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TEST Risikolebensversicherungen: Eine von dreien


ÖKO-TEST Ratgeber Sonderheft Rente, Geld, Versicherungen - epaper ⋅ Ausgabe 90/2011 vom 07.10.2011

Neben einer Kranken- und einer Haftpflicht-ist die Risikolebensversicherung das dritte Muss für Familien. Zum Glück ist die Vorsorge gegen die finanziellen Folgen nach dem Tod des Hauptverdieners günstig zu bekommen.


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Foto: halbtrocken/photocase.de

Rund 34.000 Menschen, die beispielsweise 1980 in Deutschland geboren wurden, erreichen nicht ihren 40. Geburtstag. Vor dem 50. Jahrestag versterben sogar 62.000 Männer und Frauen, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Viele hinterlassen Kinder und Partner, die fast immer mit erheblich weniger Geld auskommen müssen. Besonders hart wird es, wenn die Familie ...

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... sich gerade eine Immobilie zugelegt hat.

Mit einer Risikolebensversicherung kann man sinnvoll vorsorgen. Mit ihr können die Hinterbliebenen ihre Existenz absichern. Denn sie zahlt beim Tode eines Partners die vereinbarte Summe aus – steuerfrei. Schon ab dem ersten Beitrag gilt der volle Versicherungsschutz.

Dennoch wird bei dieser einfachen Vorsorge immer noch vieles falsch gemacht. „Die meisten Versicherten sind viel zu gering geschützt“, sagt Manfred Poweleit, der den Branchendienst map-report herausgibt. „Rechnet man die private Vorsorge aus Risikolebensversicherungen in eine lebenslange Rente um, dann sind die Deutschen gerade einmal mit 72 Euro pro Monat geschützt.“ Bei der Wahl der Versicherungssumme kann man sich am monatlichen Bedarf der Familie orientieren. Wer beispielsweise mindestens 1.000 Euro pro Monat braucht, sollte für den Hauptverdiener eine Todesfallsumme von rund 200.000 Euro versichern. „Wer diese Summe fest mit nur drei Prozent Zins anlegt, erhält dann pro Monat rund 1.100 Euro ausgezahlt, 20 Jahre lang“, rechnet Max Herbst von der Finanzberatung FMH aus Frankfurt vor.

Eine doppelte Leistung bei Unfalltod ist hingegen unsinnig, weil teuer. Denn es wird nicht mehr Geld benötigt, wenn der Ernährer statt durch eine Krankheit durch einen Unfall zu Tode kommt. Die Finger sollte man zudem von Kombiprodukten aller Art lassen und Todesfallschutz und Altersvorsorge trennen.

OKO-TEST hat den Markt der Risikolebensversicherungen unter die Lupe genommen. Und war von den enormen Preisunterschieden überrascht. Möglicherweise fallen die in Wirklichkeit noch viel stärker aus, denn einige Anbieter verweigerten den Test (siehe Verweigerer). Insgesamt wurden 52 Tarife in acht Modellfällen untersucht. So kamen 416 Tarife auf den Prüfstand. Hier finden Sie die Ergebnisse für die Modellfälle Nichtrau-cher/in Mann/Frau 30. Die restlichen sechs Modellfälle finden Sie auf der CD (in der Version dieses Hefts, der eine CD beigeklebt ist), ansonsten unter www.oekotest.de

Das Testergebnis

■ Es gibt enorme Preisunterschiede. So verlangt beispielsweise die Ergo Direkt für den 250.000-Euro-Schutz für einen 30-jährigen Nichtraucher knapp 139 Euro pro Jahr. Demgegenüber möchte die LV 1871 für den gleichen Kunden 578 Euro.
■ Diese Preisunterschiede finden sich im Ergebnis wieder. 147 Tarife konnten mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis den 1. Rang erreichen. Lediglich 14 Tarife waren so teuer, dass sie nur mit Rang 4 (ausreichend) bewertet werden konnten. Die Ränge 5 und 6 wurden nicht vergeben, weil selbst die teuerste Risikolebensversicherung immer noch für relativ wenig Aufwand die Existenz sichert.
■ Teuer sind Serviceversicherer, günstig Direktanbieter. „Die Unterschiede in den Prämien ergeben sich aus den unterschiedlichen Geschäftsmodellen der Unternehmen“, betont Hel-mut Hofmeier, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Lebensversicherung. Günstig sind demnach durchweg Tarife, die ohne jede Beratung online oder per Telefon bei Direktversicherern gekauft werden können. Und das sollten die Kunden bei diesem einfachen Standardprodukt nutzen.

■ Einen Wermutstropfen gibt es bei der Ergo Direkt und bei etlichen anderen Anbietern mit „sehr niedrigem“ Zahlbeitrag: Er kann im Laufe der Jahre noch erheblich steigen. Unser 30 Jahre alte Nichtraucher muss sich im schlechtestens Fall auf eine Preissteigerung um 170 Prozent einstellen. Trotzdem ist beim Ergo-Tarif auch der Maximalbeitrag noch „sehr niedrig“. Das Risiko von Beitragserhöhungen hat ÖKO-TEST mit 30 Prozent in der Gesamtnote berücksichtigt. Ein Sonderfall ist die Zurich Life, bei der der aktuelle Zahl- und der Höchstbeitrag identisch sind. Der Kunde trägt somit kein Preissteigerungsrisiko.
■ Wer vom gesundheitsschädlichen Glimmstängel die Finger lässt, fährt bei den meisten Anbietern deutlich billiger: Zwischen 46 und 224 Prozent Aufpreis müssen Raucher zahlen. Nur sieben Gesellschaften im Test (Debeka, Itzehoer, LV 1871, Mecklenburgische, R + V, VGH und VLV), versichern Raucher und Nichtraucher zum gleichen Preis.
■ Auch ungelernte Hilfskräfte müssen bei einigen Gesellschaften kräftig zuzahlen. 22 bis 85 Prozent Aufschlag im Vergleich zu kaufmännischen Angestellten verlangen derzeit Asstel, Gothaer, Direkte Leben, Karlsruher, Württembergische, Zurich Dt. Herold, HUK-Coburg und HUK24. Dagegen zahlen Hochschullehrer teilweise weniger. Um 14 bis 26 Prozent günstiger als kaufmännische Angestellte kommen sie beim Volkwohlbund und HDI-Gerling an eine Police.
■ Offenbar sind die Unternehmen auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten zur Differenzierung. So zahlen bei der HanseMerkur Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen 16,7 Prozent mehr als privat Krankenversicherte.
■ Seit jeher kommen bei allen Gesellschaften Frauen, weil sie in der Regel länger leben, billiger an einen Vertrag als Männer. Die zahlen zwischen 17 und 82 Prozent mehr. Damit dürfte jedoch bald Schluss sein. Denn der europäische Gerichtshof hat unterschiedliche Beiträge für Männer und Frauen untersagt, bis Ende 2012 müssen so genannte Unisextarife eingeführt werden. Daher dürften die Beiträge für Frauen kräftig steigen. Ob sie im Gegenzug für Männer sinken, ist noch nicht ausgemacht.

Anmerkungen: 1) Höherer Zahl- und/oder Maximalbeitrag für ungelernte Hilfskraft im Einzelhandel. 2) Niedrigerer Zahl- und/oder Maximalbeitrag für Hochschullehrer. 3) Beitrag für Versicherte in der gesetzlichen Krankenkasse. 4) Beitrag für privat Krankenversicherte. 5) Für den Test ermittelter Beitrag. Der Versicherer verlangt einen Mindestbeitrag von 125 Euro. Ausgehend vom erforderlichen Mindestbeitrag wird eine Versicherungssumme von 268.692 Euro ermittelt.
Legende: Tarife mit dem gleichen Rang sind nach nach dem Zahlbeitrag ausgeführt. Zur Ermittlung der Gesamtnote wurde in jedem Modellfall der Unterschied zwischen höchstem und niedrigstem Zahlbeitrag sowie zwischen höchstem und niedrigstem Höchstbeitrag in vier gleich große Klassen geteilt (ohne Berücksichtigung des Nettotarifs). In die Gesamtnote floss die Bewertung des Zahlbeitrags zu 70, die des Höchstbeitrags zu 30 Prozent ein. Zur Bewertung der Differenz zwischen Zahl- und Maximalbeitrag wurde die Differenz zwischen höchster und niedrigster prozentualer Differenz in sechs gleich große Klassen geteilt.
Anforderungen an die Tarife: Ausgewählt zum Test wurden grundsätzlich nur Risikolebensversicherungen, die unabhängig von einem anderen Vertrag abgeschlossen werden können. Als Überschusssystem haben wir die Beitragsverrechnung gewählt. Hier ist die gewünschte Versicherungssumme garantiert, die Beitragshöhe nicht. Die Überschüsse reduzieren den maximal möglichen Jahresbeitrag auf den aktuellen Zahlbeitrag. Um die Vergleichbarkeit der Berechnungen zu gewährleisten, sind alle Personen am 1.1. geboren; der Versicherungsbeginn ist der 1.9.2011; die Beitragszahlung jährlich. Für alle Modellfälle ist die Versicherungssumme 250.000 Euro. Die Modellkunden sind kaufmännische Angestellte, haben keine gefährlichen Hobbys und kein Übergewicht (Body-Mass-Index 25). Für Modellfall 1 bis 4 gilt: Alter 30 Jahre; Laufzeit 20 Jahre (Mann/Frau; Raucher/Nichtraucher); Für Modellfall 5 bis 8 gilt: Alter 40 Jahre, Laufzeit 15 Jahre (Mann/Frau; Raucher/Nichtraucher).
Testmethoden: Sämtliche Daten wurden durch den Versicherungsberater Georg Pitzl, Geschäftsführer der RIVER Vorsorge- und Versicherungsberatung GmbH aus Bobingen, am Markt erhoben und den Versicherungsunternehmen für eine Verifizierung zurückgespielt.
Stand: August 2011.

ÖKO-TEST rät

■ Entscheidend für die Risikolebensversicherung ist der Preis. Je günstiger das Angebot, desto empfehlenswerter die Police.
■ Bei besonderen Ereignissen wie Heirat, Geburt, Adoption, Scheidung, Volljährigkeit, Immobilienerwerb, Meisterprüfung, Selbstständigkeit oder Einkommenserhöhung sollten die Bedingungen dem Kunden das Recht geben, seinen Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung den neuen Verhältnissen anzupassen. „Das Recht gilt nur, sofern der Kunde diese Möglichkeit mit dem Versicherer vertraglich vereinbart hat“, erläuterte Stephan Gelhausen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
■ Achtung Gesundheitsfragen. „Falsche Angaben gefährden den Versicherungsschutz“, warnt Versicherungsberater Georg Pitzl. „Beantworten Sie die Fragen in aller Ruhe und mit größtmöglicher Sorgfalt. Damit keine Behandlung vergessen wird, ist es sinnvoll, seine Ärzte um die vollständige Kopie der Krankenakten zu bitten. Die Akte selbst sollte nicht weitergegeben werden.“

Feste Versicherungssumme

„Problematisch ist ein Vertrag, bei dem die Überschüsse, die die Gesellschaften erwirtschaften, in eine höhere Leistung einfließen“, warnt map-report-Herausgeber Manfred Poweleit. Hier sei der Kunde schnell geneigt, beispielsweise nur 100.000 Euro zu versichern, weil der Rest ja aus den Überschüssen komme. Doch diese Rechnung ist gefährlich. Sie kann nach hinten losgehen. Wenn der Versicherer schlecht wirtschaftet und die Überschüsse just in dem Moment streicht, in dem beim Kunden die ersten Zipperlein anfangen, wird er es schwer haben, sich günstig mit einer weiteren Summe abzusichern. „Er muss ja immer durch die Gesundheitsprüfung“, erklärt Poweleit. Schnell kann es dann zu hohen Zuschlägen kommen. Oder die Assekuranz winkt ganz ab. Viel sinnvoller ist es daher, eine Police mit Beitragsverrechnung zu kaufen. Hier ist der aktuelle Beitrag durch die Überschüsse gesenkt.

Kompakt

Die Verweigerer
Eine ganze Reihe von Versicherern hat die Teilnahme am Test verweigert oder sich nicht einmal bei uns gemeldet. Dazu gehören AachenMünchener, Ageas Deutschland Lebensversicherung, Allianz und ihre Tochter Deutsche Lebensversicherungs-AG (DLVAG), Barmenia (Tarifumstellung zum 1.1.2012), Bayern-Versicherung, Continentale, Deutscher Ring, Helvetia, Iduna, Inter, Mamax, Münchener Verein, der Nürnberger-Konzern, Oeco Capital, Öffentliche Berlin, Öffentliche Braunschweig, Provinzial Nordwest, Stuttgarter, Swiss Life (Überarbeitung des Tarifs) und Universa. Die Alte Leipziger will nicht teilnehmen, weil „die Risikolebensversicherung kein Schwerpunkt der Produktstrategie“ ist, bestätigt aber die Richtigkeit unserer Daten. Über die Gründe für die Verweigerung der meisten anderen Versicherer können wir nur spekulieren: Wahrscheinlich fürchten sie, schlecht abzuschneiden. Denn das Verhalten unterscheidet sich von Tochter zu Tochter im gleichen Konzern. So beteiligt sich die Generali-Tochter CosmosDirekt „gern“, während die AachenMünchener, ebenfalls eine Generali-Tochter, als teurer Serviceversicherer eine Teilnahme ablehnt: Im vergangenen Jahr noch ohne Begründung, jetzt schreibt die Pressestelle, unsere Daten seien falsch.

Eine Unverschämtheit…
…ist die Absage der Sparkassenversicherung in Stuttgart. Man habe festgestellt, „dass die Zahlbeiträge häufig falsch erhoben wurden“, schreibt Pressereferentin Stefanie Rösch. Künftig sollten wir „nicht mit bereits erhobenem Zahlenmaterial auf die Firmen zugehen, sondern mit der konkreten Fragestellung. So verfahren laut Rösch zumindest vergleichbare Institute. Sprich, wir sollen uns die Daten einfach von den Firmen geben lassen. Selbst auf die Gefahr, dass die Sparkassenversicherung weiterhin die Testteilnahme verweigert, werden wir auch künftig unsere Daten selbst erheben (lassen). Für diesen Test hat das der Böblinger Versicherungsberater Georg Pitzl für uns gemacht. Tatsächlich hat er für die Sparkassenversicherung leicht höhere Zahlbeiträge errechnet als die Gesellschaft selbst. Doch auch damit zählt die Stuttgarter Assekuranz nicht zu den günstigsten. Das weiß sie fraglos selbst ganz genau.