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TEST: SECHSY: Plus X von Vladimir’s Model/Mahmoudi


FMT Flugmodell und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 26.09.2019

Über die Saison 2018 hinweg waren die ersten Prototypen des aus dem Plus hervorgegangenen Plus X bereits im Wettbewerbseinsatz – und konnten mit sehenswerten Platzierungen überzeugen. Seit 2019 befindet sich das neue F5J-Flaggschiff von Vladimir’s Model/Mahmoudi nun in Serienproduktion. Ich konnte es kaum erwarten, eines der ersten Modelle für diesen Test in Händen zu halten.


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Bildquelle: FMT Flugmodell und Technik, Ausgabe 10/2019

Drei Versionen

Verfügbar ist das Modell in drei Varianten, die leichteste davon bringt laut Hersteller flugfertig gerade einmal 1.020 g auf die Waage. Neben der Standard-Version mit 1.200 g wird der Segler auch in der ...

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... Windy-Ausführung angeboten und wiegt bei höheren Festigkeitsreserven laut Hersteller 1.350 g. Dieser Auslegung entspricht das Testmodell. Gerade in Bezug auf die Alltagstauglichkeit dürfte diese Variante die beste Wahl darstellen.

Eine Besonderheit des Modells ist gewiss der fünfteilige Sechs-Klappen-Flügel. Abgesehen von den äußeren Querrudern sind hier durchweg LDS-Anlenkungen vorgesehen, was eine saubere Aerodynamik ergibt. An dieser Stelle hat man die Option, die Servorahmen sowie Anlenkungen bereits vom Hersteller installieren zu lassen. Diesen Service habe ich auch beim Testmodell in Anspruch genommen. Doch kommen wir nun zu den weiteren Fragen: Wie ist das Modell aufgebaut und worin bestehen seine Besonderheiten?

Der Sechs-Klappen-Flügel

Das Flächenmittelteil ist in Schalenbauweise ausgeführt, es beherbergt neben den beiden inneren Wölbklappenservos auch den Empfänger. Da die meisten Kanäle für die sechs Flächenservos benötigt werden, ist diese Platzierung durchaus sinnvoll und spart bei der Verkabelung und den Steckverbindern deutlich an Gewicht. Eine Besonderheit des Mittelteils sind die großen Wölbklappen, die in der Butterfly-Stellung eine enorme Bremswirkung entfalten, gleichzeitig aber beim Wölben für eine bessere Aerodynamik sorgen, da der Knick im Profil nur sehr gering ausfällt.

Zum Außenflügel hin gibt es einen Verbinder aus faserverstärktem Kunststoff-Spritzguss, was eher ungewöhnlich ist. Die Spritzguss-Teile machen einen durchdachten und qualitativ hochwertigen Eindruck, laut Hersteller sollen sie bei gleicher Stabilität sogar leichter sein als ihr laminiertes Äquivalent. Sowohl am Innen- als auch am Außenflügel passen sie saugend in die Aussparungen in der Fläche.

Das markanteste Detail des Plus X sind gewiss die großen inneren Wölbklappen. Sie haben eine ausreichend dimensionierte Dichtlippe und werden per LDS angelenkt.


Beim Mittelteil sieht man sehr schön den Vorfertigungsgrad des getesteten Modells: Die Servorahmen sind sauber eingebaut und der Kabelbaum liegt fertig konfektioniert bereit.


Bei den inneren Klappen kommen die größeren KST X10 zum Einsatz, diese werden gegen die untere Flügelschale zusätzlich abgestützt.


Als einziges Ruder am Flügel werden die äußeren Querruder über Kreuz mit einem außenliegenden Ruderhorn angelenkt.


Ein Beispiel für die durchdachte Konstruktion findet sich im Bereich der Querruder beziehungsweise Wölbklappen des Außenflügels. Da bei dieser Bauweise keine Dichtlippe mit angeformt werden kann (diese nicht in den Flügel eintauchen kann), muss man hier mit einem Abdeckband, beispielsweise Klebeband, arbeiten. Dafür ist vor dem Ruder eine in der Tiefe perfekt passende Nut eingelassen, wodurch der Luft hier keine noch so kleine Stolperkante geboten wird.

Um ein möglichst kompaktes Packmaß zu erreichen, lässt sich der Flügel am äußeren Knick nochmals teilen, auf dieses Feature kann man auf Wunsch zu Gunsten des Gewichts aber auch verzichten. Ausgeführt ist die Steckung über einen flachen CFK-Verbinder, auch hier ist alles vorgefertigt und passt perfekt. Sieht man genau hin, so erkennt man, dass die Flügel nicht einfach nur im passenden Winkel zusammengesteckt werden; zur Steckung hin ist die Profiloberseite so gestaltet, dass ein weicher Übergang entsteht. Genau diese Kleinigkeiten sind es, die beweisen, wie viele Gedanken sich der Konstrukteur um jedes noch so kleine Details gemacht hat.

Raffinierte Rumpfdetails

Am Rumpf finden sich ebenfalls viele pfiffige Detaillösungen. Ausgeführt ist er zweiteilig, die Trennstelle befindet sich unter dem Flügel. Die Trennung bietet zwei Vorteile: Will man ein kompaktes Packmaß, so lässt sich der Rumpf zerlegen und so leichter transportieren. Spielt der Platz eine untergeordnete Rolle, so kann man das Vorderteil am Flügelmittelstück belassen, damit spart man sich beim Aufbau zwei Schrauben und eine etwas fummelige Steckverbindung. Die Verbindung der beiden Teile geschieht über eine abgestufte Steckung, die sich selbst durch die Passung ausrichtet. Zusammengehalten werden beide Teile über drei bis vier Wicklungen Klebeband.

Den Zugang zu Akku und Ballastfach eröffnet eine ausreichend dimensionierte Kabinenhaube, insofern man bei einem solch schlanken Rumpf überhaupt von so etwas reden kann. Die Arretierung der Haube geschieht auf äußerst clevere Art und Weise über einen angeformten Schnappverschluss. Dieser lässt sich leicht und ohne Werkzeug lösen, hält die Haube aber trotzdem fest an ihrem Platz. Gefertigt ist der Rumpf durchgängig aus CFK, was aufgrund der Platzierung des Empfängers im Flügel keine Probleme bereitet. Trotz des geringen Gewichts und des engen Querschnitts ist der Rumpf überaus steif und im vorderen Bereich sehr robust ausgeführt.

Das Seitenleitwerk wird auf einen mit dem Rumpf verklebten Vierkant-Holm aufgeschoben und mit Klebeband gesichert; für das Höhenleitwerk sind hingegen vier Schrauben notwendig, wovon zwei das Ruderhorn halten. Diese Art der Befestigung ist ein Kompromiss zugunsten der Aerodynamik, denn das Ruderhorn taucht komplett in den Leitwerksträger ein, so dass das Gestänge komplett innerhalb des Rumpfs läuft. Eine Demontage und vor allem die Montage des Gestänges am Ruderhorn ist so aber nur schwer möglich.

Die äußeren Wölbklappen werden von KST X08 bewegt. Die Servokabel habe ich aus Gewichtsgründen gekürzt.


Die Servoabdeckungen bestehen aus transparentem Kunststoff, was jederzeit einen Blick auf das Servo und die Anlenkung zulässt.


Das Jeti-Vario habe ich im Schacht eines der inneren Flap-Servos platziert, da sonst kaum Platz gewesen wäre. Der Empfänger hat sein eigenes Fach im Flügel.


In meiner frühen Version musste der Empfänger Federn lassen, um in die Aussparung zu passen. Auf der Rückseite habe ich sogar auf den Stecker verzichtet und die Kontakte isoliert einzeln gesteckt.


Der Servoeinbau

Insbesondere, da ich meinen Plus X mit bereits montierten Servorahmen und Anlenkungen bestellt habe, ist die Vorfertigung als sehr hoch zu bezeichnen. Viele Arbeitsschritte wurden vom Hersteller bereits übernommen und alles weitestgehend vorbereitet. Hauptsächlich übrig bleiben also noch der Einbau der Servos sowie des Antriebs. Für den Flügel sind hier KST X08 beziehungsweise X10 für die großen, inneren Wölbklappen sowie MKS 6110 für Höhen- und Seitenruder vorgesehen. Da alles für den Einbau dieser Typen vorbereitet ist, sollte man dieser Empfehlung auch folgen.

Die Anlenkung der äußeren Querruder ist die einzige, die noch etwas mehr Arbeit erfordert, die LDS-Anlenkungen der restlichen Klappen sind bereits soweit vorbereitet, dass hier nur noch die Servos an ihrem Platz verschraubt werden müssen. Aufgrund der Flächendicke werden die äußeren Querruder über Kreuz mit einem dünnen Stahldraht angelenkt. Da hier auch ein LDS-Servorahmen verbaut ist, kann man eines der beiliegenden, passenden Ruderhörnern verwenden; so ergibt sich eine sehr steife und spielfreie Anlenkung. Lenkt man über Kreuz an, so muss unter dem Servohebel vorsichtig noch etwas Schaum entfernt werden. Die Ruderhörner liegen in GFK bei, sie müssen noch im Flügel verklebt werden, wofür noch eine Aussparung zu erstellen ist. Bereitet man jetzt das Seitenruder nach gleichem Schema vor, so muss man für den gesamten Aufbau lediglich einmal Harz anrühren.

Der für den Flügel notwendige Kabelbaum kann fertig konfektioniert bestellt werden, das habe ich beim Testmodell auch getan. Auch hier wurde sehr auf das Gewicht geachtet: Am Außenflügel dient der Servostecker gleichzeitig als Verbindung zum nächsten Flügelsegment. Weiter innen werden nur die Signalleitungen einzeln zu den Servos geführt, die beiden Kabel zur Stromversorgung werden von Servo zu Servo weitergeführt, so dass hierfür keine sechs, sondern nur zwei Kabel durch den Flügel laufen. Was die Stromversorgung betrifft, bietet eine solche Verkabelung bei den hier auftretenden Strömen praktisch keine Nachteile, spart aber deutlich Gewicht.

Die Abdeckungen der Servoschächte liegen aus transparentem Kunststoff gefertigt bei. Das hat den Vorteil, dass der Zustand der Anlenkungen zu jeder Zeit direkt einsehbar ist, ohne dass die Abdeckungen abgenommen werden müssen. Eine besondere Erwähnung verdient auch die Befestigung der Deckel: Hier wird allzu oft Klebeband verwendet, was ein mehr oder weniger sauberes Erscheinungsbild ergibt. Dem Plus X liegen dagegen aus transparenter Folie geplottete Elemente bei, mit denen sich die Deckel sauber und optisch gefällig befestigen lassen.

Empfänger in der Fläche

Mittig im Flügel findet sich auf der Unterseite das Fach für den Empfänger. Da ich ein Modell der ersten Serie habe, musste ich hier ein wenig improvisieren, um den Jeti-Empfänger unterzubringen. Ich habe hierfür den Schacht vorsichtig leicht erweitert und das Gehäuse des Empfängers etwas zugeschnitten. Zusätzlich habe ich einseitig auf die Stecker verzichtet und die Pins abgewinkelt einzeln gesteckt. Die neuen Modelle sollen hier laut Mahmoudi über eine größere Aussparung verfügen, die den Einbau einfacher macht. Immerhin benötigt das Modell neun Kanäle. Will man einen Regler mit Telemetrie nutzen, so kommt noch ein Steckplatz hinzu.

Die Verbindung zum Rumpf geschieht bei mir über zwei Servostecker; einer davon überträgt die Spannung und ein Signal, der andere zwei Signalleitungen sowie einmal die Telemetrie des YGE-Reglers. Da wir es beim Plus X mit einem Voll-CFK-Modell zu tun haben, an dem es keine 2,4-GHz-freundlichen Bereiche gibt, gilt der Verlegung der Antennen besondere Aufmerksamkeit: Ich habe eine der Antennen durch eine Bohrung auf die Flügeloberseite verlegt, die zweite schaut durch den Servodeckel nach unten. Im Flug hatte ich mit dieser Konfiguration auch in größerer Entfernung nie Probleme.

Das Flugvideo zum Test finden Sie unter:
www.fmt-rc.de

Die innere Steckung besteht aus Spritzguss-Verbindern, die saugend in den Flügel passen.


Die äußere Steckung erfolgt über einen CFK-Verbinder. Auch hier ist vom Hersteller alles passend vorbereitet und passt perfekt zusammen.


Die Abschlussrippen des Außenflügels sind bereits fertig und perfekt passend mit den Torsionsstiften versehen.


Das Höhenleitwerk sitzt auf einem kleinen Pylon, das Höhenruder wird über eine Schubstange aus dem Rumpf heraus angelenkt.


Die beiden Leitwerksservos werden auf einem 3D-gedruckten Träger verschraubt und mit diesem in den Rumpf eingeschoben.


Der Rumpf ist im Bereich unter dem Flügel geteilt. Im oberen Segment befindet sich die Ballastkammer, im unteren die beiden Servos für das Leitwerk. Die Gabelköpfe sind über je eine schmale Aussparung zugänglich.


Das Seitenleitwerk wird auf einen Vierkant aufgeschoben, der fest mit dem Rumpf verklebt ist. Die Anlenkung erfolgt einseitig per außenliegendem Ruderhorn.


Elektronik im Rumpf

Den Antrieb bildet bei mir ein Powerline micro 1020 F5J turbo von Schambeck. Dieser Getriebeantrieb arbeitet mit einem 3s-1.300- mAh-LiPo und dreht dabei eine 16×8,5“-Luftschraube, ausgelegt ist er für Modelle zwischen 1.400 und 1.800 g. Der Motorspant ist bereits ab Werk fertig im Rumpf verklebt, er muss lediglich passend zum Motor gebohrt werden. Als Prop hatte ich anfänglich GM-Blätter an einem geraden 30-mm-Spinner verbaut. Diese standen aber deutlich vom Rumpf ab. Ich habe den Spinner daher später gegen den gekröpften VM-Pro-Spinner und passende Blätter mit identischem Durchmesser und Steigung ausgetauscht. Beides kann man ebenfalls über Mahmoudi beziehen.

Neben dem Antrieb werden im Rumpf lediglich die beiden Servos für Höhen- und Seitenleitwerk verbaut. Diese verschraubt man auf einem 3D-gedrucken Träger und schiebt sie zusammen mit ihm in den hinteren Rumpfteil. Eine Schraube sichert die ganze Einheit gegen ein Verrutschen. Die beiden Züge in Form von CFK-Schubstangen liegen bereits fertig im Rumpf, es müssen nur noch die aus Draht gebogenen Gabelköpfe passend aufgeklebt werden. Die komplette Einheit liegt später inklusive Anlenkung im Inneren des Rumpfs und ist über je eine Aussparung zugänglich, beim Transport und Handling ist jedoch alles bestens geschützt.

Cleveres Ballastsystem

Für den Transport empfehle ich die bei Mahmoudi separat erhältlichen Taschen, denn durch die extreme Leichtbauweise sind Fläche und Leitwerk recht empfindlich, was Beschädigungen angeht. Hier würde man also am falschen Punkt sparen. Ich lasse, wie bereits gesagt, den Rumpf meist am Flügel verschraubt und benötige so zum Aufbau lediglich Klebeband für den Rumpf sowie zur Sicherung der Flächen.

Für die Montage des Ballasts wird zusätzlich ein Inbusschlüssel benötig, er wird nach dem Einschieben mit einer Schraube hinter der Haube gesichert. Das Ballastsystem mag einen einfachen Eindruck machen, ich finde es jedoch clever gelöst: Es lassen sich nicht nur bis zu 480 g im Rumpf unterbringen, man kann die Gewichte auch stufenlos verschieben und somit zusätzlich zur Ballastierung den Schwerpunkt variieren.

Der Antrieb zieht im Mittel gut 50 A aus dem Akku und setzt das auch adäquat in Vortrieb um. Ohne Ballast ist ein senkrechtes Steigen mit 17 m pro Sekunde möglich, bei einer mittleren Ballastierung von 290 g sind es immer noch 12 m. Schambeck schreibt beim verbauten Antrieb eine maximale Laufzeit von 30 Sekunden vor, beim Plus X kommt man aber nie in diesen Bereich, der Antrieb kann meist schon nach gut zwei bis drei Sekunden wieder abgeschaltet werden.

Wandlungsfähig im Flug

Mit seinen knapp 4 m Spannweite liegt der Plus X gerade noch innerhalb des F5J-Reglements, die hohe Streckung und die doppelte V-Form prägen das Flugbild. Das Grundsetup der Klappen habe ich von der Homepage von Vladimir’s übernommen, die äußeren Wölbklappen nehme ich per Schalter wählbar zum Querruder hinzu. In dieser Konfiguration ist der Plus X trotz der großen Spannweite und des schlanken Flügels sehr agil und spricht direkt auf die Querruder an. Unballastiert liegt mein Schwerpunkt knapp 10 mm hinter der Angabe des Herstellers, bei ruhigen Bedingungen konnte mich aber auch diese Konfiguration überzeugen.

Um die angegebene Position zu erreichen, wären noch rund 30 g Blei in der Rumpfnase notwendig. Bei unruhigeren Bedingungen verschiebe ich den Schwerpunkt aber ganz einfach über das Ballastsystem leicht nach vorne. Trotz des niedrigen Gewichts setzt sich das Modell auch bei Wind noch sehr gut durch und macht auch bei der Thermiksuche noch genug Strecke. Hier macht sich unter anderem das dünne Profil bemerkbar. Ab einem gewissen Punkt macht eine Aufballastierung dennoch Sinn, bereits mit 300 g Zusatzgewicht wirkt der Segler wie verwandelt. Mit Zusatzgewicht lässt sich der Plus X noch deutlich weiträumiger fliegen und zeigt eine viel höhere Dynamik. Man könnte fast meinen, man hätte ein komplett anderes Modell am Knüppel.

Kompakt, aber leistungsstark ist der Antriebsstrang. Der YGE-Regler kann per PC konfiguriert werden. Um Gewicht und Platz zu sparen, habe ich den Motor direkt am Regler angelötet.


Dang nach oben

Beim Kreisen in der Thermik zeigt sich die V-Form des Flügels als perfekt passend. Der Plus X lässt sich mit dem Seitenruder sauber zentrieren und bleibt stabil im Kreis. Auf die Verwölbung des Flügels spricht das Modell sehr deutlich an, Thermik nimmt es so noch deutlich besser mit. Die Flugleistungen beeindrucken dabei immer wieder – und machen den Plus X auch für den Durchschnitts-Piloten ohne Wettbewerbsambitionen interessant.

Am Hang reicht bereits ein Hauch von Wind, bei dem man mit einem durchschnittlichen Modell nicht einmal über einen Start nachdenken muss, um den Plus X nach oben zu tragen. Dank der Wendigkeit und den berechenbaren Flugeigenschaften kann man den großen Segler sogar an kleinen Hängen fliegen, ohne dass es dabei hektisch würde. Bodennahes Kreisen, wie es im Wettbewerb erforderlich ist, bereitet selbst in sehr geringer Höhe keine Probleme, nicht selten findet man dabei Thermikanschluss und kann sich nach oben kämpfen.

Mein Dekor in grellem Pink mag sicherlich Geschmacksache sein und nicht jedem gefallen, was die Sichtbarkeit in der Luft betrifft, ist diese Farbgebung aber unschlagbar. Obwohl das Modell im Flug durch seine schlanke Linienführung kleiner aussieht als es tatsächlich ist, kann man die Fluglage stets perfekt erkennen. Was die Festigkeit betrifft, so kann man auch mit Ballast an Bord noch unbesorgt etwas herumturnen. Natürlich setzt das Gewicht beim Durchzug Grenzen, ein großer Looping oder eine Rolle sind aber immer drin, sofern man es will. Gerade aufballastiert nimmt der Plus X die Fahrt auch auf Strecke noch gut mit und setzt sie auch wieder gut um. Mit Sicherheit ist dies auch dem durch die LDS-Anlenkungen glatten Flügel zu verdanken, der keinen unnötigen Widerstand durch herausstehende Teile erzeugt.

Im Rumpf geht es eng her, der SLS-Akku passt gerade noch hinein. Alles ist über den abnehmbaren Deckel sehr gut zugänglich.


Das Ballastsystem ist durchdacht: Die Zinn-Gewichte passen sauber in den Rumpf und der Schwerpunkt lässt sich über ihr Verschieben mit beeinflussen.


Landen in die Hand

Bei der Landung kann der Plus X seine Wettbewerbsgene voll ausspielen: Der Sechs-Klappen-Flügel mit seinen gewaltigen inneren Wölbklappen ermöglicht eine enorme Bremswirkung. Man kann hoch über dem Landepunkt anfliegen und das Modell dann annähernd senkrecht andrücken, ohne dass es an Fahrt zulegt. Kurz vor dem Aufsetzen sollte man die Klappen natürlich wieder einfahren, sonst läuft man Gefahr, die Klappen oder Servogetriebe zu beschädigen. Mit etwas Übung kann man den F5J-Segler bei passenden Bedingungen sogar in die Hand landen, wobei man ihn an der langen Rumpfnase gut greifen kann.

Mein Fazit

Meine hohen Erwartungen an den Plus X wurden nicht enttäuscht. Schon bei der Montage stellt man fest, dass es sich um eine durchweg durchdachte Konstruktion handelt. Dieser Eindruck setzt sich im Flug fort, hier passt einfach alles und die Flugleistungen begeistern immer wieder aufs Neue. Ein Modell dieser Klasse und Ausstattung ist gewiss nicht günstig, in Anbetracht der Flugeigenschaften und der Faszination des fast schwerelosen Dahingleitens relativiert sich das aber sofort. Als reine Wettbewerbsmaschine konzipiert, kann der Plus X aber nicht nur auf diesem Gebiet überzeugen. Auch für das reine Genussfliegen ist dieses Modell bestens geeignet.