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TEST Sonnencreme: Sehr gut eincremen


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 27.05.2021

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RATGEBER

1 Sonncreme dick und mehrfach auftragen, am besten mit einer der „sehr guten“ Cremes. Alle vier sind Eigenmarken. 

2 Eine Sonnencreme fehlt im Test? Auf oekotest.de veröffentlichen wir demnächst weitere Ergebnisse zu Sonnencremes, die zum Zeitpunkt des Testeinkaufs noch nicht erhältlich waren.

3 Für den Nachwuchs empfehlenswerte Mittel mit LSF 50 nennt unser Test „Sonnencremes für Babys und Kinder“, zu finden unter oekotest.de/11288.

Sonnencreme ist wichtig. Das haben wir schon oft geschrieben und das werden wir noch oft schreiben. Denn Sonnencreme schützt vor Sonnenbrand und beugt so Hautkrebs vor. Deshalb: vorm Wandern, Radeln oder im Meer Planschen dick eincremen.

Leider folgt ein „Aber“: Es gibt zwar vier „sehr gute“ Sonnenschutzmittel im Test, mit manchen Cremes schmieren wir uns jedoch Problemstoffe auf die Haut. Im Falle der Marke Piz Buin des US-Konzerns Johnson & Johnson eine ...

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... deutliche Menge Benzophenon. Das gilt als wahrscheinlich krebserregend.

UV-Filter bildet Stoff mit Krebspotenzial 

Benzophenon ist ein Zerfallsprodukt des UV-Filters Octocrylen. Zum ersten Mal hat ÖKO-TEST Sonnenschutzmittel mit diesem UV-Filter auf Benzophenon testen lassen. Das Ergebnis: In allen sieben Cremes im Test findet das Labor Benzophenon.

Im Vergleich zu Piz Buin Moisturising Ultra Light Sun Spray sind die nachgewiesenen Mengen der anderen deutlich geringer. Das ist leider keine Garantie, dass das auch so bleibt. Denn mit der Zeit kann der Gehalt an Benzophenon in der Sonnencreme stark steigen. Das haben dieses Frühjahr französische und amerikanische Forschende gezeigt, indem sie die Sonnenschutzmittel künstlich altern ließen.

„Gefährliche Verunreinigung“, die beobachtet und nicht über den „Spurenbereich“ hinausgehen sollte – so beurteilt das wissenschaftlicher Beratergremium der EU (SCCS) Benzophenon in Produkten mit Octocrylen.

Die Untersuchungsbehörden prüfen noch, welche Mengen für sie als unvermeidbare Spuren gelten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht vorläufig davon aus, dass keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Aber, so schreibt uns das Institut auch: „Da dem BfR bislang keine repräsentativen Daten für eine Beurteilung der Situation in Deutschland vorliegen, ist eine grundsätzliche Empfehlung nicht möglich.“ Wir haben hier eine Grenze von 100 Milligramm pro Kilogramm gezogen: In einem Fall lag der Gehalt mehrfach darüber, ansonsten deutlich darunter.

ÖKO-TEST kritisiert Filter schon lange 

Den UV-Filter Octocrylen wertet ÖKO-TEST schon seit Jahren ab. Der Grund: Der Stoff steht auch im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Das SCCS gab zwar vor kurzem Entwarnung. Denn das Gremium hält Octocrylen in den erlaubten Höchstmengen in Sonnencremes für sicher. Um klar feststellen zu können, dass der Filter wahrscheinlich hor-monell wirkt, war den Experten die Datenlage nicht schlüssig genug.

„Das will ich nicht auf der Haut: Octocrylen. Der Test zeigt, dass der UV-Filter einen Stoff bilden kann, der vermutlich krebserregend ist."

Svenja Markert ÖKO-TEST-Redakteurin

Filterwissen

Grundsätzlich stecken in den Sonnencremes zwei Arten von UV-Filtern. Vor allem in der Naturkosmetik sind die mineralischen Filter zu finden. Titandioxid und Zinkoxid schützen, indem sie sich auf die Haut legen und die UV-Strahlung absorbieren, reflektieren und streuen.

Titandioxid ist inzwischen als vermutlich krebserregend eingestuft – wenn man es einatmet. Für ÖKO-TEST ist es nach jet -zigem Kenntnisstand in Sonnencremes für die Haut immer noch die bessere Wahl als die chemischen Filter.

Früher konnten man auf einen Blick sehen, ob jemand Sonnencreme nur mit mineralischen Filtern nutzt, denn diese bescherten einen auffälligen Gespensterlook. Daran hat die Industrie mächtig gearbeitet. Inzwischen ist deutlich weniger Weiß angesagt, auch durch den Einsatz von UV-Filtern in Nanogröße (siehe auch Artikel Seite 76) . Kleine Partikel weißeln weniger als größere Teilchen der UV-Filter.

Die chemisch-organischen Filter in den konventionellen Cremes kamen schon früher ohne Weißeleffekt aus. Denn die Filter legen sich nicht auf die Haut, sondern dringen ein und absorbieren dort die UV-Strahlung.

Sie wandeln sie in Wärme um.

Einige der chemischen Filter stehen jedoch in Verdacht, wie ein Hormon zu wirken.

Da es aber – wie es auch in der Sicherheitsbewertung des SCCS steht – Hinweise für hormonelle Wirkungen aus Laborversuchen gibt und zudem das Problem mit Benzophenon ins Visier geraten ist, empfiehlt ÖKO-TEST weiterhin vorsichtshalber zu Cremes ohne Octocrylen zu greifen.

Noch mehr Problemstoffe

Im dunkelroten Feld landet außer Puiz Buin noch Garnier Ambre Solaire Sonnenschutz-Milch LSF 30. An ihr kritisieren wir – genau wie an der Piz Buin – PEG/ PEG-Derivate. Diese können die Haut durchlässiger machen für körperfremde Stoffe. Auch die halogenorganischen Verbindungen in der Marke Garnier kritisieren wir. Woher sie stammen, ist unklar. In der Rezeptur sind keine Inhaltsstoffe genannt, die dem Laborbefunden passen.

Kunststoffverbindung landet im Wasser 

Wer sich vor dem Schwimmen eincremt, trägt einen Teil der Sonnenschutzmittel direkt ins Wasser. Auch als wasserfest beworbene Cremes bleiben beim Baden nur teilweise auf der Haut. Neben dem UV-Filter sind auch Kunststoffverbindungen, die wir in sieben Cremes abwerten, eine Belastung für die Umwelt. Ebenso kritisieren wir, wenn Anbieter kein recyceltes Plastik für ihre Flaschen oder Tuben einsetzen oder einen unnötigen Karton verwenden. Wegen dieses Kritikpunktes und anderer Formfehler landen einige Cremes trotz einwandfreier Inhaltsstoffe nur auf einen guten Platz. Vor allem viele Naturkosmetika.

So haben wir getestet

Wir haben 21 Sonnencremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor von 30 in Drogerien, (Bio-) Supermärkten, in der Apotheke und im Reformhaus eingekauft – jede dritte Sonnencreme ist zertifizierte Naturkosmetik.

Die Inhaltsstoffliste haben wir auf Problemstoffe wie bedenkliche UV-Filter gecheckt. Labore haben alle Produkte auf halogenorganische Verbindungen und Formaldehyd/-abspalter analysiert. Ist das krebsverdächtige Molekül Benzophenon in Sonnencremes mit Octocrylen nachweisbar? Ist bei Sonnencremes mit den mineralischen Filtern Titandioxid und Zinkoxid eventuelles Nanomaterial richtig deklariert? Um das herauszufinden, hat das beauftragte Labor nach einer im EU-Projekt „NanoDefine“ beschriebenen Methode gearbeitet. Sind alle Anwendungs- und Warnhinweise, die helfen Hautkrebs zu vermeiden, auf den Flaschen, Tuben oder Kartons abgedruckt?

Sind chlorierte Verbindungen in den Verpackungen verarbeitet? Zudem haben wir die Hersteller gefragt, ob ihre Flaschen und Tuben recyceltes Plastik enthalten und wollten dafür ausreichende Belege sehen.