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TEST Shampoos für normales Haar Voll normal


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2013 vom 26.04.2013

Haare waschen entfernt nicht nur Schmutz. Viele genießen auch die Kopfmassage und den angenehmen Duft des Shampoos. Angst vor zu viel Chemie oder allergieauslösenden Düften im Haarwaschmittel ist meist unbegründet. Die meisten Testprodukte schnitten richtig gut ab.


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Foto: rgbspace/Fotolia.com

Es klingt zu schön, um wahr zu sein. Wer von kräftigem Haar mit seidigem Schimmer träumt, muss dafür weder viel Geld noch viel Zeit investieren. Und Chemie ist für das Traumhaar schon gar nicht nötig.

Das jedenfalls suggeriert ein Trend, der auf zahlreichen Kosmetikforen im Internet diskutiert wird. „No Poo“ lautet das ...

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... Schlagwort dafür, eine Abkürzung für den englischen Ausdruck „No Shampoo“, also kein Shampoo. Anhänger dieser Methode verzichten beim Haarewaschen komplett auf Reinigungsmittel und spülen den Kopf nur kräftig mit Wasser ab. Bei ei- ner Umfrage unter mehr als 20.000 Personen gaben laut dem Internetportal Statista 2007 immerhin gut zwei Prozent der Befragten an, so gut wie nie oder nie Haarshampoo zu verwenden. Das soll die Kopfhaut schonen und die Haare nach einigen Wochen besonders gesund aussehen lassen – behaupten einige Internetnutzer.

„Ich halte das nicht für sinnvoll, Haare ohne Shampoo zu waschen“, sagt dagegen Professor Ulrike Blume-Peytavi, Direktorin des Klinischen Studienzentrums für Haut- und Haarerkrankungen an der Charité Berlin. Die Kopfhaut sondere Talg ab, der nicht wasserlöslich sei. Mit reinem Wasser ist ihm also nicht beizukommen. Und das kann im schlimmsten Fall sogar ernste Folgen haben: „Das Fett auf der Kopfhaut ist Nährmedium für Pilze und Mikroben“, warnt Blume-Peytavi. Schuppen und eine juckende Kopfhaut könnten die Folgen sein. Die Expertin empfiehlt, die Kopfhaut und die Haare zweimal pro Woche mit Shampoo zu reinigen.

Gleiches rät auch Professor Hans Wolff, Leiter der Haarsprechstunde an der Dermatologischen Universitätsklinik München. „Wenn der Talg auf der Kopfhaut nicht entfernt wird, ist es wie bei der Butter: Er wird ranzig.“ Von den in Internetforen ebenfalls beliebten Tipps, wie statt Shampoo Natron und Essigwasser bei der Haarpflege zu verwenden, hält er auch nichts. „Das ist etwa so, wie mit einer selbst gebastelten Seifenkiste durch die Gegend zu rollen, statt mit einem Auto“, sagt er. Die Substanzen aus dem Küchenschrank könn- ten bei empfindlicher Kopfhaut, etwa bei Neurodermitis-Neigung, sogar Schaden anrichten. ÖKO-TEST hat 25 Shampoos, die für normales oder für jedes Haar gedacht sind, eingekauft, und die Inhaltsstoffe von Laboren untersuchen lassen.

ÖKO-TEST rät

•Z ertifizierte Naturkosmetik war in unserem Test ohne Fehl und Tadel. Allerdings hat diese Qualität auch ihren Preis – dafür bekommen Sie aber Produkte, die das Haar mit keinerlei umstrittenen oder problematischen Substanzen belasten.

•A nders als Fett ist Schweiß wasserlöslich. Wer also nach dem Sport kurz unter die Dusche springt, muss nicht unbedingt ein Shampoo verwenden.

•V iele Shampoos enthalten waschaktive Substanzen in Konzentratform: Das Shampoo zuerst in den feuchten Handinnenflächen verteilen und aufschäumen lassen, bevor man das Mittel auf die Haare gibt.

So haben wir getestet

Welche Stoffe stecken in den Shampoos? Dieser Frage gingen unsere Labore nach.


Foto: moodboard

Der Einkauf

Spezialshampoos – für glänzendes, gegen fettendes, für feines, für glattes oder lockiges Haar etwa – gibt es en masse. Wir haben uns dieses Mal auf die Allrounder konzentriert. Unsere Einkäufer haben 25 Shampoos für „normales Haar“ oder für „jedes Haar“ gekauft. Von der Discountware bis zum teuren „Intelligenten Shampoo“ lag am Ende alles in unserem Einkaufskorb – Naturkosmetik inklusive.

Die Inhaltsstoffe

Niemand will sich beim Haarewaschen unnötigen Belastungen durch Chemiekeulen aussetzen. Deshalb suchten unsere Labore nach fragwürdigen Inhaltsstoffen wie problematischen Konservierungsstoffen, UV-Filtern mit hormoneller Wirkung oder umstrittenen Tensiden. Ebenfalls analysiert wurde, ob allergieauslösende Duftstoffe oder künstlicher Moschus-Duft zum Einsatz kamen. Wir haben auch prüfen lassen, ob die umstrittene Substanz Diethylphthalat enthalten ist, die etwa zur Stabilisierung von Duftölen eingesetzt wird.

Die Bewertung

Für ein „sehr gutes“ Gesamturteil dürfen in den Shampoos weder problematische Konservierungsstoffe noch umstrittene Tenside enthalten sein. Bedenkliche oder allergieauslösende Duftstoffe akzeptieren wir genauso wenig wie hormonell wirksame UV-Filter oder Diethylphthalat.

Qual der Wahl: Das Angebot an Shampoos ist riesig. Unser Test zeigt, welche empfehlenswert sind.


Foto: mangostock/Fotolia.com

Das Testergebnis

Mehrheitlich „gut“, Naturkosmetik „sehr gut“: Die meisten Produkte im Test sind gut. Einer Bewertung mit einer „eins“ stehen den Shampoos häufig PEG/PEG-Derivate im Weg. Diese Stoffe verbinden als Emulgatoren Wasser und Fett. Damit werden sie in Shampoos als Tenside, also waschaktive Substanzen eingesetzt. PEG/PEG-Derivate können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Lediglich die drei zertifizierten Naturkosmetikshampoos kommen ohne diese Stoffe aus. Drei Shampoos schneiden allerdings nur mit ausreichend ab, drei weitere müssen wir sogar mit ungenügend bewerten.
Konservierungsstoffe, für die es längst Alternativen gibt: Das Guhl Pur & Belebend Shampoo enthält Formaldehyd/-abspalter, die meist als Konservierungsstoffe eingesetzt werden. Formaldehyd ist ein krebsverdächtiger Stoff, der schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt und Allergien auslösen kann. In drei Shampoos sind außerdem Konservierungsstoffe enthalten, die zu den umstrittenen halogenorganischen Verbindungen zählen. Einige dieser Substanzen gelten als allergieauslösend.
Düfte, die uns stinken: Künstlicher Moschus-Duft kann sich im menschlichen Fettgewebe anreichern, Tierversuche geben sogar Hinweise auf Leberschäden. Das Labor hat den Stoff im Guhl Pur & Belebend Shampoo und im Pantene Pro-V Classic Care Shampoo, im L’Oréal Elvital Multivitamin Pflege-Shampoo und im Phyto-Paris Intelligentes Shampoo Phytoprogenium nachgewiesen. Ein weiterer Duftstoff, den ÖKO-TEST negativ bewertet, weil er Allergien auslösen kann, steckt im Neobio Vitamin Kräuter Shampoo.
Bedenklicher Lichtschutz: Im Guhl Pur & Belebend Shampoo haben wir einen UV-Filter gefunden, für den die hormonelle Wirksamkeit im Tierversuch gezeigt wurde. Kathrin Frank