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Test-Serie Streaming-Amp und CD-Player: Traumpaar mit Qualitäten


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 8/2018 vom 13.07.2018

Die CD-Player/Verstärker-Kombis von Primare sind für ihre technische Rafinesse bekannt, doch die neue 35er-Linie stellt alle Vorgänger in den Schatten.


Artikelbild für den Artikel "Test-Serie Streaming-Amp und CD-Player: Traumpaar mit Qualitäten" aus der Ausgabe 8/2018 von Stereoplay. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 8/2018

Das Herz jeder klassischen HiFi-Anlage ist der Verstärker. Wurde er sorgfältig ausgewählt, leistet er meist lange Jahre treue Dienste. Wer das Thema eher pragmatisch angehen will und in erster Linie ein möglichst universelles, aber auch erschwingliches Gerät sucht, sollte sich nicht vorab auf bestimmte Schaltungskonzepte (Röhren, Class-A,…) festlegen, auch wenn ihnen oft klangliche Vorzüge nachgesagt werden. In den meisten Fällen ist man mit einem etwas ...

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... leistungsfähigeren Modell auf Transistorbasis auf der sicheren Seite. Solche Verstärker sind in der Lage, fast alle auf dem Markt erhältlichen Passivboxen anzutreiben. Kein Wunder, dass sie deshalb zu Hause oft mehrere Generationen von Lautsprechern erleben und auch dann noch gute Dienste leisten, wenn sie aus der Hauptanlage ausgemustert wurden.

Neben der Hauptaufgabe „verstärken“, diestereoplay derzeit auch in der parallel laufenden Ratgeber-Serie „Boxen und Verstärker kombinieren“ ausführlich behandelt, ist bei Leistungsverstärkern der Funktionsumfang ein weiteres entscheidendes Kriterium. Schließlich reicht das Spektrum von puren Endstufen bis hin zu umfangreich ausgestatteten Vollverstärkern mit Kopfhörerausgang, integrierter Phonovorstufe und D/A-Wandler. Darüber hinaus sind nicht nur AV-Receiver, sondern auch reine HiFi-Verstärker immer öfter streamingfähig. Solche Geräte haben allerdings das Manko, dass die Halbwertszeit der eingebauten Digitaltechnik, insbesondere der Streamingfunktion, deutlich kürzer sein kann als die Halbwertszeit der analogen Verstärkerstufe. Man muss sich daher entweder damit ab_nden, dass man einen Teil der Funktionen nach einiger Zeit nicht mehr wie gewohnt nutzen kann, oder den Verstärker früher als gedacht auswechseln muss. Eine probate und von vielen Herstellern schon seit Jahren praktizierte Gegenmaßnahme ist ein modularer Aufbau des Verstärkers, wie ihn Primare mit dem neuen Vollverstärker I35 mustergültig präsentiert.

Die Basis des Geräts bildet ein leistungsfähiger Analogverstärker, der laut Datenblatt entweder 2×150_Watt an 8Ω oder 2×300_Watt an 4Ω bereitstellen kann. Erfreulicherweise attestierte das verlagseigene Messlabor Testlab dem Gerät sogar noch etwas höhere Werte und dazu auch noch beachtliche Rauschabstände.

Der vollausgestattete I35 Prisma mit Streamingmodul und D/A-Wandler bietet alle erdenklichen Anschlüsse.


Edle Farben, edle Formen: Verstärker (links) und CD Player (rechts) begeistern mit klarem skandinavischem Design und hervorragender Verarbeitung


Mehr Effizienz
Primare setzt bei Verstärkern auf ein Class-D-Konzept mit einer ausgefeilten Kombination aus Schaltverstärker und Schaltnetzteil. Der Hersteller bezeichnet diese über viele Jahre verfeinerte Verstärkertechnologie als „Ultra Fast Power Design“ (kurz: UFPD), wobei im I35 jetzt erstmals die zweite, verbesserte Generation UFPD_2 zum Einsatz kommt. Eine optimierte Ausgangsschaltung und ein ef_zienteres Netzteil sollen dabei bewirken, dass der Verstärker jetzt noch etwas linearer und leistungsfähiger arbeitet als seine Vorgänger.

Allgemein zeichnen sich Class-D-Verstärker durch einen äußerst hohen Wirkungsgrad von etwa 90% aus. Sie sind also extrem ef_zient und generieren daher wenig Abwärme. Große Kühlrippen sind nicht notwendig, auch dem I35 genügen trotz hoher Leistung nur ein paar kleine, direkt auf den Bauteilen angebrachte Kühlkörper. Allerdings werden viele Class-DVerstärker bei schwankender Last mit zunehmender Frequenz instabil und weisen im Hochtonbereich ein lastabhängiges Verhalten auf. Primare bekommt dieses Problem mit einer adaptiven Regelung der Gegenkopplung in den Griff, die diese Lastabhängigkeit korrigieren kann und erreicht dadurch, dass der Verstärker über den gesamten Hörbereich unabhängig von der angeschlossenen Last arbeitet. Das macht den I35 zu einem absolut HiFi-tauglichen Schaltverstärker, der extrem viel Leistung bei einer kompakten Bauweise bietet.

In der Grundkon_guration, die in Deutschland 3.500 Euro kostet, stellt der I35 einen rein analogen Verstärker dar, der über zwei symmetrische XLRund drei unsymmetrische Cinch-Eingänge verfügt. Es lässt sich ein Paar Stereolautsprecher anschließen, darüber bietet er auch noch einen Vorstufen-Ausgang und einen zusätzlichen, ungeregelten Kleinsignal-Ausgang sowie verschiedene Schnittstellen für externe Steuersignale, über die man das Gerät mit anderen Primare-Komponenten koppeln oder sogar an eine Hausautomatisierung anbinden kann.

Auch der CD-Player ist auf Höchstleistung getrimmt: Vorne erkennt man das Laufwerk von TEAC (1), links befindet sich ein großzügig ausgelegtes Netzteil (2) und rechts die Ausgangsstufe (3). Mittig, genau hinter dem Laufwerk, befindet sich der Slot für das Streamingmodul (4), der in dieser Abbildung nicht belegt ist.


Aus dem Baukasten
Wie bereits angedeutet, lässt sich der I35 aber noch mit zwei Zusatzmodulen erweitern. Man kann das Gerät mit einem D/AWandler ausrüsten, sodass es auch digitale Signale verarbeiten kann. Der Verstärker erhält dadurch sieben weitere Eingänge, darunter vier optische und zwei koaxiale S/PDIF-Schnittstellen und einen USB-B-Anschluss, der HiRes-Daten bis zu 384_kHz/24_Bit und DSD256 verarbeiten kann. Für die Wandlung ist ein Hochleistungs-DAC-Chip von AKM, Typ AK4497, verantwortlich. Zusätzlich steht ein koaxialer Ausgang zur Verfügung, über den man auch eines der analogen Eingangssignale digitalisiert ausgeben lassen kann. Für den I35 DAC mit Digitalmodul sind dann 4.100 Euo fällig.


Insbesondere mit ihrer atemberaubenden Schnelligkeit überzeugten die Geräte auf ganzer Linie. Eine gelungene Kombination !


In der höchsten Ausbaustufe I35 Prisma für 4.500 Euro besitzt der Verstärker zusätzlich noch ein Streamingmodul, mit dem er über verschiedene Wege Musikdaten empfangen kann. Dazu gehören die klassischen Netzwerkverbindungen über Funk oder Kabel, eine Bluetooth-Schnittstelle sowie eine USB-A-Buchse, über die sich Daten von einem externen Massenspeicher auslesen lassen.
Der I35 ist mit Prisma, Primares brandneuer Streamingplattform, ausgerüstet, die alle gängigen Digital formate inklusive DSD beherrscht, multiroomfähig ist und mit weiteren interessanten Funktionalitäten wie den audiooptimierten Funk-Schnittstellen AirPlay, Spotify Connect und Chromecast built-in aufwartet.

Schaltnetzteil (1) und Verstärkerstufe (2) bilden eine kompakte, aber unglaublich leistungsfähige Einheit; die effiziente Class-D-Topologie benötigt wenig Kühlfläche. D/A-Wandler (3) und Streaming-Modul (4) sind optional.


Neu ist auch die gleichnamige App, die momentan allerdings nur auf dem iPad läuft. Eine Version für Android-Tablets soll in Kürze folgen, Smartphones werden aber bis auf Weiteres außen vor bleiben.

Perfektes Team
Als streamingfähiger Verstärker kann der vollausgestattete I35 Prisma eine komplette Elektronikkette vom Netzwerk-Player über den DAC bis zum Verstärker ersetzen. Für CD-Hörer und Liebhaber klassischer Komponenten-Anlagen stellt Primare dem Verstärker auch einen passenden CD-Player mit hochwertigem TEAC-Laufwerk und ESS-DAC zur Seite. Der CDPlayer lässt sich ebenfalls mit dem Prisma-Modul aufrüsten, sodass man die Wahl hat, ob man die Streamingfunktion lieber in den CD-Player integriert und die Kombination damit strikt in Quelle und Verstärker trennt, oder das Streaming-Modul im Verstärker belässt und damit auf kurze Signalwege setzt. Primare emp_ehlt allerdings, den einfachen analogen I35 mit dem streamingfähigen CD35 Prisma zu kombinieren, weil die Verstärkerschaltung dadurch mehr von der Digitalund Funkelektronik abgeschirmt ist und im CD-Player ein besserer DAC zur Verfügung steht.

Genau an diese Empfehlung hielten wir uns auch im Hörtest, und verkabelten Verstärker undCD -Player analog, aber symmetrisch perXLR. Mit dem 3._Satz aus Gershwins Pianokonzert in F-Dur (HIGH END Demonstration Tracks,stereoplay 06/2018) legte die Kombination einen fulminanten Start hin und konnte uns von Beginn an begeistern. Besonders mit ihrer atemberaubenden Schnelligkeit überzeugte sie uns auf ganzer Linie. Spritzig und straff organisierte der Verstärker das komplexeK langgeschehen, wobei er seine schier endlosen Reserven geschickt verteilte und ein Maximum an Dynamik realisierte, während derCD- Player allerfeinste Details ans Licht beförderte. Was für eine gelungene Kombination!