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TEST Rohrzucker: Fair süßen


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 30.09.2021

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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 10/2021

RATGEBER

1 13 Rohrzucker können wir mit Gesamturteil „sehr gut“ empfehlen. Alle davon haben entweder ein Bio- oder ein Fairtrade-Label oder beides.

2 Gesünder als Haushaltszucker ist Rohrzucker nicht. Er schmeckt nur anders in Cocktails und Desserts.

3 Heimischer Bio-Rübenzucker ist eine Art Geheimtipp mit zwei Vorteilen: Er ist biologisch und regional.

Das Geschäft mit Zucker hat viele Verlierer. Kleinbauern, die zu wenig Geld für ihren Rohstoff bekommen. Erntearbeiter, deren Löhne nicht zum Leben reichen und die durch Pestizide Schaden nehmen. Schließlich die Natur. Sie wird zerstört, weil der Anbau von Zuckerrohr immer mehr Fläche verschlingt.

Zuckerrohranbau hat somit schwerwiegende Folgen. Gleichzeitig findet, wer Wert auf besondere Qualität legt und Bio-Zucker kaufen möchte, fast keinen aus hiesigen Zuckerrüben, sondern eben nur Rohrzucker. Doch gibt es überhaupt guten, sozial ...

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... verträglichen Rohrzucker? Während fast alle getesteten Rohrzucker im Testergebnis Inhaltsstoffe tadellos abschneiden, sind wir bei Zuckerrohranbau und Transparenz auf erhebliche Unterschiede gestoßen. Gerade einmal 14 von 45 Produkten punkten hier mit „sehr gut“. Drei Bio- sowie fast die Hälfte der konventionellen Zucker fallen dagegen mit „mangelhaft“ beziehungsweise in einem Fall mit „ungenügend“ durch.

Produktionsbedingungen, insbesondere in ärmeren Ländern, können sich nur dann verbessern, wenn diejenigen Firmen, welche große Mengen an Produkten von dort beziehen, dafür auch Verantwortung übernehmen. Erst ab Januar 2023 wird das Lieferkettengesetz in Deutschland erste Unternehmen ein Stück weit in die Pflicht nehmen. Die Möglichkeit, sich mit einem „davon wussten wir nichts, wir kennen doch nur den Zwischenhändler“ aus der Affäre zu ziehen, soll dann entfallen.

Aus Sicht der Verbraucher, die Lebensmittel kaufen möchten, die ohne menschliches Leid produziert wurden, war das ohnehin noch nie akzeptabel. Deshalb

stellt ÖKO-TEST den Produktanbietern schon seit vielen Jahren unbequeme Fragen. So auch in diesem Test.

Verantwortung braucht Transparenz

Die Auswertung der Rückmeldungen auf unseren aktuellen, umfangreichen Fragebogen zum Rohrzucker zeigt: 15 Mal wissen die Anbieter über ihre Lieferkette genau Bescheid. Sie konnten alle Stationen von der von uns im Laden gekauften Charge des fertigen Produkts bis zurück zum Produzenten transparent machen und durch Dokumente belegen. Ein erster, wichtiger Schritt.

Für die besten Rohrzucker im Test zeigten die Anbieter darüber hinaus ihre Bemühungen für gute Bedingungen im Zuckerrohranbau, unter anderem durch Zertifizierungen aus dem Bereich des fairen Handels. Denn hinter Fairtrade, Hand in Hand, Fair for Life und dem Branchenstandard Bonsucro stehen nicht nur Absichtserklärungen und Kriterienkataloge, sondern oftmals auch Kontrollen durch externe Prüfer. Darunter beispielsweise das Prüfen konkreter Maßnahmen zugunsten der Farmarbeiter und Kleinbauern, wie die Bereitstellung von Schutzausrüstung, Schulungen oder Gewerkschaftsfreiheit.

Gefährliche Pestizide erlaubt?

Während Landwirte im Bio-Anbau überhaupt keine synthetischen Pestizide einsetzen dürfen, stehen bei Fairtrade immerhin etliche, besonders gefährliche, auf einer Verbotsliste. Auch wenn hier einige Stoffe fehlen, die wir kritisch sehen, ist das besser als die Gleichgültigkeit der Anbieter einiger konventionellen Marken, die keine Standards vorgeben und nur auf lokale Gesetze verweisen.

Keine Schadstoffe im Zucker

Im Zucker selbst hat das beauftragte Labor keine Pestizide nachgewiesen. Auch darüber hinaus waren die Laborergebnisse für alle 45 Rohrzucker tadellos: Sie enthielten allenfalls Spuren von Schwermetallen oder Mineralölbestandteilen. In ein paar wenigen Fällen kritisieren wir aber die Präsentation der Nährwerte auf der Verpackung.

WISSEN

Lieferkettengesetz

Das deutsche Lieferkettengesetz: Ab 2023 müssen erste Unternehmen konkrete Verantwortung für Menschenrechte in der Produktion übernehmen. „Noch nicht am Ziel, aber endlich am Start“ – so bewertet die Initiative Lieferkettengesetz das Gesetz. Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis aus gut 125 Umwelt-und Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen setzt sich darin seit 2019 für ein wirksames Lieferkettengesetz ein.

Warum ist das Ziel noch nicht erreicht? Grundsätzlich fehlt ein klares Zeichen für Klimaschutz und den Erhalt der Artenvielfalt. Und das Gesetz gilt ab 2023 zunächst gerade einmal für die 900 größten Unternehmen in Deutschland und auch im zweiten Schritt ab 2024 nur für solche mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Auch erstrecken sich Sorgfaltspflichten der Unternehmen nur bei konkreten Anhaltspunkten für Menschenrechtsverletzungen weiter als bis zum direkten Zulieferer.

Diese Kritikpunkte teilen auch gut 50 Unternehmen, die nach der ersten Lesung im Bundestag eine Nachschärfung forderten, darunter Tchibo, Gepa und Zotter Schokolade oder Outdoormarkenproduzenten wie Vaude und Deuter.

„Bio allein bedeutet noch lange nicht fair gehandelt. Besser ist beides zusammen."

Christine Throl ÖKO-TEST-Redakteurin

Zucker als „natürliche Eisenquelle“ oder „reich an Vitaminen und Mineralstoffen" anzupreisen geht in die falsche Richtung.

Löhne nicht existenzsichernd

Brasilien, das Land, das Menschen und Umwelt im Zuckerrohranbau im größten Maßstab ausbeutet (siehe Titelgeschichte Seite 20-31), ist unter den getesteten Produkten wenig vertreten. Nur drei Bio-Produkte im Test stammen von dort. Was nicht nur in Brasilien, sondern auch in den anderen Anbauländern Mauritius, Kolumbien, Paraguay, Costa Rica, Argentinien, Philippinen, Malawi, Belize, La Réunion und Peru gilt: Die Einkommen der Zuckerrohrbauern sind in der Regel nicht existenzsichernd. Existenzsichernde Einkommen würden den Familien neben Nahrung und Unterkunft auch die Teilhabe an Bildung und Gesundheitsversorgung sichern. Sie würden zudem ermöglichen, auch für unerwartete Ereignisse vorzusorgen. Die Standards Fairtrade und Fair for Life geben wenigstens eine schrittweise Annäherung der Löhne an ein existenzsicherndes Niveau vor. Das ist besser als die bloße Ankündigung, sich um dieses Thema kümmern zu wollen.

TEST Rohrzucker: So haben wir getestet

Wir haben 45 Vollrohr- und Rohrzucker eingekauft. Dabei haben wir von den einzelnen Marken, wenn vorhanden, jeweils bevorzugt die Variante aus fairem Handel und/oder biologischem Anbau ausgewählt.

In spezialisierten Laboren ließen wir die Zucker auf Pestizidrückstände, Schwermetalle und Verunreinigungen mit Mineralöl untersuchen. Auch das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid Glyphosat war Teil des Prüfprogramms.

Außerdem ging es uns um die Anbaubedingungen und die Transparenz: Können die Anbieter ihre Lieferkette nachvollziehen und offenlegen? Fordern sie in einem Verhaltenskodex von ihren Zulieferern das Verbot von Kinderarbeit, von Zwangsarbeit und Diskriminierung ein?

Und wird das durch unabhängige Dritte überprüft? Können die Unternehmen konkrete Maßnahmen für Farmarbeiter und Kleinbauern belegen, wie Gewerkschaftsfreiheit, die Möglichkeit zu Beschwerden, die Bereitstellung von Schutzausrüstung und Schulungen? Können sie Schritte in Richtung existenzsichernder Löhne belegen? Dazu haben wir mit der Control Union Certifications Germany einen umfangreichen Fragebogen entwickelt.

*) Anerkannte Zertifizierungen: Zertifizierungen, die die Hersteller als Nachweis für gemachte Angaben im Fragebogen anführen, haben wir nur anerkannt, wenn sie a) auf dem Produkt gelabelt sind oder b) per nachgewiesener Lieferkette und zur Verfügung gestelltem Zertifikat dem getesteten Produkt eindeutig zuzuordnen sind. Entspricht das auf der Packung angegebene Ursprungsland oder der Name der Zuckerkooperative den Angaben auf dem Zertifikat, haben wir die Zertifizierung nur in Teilen anerkannt.

Fett gedruckt sind Mängel.

Abkürzungen: WFTO = World Fair Trade Organisation; SMETA = Sedex Members Ethical Trade Audit.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 174.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 2) Weiterer Mangel: Packungsangaben auf einem Zuckerprodukt, die suggerieren, das Produkt enthalte relevante Nährstoffgehalte und habe dadurch gesundheitliche Vorteile (Ethiquable: „Er ist eine natürliche Eisenquelle“; Guatevita: „Natürlich reich an Vitamin B6 und den Mineralien Eisen, Kalium, Magnesium, Zink und Calcium“). 3) Weiterer Mangel: Überflüssige Angabe von Mineralstoffgehalten in der 100-g-Nährwerttabelle auf einem Zuckerprodukt. 4) Weiterer Mangel: Überflüssige Angabe von prozentualen Nährstoffbezugswerten bzw. Referenzmengen für Kohlenhydrate und Zucker. 5) Laut Hersteller werden bei der Herstellung der Rohrzuckerprodukte keine Pestizide eingesetzt. Belege, dass hochgefährliche Pestizide verboten sind, wurden uns jedoch nicht vorgelegt.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Das Testergebnis Zuckerrohranbau und Transparenz beruht auf einer maximalen Punktzahl von 31 Punkten für Lieferkette für getestete Charge belegt, unternehmerische Sorgfaltspflicht belegt, Konkrete Maßnahmen für Farmarbeiter und Kleinbauern belegt, existenzsichernde Löhne und Verbot hochgefährlicher Pestizide. Bei 26 bis 31 Punkten lautet das Testergebnis Zuckerrohranbau und Transparenz „sehr gut“; bei 21 bis 25 Punkten „gut“, bei 16 bis 20 Punkten „befriedigend“; bei 11 bis 15 Punkten „ausreichend“; bei 6 bis 10 Punkten „mangelhaft; bei 1 bis 5 Punkten „ungenügend“.

Lieferkette für getestete Charge belegt: Lieferkette von der Produktcharge bis zu den Produzenten: belegt („ja“) = 3 Punkte; teilweise belegt („teilweise“) = 2 Punkte; keine Belege oder/und keine Angabe („nein“) = 0 Punkte.

Unternehmerische Sorgfaltspflicht belegt: belegt („ja“) = 9 Punkte; „überwiegend“ belegt = 5 bis 8 Punkte; „teilweise“ belegt = 1 bis 4 Punkte; Fragen nicht beantwortet („nein“) oder gar nicht geantwortet („keine Angabe“) = 0 Punkte. Darin enthalten: a) im Rahmen des Tests anerkannte Zertifizierungen und/oder Code of Conduct für Zulieferer vorhanden: nachgewiesen = 3 Punkte; teilweise nachgewiesen = 2 Punkte; im Fragebogen mit „ja“ angegeben, aber nicht nachgewiesen = 1 Punkt; keine Antwort / keine Angabe = 0 Punkte. b) Überwachung des Code of Conducts: Externe Überwachung = 3 Punkte; interne Überwachung = 2 Punkte; Unterschrift des Zulieferers erforderlich = 1 Punkt; keine Antwort/keine Angabe = 0 Punkte. c) Unternehmensrichtlinie des Inverkehrbringers vorhanden: nachgewiesen = 3 Punkte; teilweise nachgewiesen = 2 Punkte; im Fragebogen mit „ja“ angegeben, aber nicht nachgewiesen = 1 Punkt; keine Antwort / keine Angabe = 0

Punkte. Konkrete Maßnahmen für Farmarbeiter und Kleinbauern: belegt („ja“) = 12 Punkte; „überwiegend“ belegt = 6 bis 11 Punkte; „teilweise“ belegt = 1 bis 5 Punkte; Fragen nicht beantwortet („nein“) oder gar nicht geantwortet („keine Angabe“) = 0 Punkte. Darin: Beschwerdemechanismen auf Farmebene, Bereitstellung von Schutzausrüstung, Schulungen und Gewerkschaftsfreiheit: nachgewiesen = jeweils 3 Punkte; teilweise nachgewiesen = jeweils 2 Punkte; im Fragebogen mit „ja“ angegeben, aber nicht nachgewiesen = jeweils 1 Punkt; keine Antworten/keine Angabe = 0 Punkte.

Existenzsichernde Löhne: bereits erreicht = 4 Punkte; in der Umsetzung („in Umsetzung“) = 2 Punkte; in der Planung („in Planung“) = 1 Punkt; keine Schritte erkennbar oder keine Antwort („nein“)/keine Angabe = 0 Punkte.

Verbot hochgefährlicher Pestizide: „ja“ = 3 Punkte; laut den Verbotslisten von Fairtrade und Bonsucro („weitgehend“) = 2 Punkte; wenn keine Verbotslisten vorhanden sind, aber auf die Einhaltung von EU-Recht verwiesen wird („teilweise“) = 1 Punkt; keine einzuhaltende Vorgaben beim Code of Conduct und/oder Verweis auf das Einhalten der gesetzlichen Anforderungen im Anbauland/Branche und/oder keine Belege für das Verbot hochgefährlicher Pestizide („nein“) = 0 Punkte. Bei der Beurteilung haben wir uns an der Liste für Highly Hazardous Pesticides von August 2021 des Pestizid-Aktions-Netzwerks (PAN Germany) orientiert.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um vier Noten: Packungsangaben auf einem Zuckerprodukt, die suggerieren, das Produkt enthalte relevante Nährstoffgehalte und habe dadurch gesundheitliche Vorteile („hier: Er ist eine natürliche Eisenquelle“ oder „Natürlich reich an Vitamin B6 und den Mineralien Eisen, Kalium, Magnesium, Zink und Calcium“). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Überflüssige Angabe von Vitamin- und/oder Mineralstoffgehalten in der 100-g-Nährwerttabelle auf einem Zuckerprodukt, sofern nicht schon um vier Noten für Packungsangaben, die gesundheitliche Vorteile suggerieren, abgewertet wurde; b) überflüssige Angabe von prozentualen Nährstoffbezugswerten bzw. Referenzmengen für Kohlenhydrate und Zucker.

Das Gesamturteil beruht zu je 50 Prozent auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe und dem Testergebnis Zuckerrohranbau und Transparenz. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe nicht. Das Gesamturteil kann höchstens eine Note besser sein als das Testergebnis Zuckerrohrproduktion und Transparenz.

Preisberechnung basiert auf der kleinsten, angebotenen Verpackungseinheit.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2110.

Einkauf der Testprodukte: April – Juni 2021.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Unterschiedliche Herkunft, gleiches Ergebnis Reine Zucker aus Rüben und aus Zuckerrohr sind chemisch identisch. Sie bestehen aus Saccharose. Saccharose ist ein Zweifachzucker aus Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fructose). Trotzdem denken viele bei Rohrzucker automatisch an braunen Zucker und einen anderen Geschmack. Das liegt daran, dass die im Handel verbreiteten Rohrzuckerarten weniger stark gereinigt sind als der weiße Haushaltszucker, der hierzulande aus Zuckerrüben stammt.

Weil im (Roh-)Rohrzucker und Vollrohrzucker anders als im Haushaltszucker noch der Zuckersirup Melasse enthalten ist, sind die Zucker cremefarben bis bräunlich statt strahlend weiß. Vollrohr- und Rohrohrzucker haben gegenüber raffiniertem Haushaltszucker keine gesundheitlichen Vorteile. Sie gehen genauso schnell ins Blut, enthalten nicht weniger Kalorien und fördern Zahnkaries in gleicher Weise. Die wenigen enthaltenen Mineralstoffe sind auch kein Grund, braunen Zucker für gesünder zu halten oder extra viel davon zu sich zu nehmen.

Vollrohrzucker: mit Karamellnote Für Vollrohzucker pressen die Hersteller das Zuckerrohr aus, klären den Saft mit Kalk oder einer speziellen Rinde, filtern und kochen ihn zu Sirup ein. Dieser wird abkühlt, gemahlen und nicht mehr weiterbehandelt. Vollrohrzucker enthält alle Bestandteile des Ausgangsmaterials. Er hat einen relativ starken charakteristischen Eigengeschmack nach Melasse oder Karamell.

Rohrohrzucker: heller und milder Zucker, auf deren Verpackung einfach nur Rohrzucker oder Rohrohrzucker steht, sind heller und haben weniger Eigengeschmack. In ihrer Produktion wird der Saft des gepressten Zuckerrohrs nach dem Eindicken mit Zuckerkristallen „geimpft“. Es bilden sich größere Zuckerkristalle, die dann noch braun sind, da Melasse anhaftet. Diese Kristalle werden abzentrifugiert. Je mehr Melasse der (Roh-)Rohrzucker noch enthält, desto dunkler ist er.