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TEST Sanitär-Silikonfugenmassen: Dichtung und Wahrheit


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2017 vom 29.12.2016

Leider sind die Rezepturen der Silikone nicht ohne Risiken für Mensch und Umwelt. Und das nicht nur wegen der Wirkstoffe gegen einen Schimmelbefall im Badezimmer. Doch es gibt auch Positives zu melden: Einige Hersteller verzichten mittlerweile auf bedenkliche Katalysatoren.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 1/2017

Um sie kommt so gut wie keiner herum. Silikonfugenmassen dichten im Bad Ränder und Übergänge ab. Und weil das Spritzen von Fugenmassen so schön einfach erscheint und die Dichtstoffe auch unsaubere Stöße kaschieren können, greifen Heim- und Handwerker gerne beherzt zur Kartusche – selbst da, wo es gar nicht nötig wäre. Doch was hat es ...

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... mit den Dichtstoffen auf sich? Und warum ist Schimmel ein Thema? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist der Unterschied zwischen Silikon- und Acrylfugenmassen?
Silikonfugenmassen bestehen aus Kunststoffen auf Silikonbasis, deren Grundlage Silicium ist. Silikone sind sehr elastisch und dehnbar. Sie können Bewegungen im Mauerwerk gut mitmachen und Fugen dicht halten. Da Silikonfugenmassen wasserabweisend und relativ chemikalienbeständig sind, sind sie auch für den Sanitärbereich geeignet. Für Fugen in trockener Umgebung sind Acrylmassen die bessere Wahl. Sie sind in der Regel weniger mit Schadstoffen belastet, dafür aber nicht ganz so elastisch und können Bewegungen und Spannungen nur zum Teil ausgleichen. Im Gegensatz zu Silikonmassen lassen sie sich jedoch überstreichen.

Wo macht es Sinn, eine Silikonfuge auszuführen?
Silikonfugen sollen Materialübergänge abdichten, an denen Feuchtigkeit eindringen und Schäden verursachen kann. Im Sanitärbereich ist das normalerweise an den Übergängen von Bade- und Duschwanne zu Wand und Boden der Fall, in der Küche am Spülbecken. Ansonsten sollte man immer prüfen, ob überhaupt eine Dichtmasse nötig ist. Verschiedene Materialien können aneinanderstoßen, ohne dass die Fuge zugeschmiert werden muss.

Stimmt es, dass in Silikonfugenmassen giftige Bestandteile eingesetzt werden?
Um den Trocknungsprozess der Silikone anstoßen zu können, wird ein Katalysator benötigt. Dazu setzen die Hersteller oft giftige zinnorganische Verbindungen ein. Weil diese zunehmend in der Kritik stehen, versuchen einige Hersteller seit Jahren, andere Stoffe einzusetzen, zum Beispiel Titan. Die meisten Anbieter und Hersteller im Test verweigerten uns auf Nachfrage jedoch die Auskunft darüber, was sie alternativ verwenden: Das sei geheim. Zumindest für Sanitärfugenmassen ist es jedoch möglich, auf einen Zinnkatalysator zu verzichten.


Sauer vernetzt mit Essigsäure oder neutral vernetzt mit Alkohol


Warum riechen die meisten Silikonmassen beim Trocknen penetrant nach Essig?
Dazu müssen wir noch einmal die Chemie bemühen: Bringt der Heimwerker die Masse auf, reagiert diese mit Luftfeuchtigkeit und die Moleküle verbinden sich zu einem elastischen Dichtstoff. Damit sich der Sauerstoff anlagern kann, setzen die meisten Produkte Essigsäure frei. Daher der strenge Geruch. Man spricht in diesem Fall von einer sauren Vernetzung (mit Essigsäure, auch Acetat genannt). Solange ein starker Geruch wahrzunehmen ist, ist der Dichtstoff noch nicht ausgehärtet, die Fuge noch nicht belastbar. Doch es gibt auch neutral vernetzte Fugenmassen, in denen zum Beispiel ein Alkohol oder eine andere Verbindung entweicht. Auch diese Produkte riechen, wenn auch milder. Daher ist es immer ratsam, tagelang gut zu lüften, auch wegen weiterer Inhaltsstoffe, die ausgasen.

Haben die Rezepturen unterschiedliche Eigenschaften?
Ja, sauer vernetzte Fugenmassen sind nicht für alle Materialien geeignet. Sie haften nicht auf mineralischen, porösen Untergründen wie zum Beispiel Putz oder Gipskartonplatten und können korrosionsempfindliche Materialien angreifen, etwa Metalle zum Rosten bringen. Für Fliesen und Sanitärkeramik sind sie aber gut geeignet. Die neutral vernetzten Silikone sind universeller als die sauer vernetzten einsetzbar und meist auch teurer. Nicht immer ist die Art der Rezeptur für den Verbraucher erkennbar. Teilweise steht im Kleingedruckten auf der Kartuschenrückseite jedoch essig- oder neutralvernetzt. Statt Essigsäure wird zuweilen auch das Wort Acetat verwendet. Ansonsten hilft unsere Testtabelle.

Warum schimmeln Fugenmassen?
In der feuchtwarmen Luft des Badezimmers finden Schimmelsporen auf Seifen- und Shampooresten einen prima Nährboden. Besonders leicht haben sie es, wenn die Fugen Schwachstellen zeigen, sich also schon leicht ablösen, oder wenn sie nicht ganz glatt und homogen sind.

Die Fugenmassen sind doch pilzhemmend ausgerüstet?
Ja, die meisten Silikonfugenmassen sind mit einem fungiziden Wirkstoff ausgerüstet, der auf der Verpackung genannt werden muss. Doch die Fungizide werden nach und nach – möglicherweise schon nach Monaten – ausgewaschen, sodass sie nicht auf Dauer wirken.

Wie kann man dann Schimmelpilze vermeiden?
Indem man ihnen das Leben schwer macht: Seifenrückstände nach dem Baden und Duschen mit klarem Wasser abspülen und Fugen abtrocknen. Und vor allem lüften. Falls das bei einem innen liegenden Bad ohne Fenster nur eingeschränkt möglich ist, wird das regelmäßige Reinigen und Trocknen der Fugen umso wichtiger. Falls doch mal Rückstände angetrocknet sein sollten, kann man sie mit einem gut verdünnten Essigreiniger entfernen.

Muss man eine schimmelpilzbefallene Silikonfuge erneuern und kann man das selbst machen?
Bei einem deutlichen Befall hilft kein Putzen mehr, sondern nur noch das Entfernen und Neuverfugen. Um dann eine neue, gleichmäßige Fuge hinzubekommen, gehört schon viel handwerkliches Geschick dazu. Wie es geht, zeigen wir auf dieser Seite. Wichtig: Schlecht ausgeführte Fugen sind schnell wieder von Schimmel befallen. Im Zweifelsfall besser den Fachmann machen lassen.

Ist die Entfernung einer verschimmelten Silikonfuge in Mietwohnungen nicht Sache des Vermieters?
Schimmel in der Wohnung – auch der auf Fugen – ist ein Mangel, den der Mieter dem Vermieter anzeigen und den dieser beseitigen muss. Es sei denn, der Mieter hat den Mangel selbst verursacht, beispielsweise durch zu wenig lüften. Bekannterweise lässt sich darüber trefflich streiten. Die Beseitigung durch den Vermieter würde aber nach Auskunft des Deutschen Mieterbunds unter die Kleinreparaturklausel im Mietvertrag fallen, sodass der Mieter die Kosten je nach Höhe eventuell selbst tragen muss.

Wie lange ist eine Kartusche haltbar?
Die Silikonfugenmassen sind nur begrenzt haltbar, weil im Laufe der Zeit auch Luftfeuchtigkeit durch die geschlossene Kartusche dringt. Die Hersteller geben üblicherweise ein bis zwei Jahre an – im geschlossenen Zustand, mit einem Produktions- oder Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung. Im angebrochenen Zustand hält die Masse kühl gelagert und mit Verschluss auch einige Monate. Das hängt jeweils von den klimatischen Bedingungen der Umgebung ab.

Die neue Fugenmasse muss gleichmäßig in die Fuge gespritzt werden, sodass sie nur an den beiden Flanken haftet. Vorher ein Fugenfüllprofil einlegen.


Foto: imago/Jochen Tack

Damit Sie wissen, welche Silikonfugenmassen nicht oder nur gering mit Schadstoffen belastet sind, hat ÖKOTEST 20 Produkte für den Sanitärbereich eingekauft und aufwendig testen lassen.

Das Testergebnis
Nur einzelne Lichtblicke. Wie schon frühere Tests gezeigt haben, sind Sanitär-Silikonfugenmassen vor allem aufgrund von wichtigen Rezepturbestandteilen und fungiziden Wirkstoffen alles andere als unbedenklich. Mehr als die Hälfte der Produkte ist deshalb für ÖKOTEST nicht akzeptabel. Erfreulicherweise schneiden drei Baumarkteigenmarken sowie ein Markenprodukt von Soudal mit „gut“ ab, fünf weitere Massen landen noch im Mittelfeld.
Giftige Katalysatoren. In der Hälfte der Fugenmassen steckt verhältnismäßig viel an zinnorganischen Verbindungen, vor allem Dibutylzinn oder Dioctylzinn. Sie stehen im Verdacht, das Immunund Hormonsystem zu beeinträchtigen, dadurch fortpflanzungsgefährdend und fruchtschädigend zu sein. Außerdem sind sie meist nur schwer abbaubar und wassergefährdend. Dibutylzinn ist in Verbraucherprodukten verboten, Dioctylzinn in einigen Produktgruppen – vor allem solchen mit Hautkontakt. Allerdings ist der Grenzwert so hoch, dass der Gesetzgeber die von uns nachgewiesenen Mengen noch toleriert.
Schimmelabwehr mit Risiken. Die fungiziden Wirkstoffe, die Schimmelpilze fernhalten sollen, sind meist auch ein Problem für Mensch und Umwelt. Das gilt auch für die häufig eingesetzten Isothiazolinonverbindungen, die Allergien auslösen können. Ein besonders großes sensibilisierendes Potenzial hat die Verbindung Dichloroctylisothiazolinon, die in fast der Hälfte der Fugenmassen verwendet wird. Lugato setzt dagegen im Lugato Schimmelstopper-Silicon auf Silber zur Schimmelvermeidung. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass Bakterien resistent gegen diesen in der Medizin wichtigen Wirkstoff werden: Das muss nicht sein. Außerdem wird Silber auch in der Umwelt zum Problem, wo es sich anreichert.
Pattex – ein unflotter Dreier. Auffällig ist das Pattex Schimmel Blocker Silikon Perfektes Bad, in dem die von uns beauftragten Labore einen Mix aus drei Stoffen analysiert haben, die als biozide Wirkstoffe infrage kommen. Henkel setzt hier als einziger Hersteller Tebuconazol ein, das auch als Wirkstoff deklariert ist. Außerdem wies das Labor Carbendazim nach. Beide Stoffe sind möglicherweise reproduktionstoxisch und können das Kind im Mutterleib schädigen. Außerdem steht Carbendazim im Verdacht, erbgutverändernd zu sein. Beide Verbindungen sind darüber hinaus stark wassergefährdend. Deklariert ist Carbendazim nicht, im Gegensatz zu Octylisothiazolinon, der dritten Verbindung im Bunde.
Bedenkliches Vernetzungsmittel. Neutrale Rezepturen können statt mit Alkohol auch mit einer Oximverbindung wie Butanonoxim vernetzt sein. Nur im Pronova-Dichtstoff konnten wir diesen krebsverdächtigen Stoff nachweisen. Die Konzentration war jedoch relativ gering, da der Hersteller den Stoff offensichtlich überwiegend durch andere Oxime ersetzt hat.

Flüchtige Substanzen. Aus vier Fugenmassen gasen beim Trocknen – und auch später noch – vergleichsweise viele flüchtige organische Verbindungen aus, welche die Raumluft belasten und bei empfindlichen Personen zu Atemproblemen führen können. In diesen Materialien stecken neben Silikon deutliche Mengen an flüchtigen Erdölprodukten. Ob das Material aus Kosten- oder anderen Gründen verschnitten wurde, wissen wir nicht. Doch beim Trocknen schrumpft eine solche Fugenmasse. Dadurch kann sie sich möglicherweise vom Rand lösen oder mit der Zeit auch reißen. Vor allem aber lagert sich an Schwachpunkten verstärkt Schmutz ab, ein gefundenes Fressen für Schimmelpilzsporen.
Deklaration könnte auch besser sein. In wenigen Fällen erfüllen die Anbieter sogar gesetzliche Anforderungen an die Deklaration nicht. Auf der Disboflex-Kartusche ist die harmlosere, nicht chlorierte Isothiazolinonverbindung deklariert, nachgewiesen hat unser Labor aber die wesentlich problematischere Verbindung Dichloroctylisothiazolinon. Beim Ardex-Produkt fehlt der Hinweise auf mögliche Allergien. Doch unsere Kritik geht weiter: So verweisen die Hersteller gerne auf ein technisches Merkblatt, das zu beachten sei oder das weitere Informationen liefere. Die Frage ist nur, wo kriegt man das her? Oft war im Internet nichts zu finden und auch der Handel hatte auf Nachfrage nichts parat. Ebenfalls nicht in Ordnung ist ein fehlendes Verfallsdatum, denn Silikonfugenmassen halten nicht ewig.

So reagierten die Hersteller
Die Firma Pronova-Dichtstoffe wies darauf hin, dass das Pronova 4in1 Universalsilikon ein „Natursteinsilikon mit universellen Anwendungsmöglichkeiten, unter anderem auch im Sanitärbereich“ sei. Natursteinsilikone könnten im Gegensatz zu normalen Sanitärsilikondichtmassen nicht sauer vernetzend und – technisch bedingt – auch nicht ohne Zinnkatalysator hergestellt werden. Aufgrund der notwendigen hochwertigen Polymere für das Natursteinsilikon komme er mit einer geringen Menge an nicht chlorierten Isothiazolinonen für die pilzhemmende Wirkung aus. Das Produkt erfülle die höchste Kategorie.
Quick-Mix , Hersteller des Probau Sanitär-Silikon eco, informierte uns, dass er dabei sei, „eine zinnfreie Rezeptur auf Basis der jetzigen praxistauglich zu machen“. Sie sei aktuell in der Prüfphase. Er rechne damit, die neue Rezeptur im ersten Halbjahr 2017 für das Probau Sanitär-Silikon eco verwenden zu können. Außerdem prüfe er derzeit eine Neuentwicklung, die weitestgehend frei von Bioziden sei, hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit. Die Rezeptur sei aber noch nicht marktreif.
Hersteller Henkel betonte, dass im Pattex Schimmel Blocker Silikon Perfektes Bad Carbendazim kein Bestandteil der eingesetzten Rohstoffe sei und auch dem fertigen Produkt nicht zugesetzt werde. Einen Untersuchungsbericht oder ein Gutachten dazu legte er jedoch nicht vor. Das von uns beauftragte Labor bestätigte den Carbendazimnachweis.

So haben wir getestet

Der Einkauf
In Baumärkten und im Baustoffhandel haben wir 20 weiße Silikonfugenmassen eingekauft, die speziell für den Sanitärbereich ausgelobt sind oder die für feuchte Innenräume verwendet werden können. Darunter finden sich sowohl bekannte Marken wie Lugato, Pattex, PCI, Sista und Soudal als auch Eigenmarken der Baumärkte. Die meisten Dichtmassen sind sauer, also mit Essigsäure, vernetzt, wenige auch neutral. Die Preisunterschiede sind beträchtlich: von rund vier bis mehr als zwölf Euro pro Kartusche.

Die Inhaltsstoffe
Silikonfugenmassen sind, wie ÖKO-TEST bereits in früheren Tests festgestellt hat, oft mit Schadstoffen belastet, die für Mensch und Umwelt problematisch sind. Zum einen liegt das am für die Herstellung notwendigen Katalysator, wozu Anbieter häufig giftige und vermutlich hormonell wirksame zinnorganische Verbindungen einsetzen. Das Vernetzungsmittel Butanonoxim gilt als krebsverdächtig. Zum anderen sind die meisten Sanitärdichtstoffe mit fungiziden Wirkstoffen gegen Schimmelbefall ausgerüstet, die auch für den Menschen nicht unproblematisch sind: allergieauslösende Isothiazolinone oder Stoffe wie Carbendazim, welche zum Beispiel die Fortpflanzung gefährden können. Außerdem haben wir prüfen lassen, inwieweit aus den Dichtmassen flüchtige Verbindungen ausgasen. Möglicherweise sind die teuren Silikone mit Benzin und anderen Stoffen verschnitten.

Fotos: OKO-TEST (3)

Die Weiteren Mängel
Hierunter fällt die Deklarationsprüfung: Sind die bioziden Wirkstoffe und die nachgewiesenen Gefahrstoffe mit den gesetzlich geforderten Warnhinweisen angegeben? Wie steht es um weitere Sicherheitshinweise? Und ist ein Verfallsdatum aufgedruckt? Schließlich sind Silikonfugenmassen nur begrenzt haltbar.

Die Bewertung
Maßgeblich für das Gesamturteil sind die Inhaltsstoffe. Produkte mit hohen Gehalten an giftigen zinnorganischen Verbindungen werden streng abgewertet und können am Ende nicht besser als „mangelhaft“ abschneiden. Doch auch andere gesundheits- und umweltschädliche Inhaltsstoffe führen zu Minuspunkten. Erhebliche Weitere Mängel verschlechtern das Gesamturteil.

Fett gedruckt sind Mangel.
Abkürzungen: DBT = Dibutylzinn. DOT = Dioctylzinn. Die Wirkstoffe sind auf den Kartuschen folgenderma.en bezeichnet: Butylbenzisothiazolinon = n-Butyl-1,2-benzisothiazolin- 3-on. Dichloroctylisothiazolinon = 4,5-Dichlor-2-octyl-2H-isothiazol-3-on. Octylisothiazolinon = 2-Octyl-2H-isothiazol-3-on. Tebuconazol = 1-(4-chlorophenyl)-4,4-dimethyl-3- (1,2,4-triazol-1-ylmethyl)pentan-3-ol.
Glossar: Erlauterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 124.
Anmerkungen: 1) Enthalt au.erdem Dioctylzinn (DOT) in erhohter Konzentration.2) Enthalt au.erdem Monooctylzinn (MOT) in erhohter Konzentration.3) Enthalt au.erdem Dibutylzinn (DBT) in erhohter Konzentration.4) Enthalt au.erdem Tributylzinn (TBT) in erhohter Konzentration.5) Enthalt au.erdem Monooctylzinn (MOT) in stark erhohter Konzentration.6) Weitere Mangel: Fungizid enthalten, aber kein Hinweis auf eine pilzhemmende Wirkung auf der Verpackung. Falsche Isothiazolinonverbindung deklariert (Octylisothiazolinon), nachgewiesen wurde jedoch Dichloroctylisothiazolinon.7) Weiterer Mangel: Warnhinweis „Kann Allergien hervorrufen“ fehlt.8) Weiterer Mangel: Carbendazim nicht deklariert.9) Weiterer Mangel: Wichtige Sicherheitshinweise fehlen (Mindestaussage: „gut luften“ und „von Kindern fernhalten“).10) Weiterer Mangel: Verfallsdatum nicht erkennbar.11) Weiterer Mangel: Hinweis auf technisches Merkblatt auf Verpackung vorhanden, aber dieses weder im Internet noch im Handel (wo das Produkt eingekauft wurde) erhaltlich.12) Laut Anbieter ist das Produkt mittlerweile frei von Butanonoxim. Das getestete Produkt mit Restmengen an Butanonoxim stamme aus der Umstellungsphase. Die neuen Kartuschen sind mit dem EC1-Plus-Label „sehr emissionsarm“ gekennzeichnet.13) Laut Anbieter ist ab Februar ein komplett neues Sortiment mit veranderten Rezepturen (unter anderem mit anderem Katalysator) im Handel.14) Laut Anbieter ist geplant, die technischen Merkblatter der Marke Pattex bis Ende des Jahres 2016 auf der Homepage bereitzustellen.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe fuhren zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) ein stark erhohter Gehalt von mehr als 1.000 μg/kg Dibutylzinn (DBT) und/oder Dioctylzinn (DOT); b) ein stark erhohter Gehalt von mehr als 10.000 μg/kg anderer zinnorganischer Verbindungen (hier: Monooctylzinn), falls nicht schon ein stark erhohter Gehalt an Dioctylzinn abgewertet wurde. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten fuhren: a) ein erhohter Gehalt von mehr als 100 bis 1.000 μg/kg Dibutylzinn (DBT) und/oder Tributylzinn (TBT) und/ oder Dioctylzinn (DOT), falls nicht schon ein stark erhohter Gehalt an Dibutylzinn oder Dioctylzinn abgewertet wurde; b) ein erhohter Gehalt von mehr als 1.000 bis 10.000 μg/kg anderer zinnorganischer Verbindungen (hier: Monooctylzinn), sofern nicht schon ein stark erhohter Gehalt an Dioctylzinn abgewertet wurde; c) bis 1.000 mg/kg Butanonoxim; d) Dichloroctylisothiazolinon; e) Tebuconazol; f) bis 100 mg/kg Carbendazim, sofern nicht schon Tebuconazol abgewertet wurde. Zur Abwertung um jeweils eine Note fuhren: a) mehr als 200 mg/kg Octylisothiazolinon und/oder Butylbenzisothiazolinon; b) Silber; c) mehr als 50.000 mg/kg fluchtige organische Verbindungen (VOC + SVOC).

Unter dem Testergebnis Weitere Mangel fuhren zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) fungizider Wirkstoff deklariert und dennoch kein Hinweis auf eine pilzhemmende Wirkung auf der Verpackung; b) Carbendazim nicht deklariert; c) Warnhinweis fehlt („Kann allergische Reaktionen hervorrufen“); d) falsche Isothiazolinonverbindung als Wirkstoff deklariert. Zur Abwertung um jeweils eine Note fuhren: a) fehlender Sicherheitshinweis (Mindestaussage: „gut luften“ und „von Kindern fernhalten“ oder ahnliche Formulierung); b) kein Verfallsdatum erkennbar; c) ein Hinweis auf ein technisches Merkblatt auf der Verpackung und dieses zum Zeitpunkt des Tests weder im Internet noch auf Nachfrage im Handel erhaltlich.
Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze“ der jeweiligen Testmethode. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mangel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mangel, das „mangelhaft“ oder „ungenugend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unterwww.oekotest.de → Suchen → „M1701“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: Oktober 2016.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

Vorsicht ist für Isothiazolinonallergiker geboten. Diese sollten auf keinen Fall selbst Hand anlegen.

Nach dem Ausspritzen der Fugenmasse den Raum gut lüften, zumindest bis der Geruch verflogen ist.

Schimmelbildung lässt sich vermeiden, wenn man Seifenrückstände nach dem Baden und Duschen beseitigt und die Fugen abtrocknet. Außerdem: Immer wieder Lüften ist das A und O.

Für Heimwerker: So erneuern Sie eine Fugenmasse

Michael Pommer, Trainer der DIY (Do-It-Yourself) Academy in Köln, erläutert die Schritte.

Alte Fugenmasse entfernen
■ Die alten Fugenmassen mit einem speziellen, im Baumarkt erhältlichen Fugenmesser vorsichtig herausschneiden, ohne dabei Fliesen oder Sanitärobjekte zu beschädigen.
■ Wenn die Fuge fach- und sachgerecht ausgeführt war, findet sich hinter der Fuge noch ein Füllprofil, das ebenfalls entfernt werden muss.
■ Verbleibende Reste mit Silikonentferner entfernen, dieser muss circa eine Stunde einweichen. Wichtig: Alle Produktreste entfernen, sonst hält die neue Fuge nicht! Danach sorgfältig reinigen, mit reinem Alkohol nachreiben und trocknen lassen.

Neue Fugenmasse einbringen
■ Zunächst ein Fugenfüllprofil (Rundschnur) einbringen. Das ist wichtig, damit die Fugenmasse später nur an den beiden Rändern haftet und Bewegungen mitmachen kann. Sonst kann sie reißen. Der Schlauch sollte mit leichtem Druck in die Fuge passen.
■ Die Fugenmasse zügig und nahtlos aus der Kartusche in die Fuge einarbeiten, dazu Kartuschenspitze schräg anschneiden in Größe der Fuge, zirka acht Millimeter breit.
■ Mit speziellem und sauberem Fugenglättwerkzeug glätten. Dazu kein Trenn- oder Spülmittel verwenden.

Die alten Silikonfugenmassen werden am besten mit einem speziellen Fugenmesser herausgeschnitten.


Wichtig: Die alte Fugenmasse auf voller Länge entfernen, denn man kann eine Fuge nicht anstückeln. Silikonfugen sind Wartungsfugen, die ständig kontrolliert werden müssen. Nach fünf Jahren sollte man sie austauschen.

Experte

Auf keinen Fall Hautkontakt

Foto: privat

„Biozide wie die Isothiazolinone können Kontaktallergien hervorrufen. Der Sensibilisierte – also der allergisch Gewordene – muss dann auch strukturverwandte Stoffe meiden. Die chlorierte Verbindung Dichloroctylisothiazolinon ist ein extrem potentes Allergen. Die nachgewiesenen Konzentrationen liegen weit über denen, die eine Allergie auslösen können. Und bei den Sensibilisierten können dann sogar ganz geringe Gehalte zu einer Ekzemreaktion führen. Diese Verbindung sollte nicht eingesetzt werden.“

Professor Axel Schnuch vom Informationsverbund Dermatologischer Kliniken/Universität Göttingen.


Foto: Pawel_Kisiolek/iStock/Thinkstock

Foto: Henkel Sista