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TEST Säuglingsmilch, Pre - Besser ohne Mineralöl


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ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 09.12.2021

TEST Säuglingsmilch, Pre

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RATGEBER

► Die Aptamil Profutura Duo Advance Pre und die Nestlé Beba Pre landen mit „sehr gut“ ganz vorn. Nicht verwechseln: Von beiden Marken sind auch weniger gute Anfangsnahrungen im Test.

► Wer seinem Kind andere als die „sehr guten“ Nahrungen in unserem Test gegeben hat, muss sich keine Sorgen machen. In keiner stecken akut giftige Belastungen.

Die gute Nachricht aus den aktuellen Laboranalysen von 16 Pre- Nahrungen: Einige Hersteller haben in den letzten zwei Jahren offensichtlich weiter Fortschritte dabei gemacht, Belastungen mit Mineralölbestandteilen zu senken. Aber: Verunreinigungen kommen noch vor.

Ausreißer von Milasan und Aptamil

In Sachen Mineralöl fielen besonders die Milasan Anfangsmilch Pre und die Aptamil Pronutra-Advance Anfangsmilch Pre negativ auf: Im Milasan-Produkt hat das von uns beauftragte Labor die höchsten Gehalte an gesättigten ...

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... Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH/MOSH-Analoge) festgestellt. MOSH sammeln sich im Körper in Organen wie der Leber an. Die Aptamil Pronutra-Advance Anfangsmilch Pre enthielt nur Spuren an MOSH, aber auch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Diese Stoffgruppe gilt als bedenklicher als die MOSH, weil dazu auch krebserregende Verbindungen gehören können. In etlichen weiteren Anfangsmilchen kritisieren wir MOSH-Werte, die zwar niedriger sind als im Milasan-Produkt, aber aus unserer Sicht dennoch verbesserungsbedürftig.

Fettschadstoff in einer Hipp-Nahrung

Fettschadstoffe, die während der Raffination der pflanzlichen Öle in Babynahrung entstehen, sind kaum noch ein Problem. Anders als in vorangegangenen Tests enthielten die meisten Produkte nur noch Spuren bedenklicher 3-MCPD-Fettsäureester. Die Hipp Bio Anfangsmilch Pre war jedoch mit Glycidylfettsäureestern belastet. Der gemessene Gehalt liegt zwar unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts. Aber diese Stoffe haben aus unserer Sicht in Babynahrung nichts verloren, weil sie im Körper Glycidol freisetzen, das die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) als wahrscheinlich krebserregend einstuft.

Holle mit Perchlorat

Auch Desinfektionsmittelrückstände bemängeln wir, anders als in früheren Tests, nur einmal. Die Holle Bio Anfangsmilch Pre enthielt nach unserer Bewertung „erhöhte“ Mengen an Perchlorat. Perchlorat hemmt auf Dauer die Jodaufnahme der Schilddrüse. Die Firma Holle kündigte an, herausfinden zu wollen, woher die Belastung stammt.

Neue Vorgaben

Muttermilch lässt sich in ihrer komplexen Zusammensetzung und Wirkung für das Immunsystem nicht nachbauen. Aber zum Glück gelingt die Annäherung bei der industriell hergestellten Säuglingsmilch so weit, dass nichtgestillte Babys damit gut versorgt sind.

Für die Nährwerte gibt es klare gesetzliche Vorgaben. Seit 2020 gehört ein relativ hoher Mindestgehalt der Omega-3- Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) dazu. Die Hersteller durften vorher schon freiwillig DHA über Fischöl zusetzen, aber nur in Kombination mit mindestens genauso viel von der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure (ARA). Sie lässt sich aus dem Pilz Mortie rella alpina gewinnen. Muttermilch enthält in der Regel mehr ARA als DHA. Einige, aber nicht alle Studien zeigten für den Zusatz der beiden Fettsäuren eine positive Wirkung auf die Reifung des Sehvermögens und die kognitive Entwicklung.

An der falschen Stelle gespart

Zahlreiche europäische Wissenschaftler protestierten gegen die Entscheidung, Docosahexaensäure ohne gleichzeitigen Zusatz von Arachidonsäure (ARA) vorzuschreiben. Die Sicherheit der Zusätze sei nur in der Kombination belegt, erklärte zum Beispiel die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder-und Jugendmedizin 2020 in einer Stellungnahme. Dagegen hätten vergleichende Studien bei Affen und Säuglingen bei einem geringeren ARA-Anteil Nachteile für die neurologische Entwicklung und die Hirnzusammensetzung gezeigt. Die Experten empfehlen deshalb dringend, dass die Säuglingsmilch mindestens ebenso viel ARA wie die vorgeschriebene DHA enthalten sollte. Umso ärgerlicher ist es, dass die Hersteller in nur 10 der 16 Produkte unseres Tests freiwillig ARA dem entsprechend zugesetzt haben.

Hipp Bio Combiotik Anfangsmilch Pre

Hipp

Löwenzahn Organics Bio Anfangsmilch Pre

Löwenzahn

Dm Bio Anfangsmilch Pre

Dm

Holle Bio Anfangsmilch Pre, Demeter

Holle Baby Food

Töpfer Lactana Bio Anfangsmilch Pre

Töpfer

Hipp Bio Anfangsmilch Pre

Hipp

Aptamil Profutura Duo Advance Pre

Milupa

Nestlé Beba Pre Nestlé

Babydream Anfangsmilch Pre

Rossmann

Babylove Anfangsmilch Pre

Dm

Milupa Milumil Anfangsmilch Pre

Milupa

Nestlé Little Steps Pre

Nestlé

Aptamil Pronutra-Advance Anfangsmilch Pre

Milupa

Bebivita Anfangsmilch Pre

Bebivita

Humana Anfangsmilch Pre

Humana

Milasan Anfangsmilch Pre

Sunval

Abkürzungen: DHA = Docosahexaensäure, ARA = Arachidonsäure, MOSH = gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe, MOAH = aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe. Anmerkungen: 1) Laut Anbieter sei das Produkt seit circa Mitte Oktober mit einem Verhältnis an ARA und DHA von 1 : 1 am Markt verfügbar. Erkennbar an der Chargennummer L6051501BXXX bzw. der neuen GTIN 4006303005724. 2) Verhältnis ARA zu DHA nicht ausgeglichen. 3) Laut Anbieter wurde in der gleichen Charge kein nachweisbarer Übergang von MOSH/POSH analysiert. Ein Gutachten legte er nicht vor. Im zweiten Quartal 2022 soll das Produkt mit veränderter Rezeptur und Verpackung auf den Markt kommen. Weiterhin sei man sehr bemüht, den Gehalt an Mineralölbestandteilen zu minimieren. 4) Perchlorat „erhöht“. Laut Anbietergutachten liegt der Gehalt an Perchlorat unter der Bestimmungsgrenze, was bei uns zu keiner Abwertung führen würde. 5) Laut Anbieter sind in Labormessungen keine MOAH nachweisbar. Ein Gutachten legte er nicht vor. Ab dem MHD 15.2.2023 werde zudem der Produktname auf AptamilPronutrageändert und trage den Hinweis „pflanzliche Öle ohne Palmöl“ auf der Verpackung. 6) Laut Anbietergutachten sind die analysierten Gehalte an MOSH/ MOSH-Analogen niedriger und in einem Bereich, den wir nur als „leicht erhöht“ bewerten würden. Außerdem sei die Rezeptur des Produkts weiterentwickelt worden. Das neue Produkt enthalte Metafolin, und die Angabe der Nährwerte sei geringfügig angepasst worden. Das neue Produkt sei in jedem Fall ab MHD 5.5.2023 erhältlich, teilweise auch schon ab MHD 17.2.2023. 7) Laut Anbietergutachten sind die analysierten Gehalte an MOSH/MOSH-Analogen niedriger als in unserem Test, jedoch ebenfalls über 2 mg/kg. 8) MOSH „leicht erhöht“. 9) Laut Anbieter ist seit circa Ende August / Anfang September 2021 eine veränderte Rezeptur erhältlich, in der ARA im Verhältnis 1 : 1 zu DHA zugesetzt wird. Das veränderte Produkt sei an der neuen GTIN 4058172938375 erkennbar. 10) MOSH „erhöht“. 11) Nachweis von MOAH. Laut Anbieter wurde die Rezeptur verändert und enthält nun kein Palmöl mehr. Der Produktname sei zudem zu ApatamilPronutrageändert worden. Dasneue Produkt sei ab MHD 15.2.2023 im Handel erhältlich. 12) MOSH „stark erhöht“. 13) Enthält Glycidylfettsäureester. 14) Laut Anbieter wird derzeit an einem optimalen Verhältnis von DHA und ARA gearbeitet. Die Umstellung wird voraussichtlich Mitte 2023 erfolgen. 15) Laut Anbieter kommt das Produkt im ersten Quartal 2022 in neuem Design in den Handel. Das Produkt werde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr extern, sondern am eigenen Produktionsstandort hergestellt, um einen hohen Qualitätsstandard zu erzielen.

Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein gemessner Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und Analogen (MOSH/ POSH) der Kettenlänge C17 bis C35 von mehr als 4 mg/kg (in der Tabelle: „MOSH stark erhöht“). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) der Nachweis von aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH); b) ein gemessner Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und Analogen (MOSH/POSH) der Kettenlänge C17 bis C35 von mehr als 2 bis 4 mg/kg (in der Tabelle: „MOSH erhöht“); c) ein gemessner Gehalt an Perchlorat, der zur Aufnahme von mehr als 0,00105 mg/kg Körpergewicht pro Tag führt. Dabei wird der TDI laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) von 0,0003 mg/kg Körpergewicht für ein Kind mit 3,5 kg überschritten. Wir haben mit den auf der Verpackung vorgeschlagenen Tagestrinkmengen für den ersten Monat mit sieben Mahlzeiten am Tag mit je drei Messlöffeln gerechnet; d) ein gemessner Gehalt an Glycidylfettsäureestern (berechnet als Glycidol), der zu einer Aufnahme von mehr als 1,4 μg pro Tag führt. Wir haben uns an einer Risikoabschätzung der Efsa von 2020 orientiert. Daraus ergibt sich, dass der Sicherheitsabstand (Margin of Exposure) bei einer maximalen Aufnahme von 0,4 μg Glycidol/kg Körpergewicht größer als 25.000 ist. Wir sind von einem Kind mit 3,5 kg Körpergewicht ausgegangen und haben mit den auf der Verpackung vorgeschlagenen Tagestrinkmengen für den ersten Monat mit drei Messlöffeln und sieben Mahlzeiten am Tag gerechnet. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein gemessner Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und Analogen (MOSH/POSH) der Kettenlänge C17 bis C35 von mehr als 1 bis 2 mg/kg (in der Tabelle: „MOSH leicht erhöht“); b) ein nicht ausgeglichenes Verhältnis der Omega-Fettsäuren ARA zu DHA. Gemäß der VO (EU) 2016/127 müssen seit Februar 2020 alle Säuglings- und Folgenahrungen den Zusatz von DHA enthalten. Für einen gleichzeitigen Zusatz der ARA besteht dagegen keine Pflicht mehr.

Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze“ der jeweiligen Testmethode.

Das Gesamturteil beruht auf der Beurteilung des Inhalts.

Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/J2112

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 6/2021. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.