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TEST Sonnenblumenöl: Durch die Blume


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 29.07.2021

Artikelbild für den Artikel "TEST Sonnenblumenöl: Durch die Blume" aus der Ausgabe 8/2021 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

RATGEBER

1 In diesem Test erreicht nur das native Sonnenblumenöl von Bio-Planète ein „sehr gut“. Die besten ganz oder fast geschmacksneutralen Öle schneiden mit „gut“ ab.

2 Kaltgepresstes Sonnenblumenöl am besten kalt verwenden. So bleibt auch das kernig-nussige Aroma viel besser erhalten.

3 Die durchsichtigen Flaschen täuschen: Auch Sonnenblumenöl ist lichtempfindlich. Besser im Schrank oder Keller lagern.

TEST: BIRGIT HINSCH

Sonnenblumenöl passt in viele Gerichte und ist reich an Vitamin E. Sonnenblumenöl, das zeigt unser Test, ist aber auch mit Mineralöl verunreinigt. Aus diesem Grund erreicht nur ein einziges der 21 Produkte die Bestnote „sehr gut“. Die höchsten Gehalte fand das von uns beauftragte Labor in den raffinierten Ölen der Nestlé-Marke Thomy und der Penny-Eigenmarke.

Auch drei native Öle können wir nicht empfehlen Zwei davon sind deutlich mit krebserregenden Stoffen belastet, das dritte ...

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... enthält ein Schimmelpilzgift. Neun Produkte sind immerhin „gut“, sechs mit „befriedend“ Mittelmaß. Die Kritikpunkte im Detail.

Unerwünschte Mineralölbestandteile

Im Testbesten, dem Bio Planète Sonnenblumenöl nativ classic, waren nur geringe Spuren der Mineralölbestandteile MOSH/ MOSH-Analoge nachweisbar. Alle anderen Öle sind mit Gehalten belastet, die wir als „leicht erhöht“ bewerten. Im Penny Reines Sonnenblumenöl und im Thomy Reines Sonnenblumenöl sind die Werte aus unserer Sicht sogar „stark erhöht“.

Gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe sammeln sich in Organen wie der Leber an. Ob und wie das auf Dauer die Gesundheit beeinträchtigt, ist noch unklar. Einen gesetzlichen Grenzwert für MOSH gibt es bislang nicht.

Krebserregende PAK

Im Dennree Sonnenblumenöl kalt gepresst und im Gut Bio Sonnenblumenöl nativ kaltgepresst kritisieren wir die Gehalte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Unter anderem hat das Labor in den beiden Produkten die krebserregende Substanz Benzo(a)pyren nachgewiesen. PAK gelangen unter anderem über Rauch und Abgase in Lebensmittel. Der Eintrag könnte zum Beispiel schon vor dem Pressen beim Trocknen der Sonnenblumenkerne passiert sein.

„Natives Sonnenblumenöl kann und darf unterschiedlich intensiv schmecken – von sehr mild bis deutlich kernig und schalig/holzig.“

Birgit Hinsch ÖKO-TEST-Redakteurin

Dm-Produkt mit Schimmelpilzgift

Das Dm Bio Sonnenblumenöl kaltgepresst fällt wegen des Schimmelpilzgifts Alternariolmonomethylether (AME) durch. In Zellstudien hat AME das Erbgut geschädigt. Für dieses Gift gibt es noch keinen gesetzlichen Grenzwert. Wir haben uns bei der Bewertung an einem ersten Vorschlag der EU-Kommission für einen Richtwert orientiert.

Chemischer und stichiger Geschmack

Die meisten Öle waren in der Sensorik tadellos. Die raffinierten Sonnenblumenöle rochen und schmeckten nahezu bis komplett neutral – so soll es sein. Nur im Penny-Öl kritisierten die Prüfer eine leicht saatige Note. Bei kaltgepresstem Sonnenblumenöl sind saatige, kernige, holzige, nussige und fruchtig-süße Noten hingegen typisch und erwünscht. Allerdings gab es zwei Ausreißer: Nach Ansicht unserer Prüfer roch und schmeckte das Dm Bio Sonnenblumenöl kaltgepresst leicht chemisch, das Gut Bio Sonnenblumenöl nativ kaltgepresst leicht stichig. Damit schneiden beide bei uns in der Sensorik nur mit „ausreichend“ ab. Laut Gegengutachten der Anbieter waren die Öle sensorisch unauffällig. Die Ursache für die unterschiedlichen Befunde ist unklar.

Für die Ernährung nur so lala

Gesundheitlich ist übrigens weder raffiniertes noch natives Sonnenblumenöl erste Wahl. Das liegt an der Fettsäurezusammensetzung: „Sonnenblumenöl enthält einen hohen Anteil an zweifach ungesättigter Linolsäure, die im Körper oxidiert werden kann und dann als Plaques in den Arterien abgelagert wird“, erklärt Speiseölexperte Bertrand Matthäus vom Max-Rubner-Institut. „Linolsäure wirkt entzündungsfördernd, während die etwa im Rapsöl enthaltene alpha-Linolensäure entzündungshemmend wirkt.“ Sonnenblumenöl ist aus ernährungsphysiologischer Sicht also kein Muss für den Küchenschrank. Wer es trotzdem mag, verwendet es am besten im Wechsel mit anderen wie Raps-und Olivenöl.

Wir haben getestet

TIPPS

TEST Sonnenblumenöl: Vorsicht mit Hitze

Zum Braten geeignet?

Pflanzenöle sind generell hitzeempfindlich. Wie sehr hängt von der Fettsäurezusammensetzung ab und davon, ob sie raffiniert oder kaltgepresst sind. Während bei raffinierten Ölen der Rauchpunkt knapp über 200 Grad Celsius liegt, fangen kaltgepresste Öle deutlich früher an zu qualmen. Trotzdem ist auch raffiniertes Sonnenblumenöl nur eingeschränkt für die heiße Küche zu empfehlen. Mit seinem hohen Anteil an zweifach ungesättigter Linolsäure oxidiert es schneller als Raps­ oder Olivenöl, wobei auch gesundheitsschädliche Aldehyde entstehen können. Ist die Temperatur aber nicht zu hoch, kann man es noch zum Braten verwenden. Zum Backen ist Sonnenblumenöl gut geeignet, da die Temperatur im Inneren des Backguts in der Regel nicht mehr als 100 °C erreicht.

Alternativen High-oleic oder Raps

Rapsöl enthält mehr hitzestabile Ölsäure. Außerdem gibt es Sonnenblumenzüchtungen, die daraus gewonnene Öle ebenfalls zu echten Bratölen machen. High­oleic nennt man diese Öle mit erheblich höherem Ölsäureanteil von mehr als 75 Prozent. Im Test gehört nur das Die kleine Mühle Sonnenblumen Kernöl mild-nussig zu diesem Segment. Grundsätzlich empfiehlt das Max­Rubner­Institut, Pflanzenöle nur so stark zu erhitzen wie nötig. Beim Braten seien 130 bis 140 °C, beim Frittieren 160 bis 170 °C optimal, damit keine gesundheitsschädlichen Stoffe entstehen.

So haben wir getestet

Wir haben 21 Sonnenblumenöle eingekauft, darunter neun raffinierte und zwölf kaltgepresste, von denen die meisten „nativ", also kaum behandelt sind. Eines der kaltgepressten Öle ist schonend mit Hitze (desodoriert), ein weiteres mit Wasserdampf behandelt für einen besonders milden Geschmack.

Geschulte Sensorikexperten verkosteten die Sonnenblumenöle gemäß Einheitsmethode der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaft (DGF). Im Labor ließen wir die Öle auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Mineralölbestandteile und Gifte von bestimmten Schimmelpilzen (Alternariatoxine) untersuchen. Weichmacher und das Pestizid Glyphosat waren in keinem Öl nachweisbar. Hitzebehandelte Öle ließen wir zudem auf Fettschadstoffe und Transfettsäuren überprüfen. Auch diese Untersuchungen fielen insgesamt unauffällig aus.

Raffinierte Öle unterliegen, anders als native, starken Erhitzungsund Reinigungsprozessen. Die Angabe „raffiniert“ ist freiwillig, unserer Ansicht nach aber nützlich. Wo die Info fehlte, haben wir Punktabzug unter dem Testergebnis Weitere Mängel vergeben.

Raffiniertes Öl sollte auch anhand der Auslobung direkt als solches zu erkennen sein.

Fett gedruckt sind Mängel. Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 158.

Abkürzungen: PAK = Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung (jeweils Hüllfolien der Flaschen). 2) Weiterer Mangel: Raffiniertes Sonnenblumenöl wird auf dem Etikett nicht als „raffiniert“ bezeichnet. 3) Das Produkt wird aus ölsäurereichen Sonnenblumenkernen hergestellt (High-oleic). Da die Ölsäure relativ hitzestabil ist, eignet sich das Öl laut Hersteller auch zum Kochen, Braten und Frittieren. Der Hersteller empfiehlt eine maximale Erhitzungstemperatur von 175 bis 180°C. 4) Laut Anbieter wurde das Design überarbeitet. 5) Laut Anbietergutachten war ein chargengleiches Rückstellmuster sensorisch unauffällig und wurde als voll umfänglich verkehrsfähig beurteilt. 6) Laut Anbieter ist die Angabe der Raffination für das untersuchte Öl nicht erforderlich. Es sei durch die „blassgelbe Farbe“ durch den Verbraucher leicht als raffiniertes Öl zu erkennen. 7) Laut Anbieter ist ein Lieferantenwechsel geplant. 8) Laut mehrerer Anbietergutachten waren chargengleiche Rückstellmuster sensorisch unauffällig. 9) Laut Anbietergutachten enthielt ein chargengleiches Rückstellmuster weniger PAK. Den Gehalt hätten wir knapp als Spuren bewertet. 10) Laut Anbietergutachten wurden in einem chargengleichen Rückstellmuster keine Mineralölbestandteile nachgewiesen.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) ein Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und Analogen (MOSH und MOSH-Analoge) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 4 mg/kg (in Tabelle: „stark erhöht“); b) ein Gehalt an dem Alternariatoxin Alternariolmonomethylether (AME) über dem von der EU-Kommission gemäß Entwurf von 2019 diskutierten Richtwert („indicative level“) für Sonnenblumenöl von 10 µg/kg (in der Tabelle: „Alternariatoxin stark erhöht“). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Gehalt an Benzo(a)pyren und/oder ein Summengehalt der PAK 4, der mehr als 50 bis 100 Prozent der jeweiligen gesetzlichen Höchstmengen ausschöpft (in der Tabelle „erhöht“); b) ein Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und Analogen (MOSH und MOSH-Analoge) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 2,0 bis 4 mg/kg (in Tabelle: „erhöht“). Zur Abwertung um eine Note führt: ein Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und Analogen (MOSH und MOSH-Analoge) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 1,0 bis 2 mg/kg (in Tabelle: „leicht erhöht“). Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze“ der jeweiligen Testmethode.

Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um drei Noten: leichter Fremdgeschmack und Fremdgeruch (hier: chemisch, stichig). Zur Abwertung um eine Note führt: „leicht saatiger“ Geruch und Geschmack in einem raffinierten Sonnenblumenöl (entspricht Kategorie 2). Die Beurteilung erfolgte in Anlehnung an die DGF-Einheitsmethode 1:2020.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung jeweils um eine Note: a) fehlende Bezeichnung „raffiniert“ bei einem raffinierten Sonnenblumenöl; b) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Sensorik, das „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Sensorik und/oder ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2108 Einkauf der Testprodukte: April 2021.

Dieser Test löst den Test Sonnenblumenöl aus dem ÖKO-TEST Magazin 3/2006 ab.

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