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TEST Spielzeug aus Kinderzeitschriften: Aus die Maus


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2011 vom 27.06.2011

Auf fast allen Kinderzeitschriften klebt Spielzeug. Wir haben die Extras von 25 Kindermagazinen unter die Lupe genommen. Schlimm: Die Zugaben auf zwei Zeitschriften sind überhaupt nicht verkehrsfähig. Die meisten anderen Gimmicks gehören auch nicht in Kinderhände.


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Foto: Sandra van der Steen/Fotolia.com

ÖKO-TEST rät

• Auch wenn die Kinder quengeln: Kinderzeitschriften mit aufgeklebten Extras besser nicht kaufen. Selbst wenn einige Zeitschriftenzugaben in diesem Test in Ordnung waren, kann man sich grundsätzlich nicht darauf verlassen, dass die aufgeklebten Spielzeuge verantwortungsbewusst ausgesucht und ...

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... geprüft wurden.

• Muss es Schminke sein, gibt es eine einfache Alternative: Normale Produkte kaufen, am besten Bio-Kosmetik.

Ein Geruch nach Sondermulldeponie, schrieb uns eine Leserin, verstrome die Beilage einer Kinderzeitschrift. Und: „Naturlich konnte man das Zeug jetzt einfach nicht kaufen … Das ist aber nicht so einfach“, gesteht die Leserin, denn die Kinder sind naturlich fasziniert von den Zugaben. Ein anderer Leser schrieb uns, dass ein aufgeklebtes Furzkissen (!) aus Kunststoff nach Dieselkraftstoff stank. Ein Gefuhl der Ubelkeit loste das bei dem Familienvater aus. Auch Familie Schneider war entsetzt uber den Gestank des Spielzeugs auf einer erstandenen Kinderzeitschrift – hier war es ein Zottelwurm. Selbst der Sohn von Familie Schneider empfindet derart ubel riechende Gimmicks als Zumutung, schrieben sie uns.

Doch uble Geruche sind nur die eine Sache. Kosmetikprobchen in Zeitschriften mit verbotenen Inhaltsstoffen eine weitere. Davor warnten die deutschen Uberwachungsbehorden im Oktober 2010, weil gut ein Drittel der untersuchten Produkte wie Mascara, Lippenstift oder Nagellack aus Kinderzeitschriften Farbstoffe enthielten, die bei uns verboten sind. Damals wollten wir fur unsere Leser wissen, um welche Magazine es sich konkret handelte. Das Chemische und Veterinaruntersuchungsamt Karlsruhe verweigerte allerdings die Herausgabe dieser Information, sodass wir unsere Anwalte in Stellung bringen mussten.


Extras fördern den Verkauf der Magazine für Kids


Diese erkampften nun vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Wurttemberg die Herausgabe der Namen von Kindermagazinen, die Kosmetikprobchen mit verbotenen Farbstoffen enthielten. Darunter waren Extrakosmetika von Verlagen wie dem Pabel-Moewig-Verlag, von Blue Ocean Entertainment oder dem Egmont-Ehapa-Verlag (siehe Tabelle „Verbotene Extras“). In Zeitschriftenkosmetik aus dem Panini-Verlag steckten nicht zugelassene Farbstoffe.

Diese vier Verlage beherrschen mit ihren Magazinen den Markt der Kinderzeitschriften. Der Pabel-Moewig-Verlag gibt neun Kindermagazine wie Traum-Prinzessin oder Lissy heraus. Der 2005 gegrundete Verlag Blue Ocean Entertainment hat mehr als 30 Kinderzeitschriften im Angebot wie Prinzessin Lillifee oder Frag doch mal … Das Wissensmagazin mit der Maus. Egmont Ehapa veroffentlicht jede Woche einen Micky-Maus-Comic, aber auch das Barbie Magazin, insgesamt fast vierzig verschiedene Titel fur Kinder umfasst das Programm. Der Panini-Verlag, bekannt durch Sammelalben zu Fu.ballweltmeisterschaften, mischt im Markt der Kids-Magazine mit mehr als 20 Titeln mit.

Die Beilagen oder Extras der Kinderzeitschriften seien sorgfaltig hergestellt, behaupten hingegen die Verlage. So kann man sich auf der Internetseite des Egmont-Ehapa-Verlags uber Comic & Kinderzeitschriften auf Extras durchklicken und gelangt auf eine Seite auf der gro. „Extra-sicher“ und „Extras von Egmont Ehapa sind getestet!“ prangt. Neben einer sicheren Spielzeugbeilage wird hier auch die Einhaltung von Sozial- und Arbeitsstandards bei deren Produktion versprochen – keine Kinderarbeit, Arbeitsschutz und die Bezahlung der Arbeiter wurden uber ein externes Kontrollunternehmen sicher gestellt. Der Panini-Verlag geht noch einen Schritt weiter. Hier wird nicht nur gesetzeskonformes Spielzeug versprochen, sondern es sind in der Rubrik „Panini Safety“ zudem alle detaillierten Testberichte abrufbar. Man muss nur eine Artikelnummer, die auf jedem Extra angegeben ist, in ein Suchfeld eingeben. Beim Pabel-Moewig-Verlag oder Blue Ocean Entertainment findet man solche Informationen nicht im Internet.

„Extras kosten richtig Geld“, sagt aber Walter A. Fuchs, Geschaftsfuhrer beim Pabel-Moewig-Verlag. Bei der Produktion berucksichtige man gesetzliche Richtlinien und auch die Umweltvertraglichkeit. Da die Extras verkaufsfordernde Produkte bei den Magazinen sind, werden sie von einer eigenen Abteilung im Marketing entwickelt und beschafft, so der Verlagschef. Die Redaktion, die fur die inhaltliche Einbindung im Heft sorge, hatte gerne mal etwas Hochwertigeres wie Holzspielzeug, dies sei aber finanziell nicht machbar. Bussi Bar und Bummi, die in Deutschland bereits seit Jahrzehnten auf dem Markt sind, gab es fruher ohne Extras. Nach und nach wurden erst Bastelbogen, dann Sticker und schlie.lich Spielzeug als Gimmicks mit den „von Padagogen empfohlenen“ Magazinen verkauft, erzahlt Fuchs. „Um die Auflage der Magazine zu stabilisieren, mussten wir mit der Konkurrenz bei den Extras gleichziehen.“

Beim Verlag Blue Ocean Entertainment vertritt man die Auffassung, dass man „kein Spielzeug vertreibe, sondern Magazine, denen als Teil des Konzeptes eine Zugabe beigelegt ist, die Inhalt und Grundthema des Hefts, erganzt“, teilte uns Peter Simon, Sprecher bei Blue Ocean Entertainment, mit. „Ein Team von vier Mitarbeitern, zwei mit jahrzehntelanger Erfahrung auf diesem Gebiet, kummert sich um Produktentwicklung, Einkauf, Herstellung und Produktsicherheit der Extras“, erfahren wir vom Verlagssprecher. Das Team besuche regelma.ig – oft auch unangemeldet – die Produktionsstatten der Extras, um die Einhaltung qualitativer, aber auch strenger ethischer Standards zu gewahrleisten.

Wir haben 25 auflagenstarke Kindermagazine, die mit Extras zum Kaufen verlocken, eingekauft und in verschiedenen Laboren grundlich untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Die auf Kinderzeitschriften aufgeklebten Spielzeuge sind verheerend schlecht. Zwei Extras waren nicht einmal verkehrsfahig, insgesamt 14 fallen mit „mangelhaften“ oder „ungenugenden“ Noten durch. Nur die Gimmicks von sechs Zeitschriften fur Kinder gehen mit „sehr gut“ aus dem Test.
Zwei Spielzeuge hätten gar nicht verkauft werden dürfen. Die in Kinderspielzeug und Babyartikeln verbotenen Weichmacher Diethylhexylphthalat (DEHP) und Dibutylphthalat (DBP) stecken in den Stickern fur die giftgrune Oster-Flote von Bussi Bar und im Oster-Stempel-Set von Bummi. Damit hatten die Beilagen gar nicht verkauft werden durfen. Die nicht verkehrsfahigen Sticker von Bussi Bar habe man nicht auf Weichmacher durch ein Prufinstitut testen lassen, weil sie kein Spielzeug seien, teilte uns der Pabel-Moewig-Verlag mit. Zwei Behorden, die fur die Marktuberwachung von Spielzeug in Deutschland zustandig sind, haben uns allerdings bestatigt: Sticker fur die Dekoration einer Spielzeug-Flote sind eben auch Spielzeug. Schon der Verkauf zusammen mit einem Magazin fur Kids rechtfertige die Einstufung von Aufkleber und Sticker als Spielzug, erklart Dr. Robert Rath vom Landesamt fur Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit in Berlin.

Viele Extras enthalten ein ganzes Arsenal an schädlichen Substanzen. Betroffen sind unter anderem die Extras von Filly Magazin, Filly Special Princess, Lauras Stern oder Leserabe. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige Vertreter krebsverdachtig sind, analysierten die beauftragten Labore in vielen Extras in erhohten und stark erhohten Gehalten. Der aus Vorsorgegrunden in Babyflaschen verbotene Giftstoff Bisphenol A steckt in den Gimmicks der Zeitschrift Leserabe. Darin warem zudem stark erhohte Gehalte an bromierten Flammschutzmitteln enthalten. Problemfalle sind auch die aufblasbaren Gimmicks von Kapt’n Sharky und Benjamin Blumchen. Sie enthielten PAK und Ersatzweichmacher, zudem loste sich aus den Extras Isophoron, fur das ein krebserzeugendes Potenzial nicht ausgeschlossen werden kann. Es kommt vermutlich aus dem Aufdruck und ist bei sorgfaltiger Herstellung ganzlich vermeidbar. Auch die Substanz Phenol, das Nervenstorungen verursachen kann, loste sich aus dem Super Piraten-Sabel und dem Benjamin Air-Flugzeug. Erhohte Gehalte an fluchtigen organischen Verbindungen monieren wir im Filly Unicorn, in Lauras Stern Sternen Rollenstempel und im Kapt’n Sharkys Super Piraten-Sabel. Die von der Senats- kommission zur Prufung gesundheitsschadlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als kanzerogen eingestufte Substanz Vinylcyclohexen wurde im Mickey Maus-, im Lauras Stern- und im Frag doch mal … Das Wissensmagazin mit der Maus-Extra analysiert. Giftiges Dibutylzinn steckte im gelben Pokemon-Schwei.band.

Auch die beigelegten Schminkpröbchen haben katastrophal abgeschnitten. Ein rotes, halogenorganisches Farbpigment und Tartrazin (CI 19140), ein Farbstoff, der pseudoallergische Reaktionen auslosen kann, stecken im Lipgloss aus dem Magazin Horseland. Das Horseland- und das Prinzessin-Lillifee-Lipgloss basieren auf Erdolprodukten wie Paraffin, die sich in inneren Organen ablagern konnen, wenn die Schminke von den Lippen gegessen wird und in den Korper gelangt. In beiden Lippenmitteln stecken zudem stark erhohte oder erhohte Mengen Diethylphthalat, mit dem die Industrie beispielsweise Parfum stabilisiert. Der umstrittene Konservierungsstoff Propylparaben, der im Verdacht steht, wie ein Hormon zu wirken, soll die Kosmetik-Extras des Prinzessin-Lillifeeund des Horseland-Magazins haltbar machen. Im Zauberhaftes-Marchenland-Lipgloss sind gleich zwei umstrittene Konservierungsstoffe, die krebsverdachtiges Formaldehyd abspalten konnen, enthalten. Formaldehydabspalter stecken auch in der Prinzessin-Lillifee-Kosmetik.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Bei der Auswahl der Zeitschriften haben wir uns an der Höhe der verkauften Auflage laut IVW, der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern, orientiert. Danach kam das Micky-Maus-Heft, von dem wöchentlich etwa 185.000 Hefte verkauft werden, genauso in den Test wie Prinzessin Lillifee (rund 125.000 Exemplare im Monat) und das Filly Magazin (zirka 112.000 Exemplare im Monat). Zudem wurde bei der Auswahl berücksichtigt, dass wir möglichst viele verschiedene Extras wie Plastikspielzeug, Schmuck und Make-up im Test haben.

Problematische Inhaltsstoff e

Das Testprogramm war breit angelegt: So interessierte uns der Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen, der zum Gestank der Beilagen beiträgt. Auch wollten wir wissen, welche Weichmacher im Plastikkram stecken. Die Labore haben nicht nur nach verbotenen Phthalatweichmachern gefahndet, sondern auch nach Ersatzweichmachern, deren mögliche Gesundheits- und Umweltprobleme noch wenig erforscht sind. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff e, von denen eine Reihe unter Krebsverdacht stehen, standen ebenso auf der Fahndungsliste wie bedenkliche zinnorganische Verbindungen, für die es leider immer noch keine vernünftige gesetzliche Regulierung in Spielzeug gibt. Lipgloss und Co. untersuchten wir auf umstrittene Rezepturbestandteile und Stoff e, die auf Kosmetika überhaupt nicht zu deklarieren sind.

Die Bewertung

Die Extras und Beilagen konnten insgesamt nur mit „sehr gut“ abschneiden, wenn sie frei von bedenklichen oder umstrittenen Inhaltsstoff en waren. Lagen gleich mehrere Gimmicks im Heft bei, bestimmte das am schlechtesten bewertete Spielzeug das Gesamturteil.

Foto: Wolfel/Fotolia.com

Fett gedruckt sind Mangel.
Abkürzungen: DEHT = Diethylhexylterephthalat. ATBC = Acetyltributylcitrat. DBP = Dibutylphthalat. DEHP = Diethylhexylphthalat. PAK = polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff e.
Glossar: Erlauterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 140.
Anmerkungen: 1) Weitere Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoff e in der Verpackung. 2) Optische Aufheller im Etikett. 3) Optische Aufheller im Schleier. 4) Weitere Mangel: Optische Aufheller auf der Ruckseite des Aufnahers. 5) Cadmium in einem Teil im Inneren der Kamera. 6) Laut Gutachten des Verlags wurde in Teilen des Stempel-Sets Spurengehalte von DEHP analysiert. Ob das untersuchte Probenmaterial mit der von uns getesteten Charge ubereinstimmt, ist von uns nicht uberprufbar.
Legende: Produkte mit dem gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoff e fuhren zur Abwertung um funf Noten: in Spielzeug und Babyartikel gesetzlich reglementierte Phthalate (DEHP, DBP) uber Grenzwert (0,1 %). Zur Abwertung um jeweils vier Noten fuhren: a) Formaldehyd/-abspalter in Kosmetika; b) ein stark erhohter Gehalt von in der Summe mehr als 1.000 μg/kg polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff e oder von mehr als 200 μg/kg einer oder mehrerer polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe. Zur Abwertung um drei Noten fuhrt: ein stark erhohter Gehalt von mehr als 1.000 mg/kg bromierte Flammschutzmittel (Tetrabrombisphenol A). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten fuhren: a) ein stark erhohter Gehalt von mehr als 1.000 mg/kg Diethylphthalat in Kosmetika; b) halogenorganische Farbpigmente in Kosmetika; c) mehr als ein Prozent Paraffine/Erdolprodukte in Lippenkosmetika; d) Bisphenol A; e) ein erhohter Gehalt von mehr als 10 mg/kg bis 1.000 mg/kg bromierte Flammschutzmittel (Tetrabrombisphenol A); f) ein erhohter Gehalt von mehr als 25 bis 250 μg/kg an Dibutylzinn; g) mehr als 6 mg/kg migrierbares Isophoron; h) erhohte Gehalte von mehr als 100 bis 200 μg/kg einer oder mehrerer polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe; i) ein Gehalt von in der Summe mehr als 1.000 mg/kg fluchtige organische Verbindungen; j) mehr als 10 mg/kg Vinylcyclohexen. Zur Abwertung um jeweils eine Note fuhren: a) ein erhohter Gehalt von mehr als 10 mg/ kg bis 1.000 mg/kg Diethylphthalat in Kosmetik; b) mehr als 10 mg/kg phosphororganische Verbindungen (Triphenylphosphat); c) optische Aufheller mit Hautkontakt; d) Cadmium; e) mehr als 10 mg/ kg migrierbares Phenol; f) mehr als 1.000 mg/kg einer oder mehrerer Ersatzweichmacher (DEHT, DINCH, ATBC); g) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe im Produkt. Unter dem Testergebnis Weitere Mangel fuhren zur Abwertung um eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung; b) optische Aufheller ohne Hautkontakt, falls nicht schon optische Aufheller mit Hautkontakt abgewertet wurden. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Testergebnis Inhaltsstoffe fur ein oder mehrere Extras. Ein Testergebnis Weitere Mangel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um eine Note.
Testmethoden: Untersucht wurden reprasentative Mischproben der Extras, wenn nicht anders aufgefuhrt. Zinnorganische Verbindungen: Na-DDTC, EtOH, Hexan, Na-BEt4, GC-AED. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff e: GC-MSD. Fluchtige organische Verbindungen: Headspace-GS/MS in Anlehnung an DIN EN 71-11. Phthalatweichmacher, Ersatzweichmacher, bromierte Flammschutzmittel, phosphororganische Verbindungen, Bisphenol A: GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung. Isophoron, Phenol: GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung oder Headspace-GC/MS in Anlehnung an EN 71-11, Migration in Anlehnung an DIN EN 71-10:2006, Messung von Phenolen mittels HPLC-FLD. Schwermetalle: Rontgenfluoreszenzanalyse. Antimon: Rontgenfluoreszenzanalyse. Elution von Schwermetallen mittels saurer Schwei.losung; Elementbestimmung mittels ICP-MS. Kosmetika: Totalaufschluss in der Mikrowelle, Elementbestimmung mittels ICP-MS. Halogenorganische Verbindungen: Kosmetika: a) Wasserdampfdestillation, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoff strom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. b) Reinigung der Proben mit Kieselgel, Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoff strom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Textilien: Extraktion der Probe im Soxhlet mit Reinstwasser. Binden der organischen Halogene an Aktivkohle. Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoff strom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Optische Aufheller: qualitativer Nachweis (UVSpider Licht). Aromatische Amine: Methode: § 64 LFGB 82.02-2 ohne vorherige Extraktion DIN EN 14362-1 (Juni 2004); § 64 LFGB 82.02-4 nach vorhergehender Exraktion DIN EN 14362-2 (Juni 2004); bei Hinweisen auf 4-Aminoazobenzol zusatzliche Prufung entsprechend § 64 LFGB 82.02-9 (September 2006); 1. Methode GC/MS, 2. Methode TLC, zusatzliche Prufung auf Anilin und Xylidine. Dispersionsfarbstoffe: Methode: § 64 LFGB 82.02-10 Norm DIN 54231 (November 2005). Dunnschichtchromatografie, TLC und HPLC mit DAD (UV/Vis-Detektor). Diethylphthalat, deklarationspflichtige Duftstoffe, Majantol, Moschus-Verbindungen: Extraktion mit TBME, GC-MS. Formaldehyd/-abspalter (Kosmetika): Saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschutteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe im Produkt und in der Verpackung: Rontgenfluoreszenzanalyse. Steht bei den Analysenergebnissen „nein“, bedeutet das unterhalb der Nachweisgrenze der jeweiligen Testmethode.
Einkauf der Testprodukte: Marz – April 2011.
Anbieterverzeichnis: siehe unter www.oekotest.de
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