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TEST Smoothies: Fast Fruit


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 27.01.2022

Artikelbild für den Artikel "TEST Smoothies: Fast Fruit" aus der Ausgabe 2/2022 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

RATGEBER

1 Wer Smoothies mit wenig Zucker sucht, sollte Produkte meiden, die viel Bananenmark, Traubenoder Apfelsaft enthalten.

2 Ein Smoothie kann eine Portion Obst oder Gemüse am Tag ersetzen. Wer ihn selbst mixt, profitiert von frischeren und gesünderen Inhaltsstoffen.

3 Obst im Ganzen oder in Stücken verzehrt macht schneller satt. Es füllt den Magen mit einem größeren Volumen und sättigt mit weniger Kalorien.

Apfel, Banane, Erdbeere, Orange, Traube und noch viele Früchte mehr. In Smoothies stecken den bunten Flaschenetiketten zufolge komplette Obstsalate. Klingt verlockend: statt Früchte zu schälen und zu schnippeln, einfach schnell ein, zwei Gläschchen davon trinken – dürfte genauso gesund sein.

Tendenziell stimmt das auch. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, am Tag fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen, und räumt großzügig ein, bis zu zwei Portionen davon gelegentlich ...

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... auch mal durch ein Glas Smoothie oder Fruchtsaft (mit 100 Prozent Fruchtgehalt) zu ersetzen. Der Smoothie sollte aber der DGE zufolge einen hohen Anteil von mindestens 50 Prozent an ganzem Obst oder Gemüse als stückige Bestandteile oder Pürees enthalten und nicht durch Entzug von Wasser konzentriert worden sein. Er sollte keinen zugesetzten Zucker, keine Zusatzstoffe und keinen Zusatz von isolierten Nährstoffen enthalten.

Wir haben 20 rote Smoothies eingekauft, für deren Farbe Früchte wie Trau­ be, Johannisbeere, Kirsche und Rote Beete sorgen. Meist sind exotische Zutaten aus aller Welt beigemischt, darunter Banane, Orange, Drachenfrucht, Yuzu und Acerola. Der Gehalt von Mark oder Püree bewegt sich zwischen 50 und 70 Prozent, der von Saft entsprechend zwischen 30 und 50 Prozent. Wir haben alle Produkte in spezialisierten Laboren untersuchen lassen. Acht Produkte – darunter alle vier Bio-Erzeugnisse – können wir mit „sehr gut“ oder „gut“ empfehlen.

Zu viel Zucker

In allen Smoothies hat das von uns beauftragte Labor viel Zucker gemessen. Die Werte liegen meist deutlich über 10 Gramm pro 100 Milliliter. Das entspricht in etwa dem Gehalt einer Limonade oder Cola. Es handelt sich zwar um fruchteigenen und nicht um zugesetzten Zucker, aus unserer Sicht wäre weniger aber besser. Denn in einer der üblichen 250-Milliliter-Flaschen kommen mit 10 Gramm pro 100 Milliliter genau 25 Gramm Zucker zusammen. Damit reißt man die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach Erwachsene am besten nicht mehr als 25 Gramm Zucker am Tag zu sich nehmen sollten. Die WHO bezieht dabei ausdrücklich den natürlichen Zucker aus Fruchtsäften mit ein.

„Smoothies sind Zuckerbomben. Aber sie enthalten immerhin noch einige wertvolle Bestandteile aus Früchten.“

Frank Schuster ÖKO-TEST-Redakteur

Für die Hersteller wäre es ein Leichtes, den Zuckergehalt zu senken. Statt süßem Bananenmark könnten sie mehr rote Beeren in die roten Smoothies rühren. Wir sind dennoch großzügig und geben noch einmal 10 Prozent Spielraum nach oben: Für mehr als 11 Gramm Zucker pro 100 Milliliter ziehen wir eine Note ab.

WISSEN

Take it Smoothie

Cremige Konsistenz

Die Basis von Smoothies sind Fruchtmark oder Fruchtpüree. Durch Zusatz von Fruchtsäften erhalten sie eine trinkbare Zusammensetzung. Typisch ist eine cremige und sämige Konsistenz. Das englische Wort „smooth“ bedeutet „sanft“ oder „fein“.

Frische geht vor

In einem kommerziellen Smoothie sind Saft- und Markanteile industriell verarbeitet. Sie enthalten nicht mehr alle wertvollen Stoffe, die in frischen, unverarbeiteten Früchten stecken. Saft ist stärker verarbeitet als Mark oder Püree. Zu viel Saftzusatz geht auf Kosten wichtiger Bestandteile wie Ballastund sekundäre Pflanzenstoffe.

Möglichst ganze Früchte

In einen guten und gesunden Smoothie gehören möglichst viele komplette Früchte. Gerade in den Randschichten und in Schalen von manchem Obst stecken viele wichtige Bestandteile.

Zu wenig Vitamin C

In zwei Smoothies war keinerlei Vitamin C nachweisbar. Das werten wir ab. Auch in fast allen anderen Produkten liegen die Gehalte auf einem niedrigen (unter 10 mg pro 100 ml) bis mittleren Niveau (10 bis 30 mg pro 100 ml). Überraschend ist das nicht. Denn die als Saft, Mark oder Püree eingesetzten Zutaten verlieren im Laufe ihrer Herstellung an Vitamin C. Zu einem Abbau des empfindlichen Vitamins trägt auch die Pasteurisierung zum Haltbarmachen bei. Einen hohen Gehalt weist nur der San Lucar Smoothie Beerenmix auf.

Pestizidrücksände und Chlorat

Abgesehen von den vier Bio-Smoothies und dem Rewe to go Cassis Brombeer Apfel Smoothie wies das beauftragte Labor in allen Produkten Spuren von Pestiziden nach. In elf Fällen war das krebsverdächtige Spritzgift Captan darunter, in einem das für Bienen gefährliche Mittel Flupyradifuron. In zwei Produkten analysierte das Labor Chlorat in einer Menge, die wir abwerten. Es kann sich dabei um Rückstände von Reinigungs-oder Desinfektionsmitteln handeln.

Geschmacklich alle „sehr gut“

Die Sensorikprüfung bestanden alle Smoothies im Test mit „sehr gut“. Die Geschmacksexperten verglichen Aussehen, Mundgefühl, Geruch und Aroma. Sie hatten nichts zu beanstanden. Alle Smoothies schmeckten deutlich nach den ausgelobten Fruchtzutaten.

So haben wir getestet

Wir haben 20 Smoothies eingekauft. Sie enthalten bis zu zehn verschiedene Obstzutaten, darunter Beerenfrüchte, Kirschen oder Drachenfrucht, die für die rote Farbe der Produkte sorgen. In den Laboren ließen wir sie auf Rückstände von Pestiziden und Desinfektionsmitteln sowie auf Keime prüfen. Analysieren ließen wir auch den Gehalt an Vitamin C und Zucker. Den Ballaststoffgehalt erfragten wir bei den Herstellern. Zudem berechneten wir, wie viel Saft beziehungsweise Mark oder Püree die Produkte enthalten. Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte ein guter Smoothie aus mindestens 50 Prozent gröberer Obstbestandteile bestehen. Schmecken die Smoothies nach den Zutaten, die auf dem Etikett stehen? In einer Verkostung begutachteten geschulte Sensorikexperten das Aussehen aller Produkte und beschrieben das Mundgefühl, den Geruch und Geschmack. Schließlich prüften wir die Verpackungen: Enthalten sie umweltschädliche chlorierte Verbindungen wie PVC? Und wie hoch ist der Anteil an Recyclingmaterial in Kunststoffflaschen?