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TEST: SPEEDLINER: Bullish von D-Power


FMT Flugmodell und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 28.11.2019

D-Power hat mit dem Bullish nicht nur einen neuen Elektrosegler, sondern auch einen neuen Modellbegriff entwickelt: Speedliner. Damit wird ein rasanter Elektrosegler in Mischbauweise bezeichnet, quasi eine Vorstufe zum reinen Hotliner. Und das zum günstigen Tarif und sehr weit vorgefertigt. Wir haben‘s ausprobiert.


Artikelbild für den Artikel "TEST: SPEEDLINER: Bullish von D-Power" aus der Ausgabe 12/2019 von FMT Flugmodell und Technik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FMT Flugmodell und Technik, Ausgabe 12/2019

Das extra +

D-Power verfolgt bei seinen ARF+ Modellen die Philosophie, dem Kunden ein praktisch fertig gebautes Modell an die Hand zu geben, ihm aber bei der Ausstattung mit Antrieb und RC-Anlage einen möglichst großen individuellen Spielraum einzuräumen. So ist auch der Bullish fix und fertig ...

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... gebaut, die Kabelbäume in Tragfläche und Rumpf sind fertig verlegt, der elektrische Rumpf-/Flächenanschluss mit 6-poligem Multiplex-Stecker fertig konfektioniert, die GFK-Ruderhörner und Servorahmen eingeklebt, die Rudergestänge voreingestellt sowie Motorspant und Akkubrett im Rumpf eingeharzt. Damit geht der Bauaufwand gegen null, es fallen nur die Arbeiten für die Montage des Antriebs und der RC-Anlage an. Wenn also der Postbote das Paket am frühen Vormittag bringt, ist es durchaus möglich, am späten Nachmittag zum Fliegen zu gehen.

Der Querruderservo-Schacht ist mit CFK verstärkt, Servorahmen und Ruderhorn sind eingeklebt und das Anschlusskabels mit Buchse ist verlegt.


Das Servo muss man nur einschrauben und anschließen. Das Rudergestänge ist schon grob voreingestellt.


Die Servoschachtabdeckung ist fertig beschnitten, nur für das Gestänge muss man noch die Länge anpassen. Befestigt habe ich die Abdeckung mit UHU por.


Der Gestängeaustritt für die Wölbklappen auf der Tragflächen-Oberseite werden mit kleinen Abdeckungen verkleidet. Auch diese habe ich mit UHU por aufgeklebt.


Die Ausstattung

Der GFK-Rumpf ist lackiert, somit ohne Naht und mit einer perfekten Oberfläche. Der Rumpf ist beidseitig mit breiten CFK-Bändern verstärkt, die von der Rumpfspitze bis in den Leitwerksträger verlaufen. Die Gewindebuchsen für die Tragflächen- und Leitwerksverschraubung sind fertig eingesetzt. Die an der Rumpfspitze befindlichen Öffnungen für den Kühllufteintritt sind fertig ausgefräst, ebenso wie die dazu gehörigen Auslässe hinter der Tragflächenauflage. Die GFK-Kabinenhaube ist schwarz lackiert, die Arretierung aus einem 5 mm breiten CFK-Stab fertig eingebaut.

Die einteilige Tragfläche aus einem Abachi-Styro-Sandwich ist sauber ohne Falten oder Blasen mit Oracover-Folie bebügelt, das Dekor fertig aufgebracht. Die Ruderklappen sind betriebsfertig angeschlagen. Die Bohrungen zur Flächenverschraubung sind passgenau gesetzt. Die Randbögen sind als Winglets ausgeformt und fertig verklebt. Die Tragfläche ist mit einem CFK-Holm ausgestattet und unter der Beplankung großflächig mit CFK unterlegt. Damit ist sie sehr biegesteif und verdrehfest und hält auch heftigen Flugmanövern stand.

Das Höhenleitwerk besteht aus einer einfachen Balsakonstruktion, ist ebenfalls fertig bebügelt und das Ruder angeschlagen. Ein angelenktes Seitenruder ist nicht vorgesehen. Das Zubehör ist außerordentlich komplett, neben den erforderlichen Schrauben und Muttern sowie dem vollständigem Anlenkungsmaterial sind noch ein Aluminium-Spinner, Klettband und eine Rolle Tesafilm vorhanden. Die beigefügte Montageanleitung beschreibt anschaulich mit vielen Fotos und Texthinweisen den Einbau des Antriebs und der RC-Anlage.

Einschrauben – fertig

Für die Montage der Servos in der Tragfläche und das Höhenruderservo in der Seitenleitwerksflosse sind bereits Servorahmen eingebaut. Es müssen also lediglich die Servos eingeschraubt und an den Buchsen der schon verlegten Kabelbäume angesteckt werden. Die Querruder werden unten, die Wölbklappen von oben angelenkt. Für Letztere sind die Gestängedurchgänge an der Tragflächenoberseite fertig gefräst. Als letzter Schritt bleiben die Bestimmung der exakten Länge und das Einhängen der Rudergestänge in den fertig eingebauten Ruderhörnern beziehungsweise Servohebeln. Beim Höhenruder ist zu beachten, dass das Ruderhorn etwa 2 mm außermittig nach links versetzt ist, der Anlenkdraht muss deswegen rechts neben dem Ruderhorn zu liegen kommen, respektive der um 90° abgewickelte Teil des Anlenkdrahtes muss nach links zeigen (von hinten betrachtet). Das geht aus der Montageanleitung so nicht hervor. Der Empfänger kommt unter die Tragflächenauflage und bleibt somit gut erreichbar. Da der Rumpf großzügig mit CFK verstärkt ist, wurden die Antennen aus dem Rumpf heraus geführt.

Die Servoanschlüsse in der Mitte der Fläche sind schon mit MPX-Steckern konfektioniert. Die Kabel zum Empfänger sind ebenfalls fertig gelötet.


Da das Ruderhorn etwa 2 mm außermittig angebracht ist, muss der Anlenkdraht rechts neben dem Ruderhorn herausgeführt werden. Sonst streift er an der Innenseite der Seitenflosse.


Das Höhenruderservo wird ähnlich wie die Flächenservos in der Seitenflosse montiert. Die für eine liegende Befestigung notwendigen Montageteile liegen dem empfohlenen D-Power-Servo bei.


Die Ruderausschläge…

… habe ich zunächst nach der Anleitung übernommen. Um die Wirkung der Querruder um die Mittellage herum abzuschwächen, empfiehlt sich ein Expo-Wert von 20 bis 30%. Den Durchlass für das Rudergestänge der Wölbklappen habe in noch etwas weiter nach unten ausgefeilt, sodass so der maximal mögliche Ausschlag von etwa 50 mm erreicht wurde. Zudem habe ich in der Bremsstellung die Querruder etwa 15 mm nach oben gefahren und die Differenzierung dabei völlig ausgeblendet. Dadurch ist ein vergrößerter Ausschlag nach unten möglich, was die Querruderwirkung in der Krähenstellung verbessert. Wichtig ist eine Tiefenzumischung von 3 bis 4 mm, da sich sonst das Modell zu stark aufbäumt. Zudem habe ich Flugphasen für Thermik und Speed programmiert.

Gut abgestimmt

Der Motorspant ist so im Rumpf eingeklebt, dass die Anschraubbohrungen einen Winkel von 45° bilden. Damit kommen die Anschlusskabel des Motors genau nach unten zu liegen, um in der Kufe geführt am Regler angesteckt zu werden. Die Montage des Motors ist demnach in wenigen Minuten erledigt. Der Regler wird unter das Akku-Brett geschoben und dort mit etwas festem Schaumstoff geklemmt. Der Akku kommt obenauf und wird mit einem Klettkabelbinder festgelegt. Als Akkugewicht sind rund 350 g ideal, um ohne Trimmgewicht den Schwerpunkt einstellen zu können; wobei der Akku zur Schwerpunkteinstellung nur in einem relativ geringen Bereich verschoben werden kann.

Das Höhenleitwerk wird mit zwei Schrauben befestigt. Der Schacht für das Höhenruderservo ist mit einem passenden Deckel verschlossen.


Das Akkubrett ist fertig eingeharzt. Darunter findet der Regler ausreichend Platz. Der Empfänger liegt im Ausschnitt unterhalb der Tragfläche.


Mit maximal abgesenkten Wölbklappen wird eine hoch wirksame Bremsleistung erreicht.


Festzustellen bleibt, dass ein 4s-LiPo in seiner Breite gerade so in den Kabinenhaubenausschnitt passt, dieser quasi dafür maßgeschneidert ist. Der Antrieb ist gut auf das Modell abgestimmt und verleiht diesem eine ausgezeichnete Beschleunigung. An einem 4s-3.700-mAh-LiPo fließt ein Strom von 42 A, was eine Eingangsleistung von rund 650 W anstehen lässt. Die 11×7“-Luftschraube hat dabei 9.800 1/min bei einer sehr angenehmen Geräuschkulisse. Wer es zunächst etwas ruhiger angehen möchte, verwendet an dem gleichen Motor einen 3s-LiPo, der in der Kapazität dann ruhig größer gewählt werden kann. In Verbindung mit einer 13×8“-Luftschraube liegt die Stromaufnahme dann bei 48 A bei einer Eingangsleistung von etwa 530 W und einer Drehzahl von rund 7.200 1/min, was dann immer noch für eine sehr sportliche Gangart gut ist.

Mit Temperament

650 W hören sich vielleicht nicht nach extrem viel an, jedoch ist das genug, um den Bullish nach dem Handstart sofort senkrecht nach oben ziehen zu können. Grundsätzlich möchte diese Maschine flott geflogen werden, die Geschwindigkeit hält sie im Gleitflug auch über eine längere Strecke. Mit den empfohlenen Ruderausschlägen wird ein sehr harmonisches Steuerverhalten erreicht. Wer die Reaktion um die Längsachse erhöhen möchte und ein knackiges Steuerverhalten bevorzugt, kann die Querruderausschläge auf etwa 18 mm vergrößern. Dann ist allerdings zum feinen Steuern um die Mittellage herum ein Expowert von 30 bis 40% sinnvoll. Der Höhenruderausschlag sollte 9 mm nicht überschreiten. Denn bei übergroßen Höhenruderausschlägen ist ein Strömungsabriss am Leitwerk möglich mit den bekannten fatalen Folgen.

Die Tragfläche wird mit zwei Schrauben am Rumpf befestigt. Die Auslassöffnungen für die Kühlluft sind fertig gefräst. Dort führe ich auch die Empfänger-Antennen aus dem Rumpf.


Der beiliegende Spinner passt gut und ergibt einen harmonischen Übergang zum Rumpf hin. Die Öffnungen zur Belüftung des Antriebs sind fertig ausgefräst.


Auch der Motoreinbau ist Sache von wenigen Minuten. Die Kabel kommen nach unten zu liegen. So wird eine Berührung mit dem Motor vermieden.


Beachtet man diese Dinge, so belohnt einen der Bullish mit einem problemlosen und entspannten Fliegen. Das Absenken der Wölbklappen und Querruder für eine Thermikstellung verringert die Mindestgeschwindigkeit und vereinfacht das Auskreisen von Aufwinden. Allerdings müssen diese Aufwinde schon kräftig sein, letztendlich ist das kein Thermikschleicher. Mit der 73-mm-Schwerpunktlage fängt sich das Modell übrigens nach einem Bahnneigungsflug kaum mehr selbstständig ab. Der Rückenflug verlangt nach etwa ¼-Tiefenunterstützung. Der maximal mögliche Ausschlag der Wölbklappen in der Bremsstellung wird nur für Steilabstiege benötigt, für normale Landeanflüge sind 30 bis 35 mm ausreichend. Allerdings sind mit dem Maximum auch spektakuläre Landeanflüge aus 100 m Höhe möglich: Bremse voll raus, Schnauze nach unten, Abfangen, Bremse auf 30 mm zurück nehmen und ausschweben lassen. Beeindruckend!

Um die Geschwindigkeiten in den verschiedenen Flugsituationen besser abschätzen zu können, wurde der Bullish mit einem GPSSensor ausgestattet. Die Anzeige entspricht der Geschwindigkeit über Grund und ist lediglich als Anhalt zu verstehen. Zudem ist das Verhalten in den einzelnen Flugsituationen stark von der Windrichtung und -stärke abhängig. Die Grundgeschwindigkeit liegt im Bereich zwischen 60 und 100 km/h, als Maximalspeed werden 170 bis 190 km/h erreicht. Im Langsamflug stellt sich ein schwammiges Verhalten ab etwa 30-35 km/h ein, die Abreißgeschwindigkeit liegt dann etwa bei rund 20-25 km/h. Hier kippt der Flieger abrupt über eine Flügelspitze ab und geht ins Trudeln über. Lässt man das Höhenruder los und gibt dem Modell eine Chance zum Fahrtaufholen, ist der Spuk vorbei, wobei der Bullish dabei noch eine halbe bis eine ganze Umdrehung macht.

Starkes Angebot

Wer sich für den Bullish entschließt, bekommt ein sehr weit vorgefertigtes, qualitativ hochwertiges und ziemlich stabiles Flugzeug. Mit dem Modell kann bedingungslos geheizt werden, ohne dass es dabei kritisch wird. Mit dem Begriff Speedliner stellt der Bullish sein Licht fast unter den Scheffel – denn der Topspeed reicht durchaus in den unteren Bereich reiner Hotliner. Berücksichtigt man die gebotene Qualität, die Festigkeit und den Grad der Vorfertigung, so liegt der Preis dafür auf einem sehr fairen Level.