bzw. in Höhe der ausgewiesenen prognostizierten Monatsrente inklusive Überschuss (Rentenrendite pro Jahr – Rente inklusive Überschuss) erzielen. Basis war in beiden Fällen die Sterblichkeit, die der Sparer bzw. die Sparerin je nach ihrem heutigen Lebensalter auf Basis der Generationensterbetafel 1871 bis 2004 des Statistischen Bundesamts haben (Ausprägung V2). Bei der Rentenrendite pro Jahr für die Rente inklusive Überschuss wurde zudem unterstellt, dass die vom Versicherer in Aussicht gestellte jährliche Rentensteigerung auf Basis der in der Anspar- und Rentenphase erwirtschafteten Überschüsse bis Vertragsende erreicht wird. Da Riester-Sparer zu Rentenbeginn die Wahl zwischen einer – zwar förderschädlichen, aber möglichen – Kapitalabfindung, einer förderunschädlichen 30%igen Ka pitalentnahme mit Restverrentung und einer lebenslangen Rentenleistung haben, wurde die Tafel des Statistischen Bundesamts (Destatis-Generatio nentafel) aber zusätzlich um sogenannte „Selektionseffekte“ er gänzt. Das bedeutet: Genau wie die Versicherer ist ÖKO-TEST davon ausgegangen, dass nur jene Arbeitnehmer einen Riester-Vertrag abschließen, die sich gesund fühlen, und dass sich nur jene zu Ruhestandsbeginn für die Rentenleistung entscheiden, die sich dann weiterhin gesund fühlen und daher wahrscheinlich eine höhere Lebenserwartung als der Bevölkerungsdurchschnitt haben. Um diesen Effekt bei den Rentenrenditen angemessen berücksichtigen zu können, wurden die stärksten Selektionseffekte der DAV-2004-R-Sterbetafel der Versicherungswirtschaft auf die Destatis-Generationentafel übertragen, und zwar von Vertragsbeginn bis zehn Jahre nach Rentenbeginn. Darüber hinaus wurden bei den Renditen auf die prognostizierte Rentenleistung jene Sterblichkeitseffekte einkalkuliert, die in allen Modellfällen anfallen, weil die Vorsorgesparer nach der ÖKO-TEST-Sterbetafel früher sterben, als die Versicherer bei ihren Tarifen auf Basis der DAV-2004-R-Sterbetafel unterstellen. Dazu wurde ein hypothetisches Versicherungskollektiv nach Unisexsterbetafel gebildet, das einem mittelgroßen Versicherer entspricht. Auch die Ermittlung der Sterblichkeitsgewinne erfolgte zunächst unabhängig vom Geschlecht, allerdings exakt differenziert nach Geburtsjahrgängen, die genau im Jahr 2009 einen Riester-Vertrag abschließen und dem Kollektiv beitreten. Anschließend wurden die so ermittelten Sterblichkeitsgewinne wiederum geschlechtsunabhängig zu 75 Prozent – wie die Mindestzuführungsverordnung vorschreibt – auf die Kunden des hypothetischen Versicherungskollektivs verteilt. Da sich die Rentenerhöhung aus den zusätzlich ausgeschütteten Sterblichkeitsgewinnen infolge der unterschiedlich langen Zahldauer der Renten bei Männern und Frauen verschieden auswirkt, ergeben sich allerdings unterschiedliche Renditeeffekte je nach Geschlecht.
Nach gleichem Schema sind wir bei der Ermittlung der Renditen nach 30%iger Kapital entnahme zu Rentenbeginn vorgegangen.
Anschließend wurden die so ermittelten Renditen bei den garantierten Renten (Klassiktarife) bzw. die prognostizierten Rentenrenditen bei den fondsgebundenen Tarifen bewertet. Zur Ermittlung des Rangs wurde die Differenz zwischen höchster und niedrigster Rentenrendite in fünf gleich große Klassen geteilt. Den Rang 1 besetzten wir dabei nicht. Die Rendite des besten Anbieters im jeweiligen Musterfall markiert daher lediglich den höchsten Wert in Rangklasse 2.
Um die Note für die Kosten bei Anbieterwechsel zu ermitteln, wurden zunächst die Kosten bei einem Wechsel unmittelbar vor Rentenbeginn ermittelt und in Punkte umgerechnet. Beispiel 75,00 Euro Kosten bei Anbieterwechsel entsprechen 75 Punkten. Zur Ermittlung des Rangs wurden ebenfalls die Differenz zwischen den niedrigsten und den höchsten ermittelten Punkten in sechs gleiche Klassen geteilt. Extremwerte nach unten und nach oben wurden bei der Klasseneinteilung nicht berücksichtigt, sondern jeweils der besten oder schlechtesten Klasse zugerechnet. Das Gleiche gilt für die Kosten bei Beitragsfreistellung, die auf Basis der errechneten Kosten am Ende des 10. Sparjahres verglichen wurden. Bei den Kosten im Rentenbezug wurde die ausgewiesene Rente inklusive Überschüssen im jeweiligen Modellfall in eine Jahresrente (mal 12) umgerechnet und mit den prozentualen Kosten im Rentenbezug multi pliziert. Die so ermittelten Euro-Beträge wurden nach bewährtem Muster in sechs gleiche Klassen geteilt.
Anforderungen an die Tarife: Un tersucht wurden Angebote für insgesamt acht Modellfälle, für die jeweils folgende Grundannahmen gelten: Vertragsbeginn ist jeweils der 1.1.2009. Rentenbeginn soll im Alter von 65 Jahren sein. Der jeweilige Sparer will seinen Vertrag zulagenoptimal besparen, also den erforderlichen Mindestbeitrag für die volle Zulagenförderung einzahlen. Das bedeutet: Im Jahr 2009 werden insgesamt 4 % vom Vorjahres-Bruttoeinkommen eingezahlt, wobei sich dieser Gesamtsparbetrag aus Eigenbeitrag und Zulagen zusammensetzt. Das Bruttogehalt bleibt in allen Musterfällen konstant. Die Beiträge werden monatlich gezahlt. Sofern dem Vertrag Kinderzulagen gutgeschrieben werden, laufen diese bis zum 19. Lebensjahr des Kindes. Gewählt wurden ausschließlich Tarife mit mindestens Beitragsrückgewähr in der Ansparphase, fünf Jahren Rentengarantiezeit und einer dynamischen Rente, die im Alter – je nach Anbieter – Jahr für Jahr steigt. Bei Tarifen mit Fondsprodukten wird eine durchschnittliche Rendite der Fonds von sechs Prozent pro Jahr unterstellt.
Folgende Modellfälle wurden untersucht: Modellfall 1: Sparer, 25 Jahre alt, Single, keine Kinder, Jahresbruttoeinkommen 30.000 Euro (Geburtstag: 1.1.1984) (Ver tragsbeginn: 1.1.2009, Rentenbeginn 1.1.2049). Modellfall 2: Sparer, 30 Jahre alt, verheiratet, 1 Kind (2 Jahre alt, förderberechtigt bis einschließlich 19. Lebensjahr, (Partnerin mit Zulagenvertrag, der allerdings nicht getestet wird!), Jahresbruttoeinkommen 30.000 Euro, (Geburtstag Mann: 1.1.1979, Kind 1.1.2007) (Vertragsbeginn: 1.1.2009, Rentenbeginn 1.1.2044). Modellfall 3: Sparerin, 30 Jahre alt, Familienstand unerheblich, berufstätig in einem Minijob mit Verzicht auf Rentenversicherungsfreiheit (unmittelbar förderberechtigt), Vertrag wird mit Sockelbetrag bespart. (Geburtstag 1.1.1979) (Vertragsbeginn: 1.1.2009, Rentenbeginn 1.1.2044). Modellfall 4: Sparer, 35 Jahre alt, 2 Kinder (5 und 7 Jahre, förderberechtigt bis einschließlich 19. Lebensjahr), verheiratet, Ehefrau kein Vertrag, 1 Vertrag für den Förderberechtigten, dem auch die Kinderzulage gutgeschrieben wird, (Geburtstag Sparer: 1.1.1974, Kind 1 Geburtstag 1.1.2002, Kind 2 Geburtstag 1.1.2004) (Vertragsbeginn: 1.1.2009, Rentenbeginn 1.1.2039); Jahresbruttoeinkommen: Modellfall 4 a) 30.000 Euro, Modellfall 4 b) 52.500 Euro. Modellfall 5: Sparer, 45 Jahre alt, keine förderberechtigten Kinder (Familienstand egal), (Geburtstag 1.1.1964) (Vertragsbeginn: 1.1.2009, Rentenbeginn 1.1.2029); Jahresbruttoeinkommen Modellfall 5 a) 30.000 Euro, Modellfall 5 b) 52.500 Euro. Modellfall 6: Sparer, 50 Jahre alt, keine förderberechtigten Kinder (Familienstand egal), Jahresbruttoeinkommen: 52.500 Euro (Geburtstag 1.1.1959) (Vertragsbeginn: 1.1.2009, Rentenbeginn 1.1.2024).
Testmethoden: Die Vertragsdaten wurden per Fragebogen direkt bei den Anbietern erhoben, einer detaillierten Plausibilitätsprüfung unterzogen und den Anbietern zur Verifizierung zurückgespielt. Eine Überprüfung, ob die ausgewiesenen Überschusserträge vom jeweiligen Versicherer auch wirklich dauerhaft erwirtschaftet werden können, erfolgte nicht. Anschließend wurden die Daten den Anbietern zur Verifizierung zurückgespielt. Auf Basis dieser Daten und der eigens für diesen Test entwickelten Sterbetafel errechnete das Büro für Versicherungs- und Finanzmathematik Math-Concepts, Berlin, die Rentenrenditen für die Tarife in den verschiedenen Modellfällen sowie die Renditen für die Riester-Rente bei 30%iger Kapitalentnahme zu Rentenbeginn. Daneben berechnete Math-Concepts auch die Renditen, die Sparer bis zum 80., 85. und 90. Lebensjahr erzielen. Die abschließende Auswahl der Kriterien, die Bewertung der Inhalte und das abschließende Ranking der Tarife wurden dann von ÖKO-TEST vorgenommen.
Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST-Magazin 7/2009. Aktualisierung der Testergebnisse, sofern die Versicherer Veränderungen mitgeteilt haben.

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Wohn-Riester-Produkte

Unser Experte

Axel Kleinlein, Diplom-Mathematiker und Inhaber von Math-Concepts, einem Büro für Versicherungs- und Finanzmathematik, beschäftigt sich bereits seit über zehn Jahren intensiv mit der Kalkulation und der Analyse von Lebens- und Rentenversicherungen. Die Methode, Vorsorgeprodukte mithilfe der Versicherungsrendite zu bewerten, wurde maßgeblich von ihm entwickelt. Kleinlein ist auch als Gutachter vor Gericht tätig und prüft Finanzdienstleistungsverträge im Auftrag von geschädigten Verbrauchern. Daneben ist er als Sachverständiger im Finanzausschuss des Deutschen Bundestags sowie für öffentliche und private Auftraggeber tätig.

Unsere Empfehlungen

■ Die Riester-Rente soll wegfallendes staatliches Renteneinkommen ersetzen. Deshalb ist Sicherheit Trumpf. Bevorzugen Sie Klassiktarife und wählen Sie Anbieter ausschließlich auf Basis der garantierten Leistung aus.
■ Lassen Sie sich auch bei fondsgebundenen Tarifen nicht von den Ertragschancen blenden: Die sind höchst ungewiss. Diese Riester-Variante ist daher nur etwas für risikobereite Vorsorgesparer.
■ Männer und ältere Vorsorgesparer sollten sorgfältig prüfen, ob eine Riester-Rentenversicherung die richtige Vorsorge für sie ist. Denn die Unisexkalkulation drückt auf die Rendite. Das ist bei Konkurrenzprodukten – wie der betrieblichen Altersvorsorge – nicht der Fall.