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TEST: SOUNDBAR: Smarte Partner


video - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 03.05.2019

Cantons neue Smart-Technologie eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Damit lässt sich die Soundbar 9 nicht nur mit kabellosen Surround-Lautsprechern erweitern, sondern wird dank ihrer Ausstattung und den vielseitigen Streamingfunktionen zur universellen Unterhaltungszentrale.


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Bildquelle: video, Ausgabe 6/2019

Die Fernbedienung ist schlicht, aber funktionell. Mit den drei Preset-Tasten lassen sich verschiedene Grundeinstellungen abspeichern.


Soundbars sind ein interessantes Phänomenen. Wer sich einmal etwas eingehender mit den Grundlagen der Lautsprechertechnik beschäftigt, wird schnell feststellen, dass sie zur Audiowiedergabe eigentlich nur ...

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... bedingt geeignet sind. Das hat zwei wesentliche Gründe. Erstens: Tiefe Frequenzen haben lange Wellenlängen, die im Bassbereich schnell mehrere Meter betragen. Um solche Schallwellen zu erzeugen, muss man also viel Luft bewegen. Das erfordert große Membranflächen. Zusätzlich hängen bei Lautsprechern Tiefgang und Wirkungsgrad auch noch maßgeblich von Gehäusevolumen ab. Das heißt: Für einen satten Bass und respektable Lautstärken sind gewisse Dimensionen nötig.

Zweitens: Stereo funktioniert nur bei korrekter Lautsprecheraufstellung. Um den Stereoeffekt richtig wahrnehmen zu können, sollte sich der Hör platz immer genau mittig zwischen den Lautsprechern befinden. Außerdem sollte der Abstand vom Hörplatz zu den Lautsprechern in etwa so groß sein wie der Abstand zwischen den Lautsprechern. Hörplatz und Lautsprecher bilden dann das sogenannte Stereo-Dreieck, dessen Seiten alle gleich lang sein sollten. Anders gesagt: Für eine saubere Abbildung sollte man ungefähr so weit weg von den Lautsprechern sitzen, wie die Stereobasis breit ist.

Viele Kompromisse

Beide Vorgaben können Soundbars mit ihren kompakten Abmessungen nur schwer erfüllen. Gehäusevolumen und Membranfläche fallen eher klein aus, und für die bei großen Fernsehern empfohlenen Sitzabstände sind sie deutlich zu schmal. Das sind eigentlich keine besonders guten Voraussetzungen für ein packendes Audioerleb-nis. Was macht die Soundbars also derart beliebt?

In erster Linie profitieren sie davon, dass die aktuellen TV-Geräte mit ihren ultradünnen Gehäusen noch schlechtere Voraussetzungen für die Audiowiedergabe bieten. Da stellen Soundbars einen guten Kompromiss dar. Die schmalen Riegel passen optisch perfekt zu den flachen Displays und fügen sich damit besonders unauffällig in die Einrichtung ein. Trotz ihrer überschaubaren Größe bieten sie den Schallwandlern aber mehr Platz als der Fernseher. Wer also nur danach trachtet, seinen TV-Ton etwas aufzupolieren und keinen Wert auf eine bombastische Surround-Wiedergabe legt, ist mit einer Soundbar oft schon bestens bedient.

Ein weiterer Vorteil der schlanken Soundsysteme liegt darin, dass sie sich besonders einfach installieren lassen. Man muss weder einen AV-Receiver konfigurieren noch mehrere Lautsprecher aufstellen und verkabeln. Stattdessen genügt es meist, die Soundbar mit Strom zu versorgen und lediglich mit einem einzigen Toslink- oder HDMI-Kabel an den Fernseher anzuschließen. Viel einfacher könnte die Inbetriebnahme nicht mehr sein. Es gibt also gute Gründe, die für eine Soundbar sprechen.

Mit je zwei 50-mm-Tieftönern, einem 50-mm-Mitteltöner und einem 19-mm-Hochtöner pro Seite ist Cantons smarte Soundbar gut bestückt. Die rechteckigen Passivmembranen wirken ähnlich wie ein Bassreflexrohr und unterstützen die vier Basstreiber bei ihrer Arbeit.


Ein neues Funkmodul

So beliebt wie die Geräte sind, so heiß umkämpft ist auch der Markt. Die Hersteller versuchen daher, sowohl mit gutem Klang als auch mit möglichst praktischen Ausstattungsmerkmalen zu punkten. Auch Canton hat sich etwas Neues einfallen lassen, um gegen die Konkurrenz zu bestehen. Das angestammte Feld der deutschen Traditionsfirma ist zwar eigentlich der Bau von HiFi-Lautsprechern, die bis zu den Top-Serien hinauf immer auch als Mehrkanal-Setup erhältlich sind. Zusätzlich ist sie im Heimkinobereich schon seit längerem mit Soundbars, Sounddecks und aktiven Subwoofern erfolgreich vertreten.

In letzter Zeit tüftelten die Entwickler jedoch nicht an neuen Boxen, sondern an einem Elektronik-Modul, das Canton für die Zukunft rüsten soll. Das Besondere daran: Lautsprecher, die mit diesem Modul ausgerüstet sind, lassen sich per Funk zu einem drahtlosen Multikanal-System koppeln. Dabei kommt ein hauseigenes Protokoll zum Einsatz, über das die Lautsprecher direkt miteinander kommunizieren. Ein zusätzlicher Sender oder der Umweg über das heimische WLAN ist dafür also nicht notwendig. Dadurch arbeitet das Funksystem mit höchster Stabilität und kann Bestwerte in Sachen Latenz vorweisen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn zeitkritische Aufgaben wie eine bildsynchrone Tonwiedergabe bewältigt werden müssen. Hier sticht das Canton-Modul besonders hervor.

Mittlerweile hat der hessische Hersteller mehrere Lautsprechermodelle mit der neuen Technik ausgestattet. Sie sind daran zu erkennen, dass sie in ihrer Modellbezeichnung das griffige Schlagwort „Smart“ enthalten. Zu dieser Gattung zählt auch die frisch aufgelegte Smart Soundbar 9. Mit dem neuen Funkmodul ist sie in der Lage, sowohl einen Subwoofer als auch ein Paar Surroundlautsprecher kabellos anzusteuern. Canton hat mit dem Smart Sub 8 und der Smart Soundbox 3 auch gleich zwei passende neue Spielpartner im Angebot, die mit dem Smart Funksystem kompatibel sind. Damit kann man die Soundbar zu einem klangstarken und dennoch dezenten TV-Soundsystem ausbauen.

Beeindruckender Auftritt

Doch auch solo macht die neue Soundbar 9 eine gute Figur. Äußerlich wirkt das Gerät, das in Schwarz und Silber erhältlich ist, zwar eher schlicht. Davon sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen, denn die Verarbei-tungsqualität lässt nichts zu wünschen übrig. Ein ganz besonderer Blickfang ist die obere Abdeckung, die aus einer massiven, geschliffenen Glasplatte besteht und den äußeren Eindruck der Soundbar deutlich aufwertet. Die komplette Front wird dagegen von einem feinmaschigen Metallgitter verdeckt, das die dahinter liegenden Schallwandler schützt.

Um die Soundbar auch flach an der Wand befestigen zu können, gibt es eine große Aussparung auf der Rückseite, die ausreichend Platz für die Stecker bietet. Drei HDMIEingänge und ein HDMI-Ausgang machen sie zur Schaltzentrale im Wohnzimmer.


Ein 95-mm-Chassis mit Aluminiummembran übernimmt bei der Soundbox Bässe und Mitten, ein 19-mm-Gewebehochtöner die Höhen. Auch hier sind zwei Passivmembranen aus Metall im Einsatz, die für mehr Bass sorgen.


Neben einer Netzwerkbuchse ist die Soundbox auch mit einem klassischen AUX-Eingang für 3,5-mm-Stereoklinkenstecker ausgestattet, der immer noch seine Berechtigung hat.


Klare Formen, klare Linien – die Soundbox besticht durch ihr ebenso schlichtes wie elegantes Design. Sie ist in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich.


Bei der Treiberbestückung fährt Canton schwere Geschütze auf. Links und rechts jeweils ganz außen liegt ein 19-mm-Gewebehochtöner, daneben sind auf jeder Seite drei 50-mm-Aluminium-Chassis aufgereiht. Eins davon übernimmt den Mittelton, die beiden anderen sind für den Tiefton zuständig. Das Gehäuse ist etwas tiefer als hoch, sodass die Treiber nach hinten auch ausreichend Platz haben. Zwei ungefähr 15 cm breite Passivmembranen geben der Soundbar im Bassbereich noch einmal zusätzlichen Schub, der ihr zu beeindruckende Leistungsdaten verhilft. Ganz ohne Subwoofer-Unterstützung schaffte sie im Testlabor einen respektablen Tiefgang von 52 Hz und einen stattlichen Maximalpegel von 84 dB, was für eine Soundbar dieser Größe wirklich beachtlich ist.

Viele Möglichkeiten

Ansteuern lässt sich Cantons TVSoundsystem auf vielfältige Art und Weise. Mit drei HDMI-Eingängen und einem HDMI-Ausgang mit Audiorückkanal kann sie wie ein AVReceiver als Schaltzentrale für Bild und Ton fungieren, wobei die HDMI-Schnittstellen voll 4K-kompatibel sind. Die Soundbar ist also in der Lage, ultrahochaufgelöste Videosignale von einem Blu-ray-Player an den Fernseher weiterzuleiten, während sie die Tonsignale mit ihren Dolby Digitalund DTS-Decodern selbst verarbeitet. Für ein adäquates Surrounderlebnis setzt Canton auf eine simulierte Mehrkanalwiedergabe, die überraschend gut funktioniert, solange man im Sweet Spot sitzt. Sie bietet zwei verschiedene Modi, die für Film-beziehungsweise Musikwiedergabe optimiert wurden, sowie einen Nachtmodus, der für niedrigere Lautstärken gedacht ist.

Neben den HDMI-Anschlüssen verfügt die Smart Soundbar 9 auch über klassische Audioeingänge und Bluetooth, das als Schnittstelle für die Musikübertragung vom Smartphone im Audiobereich mittlerweile zur Standardausstattung gehört. Per LAN oder WLAN lässt sich auch eine Verbindung mit dem Heimnetzwerk herstellen. Dann kann man die chromecastfähige Soundbar über die Google Home App fernsteuern und in ein Multiroom-System einbinden. Mit dem in der App integrierten Google Assistant ist sogar eine Sprachsteuerung möglich. Spotify Connect wird ebenfalls unterstützt. Mit dieser Funktion lässt sich Musik, die von dem beliebten Streamingdienst abgerufen wird, direkt auf die Soundbar übertragen, wodurch der Umweg über das Smartphone entfällt. Das sorgt für eine bessere Audioqualität beim Spotifyhören.

Action pur

Mit ihrer Vielseitigkeit konnte uns die Smart Soundbar 9 auch im Praxistest beeindrucken. Zur Erstkonfiguration schließt man sie am besten per HDMI an einen Bildschirm an. Dann steht nämlich ein übersichtliches On-Screen-Display zur Verfügung, durch das man bequem mit der Fernbedienung navigieren kann. Sonst muss man sich mit den kryptischen Kürzeln der dreistelligen Mehrsegmentanzeige auf der Front begnügen. Wenn man auf die Streamingfähigkeiten des Geräts verzichten kann, benötigt man zur Einrichtung aber nicht einmal ein zusätzliches Mobilgerät mit einer speziellen App oder ähnliches. Da die Soundbar bereits am Bildschirm hing, durfte sie gleich ihre Mehrkanalfähigkeiten unter Beweis stellen. Wir schlossen noch einen Bluray-Player an und legten den aktuellen Tomb Raider-Film ein, bei dem Alicia Vikander die junge Lara Croft spielt. Auf der Suche nach ihrem vermissten Vater wird ihr im Hafen von Hongkong der Rucksack geklaut, den sie sich in einer rasanten Verfolgungsjagd wieder zurückholt. Bei dieser Szene zeigte die Soundbar ihr ganzes Können. Ganz ohne Subwoofer sorgte sie für eine mitreißende Soundkulisse mit beeindruckend viel Substanz, die der Spannung des Films einen zusätzlichen Schub gab.

Über ein Touchpanel lassen sich wichtige Funktionen direkt am Gerät steuern. Wie bei der Fernbedienung stehen drei programmierbare Preset-Tasten zur Verfügung.


Nicht ganz so souverän gelang ihr allerdings die Wiedergabe der rückwärtigen Kanäle, was bei einer Mehrkanalsimulation mit ausschließlich frontalen Schallquellen aber immer schwierig umzusetzen ist. Dieses Problem lässt sich bei Canton dank des Funkmoduls jetzt aber elegant lösen, da sich die Soundbar dadurch kabellos mit realen Surroundkanälen erweitern lässt. Im Test griffen wir dazu auf die kompakte Smart Soundbox 3 zurück, die im Verhältnis zu ihrer Größe eine fantastische Klangperformance abliefert. So bekam die Surroundwiedergabe ihren letzten Schliff und ließ den actiongeladenen Film noch bombastischer wirken.

Fazit

Kleine Ursache – große Wirkung. Das Trio aus Smart Soundbar 9 und Smart Soundbox 3 zeigt, dass auch ein kompaktes TV-Soundsystem für Spitzensound sorgen kann. Aber selbst ohne Surroundunterstützung kann Cantons Soundbar auf ganzer Linie überzeugen.

AUS DEM MESSLABOR

Frequenzgang – Smart Soundbar 9

Gleichmäßiger, aber zu den Höhen hin leicht abfallender Frequenzgang. Typisch für Soundbars sind die deutlichen Interferenzen, die sich in seitlicher Richtung (blau) feststellen lassen.

Frequenzgang – Smart Soundbox 3

Die Soundbox weist einen ausgewogenen Frequenzgang mit leichter Senke im Präsenzbereich (ca. 1–4 kHz) und ein gleichmäßiges Abstrahlverhalten auf. Die untere Grenzfrequenz liegt mit 43 Hz beeindruckend tief.

Klirrverhalten – Smart Soundbar 9

Ein Limiter sorgt dafür, dass die Soundbar bei hoher Lautstärke nicht über ihre Grenzen geht. Im Mittelton greift er bereits moderat, im Bass dann massiv ein. So bleibt der Klirr insgesamt auf einem sehr niedrigen Level.

Klirrverhalten – Smart Soundbox 3

Auch die Soundbox wird im Bass mit einem Limiter im Zaum gehalten. Bei hohen Pegeln kommt sie natürlich irgendwann an ihre absoluten Grenzen, aber bis 90 dB spielt sie noch erstaunlich verzerrungsfrei.

Damit haben wir getestet

Tomb Raider. Die Abenteuer der jungen Lara Croft auf der Suche nach ihrem verschollenen Vater werden mit einer beeindruckenden Soundkulisse in Szene gesetzt. Nicht zu Unrecht haben wir die Tonqualität der Scheibe mit 9 von 10 Punkten bewertet.