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TEST: SURROUND-SYSTEM: Facelift mit Folgen


video - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 01.02.2019

Canton überarbeitete die Chrono-SL-Serie optisch und technisch. Obwohl die Hessen dabei behutsam vorgingen, legt die Reihe dabei in Klang und Aussehen zu. Das 5.1.2-Set mit Dolby Atmos gehört zum Besten, das man in dieser Klasse für Film und Musik bekommt.


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Bildquelle: video, Ausgabe 3/2019

Bilder: Hersteller

Ende letzten Jahres renovierte Canton seine beliebte Chrono-SL-Serie. Wie so oft bei den Hessen gibt sich die neue Baureihe durch die Endung. 2 in der Typenbezeichnung zu erkennen. Dahinter stehen optische und technische Retuschen an Cantons gehobener Mittelklasse. Um den edlen Look der nahtlos gefertigten Gehäuse zu unterstreichen, ...

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... besitzen die Stand- und Regalboxen jetzt schraubenlose Diamond-Cut-Aluminiumringe zur Einfassung der Treiber. Die Standlautsprecher Canton Chrono SL 586.2 DC und die in unserem Set verwendete Chrono SL 596.2 DC haben nun im Tieftonbereich eine Double-Cone Membran mit durchgängiger Membranfläche. Dank einer größeren Gehäusetiefe bekamen die Standsäulen gleichzeitig mehr Volumen. Außerdem wuchsen Tieftöner der Chrono SL 596.2 im Vergleich zur Vorversion um 2 cm im Durchmesser auf 20 cm. Das bedeutet mehr Luftvolumen, damit die beiden größeren Tieftöner ideale Arbeitsbedingungen vorfinden.

Kleine Retuschen

Der neue Center Chrono SL 556.2 wuchs 4,5 cm in die Breite. In der Tiefe schrumpfte das Gehäuse um 3 cm. Damit soll sich leichter ein Platz für den Center-Speaker finden lassen, damit eine optimale Platzierung für perfekte Räumlichkeit möglich ist. Weitere Verbesserungen betrafen die Frequenzweichen der Chrono SL. 2 Serie, die Chefentwickler Frank Göbl für zeitrichtige Impulswiedergabe optimierte. Die Fertigung der weiterhin in weißem oder schwarzem Hochglanzlack erhältlichen Chrono SL. 2 Reihe erfolgt in Deutschland, was den Stellenwert innerhalb des Programms unterstreicht. Unsere Chrono SL 596.2 DC ist das Flaggschiff der ganzen Reihe. Es handelt sich dabei um einen 3-Wege-Bassreflex-Lautsprecher mit Titanium-Chassis für Tief- und Mitteltonbereich und einem 2,5-cm-Alu-Mangan-Hochtöner. Das 105 cm hohe Gehäuse steht auf einem Sockel mit Füßen, die für den nötigen Bodenabstand sorgen. Schließlich wird die Downfire-Bassreflexöffnung nach unten ins Freie geführt.

Durch die Dual-Cone-Bauweise gewinnen die beiden 20-cm-Bässe an Steifigkeit, und es wird gewährleistet, dass die Antriebskräfte nicht über eine kleine Fläche in der Mitte, sondern über eine große am äußeren Ende der leichten und steifen Membran übertragen werden. Dadurch wird die hohe Steifigkeit des Materials optimal genutzt und einem Taumeln zusätzlich entgegengewirkt. Die Einfassung der Dual-Cones erfolgt durch doppelt gefaltete Wave-Sicken für Bewegungsfreiheit bei großen Hüben. Eine solche Wave-Sicke besitzt auch der 18-cm-Mitteltöner. Die Ausstattung der Canton Chrono SL 596.2 DC wird komplettiert durch Stoffabdeckungen mit Magnetbefestigungen und vergoldeten Bi-Wiring-Terminals. Der Chrono SL 556.2 Center ist eine 2,5-Wege-Bassreflex-Konstruktion. Das wirkt der bei 2-Weg-Systemen typischen horizontalen Bündelung entgegen, zumal Canton den 2,5-cm-Alu-Mangan-Hochtöner an den oberen Gehäuserand rückte. Der Tiefund der Mitteltöner haben jeweils einen Durchmesser von 16 cm und bestehen aus Titanium-Legierung. Die Trennfrequenzen liegen bei 350 und 3000 Hz. Eine magnetfixierte Stoffabdeckung liegt bei. Im Zubehör gibt es den LS 660 – im Paar für 150 Euro – als passenden Lautsprecherständer für den 9,5 kg schweren Center. Auch die Ständer LS 650 oder LS 750 lassen sich mit dem Chrono SL 556.2 Center verwenden.

In den Rear-Kanälen vertraut unser 5.1.2-Set auf die Kompaktbox Canton Chrono SL 536.2 sowie einer 2-Wege-Bassreflex-Box mit einem 18-cm-Titanium-Tief-Mitteltöner und einer 2,5-cm-Aluminium-Kalotte, die oberhalb von 3000 Hz zum Einsatz kommt. Die Oberseite der Chrono SL 536.2 (19 x 36 x 27 cm) ist groß genug, um darauf bei einem 5.1.4-System auch noch Atmos-Module vom Typ Canton AR 500 unterzubringen. Der 2-Wege-Kompaktlautsprecher lässt sich als „Dolby Atmos Enabled Speaker“ auf den vorhandenen Frontoder Rear-Stand- oder Regallautsprecher des Heimkinos platzieren. Der AR 500 strahlt schräg nach oben ab mit einem von Dolby lizenzierten Frequenzgangverlauf und verwendet die entstehenden Deckenreflexionen zur Erzeugung von Phantomschallquellen über den Zuhörern. Das Resultat ist stabiler 3D-Sound, der Hubschrauber über die Köpfe hinweg fliegen lassen kann. Neben der in unserem Fall verwendeten Positionierung als Aufsatzlautsprecher auf den Frontsäulen Canton Chrono SL 596.2 DC lässt sich der AR-500 mit der integrierten Wandhalterung aufhängen und als Effektlautsprecher verwenden. Der Canton AR 500 bewährte sich schon in diversen Heimkinosets der Hessen. Das gilt auch für den Subwoofer Sub 1500 R. Es handelt sich hierbei um das schwerste Gerät unterhalb der Serie Reference K. Der 38 x 50 x 50 cm große Bassmacher bingt satte 26,7 Kilogramm auf die Waage. Der Aktiv-Subwoofer nutzt eine Class-DEndstufe mit 500 Watt Sinus. Die Impulsleistung gibt Canton mit imposanten 750 Watt an. Diese Leistung treibt ein 31-cm-Titanium-Bass-Chassis an, das wiederum eine gleich große Passiv-Membran auf der Unterseite des Gehäuses zum Leben erweckt. Dessen Membran besteht aus einer Spanplatte, die ihr das für die tiefe Abstimmung nötige Gewicht verleiht.

Als Aufsatz für die Stand- und Regalboxen eignet sich der Canton AR 500 aus der Dolby Enabled Speaker Serie genauso wie zum Aufhängen an der Wand.


Details wie die Abstandshalter zum Standsockel oder die vergoldeten Bi-Wiring-Klemmen sind an der Canton Chrono SL 596.2 DC hochwertig ausgeführt.


Das Elektronik-Modul des Sub 1500 R lässt zahlreiche Einstellungen zu, darunter Phasenanpassung, die über eine 2-Wege-Funkfernbedienung abgerufen werden. Weil der Subwoofer kein Display besitzt, übernimmt die Fernbedienung mit ihren LEDAnzeigen die Rückmeldung. Schließlich gibt es sogar eine Room Compensation, um den Subwoofer individuell an die akustischen Besonderheiten des Wiedergaberaums anzupassen. Das gelingt in drei Stufen: „Normal“ ist für mittelgroße Räume, die Einstellung „Wide“ hat Canton für große Räume und die Einstellung „Narrow“ für kleine Räume angedacht. Zudem gibt es noch eine Boost-Funktion für Extra-Schub in den unteren Oktaven.

Die Canton Chrono SL 596.2 DC besitzt eine zweiteilige Frequenzweiche, die mit hochwertigen Bauteilen bestückt wurde.


Auf der Unterseite des Sub 1500 R sitzt eine 31-cm-Passiv-Membran, die aus Spanplatte besteht. 500 Watt Sinus stehen dem frontseitigen Titanium-Treiber zur Verfügung.


Zwerchfell-Massage

Der Wunsch, diese Boost-Funktion im Hörtest zu nutzen, kam, abgesehen vom Streben nach ausgewogenem Setup für beste Vergleichbarkeit unter den einzelnen Sets, nicht auf. Das 5.1.2-Set erzeugte so schon mächtig Schub in den tiefsten Tonlagen. Action-Filme wie „The Expendables III“ ließen einen die Handlung nicht nur hören und sehen, sondern auch bisweilen als Schläge in die Magengrube spüren.

Einmal mehr fiel uns am Sub 1500 R die Fähigkeit auf, extrem tief das Geschehen auszuloten und dabei staubtrocken zu bleiben. Wo es sonst schon mal dröhnt, bebte einfach nur der Boden, während akustisch keine Anzeichen von Unsauberkeit oder gar Überforderung zu erkennen war.

Nicht ganz so spektakulär, aber nicht minder beeindruckend gelang der Rest der Vorstellung, die auf diesem Fundament aufbaute. Die neuen Chrono-SL-Boxen erwiesen sich als Muster an Neutralität, mit denen man jede Art von Inhalten in höchster Güte genießen konnte. Damit Filmdialogen zu folgen, CDs zu lauschen oder Konzertfilme zu genießen, bereitete ausgemachtes Vergnügen. Sanfte, gleichzeitig differenzierte Streicher in der Klassik waren kein Widerspruch zu brutalen Impulsen bei turbulenten Action-Filmen. Weder tonal noch vom Impulsverhalten gab es Frequenzbereiche, die besser oder schlechter als die Gesamtheit umgesetzt wurden. Wenige Surround-Sets wirken so aus einem Guss wie die neuen Chronos. Dabei fiel auf, dass Dolby Atmos nicht nur für eine weitere Klangdimension sorgte und die Hörbühne in die Höhe hob. Der 3D-Klang förderte auch den Zusammenhalt der einzelnen Lautsprecher, die sich mit Dolby Atmos noch weniger als einzelne Schallquellen wahrnehmen ließen als mit gewöhnlichem 5.1-Surround-Sound. Das Versprechen, vollständig ins Geschehen einzutauchen – hier wurde es wahr, voller Authentizität und Farbenpracht. Zudem erwies sich das 5.1.2-System als pegelfest und dazu sehr lebendig in Sachen Fein-dynamik. Damit bestand die neue Chrono-SL-Serie auch den härtesten Prüfstein: „Smoke + Mirrors Live“ von den Imagine Dragons, eine Konzert-Blu-ray mit abgrundtiefen Bässen, tobendem Publikum und großzügiger Räumlichkeit. Selten konnten wir dem Leadsänger Dan Reynolds so glaubhaft lauschen, dessen Stimme sich deutlich und ohne Schärfe vom mitsingenden Publikum absetzte.

Im Stereo-Durchgang blieben die wesentlichen Tugenden erhalten. Nur im Bass musste man beim Duett der beiden Chrono SL 596.2 DC gegenüber dem vollen Set mit Subwoofer ein paar Abstriche machen. Und Stereo geschuldet, selbstredend auch in der Räumlichkeit. Der Fokus und die Stabilität der Abbildung gelangen den beiden Säulen sehr gut. Ihre natürliche Abstimmung kam gerade mit seidigen, atmenden Streichern zur Geltung und machte auch Klassik zum Ohrenschmaus.

Fazit

Bei der Überarbeitung der Chrono-SLSerie hat sich Canton aufs Wesentliche konzentriert. Zielstrebig wurden noch so kleine Stellschrauben genutzt, um Gutes noch besser zu machen. Heraus kam ein echtes Highlight.

Das Elektronik-Modul des Sub 1500 R stellt nur die Anschlüsse bereit. Für die Einstellung ist eine 2-Wege-Funkfernbedienung zuständig.


Schritt für Schritt zur Perfektion

Canton versteht sich darauf, technische Neuentwicklungen immer möglichst vielen Produkten angedeihen zu lassen. So findet sich die doppelt gewundene Wave-Sicke schon längst in allen Baureihen. Auch Leichtmetall-Chassis sind inzwischen klassenübergreifend Standard bei den Hessen. In kleinen, konsequenten Schritten strebt das Entwicklerteam mit seinem Leiter Frank Göbl an der Spitze nach Perfektion in den einzelnen Preisbereichen. Insofern war beim Update der Chrono-SL-Reihe nicht zu erwarten, dass Canton das Rad neu erfindet – zumal die Typenbezeichnung im Stile von Computerprogrammen nur ein. 2 angehängt bekam. Dennoch greifen die Verbesserungen. Die Diamond-Cut-Aluringe zur Abdeckung der Chassisbefestigungen lassen die optisch ansonsten unveränderten Boxen noch edler wirken. Und neue Weichen plus steifere Tieftöner machen den Klang noch stimmiger. Das Einzige, das man sich noch wünschen könnte, wäre eine Standbox, die mit integrierten Atmos-Modulen die Verwendung der sperrigen AR-500-Aufsätze überflüssig macht.

AUS DEM MESSLABOR

Canton Chrono SL 596.2

Extrem ausgewogener Frequenzgang, lediglich eingeschränktes Rundstrahlverhalten im Hochtonbereich. Die maximale Belastbarkeit liegt 104 dB. Bis 95 dB bleibt der Klirr an der Meßgrenze.

Canton AR-500

Der Frequenzgang des Atmos-Moduls folgt den Vorgaben von Dolby. Die maximale Belastbarkeit beträgt 95 dB. Der Klirr bleibt bis auf einen leichten Anstieg im Bereich der Übergangsfrequenz sehr gering.

Canton Chrono SL 556.2

Hat ein vergleichsweise gutes Rundstrahlverhalten, das auf seine 2,5-Wege-Konstruktion zurückgeht. Dadurch fallen die seitlichen Einbrüche im Bereich der Übergangsfrequenz geringer als bei 2-Wege-Systemen aus.

Canton Sub 1500 R

Der Subwoofer kommt bis 22 Hz -6 dB respektive 23 Hz -3 dB hinunter. Die obere Grenzfrequenz liegt bei 86 Hz -6 dB, was mit einer recht großen Bandbreite die Anpassung an die restlichen Lautsprecher erleichtert.

Damit haben wir getestet

The Expendables III , Wenig Handlung, viel Qualm, Während der Verstand Pause hat, wird dem Sound-System alles abverlangt, was Pegel, Punch und Auflösung betrifft.