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TEST Sonnenschutzmittel: Weiß nich


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2012 vom 29.06.2012

Beim Eincremen sollte man nicht geizen. Es lohnt sich aber, das richtige Mittel auszuwählen, denn die Unterschiede in Bezug auf problematische Inhaltsstoffe sind enorm und die teuren nicht unbedingt die besten.


Artikelbild für den Artikel "TEST Sonnenschutzmittel: Weiß nich" aus der Ausgabe 7/2012 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 7/2012

Bei Sonnenschutzmitteln handelt es sich ausnahmsweise nicht um längst ausgereifte Produkte, für die das Marketing nur noch neue Werbeaussagen dichten muss. Sonnenschutzmittel gehören vielmehr zu den wenigen Kosmetikprodukten, die der Mensch unbedingt braucht. Die Rezepturen müssen dem jeweiligen Stand der Forschung zur Entstehung von Hautkrebs und lichtbedingter Hautalterung angepasst werden. ...

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Bei Sonnenschutzmitteln handelt es sich ausnahmsweise nicht um längst ausgereifte Produkte, für die das Marketing nur noch neue Werbeaussagen dichten muss. Sonnenschutzmittel gehören vielmehr zu den wenigen Kosmetikprodukten, die der Mensch unbedingt braucht. Die Rezepturen müssen dem jeweiligen Stand der Forschung zur Entstehung von Hautkrebs und lichtbedingter Hautalterung angepasst werden. Gleichzeitig müssen vertretbare Kompromisse gefunden werden im Spannungsfeld zwischen Schutzwirkung, dem Wunsch der Nutzer, mit der Creme im Gesicht nicht für ein Gespenst gehalten zu werden, und gesundheitlicher Unbedenklichkeit der Inhaltsstoffe.

ÖKO-TEST empfiehlt seit Jahren Sonnenschutzmittel mit mineralischen statt chemischen UV-Filtern, weil von einigen chemischen Filtern hormonelle Wirkungen bekannt sind, die Sicherheit von anderen in diesem Punkt noch schlecht erforscht ist. Wer chemische UV-Filter meiden wollte, musste früher allerdings einen starken Weißeffekt in Kauf nehmen, da die mineralischen Filter nicht in die Haut einziehen, sondern die Strahlung schon vorm Eindringen in die Haut an der Oberfläche reflektieren sollen.

Inzwischen haben die Naturkosmetikanbieter den An - wendungskomfort aber deutlich besser im Griff. Die meisten Produkte sind zwar trotzdem sichtbarer auf der Haut als viele konventionelle, aber dies deutlich weniger als früher. Als „Weltneuheit“ feiert deshalb Naturkosmetikhersteller Eco Cosmetics aktuell ein transparentes Sonnengel fürs Gesicht (siehe „Neue Produkte“, Seite 19).

Mineralische UV-Filter sind auf dem Vormarsch

Inzwischen setzen neben den Naturkosmetikherstellern auch nahezu alle Hersteller konventioneller Kosmetik Titandioxid ein – sie kombinieren es aber weiterhin mit problematischen chemischen Filtern. Warum? „Titandioxid ist zwar sensorisch eher im Nachteil gegenüber chemischen Filtern, ist aber gemessen an seinem Preis sehr effizient und außerdem sehr gut verträglich. Daher ist der Einsatz von kleineren Mengen, die das Weißeln noch nicht stark forcieren, durchaus sinnvoll“, schrieb uns Nivea-Hersteller Beiersdorf. Die Filterkombinationen aus chemisch und mineralisch böten eine optimale Schutzleistung, erklärte der Kosmetikriese L’Oréal. Zudem erfüllten sie alle Kriterien von Produktsicherheit.

Riskantes Unwissen

„Was passiert auf der Haut, wenn verschiedene hormonell aktive UV-Filter aufeinandertreffen? Was passiert im Organismus mit Mischungen aus chemischen UV-Filtern mit Schadstoffen, die sich in der Umwelt anreichern und die sich ebenfalls in der Muttermilch nachweisen lassen? Diese Fragen sind im Wesentlichen unbeantwortet.“

Die Schweizer Umwelttoxikologin Professor Margret Schlumpf forscht seit Jahren zu chemischen UV-Filtern.

Fakt ist, dass bedenkliche chemische UV-Filter immer noch gesetzlich erlaubt sind. Staatliche Forschungsinstitute wie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) oder das wissenschaftliche Gremium der Europäischen Kommission (SCCS) argumentieren, dass bei den derzeit zulässigen Mengen ein Sicherheitsabstand für hormonelle Wirkungen eingehalten würde. Das Forscherteam um die Züricher Umwelttoxikologin Professor Margret Schlumpf hat für einige chemische UV-Filter eine hormonelle Wirkung an Zellkulturen und teilweise im Tierversuch aufgezeigt. Dass die Filtersubstanzen aus Kosmetika in den Körper gelangen, belegen Messungen der Forscher in Muttermilch. Als kleinen Erfolg wertet Schlumpf, dass zumindest die Substanz 4-Methylbenzylidene Camphor (4-MBC) kaum noch eingesetzt werde. ÖKO-TEST begegnete aber auch diesem Filter kürzlich noch in einem Lippenpflegestift mit UV-Schutz (Ratgeber Kosmetik und Wellness 11:2011). Aktuell arbeiten Schlumpf und ihr Kollege Walter Lichtensteiger in dem europäischen Forschungsprojekt Contamed mit, das Wechselwirkungen zwischen verschiedenen hormonell wirksamen Substanzen (nicht nur UV-Filter) untersucht. Hintergrund sind noch unerklärte Phänomene wie der Rückgang der Fruchtbarkeit von Männern, die Zunahme von Missbildungen an Fortpflanzungsorganen männlicher Neugeborener sowie von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Prostata- und Brustkrebs. Leider, so Schlumpf, laufe das Programm Ende 2012 bereits aus, und es sei unklar, ob es noch eine Verlängerung gebe. Dabei gäbe es dazu noch viel zu forschen.

Gerade weil Sonnenschutzmittel großflächig eingesetzt werden, sollten die Zutaten gut verträglich sein.


Angesichts des mulmigen Gefühls, das der Forschungsstand zu chemischen UV-Filtern machen kann, war es für gut informierte Verbraucher ein kleiner Schock, als sich vor ein paar Jahren einige Naturkosmetikanbieter ganz aus dem Sonnenschutzsegment verabschiedeten und andere nur noch Produkte mit mittlerem und nicht mehr mit hohem Lichtschutzfaktor im Angebot hatten.

Hintergrund war eine EUEmpfehlung, wonach der Schutz vor UVA-Strahlen mindestens ein Drittel des deklarierten Lichtschutzfaktors für UVB betragen musste. Das zu gewährleisten, war mit mineralischen Filtern allein schwierig. In diesem Jahr sind viele Naturkosmetikmarken mit neuen Produkten mit LSF 30 herausgekommen. Ermöglicht worden soll dies durch verbesserte Rohstoffe sein, etwa Titandioxidteilchen mit besserer Ummantelung aus die Rekflexionskraft steigernden Materialien.

Die Kunst, mineralische Filter so auf der Haut zu verteilen, dass sie gut schützen und der Verbraucher die Creme trotzdem auf der Haut haben mag, besteht laut Branchenvertretern nicht darin, immer kleinere Nanoteilchen einzusetzen. Es komme vielmehr auf eine gewiefte Kombination unterschiedlich großer Partikel, eher im mikrofeinen Bereich, an. Zu kleine Partikel könnten sich zum Beispiel auch zu Klumpen verbinden.

Nanotechnologie in den meisten Nicht-Naturkosmetika

Viele Verbraucher, die sich bei der ÖKO-TEST-Verbraucherberatung melden, haben aber auch bei den mineralischen UV-Filtern ein mulmiges Gefühl, weil Titandioxid und Zinkoxid in Form winziger Nanoteilchen enthalten sein könnten. In diesem Test haben wir alle Hersteller, die mineralische Filter deklariert hatten, gefragt, ob sie in den getesteten Mitteln Nanotechnologie einsetzen. Alle konventionellen Hersteller gaben an, den mineralischen Filter in Nanopartikelgröße zu verwenden. Die vier Naturkosmetikanbieter erklärten dagegen, dass sie etwas größere Filterpartikel einsetzen. Nanotechnologie muss ab 2013 in der EU in Kosmetika deklariert werden. An der Methode, wie Behörden das überprüfen können, wird aber noch gearbeitet. Auch die genaue Definition von Nanotechnologie in Kosmetika wird noch diskutiert. Nach derzeitigem Kenntnisstand gelangen Nanopartikel aus Sonnenschutzcremes nicht durch die intakte Haut in tiefere Hautschichten und werden – anders als chemische UV-Filter – nicht in den Körper aufgenommen. Auch wenn dazu noch weiter geforscht werden muss, wertet ÖKO-TEST den Einsatz von Zinkoxid- und Titandioxidnanoteilchen derzeit nicht ab.

Wir wollten wissen, welche Sonnenschutzmittel aktuell empfehlenswert sind und haben 22 Marken mit mittlerem Schutz zwischen 15 und 25 in die Labore geschickt, darunter vier Naturkosmetika mit rein mineralischem Lichtschutz. Außer den Testprodukten von Spirig, Ladival und Eucerin enthalten alle konventionellen den mineralischen Lichtschutzfilter Titandioxid.

Das Testergebnis

Es gibt erhebliche Qualitätsunterschiede. Weniger als die Hälfte der Testprodukte können wir als „sehr gut“ oder „gut“ empfehlen. Der Preis ist dabei kein sicherer Indikator: Es gibt Produkte, die weniger als drei Euro pro 200 ml kosten und mit „gut“ abschneiden, aber auch Marken für 30 Euro und mehr, die „mangelhaft“ und „ungenügend“ sind.
Besonders wichtig für Schwangere, Stillende und Eltern von Kleinkindern: Ohne bedenkliche UV-Filter, die unter Verdacht stehen, wie Hormone zu wirken, kommen nur die zertifizierten Naturkosmetikprodukte im Test aus. Für den chemischen Filter Octocrylene, der in den meisten Mitteln steckt, gibt es Hinweise auf eine hormonelle Wirksamkeit aus Zellversuchen. Wir werten diesen Filter um eine Note ab. Vier Produkte enthalten Ethylhexyl Methoxycinnamate, für den eine hormonelle Wirkung im Tierversuch gezeigt wurde. Zwei Hersteller kombinieren beide bedenklichen Filter in ihrer Rezeptur.
Bedenkliche Parabene: Auch Parabene, die in Kosmetika als Konservierer eingesetzt werden, werden durch die Haut im Körper aufgenommen. Einige stehen ebenfalls unter Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen. Das BfR hat schon Anfang 2011 eine Beschränkung von Propyl- und Butylparaben auf 0,19 Prozent in Kosmetika vorgeschlagen. Auf die Verwendung anderer Parabene, darunter Isobutylparaben, sollte laut BfR-Empfehlung ganz verzichtet werden, so lange keine gesundheitliche Bewertung für den Einsatz beim Menschen vorliege. Die Garnier Ambre Solaire Sonnenschutz-Milch enthält Isobutylparaben sowie Propyl- und Butylparaben – aber unter 0,19 Prozent.

ÖKO-TEST rät

Sonnenschutzmittel mit ausschließlich mineralischen Filtern sind erste Wahl. Im Test waren nur die Bio-Produkte frei von chemischen Filtern.
Chemische UV-Filter stecken nicht nur in Sonnenschutzmitteln, sondern auch in allen möglichen anderen Kosmetika. Filter, die unter Hormonverdacht stehen, sind etwa Ethylhexyl Methoxycinnamate, Benzophenone-3, Octocrylene und 4-Methylbenzylidene Camphor.
Die Mittel großzügig auftragen. Ungefähr sechs Teelöffel Creme müssen bei jeder Anwendung auf einem Erwachsenenkörper verteilt werden. Wenn die 200-ml-Flasche Sonnencreme für eine Person mehr als eine Woche Strandurlaub reicht, hat man schon zu dünn gecremt.

Gar nicht dufte: Die Creme von Garnier und die Nivea Sun Pflegende Sonnenmilch enthalten den Duftstoff Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde (Lyral), der Allergien auslösen kann. Noch kritischer sehen wir den in der Biotherm Lait Solaire nachgewiesenen künstlichen Moschus-Duft. Sogenannte polyzyklische Moschus-Verbindungen reichern sich im menschlichen Fettgewebe an.
Kein Platz für falsche Versprechungen: Wenn der Schutzfaktor auf der Packung dazu führt, dass man sich in Sicherheit wiegt und seine empfindliche Haut von heute auf morgen extremen Belastungen aussetzt, dann geht der Schuss nach hinten los. Sonnenschutzmittel sollen deshalb nach einer EUEmpfehlung mit einer Reihe von Warn- und Anwendungshinweisen versehen sein. Wenn davon welche fehlen oder unvollständig sind, gibt es bei uns Punktabzug unter Weitere Mängel. Besonders problematisch: Anstatt den vorgeschriebenen Hinweis zu bringen, dass das Mittel mehrfach aufgetragen werden muss, um den Lichtschutz aufrecht zu erhalten, schreibt Hersteller Ultrasun in seiner Verpackungsbeilage: „Ultrasun Produkte (…) müssen in der Regel nur 1 x täglich angewendet werden“ und versieht die Packung mit einem Aufkleber „1 x – once a day“. Meike Rix

Nicht blind auf die Creme verlassen

Den besten Schutz für Haut und Immunsystem erreicht man nicht durch den höchsten Lichtschutzfaktor, sondern vor allem, indem man im Umgang mit der Sonne den gesunden Menschenverstand angeschaltet lässt:
■ In der Sommersonne lieber an- als ausziehen und Schattenspender wie Sonnenschirme nutzen.
■ Der internationale UV-Index (UVI) gibt Aufschluss darüber, wie stark die Strahlenintensität an einem bestimmten Ort ist. Nachschauen kann man das online beim Bundesamt für Strahlenschutz www.bfs.de/de/uv oder unter www.uv-index.de.
■ Zwischen 11 und 15 Uhr sind die Strahlungsintensitäten am höchsten. Wenn es ein Sonnenbad am Strand sein muss, besser davor oder danach.
■ Einige Sonnencremes sind nicht nur wasser-, sondern auch seifenfest, wie man abends beim Versuch, sie wieder von der Haut zu bekommen, beobachten kann. Einen Versuch wert ist „Abschminken“ mit Pflanzenöl.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Sonnenschutzmittel sind ein Kosmetikprodukt, das jeder braucht, der sich im Sommer im Freien aufhält. Umso wichtiger, sie zu testen. Die Mittel sind nahezu überall gut im Regal vertreten: in der Drogerie, im Supermarkt, in der Apotheke, in der Parfümabteilung im Kaufhaus. Unterschiedlich wie das Ambiente am Verkaufsort sind auch die Preise. Sie liegen bei unseren Testprodukten zwischen 1,95 und 39,80 Euro pro 200 ml Sonnenschutzmittel. Wir haben Produkte mit dem für viele Menschen in unseren Breiten empfehlenswerten mittleren Schutzniveau von Lichtschutzfaktor (LSF) 15 bis 25 ausgewählt.

Sonnenbrand entsteht leicht durch falsche Anwendung der Mittel.


Praxistest

Entscheidend für den Schutz der Haut vor Sonnenbrand ist die Art und Weise, wie der Verbraucher das Produkt anwendet – also ob er ausreichende Mengen an Creme aufträgt und den richtigen Zeitpunkt erkennt, wann er besser wieder aus der Sonne geht. Deshalb haben wir in diesem Test auch Wert auf die vollständigen Anwendungs- und Warnhinweise gelegt. Kosmetikfirmen müssen ihre Werbeaussagen zum LSF gegenüber Behörden belegen können. Dazu lassen sie unter anderem Untersuchungen durchführen, in denen bei Menschen künstlich ein echter Sonnenbrand erzeugt wird. Da jeder Sonnenbrand eine Belastung für die Haut ist, verzichtet ÖKO-TEST auf die Überprüfung der exakten Lichtschutzfaktoren. Verbraucher sollten die über den LSF errechnete Aufenthaltsdauer in der Sonne ohnehin nicht voll, sondern höchstens zu 60 bis 70 Prozent ausschöpfen.

Die Inhaltsstoffe

Neben chemischen UV-Filtern stehen auch Konservierungsstoffe wie Butyl- und Propylparaben unter Verdacht, wie Hormone zu wirken. Hierauf ließen wir ebenso testen wie auf Konservierer, die krebsverdächtiges Formaldehyd abspalten und den in Kosmetika verbreiteten Weichmacher Diethylphthalat (DEP). Wichtig war auch die Analyse auf allergieauslösende Duftstoffe, da viele Menschen im Zusammenhang mit Sonne und Sonnenschutzmitteln unter Hautreizungen und Unverträglichkeiten leiden.

Die Bewertung

Von den chemischen UV-Filtern und Parabenen werten wir diejenigen ab, bei denen es deutliche wissenschaftliche Hinweise auf eine hormonähnliche Wirkung gibt. Von den deklarierten und nachgewiesenen Duftstoffen führen nur diejenigen zu einem Notenabzug, von denen bekannt ist, dass sie häufiger Allergien auslösen. Die nicht gefetteten Duftstoffe in der Tabelle sind nur vergleichsweise schwache Allergene und werden deshalb nicht abgewertet.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: n. u. = nicht untersucht, weil sich dieser Parameter durch die Zusammensetzung des Produkts erübrigt.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 116. Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 2) Laut Anbieter ist die Deklaration „nano“ bereits nach EU-Kosmetikverordnung angepasst worden und die Produkte mit überarbeitetem Layout kommen in Kürze zur Auslieferung. 3) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 4) Citral und Geraniol sind nicht deklariert, wurden aber nachgewiesen. Laut Anbieter werden die Umkartons und die Anwendungs- und Warnhinweise entsprechend der aktuellen Empfehlungen ergänzt. Außerdem würden Citral und Geraniol künftig deklariert. Im Handel seien die Produkte mit den neuen Verpackungen wahrscheinlich 2013. 5) Citral ist nicht deklariert, wurde aber nachgewiesen. Laut Anbieter sind ab März/April 2013 neue Faltschachteln geplant, für die die Anwendungs- und Warnhinweise gemäß IKW-Empfehlungen und in Bezug auf die deklarationspflichtigen Duftstoffe angepasst werden sollen. 6) Bedenklicher UV-Filter Octocrylene. 7) Bedenklicher UVFilter Ethylhexyl Methoxycinnamate. 8) Bedenkliche UV-Filter Ethylhexyl Me thoxy cinnamate und Octocrylene. 9) Weiterer Mangel: Hinweis in der Verpackungsbeilage: „Ultrasun Produkte (…) müssen in der Regel nur 1 x täglich angewendet werden“ sowie Aufkleber „1 x – once a day“ auf der Verpackung. Laut Anbieter ist der Aufkleber „Once a day“ ab 2012 nicht mehr auf den Produkten vorhanden. ÖKO-TEST hat das Produkt mit dem Aufkleber im März 2012 eingekauft. 10) Laut Anbieter befindet sich der Artikel nicht mehr im Verkauf. Das Nachfolgeprodukt mit neuer Rezeptur werde Ombra Sonnencreme LSF 25 Mediterraner Schutz mit Olive heißen.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) der bedenkliche UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamate; b) PEG/PEG-Derivate; c) polyzyklische Moschus-Verbindungen (künstlicher Moschus-Duft). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) die bedenklichen Parabene Propyl-/ Butylparaben und/oder Isobutylparaben; b) der bedenkliche UV-Filter Octocrylene, falls nicht bereits wegen des bedenklichen UV-Filters Ethylhexyl Methoxycinnamate um zwei Noten abgewertet wurde; c) der deklarationspflichtige Duftstoff Lyral, der Allergien auslösen kann; d) mehr als ein Prozent Paraffine/Erdölprodukte/ apolare Silikonverbindungen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Hinweis 3 = Mehrfach auftra gen, um Lichtschutz aufrechtzuerhalten, insbesondere nach dem Aufenthalt im Wasser fehlt und Produkt trägt Aufkleber „1 x – once day“ sowie in der Verpackungsbeilage den Hinweis „Produkte (…) müssen in der Regel nur 1 x täglich angewendet werden“. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Umkarton, der kein Glas schützt; b) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung; c) einer oder mehrere der folgenden Anwendungs- und Warnhinweise fehlt oder ist unvollständig: 1 = Intensive Mittagssonne meiden. 2 = Vor dem Sonnen auftragen. 3 = Mehrfach auftragen, um Lichtschutz aufrechtzuerhalten, insbesondere nach dem Aufenthalt im Wasser. 4 = Sonnenschutzmittel großzügig auftragen, geringe Auftragsmengen reduzieren die Schutzleistung. 5 = Babys und Kleinkinder vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. 6 = Für Babys und Kleinkinder schützende Kleidung sowie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF größer als 25) verwenden; 7 = Auch Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktoren bieten keinen vollständigen Schutz vor UVStrahlen. Das Gesamturteil beruht auf dem Test der Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder schlechter ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1207“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: März 2012. Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Ein spielungen in elektronischen Medien angefertigt und/ oder verbreitet werden.


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