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TEST: SOFTWAREVerwalten und bearbeiten: RUNDUM VERSORGER


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 14.12.2018

Anspruchsvolle Fotografen wollen nicht nur JPE-Gs bearbeiten, sondern auch Raws entwickeln, Bilder retuschieren und ihre Fotosammlung verwalten. Wir haben vier vor kurzem aktualisierte Programme, die sich als Rundum-Pakete für Amateure und Profis eignen, ausführlich getestet.


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Bildquelle: fotoMAGAZIN, Ausgabe 10/2019

Ausprobiert haben wir vier Programme, die in den letzten Wochen ein Update mit neuen Funktionen bekommen haben. Dazu gehören das schon fast altehrwürdige ACD-See, das von der gleichnamigen Firma seit Jahren weiter entwickelt wird und nun in der Version „Ultimate 2019“ erstmals eine Gesichtserkennung bekommen hat, Luminar in der ...

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... Version 3, das nun Fotos nicht nur bearbeitet, sondern auch verwaltet, Photo Raw 2019 von On1, das jetzt die Ebenenbearbeitung integriert hat und zudem Lightroom-Kataloge inklusive aller Bearbeitungen importiert und Lightroom selbst, das in der Version 8 eine neue Raw-Prozessversion mitbringt und unter anderem HDR-Panoramen verrechnen kann. Capture One Pro 12 wurde erst nach Redaktionsschluss des Tests fertig und hat es nicht mehr in den Vergleich geschafft. Eine Kurzdarstellung der Version 11 finden Sie auf Seite 89, über die zu erwartenden neuen Funktionen in Version 12 lesen Sie mehr im Technikforum auf Seite 71.

ACDSEE PHOTO STUDIO ULTIMATE 2019

Mit Ebenen und Ebenenmasken lassen sich Bilder schnell professionell aufbereiten.


Die neue Gesichtserkennung in ACDSee Ultimate arbeitet im Hintergrund.


ACD-See will viel, kann viel und wird dadurch etwas unübersichtlich. Aber wer sich auf das Programm einlässt und sich etwas damit beschäftigt, kann seine Fotos effektiv verwalten und hochwertig bearbeiten. Das Programm hat mehrere Arbeitsmodi: Ganze drei zum Verwalten (Verwalten, Fotos und Ansicht) sowie zwei zum Bearbeiten (Entwickeln und Bearbeiten). Um es komplizierter zu machen, ist der eigentliche Verwaltungsmodus auch noch unterteilt: Nutzer können entweder direkt Ordner bzw. Verzeichnisse ansteuern und anzeigen lassen, alternativ auch Fotos in den Katalog übernehmen. Erst der Katalog bietet die Ordner-übergreifende Recherche nach Stichwörtern oder anderen Metadaten – weshalb es in der Regel sinnvoll ist, Fotoverzeichnisse zu katalogisieren.
Das funktioniert auch einfach und relativ schnell, ebenso wie die Gesichtserkennung: Meist genügt es, eine erkannte Person einmal zu benennen, danach findet ACD-See diese auf allen katalogisierten Fotos, auch wenn die Haare mal lang oder kurz sind oder eine Mütze getragen wird. Die Anzeige der Metadaten, die Stichwortvergabe und die Recherchemöglichkeiten sind umfangreich. Besonders hervorzuheben sind die Gliederungsmöglichkeiten der Stichwörter, das Definieren von Favoritensets und die Recherche nach Stichwörtern – alles scheinbar von Lightroom inspiriert oder zumindest vergleichbar.

„Fotos“ als Übersicht

Der Modus „Fotos“ liefert übrigens eine chronologische Ansicht der Bilder, ähnlich wie „Google Photos“ oder „Fotos“ von Apple – im Alltag eher selten wichtig. Dagegen wird man „Entwickeln“ regelmäßig für die Raw-Bearbeitung nutzen. Hier steht ACD-See Lightroom kaum nach – auch wenn nicht alles so intuitiv ist: Letztlich kommt man schnell mit dem Entwickeln-Modul klar. Vermisst haben wir Presets und das unkomplizierte Übertragen der Entwicklungs-Einstellungen auf andere Fotos (ist aber per Copy-und-Paste möglich). Schick ist die Möglichkeit, direkt auf dem Bild durch Ziehen mit der Maus Farben zu bearbeiten.

Selektiv arbeiten

Ebenso lobenswert: Ungewöhnlich viele Einstellungen lassen sich mit dem Pinsel selektiv auftragen. Dazu gehören auch die Gradationskurven und Farbüberlagerungen. Per Voreinstellung fragt das Programm nach dem Verlassen des Entwickeln-Modus, ob die Veränderungen gespeichert werden sollen. Das ist bei der verlustfreien Raw-Bearbeitung eine überflüssige Nachfrage, die sich abstellen lässt. „Bearbeiten“ ist ein Bildbearbeitungsmodus, der zwingend ein gesondertes Speichern des Bildes verlangt. Die Raw-Datei bleibt zwar erhalten, die Veränderungen im Bearbeiten-Modus sind aber nur in der neuen Datei (Standard ist das ACD-See-Format *.acdc, alternativ als JPEG- oder TIFF-Export) sichtbar. In diesem Modus steht eine vollständige Ebenenbearbeitung zur Verfügung, die zudem etwas einfacher zu bedienen ist als die von Photoshop. Mit ihren Ebenenmasken und Einstellungsebenen kommen auch Anfänger sofort klar, Photohop-Kenner wegen des ähnlichen Aufbaus sowieso.

LIGHTROOM CLASSIC CC 8.0

Lightroom Classic 8.0 ist nur zur Miete zum Preis von derzeit 11,89 Euro im Monat im Rahmen des „Photography Plan“ erhältlich. Photoshop CC wird dabei gleich mitgeliefert, weshalb wir auch das Paket aus den beiden Programmen zum Test herangezogen haben.
Lightrom und Photoshop zusammen bieten klar den größten Funktionsumfang im Testfeld. Trotzdem fehlen auch dem Gesamtpaket einige Funktionen, die bei der Konkurrenz zu finden sind: Die gezielte Portraitretusche von On1 Photo Raw etwa oder die zahlreichen, kombinierbaren Presets von Luminar. Auch steht dem großen Funktionsumfang von Photoshop dessen etwas schwierige Bedienbarkeit gegenüber – die Arbeit mit Photoshop erfordert Einarbeitungszeit.
Das ist mit Lightroom nicht ganz so – das Programm bildet den Workflow in der Raw-Fotografie relativ gut ab und lässt sich daher nach ein paar Stunden Übung flüssig bedienen. Das ist auch einer der großen Vorteile von Lightroom: Es bietet die nahtlosesten Übergänge zwischen den Modulen.
Trotz häufig zu hörender Kritik an der Geschwindigkeit von Lightroom – gefühlt ist es immer noch das Programm mit den wenigsten Zwangspausen. Ärgerlich ist lediglich, dass die Übergabe von Fotos an Photoshop und der Rückimport zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

Viele Bilder elegant verwalten

Sehr gut gefällt uns die Möglichkeit, problemlos zwischen Verzeichnissen (den echten Strukturen auf der Festplatte) und Sammlungen wechseln zu können. Und was Lightroom immer noch am besten im Testfeld kann: große Fotosammlungen mit wenigen Klicks bearbeiten. Das gilt für die Metadaten (mit einem Klick kann einem gesamten Verzeichnis oder ausgewählten Fotos ein Stichwort zugewiesen werden) genauso wie für die Raw-Entwicklung (alle Fotos können so behandelt werden wie ein Beispielbild). Die Neuigkeiten von Lightroom Classic CC 8 sind schnell erzählt: HDR-Panoramen können in einem Schritt erstellt werden – bisher mussten in zwei Schritten zunächst HDRs erzeugt und diese anschließend in einem zweiten Schritt zu Panoramen zusammengefügt werden. Die neue HDR-Panorama-Funktion arbeitet problemlos. Im Test mit 45 Einzelbildern beschäftigte sich auch ein Vierkern-Prozessor mehrere Minuten mit der Berechnung. Weitere Features, die Spezialprogramme für die HDR- oder Panoramaerstellung bieten, fehlen jedoch.
Nicht so spannend ist die Einführung der neuen Raw-Prozess-Version 5. Neu importierte Fotos werden standardmäßig damit entwickelt, bereits vorhandene bleiben bei ihrer Version und können manuell umgestellt werden. Der Unterschied zwischen 4 und 5 ist diesmal aber äußerst gering und betrifft nur Fotos, die mit dem Dunst-Regler bearbeitet wurden. Im Test konnten bei anderen Fotos keine Veränderungen festgestellt werden. Ebenfalls neu: Die Belichtung bei Canon-Kameras kann jetzt beim Tethering via Lightroom angepasst werden. Und von iPhone-Doppelkamerafotos kann Lightroom eine Tiefenmaske erstellen – eine schon sehr spezielle Funktion.

Zwar wirkt die Recherchefunktion etwas „angeflanscht“, aber sie ist sehr schnell und erlaubt detaillierte Recherchen.


Die HDR-Panoramafunktion ist schlicht, aber funktional.


LUMINAR 3.0.0

Luminar war bis vor kurzem ein reines Bildbearbeitungstool – jetzt hat es ein Verwaltungsmodul bekommen. Bei Redaktionsschluss war der 18. Dezember 2018 als Startschuss für den Launch der macOS-Version anvisiert (die Windows-Fassung erscheint etwas später). Wir haben eine Betaversion zum Test gehabt, die schon weitestgehend stabil lief. Allzu viel leistet die Bildverwaltung noch nicht: Es fehlen nicht nur Stichwörter, Gesichtserkennung und individuelle intelligente Alben, sondern auch Basisfunktionen wie die umfassende Anzeige von Metadaten. Exif-Daten werden nur rudimentär, IPTC-Felder gar nicht angezeigt. Entsprechend fehlt auch die Suche nach Metadaten. Filtern dagegen kann der Anwender nach Bewertungen, Farbmarkierungen, Favoriten, nach bearbeiteten Bildern oder nach den unmarkierten bzw. zurückgewiesenen. Der Hersteller hat mehr Filteroptionen angekündigt, die nach und nach eingeführt werden sollen. Zum Einlesen der Bilder steht ein Importmodul zur Verfügung, das der Nutzer übrigens auch umgehen kann: Soll nur ein einzelnes Foto bearbeitet werden, so kann es direkt geöffnet werden.
Dem Importmodul von Luminar fehlt die Eleganz und Funktionsvielfalt, die der Lightroom-Import hat: Zwar können Fotos direkt in einen Ordner kopiert werden, weitere Optionen (Metadatenvergabe, Dublettenprüfung, Anwenden von Profilen etc.) gibt es aber nicht. Auch wird die eingesteckte Speicherkarte nicht automatisch erkannt, sondern muss manuell angewählt werden. Ordner bzw. Verzeichnisse, die nicht kopiert oder verschoben, sondern am Ort verbleiben sollen, importiert man am besten über „Add Folder“. Dann werden einfach die Bilder in den Katalog aufgenommen.

Ordnungshelfer

Geordnet wird über zwei Kriterien: Die Folder – die den tatsächlichen Ordnern/Verzeichnissen entsprechen – können ebenso direkt angeklickt werden wie die Alben, die man zunächst selbst erstellt. Sie entsprechen den Sammlungen in Lightroom: Hinzugefügte Fotos bleiben an ihrem Ort und werden lediglich in den Alben zusammengefasst. An intelligenten Alben steht neben „Alle Fotos“ auch „kürzlich hinzugefügt“ und „kürzlich bearbeitet“ zur Verfügung. Jedes dieser intelligente Alben ist noch zeitlich gegliedert (Jahr, Monat, Tag).
Bei der Bearbeitung der Fotos hat sich Skylum für einen anderen Ansatz als Adobe oder ACD-See entschieden: Im Verwaltungsmodul stehen sofort umfangreiche Presets zur Verfügung, mit deren Hilfe sich die Fotos mit nur einem Klick anpassen lassen. Gegliedert sind sie in Rubriken wie „Basic“, „Portrait“, „Travel“ etc. Thumbnails zeigen Voransichten des aktiven Fotos, über einen Slider lässt sich die Stärke des Presets stufenlos anpassen. Auch Croppen, Skalieren und Stempeln ist bereits in der Library möglich. Alles andere wird im Modul „Edit“ erledigt. Die Stärke von Luminar: Alle Arbeitsschritte können in Ebenen gestapelt, in der Stärke verstellt und mit Ebenenmasken auf ausgewählte Bildbereiche beschränkt werden. In der Regel wird man eine Einstellungsebene anlegen, um flexibel zu bleiben.

Gegliederte Presets mit schicken Effekten sind eines der Markenzeichen von Luminar.


Das Verwaltungsmodul ist elegant aufgebaut. Es fehlen aber noch viele grundlegende Funktionen für die Bildverwaltung.


SCREENSHOTS: © SKYLUM

Filtermeister

Bei den Ebenenmasken kann der Anwender mit Pinsel oder radialem bzw. Verlaufsfilter arbeiten. Die Maske lässt sich einblenden, allerdings gibt es keine automatische Kantenerkennung. Bei der Arbeit mit dem Pinsel muss daher präzise gearbeitet werden. Letztlich lassen sich mit mehreren Ebenen (die auch aus unterschiedlichen Fotos bestehen können) detaillierte Bearbeitungen vornehmen und sogar Composings erstellen. Die meisten Nutzer werden aber auf die Filter oder Presets zurückgreifen – weil sie so einfach und schnell anzuwenden sind. Neu ist übrigens der AI Sky Enhancer. Dieser Filter sorgt für einen tiefblauen Himmel, ohne die Wolken negativ zu beeinflussen. Spezielle Funktionen für die HDR-Erstellung gibt es nicht. Vielleicht, weil Skylum das HDR-Programm „Aurora HDR“ separat vertreibt.

ON1 PHOTO RAW 2019

On1 Photo Raw ist aus mehreren Einzelprogrammen hervorgegangen. In der Version 2019 sind aber alle Bestandteile in eine Oberfläche eingeflossen, jetzt auch die Ebenenbearbeitung. Im Prinzip besteht die Software aus den Modulen „Browse“ (Bildbrowser und Datenbank inkl. der Metadatenbearbeitung), „Edit“ (Presets, Raw-Entwicklung, Ebenenverwaltung, spezielle Tools wie die Portraitretusche) und „Share“ (soziale Medien) sowie „Export“ für die Ausgabe als JPEG, TIFF oder Photoshop PSD. Weitere Schaltflächen für die Panoramaerstellung, HDRs oder das Fokus-Stacking erscheinen in der Modulleiste rechts, wenn mehrere Fotos gleichzeitig ausgewählt werden.
Im Prinzip ist das Programm auf diese Weise leicht zu bedienen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die optisch nur vage Trennung von Katalog und Browser: Nur die unter „Cataloged Folders“ enthaltenen Fotos sind in der Datenbank und werden bei einer globalen Suche gefunden. Neben der Recherche nach Datum, Stichwort oder Bewertung ist auch eine gezielte Suche (inkl. UND/ODER-Verknüpfung) von Metadaten möglich. Katalogisieren lassen sich Ordner per Rechtsklick.

Lightroom-Import

Neu ist der Import von Lightroom-Katalogen. Dazu liefert On1 ein Plug-in für Lightroom mit, das den Katalog in einem Format exportiert, welches On1 Photo Raw versteht. Im Prinzip funktioniert das recht gut, allerdings gab es im Test Probleme mit den so importierten Bildern: Neben einer gelegentlich falschen Farbdarstellung (die sich schnell korrigieren ließ) wurde die Arbeit mit den importierten Bildern träge. Auch nach einem Neustart des Programms. Bei direkt über einen Ordnerimport hinzugefügte Fotos war das nicht so – allerdings werden ohne den Weg über den Lightroom-Katalog zwar Metadaten (auch Lightroom-Schlagworte, sofern sie in die XMP-Daten geschrieben wurden) übernommen, nicht aber die Bearbeitungsschritte. Wer Fotos direkt von der Speicherkarte importiert, hat im Importmodul ähnlich viele Optionen wie bei Lightroom: Bilder können umbenannt, gesichert, mit Presets und mit Metadaten versehen werden.
Ebenfalls neu ist eine Art Portrait-Modul, in dem Gesichter erkannt und direkt bearbeitet werden können. Tools zur Hautretusche, Augenverbesserung und Bearbeitung von Lippen und Zähnen stehen hier zur Verfügung. Diese funktionieren im Test gut und erleichtern die Arbeit. Im übrigen lässt sich die Verstärkung der Vibrance (Lebendigkeit) für die Hauttöne abschalten, was das schnelle „Aufpeppen“ von Portraits erleichtert.

Großer Funktionsumfang

Ansonsten hat On1 Photo Raw 2019 einen großen Funktionsumfang: Lokale Anpassungen haben einen eigenen Reiter, gearbeitet werden kann mit linearen oder radialen Verläufen sowie mit einem Pinsel. Letzterer hat eine etwas versteckte automatische Kantenerkennung, die das präzise Arbeiten erheblich erleichtert: Per Klick auf das Icon in den Pinseloptionen am oberen Bildrand lässt sich der „Perfect Brush“ aktivieren. Die Panoramaerstellung, HDR und das Fokus-Stacking funktionieren problemlos, sollen aber laut On1 demnächst umfangreicher werden.

In einem speziellen Portrait-Arbeitsbereich lassen sich Augen aufhellen, Zähne bleichen und auch die Haut kann retuschiert werden.


Mittels Fokus-Stacking kann On1 Photo Raw aus einer Fokusreihe ein durchgängig scharfes Bild errechnen. Anschließend ist nur wenig Nachbearbeitung nötig.


FAZIT

Zusammen mit Photoshop ist Lightroom immer noch unschlagbar – auch wenn Adobe in den letzten Jahren nichts Grundlegendes mehr verändert hat. Wer keine Lust hat, sich an ein Abo-Modell zu binden, aber vergleichbare Verwaltungsfunktionen benötigt, kann entweder zu ACD-See greifen oder zu On1 Photo Raw, das immer besser wird. Auch Photo Director 10 (siehe rechts) ist eine Alternative. Luminar 3.0 ist auf einem guten Weg, kann aber bei der Verwaltung noch nicht mithalten. Wer mehr Wert auf die hochwertige Raw-Entwicklung legt, sollte PhotoLab 2 oder Capture One Pro in Erwägung ziehen.


SCREENSHOTS: © MARKUS LINDEN

SCREENSHOTS: © MARKUS LINDEN

SCREENSHOTS: © MARKUS LINDEN