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TEST Spaghetti - Glyphosat kocht mit


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ÖKO-TEST Spezial Vegetarisch und Vegan - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 11.11.2021

TEST Spaghetti

RATGEBER

1 Acht Spaghetti im Test waren frei von Pestiziden und Mineralöl, darunter alle Bio-Produkte. Sie sind erste Wahl.

2 Hochpreisigere Markenspaghetti sind nicht grundsätzlich besser als andere – auch nicht im Geschmack.

3 Vollkornspaghetti enthalten mehr Ballastund Mineralstoffe. In unserem Test (ÖKO-TEST Magazin 3/2020, oekotest.de/11137) konnten wir 9 von 20 Produkten empfehlen.

Das ist bitter: Nur 3 von 14 konventionellen Spaghettimarken im Test waren frei von Glyphosat. So hat das von uns beauftragte Labor das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in insgesamt elf Produkten nachgewiesen. Die gute Nachricht: Alle fünf Bio-Spaghetti waren frei davon.

Wie gefährlich ist Glyphosat? Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat das ...

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... Pestizid als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft. Die Europäische Chemikalienagentur (Echa) teilt diese Einstufung nicht. Glyphosat könne aber (beim Aufbringen auf dem Feld) schwere Augenschäden verursachen und sei giftig für Wasserorganismen, so die Einschätzung der Echa. Was bedeutet das Glyphosat in den Spaghetti nun für die Verbraucherinnen und Verbraucher?

Noch mehr Schadstoffe

Doch Glyphosat ist bei Weitem nicht das einzige Problem, das Spaghetti haben können. Die beauftragen Labore haben in einigen Marken Verunreinigungen mit Mineral öl sowie Belastungen mit Schimmelpilzgiften nachgewiesen. Das summiert sich. So erreicht die Eigenmarke von Lidl nur ein „ausreichend“. Die Eigenmarke von Edeka fällt sogar mit „mangelhaft“ ganz durch. Immerhin haben Pastaliebhaber aber die Wahl zwischen acht Spaghettiprodukten, die rundum mit „sehr gut“ abschneiden, darunter alle fünf Bio-Marken im Test. Weitere acht bewerten wir insgesamt noch mit „gut“.

Besser ohne Mineralöl

Kritisch sehen wir die Gehalte an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) in zwei Produkten. Die Stoffe können sich in den Organen und im Fettgewebe ansammeln. Je weniger Menschen davon aufnehmen, desto besser. Wie die Mineralölbestandteile in die Spaghetti gekommen sind? Das können wir als Tester nicht mit Sicherheit sagen. Denkbar ist aber beispielsweise ein Eintrag im Herstellungsprozess, etwa über Schmierfette für Maschinen.

WISSEN

Perfekte Spaghetti kochen

1 Nudeln sollen schwimmen und sich bewegen können, wenn sie in den Topf kommen. Für 100 Gramm Spaghetti rechnet man einen Liter Wasser.

2 Nudeln in sprudelnd kochendes Wasser geben, das verbessert die Bissfestigkeit. Danach die Temperatur herunterschalten und den Deckel auflegen.

3 Kein Öl ins Kochwasser geben und Nudeln nicht abschrecken, weil sie sonst die Soße schlechter aufnehmen. Besser die Spaghetti im Wasser sobald wie möglich mit einer Gabel umrühren, dann kleben sie nicht zusammen.

4 Eine Minute vor Ablauf der angegebenen Kochzeit probieren. Die Spaghetti können dann noch etwas härter als al dente sein, da sie nach dem Abgießen noch nachgaren.

5 Die Soße darf vor den Nudeln fertig sein. Beides sofort vermengen und servieren.

Schimmelpilzgifte in zwei Eigenmarken

In den Combino Spaghetti von Lidl und den Gut & Günstig Spaghetti No. 5 von Edeka hat das Labor das Schimmelpilzgift Deoxynivalenol (DON) in Gehalten festgestellt, die wir als „erhöht“ bewerten. DON wird von einem Pilz gebildet, der die Weizen ähren auf dem Feld befällt. DON kann das Immunsystem stören – weniger belastete Nudeln sind daher die bessere Wahl, zumal Schimmelpilzgifte auch in anderen Getreideprodukten stecken können.

Nebulöse Herkunft

Auf vielen Spaghettipackungen finden sich Hinweise auf eine Herstellung in Italien, aber keine Angaben zum Ernteland des Weizens. Nur vier Hersteller nannten auf Nachfrage Italien als einziges Herkunftsland des Hartweizens. Ansonsten teilten uns die Anbieter neben verschiedenen EU-Ländern auch Kanada oder die USA als Anbauländer mit. Nur der Hersteller Teigwaren Riesa gab an, ausschließlich Weizen aus Deutschland verarbeitet zu haben. Der Hersteller der Aldi-Nord-Spaghetti erklärte, diese bestünden„überwiegend“ aus deutschem Weizen. Übrigens: Beide Produkte enthalten kein Glyphosat.

Lecker, wie Spaghetti sein sollen

Ob Marke, No Name, Bio oder konventionell: Die Sensorikexperten waren mit Geschmack und Mundgefühl aller Spaghetti zufrieden. Keine Nudel war nach dem Kochen matschig. Alle waren mehr oder weniger bissfest, also „al dente“. Die Nudeln schmeckten und rochen meist deutlich nach Grieß und Stärke. Grieß schmeckt etwas herber, Stärke etwas mehliger, beides ist typisch für Spaghetti. Die Spa ghetti von Barilla und Alnatura rochen und schmeckten sogar stark nach Grieß. Für Sensorikprüfer heißt das: mehr Pep.