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TEST Sonnencreme: Sehr gut Eincremen


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ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 14.10.2021

TEST Sonnencreme

RATGEBER

▶ Sonncreme dick und mehrfach auftragen, am besten mit einer der „sehr guten“ Cremes. Alle vier sind Eigenmarken.

▶ Für den Nachwuchs empfehlenswerte Mittel mit LSF 50 nennt unser Test „Sonnencremes für Babys und Kinder“, zu finden unter oekotest. de/11288.

▶ Vorsorglich raten wir Schwangeren, Stillenden und bei Kindern zu Produkten mit mineralischen UV-Filtern.

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Sonnencreme ist wichtig. Das haben wir schon oft geschrieben und das werden wir noch oft schreiben. Denn Sonnencreme schützt vor Sonnenbrand und beugt so Hautkrebs vor. Deshalb: vorm Wandern, Radeln oder im Meer Planschen dick eincremen.

Leider folgt ein „Aber“: Es gibt zwar vier „sehr gute“ Sonnenschutzmittel im Test, mit manchen Cremes schmieren wir uns jedoch Problemstoffe auf die Haut. Im Falle der Marke Piz Buin des US-Konzerns Johnson & Johnson eine deutliche Menge Benzophenon. Das gilt als wahrscheinlich ...

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... krebserregend.

UV-Filter bildet Stoff mit Krebspotenzial

Benzophenon ist ein Zerfallsprodukt des UV-Filters Octocrylen. Zum ersten Mal hat ÖKO-TEST Sonnenschutzmittel mit diesem UV-Filter auf Benzophenon testen lassen. Das Ergebnis: In allen sieben Cremes im Test findet das Labor Benzophenon.

Im Vergleich zu Piz Buin Moisturising Ultra Light Sun Spray sind die nachgewiesenen Mengen der anderen Produkte deutlich geringer. Es gibt leider keine Garantie, dass das so bleibt. Denn mit der Zeit kann der Gehalt an Benzophenon in Sonnencreme stark steigen. Das haben französische und amerikanische Forschende gezeigt, indem sie die Sonnenschutzmittel künstlich altern ließen.

„Gefährliche Verunreinigung“, die beobachtet und nicht über den „Spurenbereich“ hinausgehen sollte – so beurteilt das wissenschaftlicher Beratergremium der EU (SCCS) Benzophenon in Produkten mit Octocrylen.

Die Untersuchungsbehörden prüfen noch, welche Mengen für sie als unvermeidbare Spuren gelten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht vorläufig davon aus, dass keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Aber, so schreibt uns das Institut auch: „Da dem BfR bislang keine repräsentativen Daten für eine Beurteilung der Situation in Deutschland vorliegen, ist eine grundsätzliche Empfehlung nicht möglich.“ Wir haben hier eine Grenze von 100 Milligramm pro Kilogramm gezogen: In einem Fall lag der Gehalt mehrfach darüber, ansonsten deutlich darunter.

ÖKO-TEST kritisiert Filter schon lange

Den UV-Filter Octocrylen wertet ÖKO-TEST schon seit Jahren ab. Der Grund: Der Stoff steht auch im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Das SCCS gab zwar vor kurzem Entwarnung. Denn das Gremium hält Octocrylen in den erlaubten Höchstmengen in Sonnencremes für sicher. Um klar feststellen zu können, dass der Filter wahrscheinlich hormonell wirkt, war den Experten die Datenlage nicht schlüssig genug.

Da es aber – wie es auch in der Sicherheitsbewertung des SCCS steht – Hinweise für hormonelle Wirkungen aus Laborversuchen gibt und zudem das Problem mit Benzophenon ins Visier geraten ist, empfiehlt ÖKO-TEST weiterhin vorsichtshalber zu Cremes ohne Octocrylen zu greifen.

Noch mehr Problemstoffe

Im dunkelroten Feld landet außer Puiz Buin noch Garnier Ambre Solaire Sonnenschutz-Milch LSF 30. An ihr kritisieren wir – genau wie an der Piz Buin – PEG/ PEG-Derivate. Diese können die Haut durchlässiger machen für körperfremde Stoffe. Auch die halogenorganischen Verbindungen in der Marke Garnier kritisieren wir. Woher sie stammen, ist unklar. In der Rezeptur sind keine Inhaltsstoffe genannt, die zu dem Laborbefund passen.

Kunststoffverbindung landet im Wasser

Wer sich vor dem Schwimmen eincremt, trägt einen Teil der Sonnenschutzmittel direkt ins Wasser. Auch als wasserfest beworbene Cremes bleiben beim Baden nur teilweise auf der Haut. Neben dem UV-Filter sind auch Kunststoffverbindungen, die wir in sieben Cremes abwerten, eine Belastung für die Umwelt. Ebenso kritisieren wir, wenn Anbieter kein recyceltes Plastik für ihre Flaschen oder Tuben einsetzen oder einen unnötigen Karton verwenden. Wegen dieses Kritikpunktes und anderer Formfehler landen einige Cremes trotz einwandfreier Inhaltsstoffe nur auf einen guten Platz. Vor allem viele Naturkosmetika.

Alverde Sensitiv Sonnenmilch LSF 30 Dm

Alterra Sonnenmilch 30 Rossmann

Boep Sonnencreme Familie LSF 30

Das Boep

Ey! Sun Spray 30

Ey! Cosmetics (Natur- warenladen)

I+M Sun Protect Sonnenmilch 30

I+M

Lavera Sensitiv Sonnenspray LSF 30

Laverana

Speick Sun Sonnenmilch LSF 30

Speick Naturkosmetik

Terra Naturi Sonnenmilch LSF 30

Müller Drogeriemarkt

Cien Sun Sonnenmilch LSF 30

Lidl

Sun Dance Green Sonnenmilch LSF 30

Dm

Today Sonnenmilch 30

Rewe

Annemarie Börlind Sun Care Sonnen-Fluid 30

Börlind

Bevola Sonnenmilch Classic LSF 30

Kaufland

Ladival Empfindliche Haut Sonnenschutz Lotion 30

Stada

Nivea Sun Schutz & Pflege Sonnenmilch 30

Beiersdorf

Eucerin Sensitive Protect Sun Lotion Extra Light LSF 30

Beiersdorf

Jean & Len Wasserfestes Sonnenspray Sensitiv LSF 30

Jean & Len

Lavozon Sonnenmilch LSF 30

Müller Drogeriemarkt

Sun D‘Or Sonnenmilch 30

Euco (Budni, Edeka, Netto)

Garnier Ambre Solaire Sonnenschutz-Milch LSF 30

L‘Oréal

Piz Buin Moisturising Ultra Light Sun Spray SPF 30

Johnson & Johnson

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Enthält Octocrylen, Benzophenon, PEG/PEG-Derivate. Weitere Mängel: Enthält Silikone und/oder synthetische Polymere. Keine Angaben zum Anteil von Post-Consumer-Rezyklat (PCR). Anwendungs-und Warnhinweise zum Umgang mit der Sonne unvollständig. 3) Weiterer Mangel: fehlende Angabe „nano“ bei Titandioxid bzw. Zinkoxid in der Liste der Inhaltsstoffe. 4) Enthält Octocrylen. Weitere Mängel: Enthält Silikone und/oder synthetische Polymere. Der deklarationspflichtige Duftstoff Citronellol ist deklariert, wurde im Labor aber nicht nachgewiesen. 5) Weitere Mängel: Anwendungs-und Warnhinweise zum Umgang mit der Sonne unvollständig. Fehlende Angabe „nano“ bei Titandioxid bzw. Zinkoxid in der Liste der Inhaltsstoffe. Laut Anbieter werden die Anwendungs-und Warnhinweise ab Anfang 2022 vollständig sein. 6) Weiterer Mangel: Ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung. 7) Enthält Octocrylen. Laut Anbieter wurde das Produkt inzwischen weiterentwickelt und zum Saisonbeginn 2021 durch „Ladival Empfindliche Haut Plus Sonnenschutz Lotion LSF 30“ ersetzt. 8) Weitere Mängel: Anwendungs-und Warnhinweise zum Umgang mit der Sonne unvollständig. Fehlende Angabe „nano“ bei Titandioxid bzw. Zinkoxid in der Liste der Inhaltsstoffe. Laut Anbieter sind ab der Charge 252212 des Produkts die Anwendungs-und Warnhinweise vollständig. 9) Weitere Mängel: Enthält Silikone und/oder synthetische Polymere. Keine Angaben zum Anteil von Post-Consumer-Rezyklat (PCR). Laut Anbieter wurde das Produkt umformuliert und enthalte ab Chargen beginnend mit „045“ kein Hydrogenated Polyisobutene, VP/Hexadecene Copolymer und Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer mehr. 10) Weitere Mängel: Anwendungs-und Warnhinweise zum Umgang mit der Sonne unvollständig. Fehlende Angabe „nano“ bei Titandioxid bzw. Zinkoxid in der Liste der Inhaltsstoffe. Laut Anbieter werden die Anwendungs-und Warnhinweise künftig angepasst. 11) Weitere Mängel: Anwendungs-und Warnhinweise zum Umgang mit der Sonne unvollständig. Fehlende Angabe „nano“ bei Titandioxid bzw. Zinkoxid in der Liste der Inhaltsstoffe. 12) Enthält Octocrylen. 13) Weitere Mängel: Umkarton, der kein Glas schützt. Enthält Silikone und/oder synthetische Polymere. Keine Angaben zum Anteil von Post-Consumer-Rezyklat (PCR). 14) Enthält Octocrylen. Weitere Mängel: Enthält Silikone und/oder synthetische Polymere. 15) Enthält Octocrylen, halogenorganische Verbindungen, PEG/PEG-Derivate. Weitere Mängel: Enthält Silikone und/oder synthatische Polymere. Keine Angaben zum Anteil von Post-Consumer-Rezyklat (PCR). 16) Weitere Mängel: fehlende Angabe „nano“ bei Titandioxid bzw. Zinkoxid in der Liste der Inhaltsstoffe. Ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von 95 % (Flasche), aber kein ausreichender Nachweis auf unsere Anfrage hierzu. 17) Weitere Mängel: Umkarton, der kein Glas schützt. Fehlende Angabe „nano“ bei Titandioxid bzw. Zinkoxid in der Liste der Inhaltsstoffe.

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) PEG/PEG-Derivate; b) halogenorganische Verbindungen; c) mehr als 100 mg/kg Benzophenon. Zur Abwertung um eine Note führen: bedenkliche UV-Filter (Octocrylen).

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: a) Silikone und/oder weitere synthetische Polymere als Kunststoffverbindungen (hier: Acrylates/ C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Acrylates Copolymer, Acrylates/Steareth-20 Methacrylate Copolymer, Carbomer, Hydrogenated Polyisobutene, Polyacrylate-13, Polyisobutene, Triacontanyl PVP, Silica Dimethyl Silylate, Styrene/Acrylate Copolymer, VP/Hexadecene Copolymer). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Umkarton, der kein Glas schützt; b) das Fehlen eines oder mehrerer der folgenden Anwendungsund Warnhinweise nach den Empfehlungen des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) auf der Verpackung oder auf dem Beipackzettel: 1= Intensive Mittagssonne meiden. 2 = Vor dem Sonnen auftragen. 3 = Mehrfach auftragen, um den Lichtschutz aufrecht zu erhalten, insbesondere nach dem Aufenthalt im Wasser. 4 = Sonnenschutzmittel großzügig auftragen. Geringe Auftragsmengen reduzieren die Schutzleistung. 5 = Babys und Kleinkinder vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. 6 = Für Babys und Kleinkinder schützende Kleidung sowie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF größer als 25) verwenden. 7 = Auch Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktoren bieten keinen vollständigen Schutz vor UV-Strahlen; c) fehlende Angabe „nano“ bei Titandioxid bzw. Zinkoxid in der Liste der Inhaltsstoffe gemäß EU-Kosmetik-Verordnung 1223/2009 und der Empfehlung 2011/696 der EU-Kommission zur Definition von Nanomaterial, wenn das in den Produkten enthaltene Titandioxid- bzw. Zinkoxid zu mehr als 50 Prozent nanoförmig vorliegt; d) ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung oder keine Angabe hierzu oder kein ausreichender Nachweis auf unsere Anfrage hierzu.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/J2110

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 6/2021. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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